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Gastroenteritis

Gastroenteritis

auch bekannt als: Magen-Darm-Grippe

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Prävention

Besonders bei der Essenszubereitung und dem anschließenden Verzehr sollte sehr penibel auf eine angemessene Hygiene geachtet werden, um eine Verbreitung der Gastroenteritis-Erreger zu verhindern.

Hygiene-Regeln

Die Vorbeugung der Magen-Darm-Grippe besteht hauptsächlich in der Befolgung von hygienischen Regeln. Dies gilt vor allem für die Essenszubereitung. Es sollte genau darauf geachtet werden, ob Lebensmittel verdorben oder nicht mehr genießbar sind. Arbeitsflächen und Geräte, auf denen insbesondere risikobehaftete Lebensmittel wie Hühnerfleisch verarbeitet wurden, sollten gründlich gereinigt werden. Auch Küchenschwämme, Lappen und Geschirrtücher sollten regelmäßig gewaschen und ausgewechselt werden. Um eine Ansteckung und Verbreitung mit einem Magen-Darm-Erreger zu vermeiden, sollten außerdem folgende Hygiene-Standards eingehalten werden:

  • Hände waschen vor und nach der Essenzubereitung

  • Verunreinigte, angelaufene und verdorbene Nahrungsmittel und Getränke meiden

  • Kein Konsum von risikobehafteten und unvollständig gegartem Fleisch (zum Beispiel Geflügel oder Hackfleisch) oder Fisch

  • besondere Vorsicht bei Mayonnaise, Eis, roheh Eiern (Salmonellengefahr), ungewaschenem Salat und Obst

  • die im Krankenhaus geltenden hygienischen Vorgaben beachten

  • Rohmilch nur gekocht verzehren

Zudem ist wichtig, dass die Herstellung und der Vertrieb von Lebensmitteln des allgemeinen Verzehrs, wie zum Beispiel in Großküchen und Kantinen, mit besonderer Sorgfaltspflicht durch das ausführende Personal erfolgt. Es kann an dieser Stelle nur wiederholt werden, dass eine gründliche und gewissenhafte Desinfektion der Hände oberste Priorität hat, um eine Verbreitung der Erreger zu verhindern.i

Dies gilt aber auch im Zusammenhang mit betroffenen Säuglingen und Kindern. Eltern sollten nach einem Windelwechsel bei Ihrem Kind auf eine anschließende Desinfizierung der Hände achten, um eine Ansteckung ihrer selbst oder weiterer Familienmitglieder zu vermeiden.

Krankenhaushygiene

Bei Erwachsenen werden bis zu 50 % und bei Kindern etwa 30% aller nicht-bakteriellen und akuten Fälle der Magen-Darm-Grippe durch Noroviren ausgelöst. Falls Betroffene stationär im Krankenhaus behandelt werden, besteht die Gefahr, dass sich die Erreger, wie beispielsweise Noroviren,  explosionsartig unter den Patienten als auch dem behandelnden Personal ausbreiten. Die Ansteckung kann über den Stuhl und das Erbrochene des Betroffenen erfolgen. Dabei können geringe Mengen des Erregers noch bis zu 2 Wochen nach der Erkrankung ausgeschieden werden. Meistens passiert die Übertragung über die nicht desinfizierten Hände des Patienten oder des Personals. Im Falle des Noro-Virus ist der Erreger äußerst stabil in der Umwelt und kann über drei Wochen lang infektionsfähig bleiben. Deshalb ist eine Ansteckung auch über die Oberfläche von Gegenständen, zum Beispiel Türgriffen, möglich. In der Regel werden Erkrankte im Krankenhaus in Räumen mit einer eigenen Toilette untergebracht, um eine Ansteckung anderer Patienten und des Personals zu verhindern.

Angehörige des Patienten und das Personal sollten wichtige Hygienemaßnahmen einhalten. So sollten sich Besucher des Betroffenen vor dem Betreten des Zimmers vom Stationspersonal über die korrekte Ausführung der Händedesinfektion unterrichten lassen. Denn in der Regel ist ein alkoholisches und viruzides Einreibepräparat (im Falle einer virus-bedingten Infektion) erforderlich, weil die herkömmlichen alkoholischen Händedesinfektionsmittel nur ungenügend wirksam sind. Die Desinfektion sollte 2-mal bei jeweils 1 Minute Einwirkzeit erfolgen. Des Weiteren muss gegebenfalls Schutzkleidung (Kittel, Mundschutz) getragen werden.

Impfung gegen Rotaviren

Eine Impfung gegen die Erreger der Magen-Darm-Grippe kann unter Umständen vor der Erkrankung schützen. In Deutschland stehen 2 Impfstoffe zur Verfügung, die einer Erkrankung mit Rotaviren vorbeugen können. Diese werden als Schluckimpfung eingenommen. Die erste Gabe der beiden Impfstoffe sollte zwischen der 6. und der 12. Lebenswoche erfolgen. Dabei beträgt die Schutzrate beim ersten Impfstoff (monovalenter attenuierter Lebendimpfstoff) etwa 85% gegen eine schwere Magen-Darm-Grippe durch Rotaviren. Der zweite Impfstoff (human-boviner reassortierer Impfstoff) wirkt gegen die fünf am häufigsten auftretenden Typen des Rotavirus. Die Schluckimpfung kann gleichzeitig mit den anderen Impfungen verabreicht werden, sollte aber bis zum Ende der 32. Lebenswoche beendet werden.

Es empfiehlt sich, sich vor einer Impfung gegen Rotaviren bei seiner Krankenkasse zu erkundigen, ob die Kosten für die Impfung übernommen werden.