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Berufstätige Eltern

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Der Versuch der Vereinbarkeit von Beruf und Familie führt bei Eltern häufig zu einem Gefühl der Überforderung. Sie sehen sich im Alltag mit Koordinationsproblemen konfrontiert und stellen ihre persönlichen Probleme hinten an. Eine bessere Organisation des Alltags und gezieltes Stressmanagement können zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen.


Familienmodelle

Übersicht

Ein gesellschaftlicher Wandel hat schon seit Jahrzehnten zu einem Rückgang des traditionellen Familienmodells geführt, und damit auch zu einem Rückgang der traditionellen Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern. Zusammen mit wirtschaftlichen Wandlungsprozessen und der Bildungsexpansion der 70er Jahre kam es zu einer Zunahme der Anzahl erwerbstätiger Frauen.

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Traditionelles Familienmodell

Im traditionellen Modell stellt der Mann die finanzielle Versorgung der Familie durch Erwerbsarbeit sicher, die Frau übernimmt die gesamte Haus- und Familienarbeit. Es gibt im Haushalt vom jeweiligen Geschlecht abhängige Zuständigkeitsbereiche. Frauen sind vor allem für die alltäglichen Routinetätigkeiten verantwortlich, wie Kochen, Waschen, Aufräumen und Putzen. Die Tätigkeitsbereiche der Männer sind im Gegensatz dazu eher durch zeitliche Flexibilität gekennzeichnet, wie etwa handwerkliche Reparaturen, Autopflege oder Verwaltungsangelegenheiten.

Dies kommt auch bei der Kindererziehung zum Ausdruck: Frauen übernehmen hauptsächlich die Pflege und die Erledigungen für die Kinder, Männer beschäftigen sich eher in ihrer Freizeit mit ihnen. Das traditionelle Familienmodell schreibt also jedem Geschlecht ganz bestimmte Aufgaben zu und geht insgesamt von einer Unvereinbarkeit von Beruf und Familie aus.

Modernes Familienmodell

Insgesamt lässt sich ein Wandel der Einstellungen hin zu einer Akzeptanz von Gleichheitstendenzen im Geschlechterverhältnis beobachten. Es kommt zudem immer mehr zur Herausbildung alternativer Familienformen, wie zum Beispiel der Patchworkfamilie, bei der mindestens ein Kind aus einer vorherigen Ehe oder Beziehung stammt. Ein anderes vergleichsweise neues Konzept ist die gleichgeschlechtliche Ehe. Alleinerziehende Frauen und Männer gehören ebenso immer häufiger zum modernen Alltag.

Im modernen Familienmodell sind Frauen berufstätig und bleiben, auch wenn sie Kinder haben, immer häufiger im Beruf. Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass sie weniger im Haushalt leisten. Vor allem Frauen haben mit den Schwierigkeiten zu kämpfen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Studien belegen, dass für jeden zweiten berufstätigen Bundesbürger eine mangelhafte (zu teure oder fehlende) öffentliche Kinderbetreuung das Hauptproblem bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist. Außerdem wünschen sich viele flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, auch mal von zu Hause aus zu arbeiten


Privates Familienmanagement

Überblick

Gerade wenn beide Elternteile arbeiten, sind Engpässe keine Seltenheit. Um sämtliche elterliche Pflichten und Bedürfnisse der Kinder zu vereinbaren, sind Organisation und Flexibilität notwendig, gerade wenn das Elternpaar hohe Ansprüche an Karriere und Kindererziehung gleichermaßen hat. Hektik, Entscheidungsnöte und die Angst, Aufgaben nicht gut genug zu erledigen, gehören dabei zum Alltag.

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Die täglichen Knackpunkte liegen beispielsweise in der allmorgendlichen Situation des Aufstehens, Anziehens, Frühstückens und Loskommens. Die Hausarbeit ist ein weiterer möglicher Stressauslöser, gefolgt von der Belastung durch die Schule, beziehungsweise den damit zusammenhängenden Erwartungen und Ängsten auf Eltern- und Kinderseite.

Behalten Sie mit unseren Tipps den Überblick über die familiären Anforderungen und bilden Sie Strategien aus, die Ihnen helfen, die alltäglichen Belastungen zum Wohlergehen Ihrer Familie zu managen.

Knackpunkte finden

Wenn Sie merken, dass Sie besonders gestresst sind und Ihnen die familiären Aufgaben über den Kopf zu wachsen drohen, machen Sie am besten als erstes einen Kassensturz: Protokollieren Sie die täglichen Geschehnisse im Zusammenleben mit Ihren Liebsten. Führen Sie eine Art Familientagebuch, um die Mechanismen und Knackpunkte herauszufiltern, bei denen es häufig zu Problemen kommt. Oftmals sind es ständig wiederkehrende Faktoren, die im Alltag für Stress sorgen. Kommunizieren Sie diese mit den anderen Familienmitgliedern und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.

Organisation

Haben Sie die problematischen Knackpunkte im Familienalltag gefunden, verteilen Sie die familiären Aufgaben um und übertragen Sie Aufgaben an andere Familienmitglieder. Dies betrifft insbesondere die Frauen: Mütter leisten häufig auch im Doppelverdiener-Modell doppelt so viel Haus- und Familienarbeit wie die Väter. Eine gerechtere Aufteilung hilft, Stress zu vermeiden.

Bei dem Versuch einer neuen Aufteilung der Familienarbeit sollten Sie sich den Erfordernissen nüchtern und pragmatisch nähern. Teilen Sie dabei den Familienmitgliedern, insbesondere Ihrem Partner, auch ehrlich und sachlich Ihre Gefühle mit. Verlangen Sie dann Unterstützung, auch von den Kindern! Erkundigen Sie sich dabei freundlich, wer welche Aufgaben übernehmen möchte, und bestehen Sie auf die Einhaltung der neuen Pflichten. Treffen Sie klare Absprachen, wer wann wofür zuständig ist.

Um das Ganze spielerisch anzugehen, verteilen Sie Ämter an Ihre Jüngsten: Einer ist zum Beispiel der Stromchef und ermahnt die anderen bei Nachlässigkeiten im Lampen ausschalten. Der Andere ist vielleicht der Flurchef und passt auf, dass im Flur keine Schuhe herum liegen. So lassen sich Kinder oftmals leicht zur Mithilfe animieren.

Nehmen Sie sich täglich ein paar Minuten besonders intensiv Zeit für die Fragen Ihrer Kinder. Das wird sich positiv auf das Klima der ganzen Familie auswirken.

Elterliche Zuwendung ist übrigens keine Frage des Verzichts auf eine eigene Erwerbstätigkeit, wie in der World Vision Kinderstudie von 2007 nachgewiesen wurde. Hier gaben 28 % der Kinder von Erwerbslosen an, nicht genügend Aufmerksamkeit von ihren Eltern zu bekommen, wo hingegen diese Aussage nur 8 % der Kinder von erwerbstätigen Eltern tätigten, bei denen ein Elternteil Vollzeit und der andere Halbzeit arbeitet.

Konsequent sein

Seien Sie konsequent: Waschen Sie zum Beispiel nur, was im Wäschesack ist, hören Sie auf, immer die Wäsche der anderen in deren Zimmern zusammenzusuchen, Sie haben Besseres zu tun. Und wenn der andere Elternteil vergessen hat einzukaufen, gibt es eben nur die Reste vom Vortag zum Abendessen. Der Erfolg wird sich sehr bald zeigen und auf andere Bereiche abfärben.

Prioritäten setzen

Überlegen Sie einmal, was Ihnen im Alltag wirklich wichtig ist, und lassen Sie anschließend die weniger wichtigen Dinge einfach weg. Es wird Ihnen und damit auch Ihrer Familie guttun, sich von überflüssigem Ballast zu befreien. Irgendetwas kann man im Alltag immer ändern. Schaffen Sie sich Luft und vermeiden Sie Hetzerei, indem Sie nachdenken, planen und organisieren. Zeit ist nie übrig – man muss sie sich nehmen.

Auszeiten nehmen

Um sich vor gesundheitsschädigender Erschöpfung zu schützen und langfristig motiviert und leistungsfähig zu sein, brauchen Sie ein Gegengewicht zu Anspannung, Überforderung und Alltagshektik. Auszeiten schaffen Kraft für Alltag und Kinder. Nehmen Sie sich deshalb Zeit für sich selbst, für eigene Hobbys und eigene Freunde. Entspannungstechniken können auch hilfreich sein.

Teamwork

Trainieren Sie, mit dem anderen Elternteil auch kleine alltägliche Probleme für beide gewinnbringend zu diskutieren und aufzuteilen. Erwachsene brauchen ebenso wie Kinder das Gefühl, unterstützt und gebraucht zu werden. Springen Sie für den anderen in die Bresche, aber entwickeln Sie auch ein Bewusstsein dafür, dass Ihnen das Gleiche zusteht. Familienarbeit ist Teamarbeit!

Kinderbetreuung

Kinderbetreuung kaum herum. Das Kind in guten Händen zu lassen ist eine wichtige Alltagsbasis für Familien, denn es trägt durch die Entlastung zu einem guten familiären Klima bei. Darüber hinaus sollten Sie sich dadurch sorgenfrei um Ihre beruflichen Aufgaben kümmern können.

Klären Sie vor der Betreuung zusammen mit dem anderen Elternteil, welche Art von Betreuung für Ihr Kind ideal wäre. Ist es noch sehr klein, oder eher introvertiert? Dann wäre vielleicht eine Einzelbetreuung oder eine kleine Gruppe vorteilhaft. Wenn es schon älter und möglicherweise auch noch sehr lebhaft ist, dann kommt es bestimmt auch in einer größeren Gruppe gut zurecht. Wägen Sie damit zusammenhängend ab, ob Sie eine Betreuung zuhause vorziehen, etwa durch ein Au-pair-Mädchen, oder eine Institution, zum Beispiel die Kita, für die bessere Wahl halten.

In Ihrer Entscheidungsfindung sollten auch Ihre Arbeits- und Ruhezeiten angemessen berücksichtigt werden. Machen Sie sich auf die Suche nach Angeboten von Einrichtungen in Ihrer näheren Umgebung, das erleichtert die tägliche Organisation. Ziehen Sie auch die Menschen aus Ihrem unmittelbaren Umfeld in Ihre Überlegungen mit ein, vielleicht finden sich alternative Möglichkeiten der Betreuung – Oma und Opa sind oft ganz verrückt nach ihren Enkeln und die Nachbarn haben vielleicht schon Erfahrungen mit Kitas aus der Umgebung.


Familienmanagement am Arbeitsplatz

Überblick

Die Mehrfachbelastungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kindern können zu erhöhtem Stress und einer höheren Krankheitsanfälligkeit führen. Stressquellen können durch familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb erheblich reduziert und die Kosten für die Lohnfortzahlung durch einen niedrigeren Krankenstand gesenkt werden. Die Einführung familienfreundlicher Maßnahmen kann nicht nur betriebswirtschaftlich wünschenswerte Aspekte hervorrufen, sondern darüber hinaus die Attraktivität des Arbeitgebers steigern. Motivation und Zufriedenheit führen zu mehr Leistungsfähigkeit und –bereitschaft, hoher Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Zielen, sowie wenig Fehlzeiten und viel Kontinuität.

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Arbeitszeiten

Flexible Arbeitszeiten können zu einer besseren Vereinbarung von Beruf und Familie beitragen. Mit Gleitzeiten ist schon ein Schritt getan: Die Mitarbeiter sind während einer Kernzeit (etwa 10:00 – 15:00 Uhr) anwesend, können aber darüber hinaus ihre Arbeitszeit frei einteilen. Eventuell lässt es die Arbeitsorganisation sogar zu, die Kernzeiten wegzulassen. So entsteht eine besonders wirkungsvolle Form flexibler Arbeitszeit. Der Alltag der Mitarbeiter kann dadurch flexibler strukturiert werden, die Anzahl an Stressmomenten nimmt ab. Dies kann auf lange Sicht für ausgeglichene Mitarbeiter und dadurch für bessere Arbeitsergebnisse sorgen. Außerdem: Wer motiviert arbeitet, fehlt selten!

Pausen können in ihrer Lage und Länge flexibel gehandhabt werden. Dem Mitarbeiter wird es so ermöglicht, private Aufgaben angemessen zu erledigen. Absprachen im Team sorgen für die Erreichbarkeit der Mitarbeiter.

Für eine größtmögliche Eigenverantwortung der Mitarbeiter sorgen Arbeitszeitkonten. Die Zeit, in der gearbeitet wird, ist eher nebensächlich. Hauptsache, am Ende des Monats ist das Stundenkonto voll. Am besten funktioniert dies mit Stempelkarten. Eine besondere Variante ist das Ampelmodell: Täglich werden die Differenzen zwischen der planmäßigen und der tatsächlichen Arbeitszeit addiert. Die Arbeitszeitabrechnung wird fortlaufend geführt: In der Grünphase besteht eine Übereinstimmung zwischen der planmäßigen und der tatsächlichen Arbeitszeit, die Steuerung erfolgt dabei eigenverantwortlich durch den Mitarbeiter. Die Gelbphase weist ein Minus an geleisteter Arbeit auf, ein gemeinsames Gespräch mit dem Vorgesetzten soll klären, wie das Soll aufgearbeitet werden kann. Im roten Bereich kommt es dann häufig zu einer Rückübertragung der Entscheidungsbefugnis über die Arbeitszeiten an den Vorgesetzten.

Bei der Telearbeit wird das Zuhause des Mitarbeiters für einen Teil der Arbeitszeit zum Home Office, zum Büro zuhause. Mitarbeiter können ihre Arbeit mit nachhause nehmen und dadurch privaten Verpflichtungen besser nachkommen, etwa im Krankheitsfalle eines Kindes.

Allgemein sollte versucht werden, die Bedürfnisse der Unternehmen und die der Mitarbeiter besser zu vereinbaren, gewinnbringend für beide Parteien.

Teilzeitbeschäftigung

Die am häufigsten gewählte Form der Erwerbstätigkeit ist Teilzeitbeschäftigung, wenn besonders viele Familienaufgaben zu erledigen sind. Teilzeitbeschäftigung bietet zahlreiche Möglichkeiten der Ausgestaltung, zum Beispiel mehr oder weniger Wochenstunden oder etwa die Blockteilzeit. Hierbei werden über einen längeren Zeitraum Arbeits-, beziehungsweise Freizeitphasen geplant.

Für die Unternehmen bietet die Teilzeitarbeit die Erhaltung betriebsspezifischen Humankapitals, die Arbeitnehmer profitieren durch den Zeitgewinn für private Lebens- und Interessensbereiche und die Wahrung beruflicher Kontinuität.

Eltern-Kind-Büro

Wenn die regelmäßige Betreuung der Kinder unvorhergesehen ausfällt, bietet das Eltern-Kind-Büro die Möglichkeit, mit Kind im Unternehmen arbeiten zu können. Im Vergleich zum finanziellen Aufwand für Krankheitsausfälle ist eine Investition in separate Räume mit Bürotechnik für den Arbeitnehmer und einem Wickeltisch und Spielmöglichkeiten für Kleinkinder gering.

Teamarbeit

Teamarbeit kann zu größeren Zeitspielräumen führen, wenn die Arbeitskräfte selbstständig im Team ihre Arbeitszeiten absprechen können. Auch das kurze Einspringen für eine andere Arbeitskraft und das Tauschen von Diensten ist von Vorteil. In der Regel reicht für die Umsetzung dieses Modells ein aushängender Arbeitseinsatzplan, in den die gewünschten Arbeitszeiten eingetragen werden können.

Jobsharing

Wenn sich Angestellte einen Arbeitsplatz teilen, wird auf diesem Weg eine freiere Arbeitsteilung ermöglicht, was wiederum zu mehr beruflicher und privater Flexibilität führt. Das Problem, dass Aufgaben im Unternehmen nicht ausreichend verfolgt werden können, wie dies eventuell bei der Teilzeitbeschäftigung passieren kann, wird hier vermieden. Voraussetzung ist ein funktionierendes Team, in dem alle Mitglieder über ähnliche Kompetenzen verfügen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Vermittelt über ein betriebliches Programm zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter können zum Beispiel Maßnahmen zur Stressentlastung durchgeführt werden. Sport- und Entspannungskurse am Arbeitsplatz wirken durch Krankheit entstehenden Fehlzeiten entgegen. Sie nehmen wenig Zeit in Anspruch und sind für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer gleichermaßen ein Gewinn.


Alltagstipps

Überblick

Um den Spagat zwischen Beruf und Familie zu schaffen und das tägliche Chaos sicher zu meistern, müssen Sie vor allem eines tun: Zeit gewinnen. Erst wenn Sie überflüssige Zeiträuber enttarnt haben, können Sie sie loswerden und Ihre Aufmerksamkeit den wirklich wichtigen Dingen widmen. Sie werden sehen, dass die alltägliche Hektik oftmals durch das Verstellen kleiner Schrauben erheblich reduziert werden kann und die beruhigende Wirkung auch auf andere Bereiche Ihres Lebens abfärbt. Organisation ist dabei das Wichtigste. Eine gute Organisation hat zum Zweck, uns den Kopf frei zu halten und dadurch Energie freizusetzen, mit der wir unser Leben bewusst und mit Freude steuern können. Wie Sie dieses Vorhaben alltäglich und auch auf lange Sicht hin meistern, erfahren Sie in unseren Alltagstipps.

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Den Kopf entlasten

Haben Sie immer tausend Dinge gleichzeitig im Kopf und zuhause sind die Wände voll mit Post-its, die Sie an Termine erinnern sollen? Tragen Sie die Dinge aus Ihrem Kopf und von Ihrer Wand in einen Terminkalender! Jedes „Denken an…“ kommt dort hinein! Unter der Belastung von Beruf und Familie müssen Sie Höchstleistungen erbringen. Diese lassen sich mit einem entlasteten Kopf wesentlich besser erreichen.

Zuständigkeiten verteilen

Die meisten Menschen sind nicht allein mit ihrer Verantwortung: Der andere Elternteil kann auch Verpflichtungen und Termine übernehmen. Wichtig ist dabei eine klare Abstimmung untereinander. Überlegen Sie gemeinsam, wer welche Zuständigkeiten übernimmt. Um in Teilbereichen des Familienmanagements entlastet zu werden, lassen sich vielleicht auch andere, familiäre oder externe Familienhelfer einspannen.

Lernen Sie, Aufgaben zu delegieren, und geben Sie Ihren Kindern die Chance auf lebensnotwendige Selbstständigkeit, indem Sie ihnen nicht immer alles abnehmen. Sparen Sie Ihre Energien und geben Sie Arbeit ab. Fragen Sie in Elterngruppen, ob nicht jemand anderes einmal Ihre Arbeit übernehmen kann. Sie springen dann beim nächsten Mal ein, wenn es besser passt. Den Kuchen für das Kindergartenfest kann vielleicht auch mal die Oma backen, oder Sie schlagen vor, dass die Betreuer dies zusammen mit den Kindern übernehmen.

Mit den Energien besser haushalten

Sie wollen Karriere machen und gleichzeitig beweisen, dass Sie eine Super-Mama, ein Super-Papa, sind? Laden Sie sich nicht zu viel auf. Seien Sie ein Elternteil, der auch bei kleinen Missgeschicken Ruhe bewahrt und nicht gleich versucht, alles nachträglich noch perfekt zu machen.

Außerdem: Bevor Sie schon wieder eine weitere Aufgabe übernehmen, fragen Sie sich, ob Sie dafür überhaupt die Kapazitäten haben, und wenn ja, wie viel. Schließlich wollen Sie Ihre Aufgaben gut erledigen, denn das ist nicht nur gut für Sie, sondern auch für Ihre Umwelt. Niemandem ist damit geholfen, wenn Sie aus lauter Einsatzwillen alles nur zur Hälfte erledigen können und deswegen ständig gefrustet sind, am allerwenigsten Ihnen selbst.

Pläne kommunizieren

Sprechen Sie schon morgens mit Ihren Lieben ab, welche Termine im Laufe des Tages zu erledigen sind. So gibt es keine Enttäuschungen aufgrund gegenläufiger beziehungsweise möglicherweise noch entstehender Terminwünsche.

Sagen Sie Ihrem Kind zum Beispiel, dass Sie es nach dem Mittagessen abholen, um anschließend zum Zahnarzt zu fahren. So wird es nicht enttäuscht sein, weil es sich bis dahin einen eigenen Plan gemacht hat. Auch mit den anderen Personen aus unserem Leben sollten wir unbedingt unsere Pläne kommunizieren, insofern es sie betrifft. Durch diese Beteiligung können alle mitdenken und niemand ist enttäuscht.

Ein zusätzlicher Tipp: Legen Sie Zeitfenster fest, in denen Sie an einem bestimmten Ort sein werden. Sie sind dadurch flexibler. Wenn Sie sich zudem als Ziel die früheste Zeit setzen, brauchen Sie nicht zu hetzen.

Synergien nutzen

Synergiepotenziale finden sich überall. Wenn zum Beispiel die Kinder befreundeter Familien in den gleichen Sportverein gehen wie Ihr eigenes, bieten Sie an, die anderen Kinder von zuhause abzuholen und dort hin zu fahren. So können deren Eltern zuhause bleiben und sich um andere Dinge kümmern. Sie selbst profitieren davon, dass andere Eltern Ihr Kind nach dem Sport wieder bei Ihnen zuhause abliefern.

Hilfe organisieren

Dies ist wohl die angenehmste, schnellste und einfachste Lösung. Allerdings ist es auch mit Kosten verbunden, beispielsweise eine Putzkraft oder ein Au-pair-Mädchen einzustellen. Wenn beide Elternteile beruflich stark eingebunden sind, kann es eine gute Lösung sein, jemanden einzustellen, damit man neben dem Beruf möglichst viel Zeit mit der Familie verbringen kann anstatt zu putzen.

Locker bleiben

Perfektion ist etwas für die Werbung. Bleiben Sie locker und schauen Sie zum Beispiel nicht akribisch auf jeden Fleck und jede dreckige Tasse. Im Haushalt ergibt sich eine gesunde Mischung für Gelassenheit durch ein Drittel gute Organisation, ein Drittel Selbstdisziplin und ein Drittel Drüberhinwegsehen. Machen Sie sich nicht verrückt!

Entspannen Sie sich

Planen Sie Eigenzeit ein und tragen Sie sie in den Kalender ein. Zu diesen Terminen sind Sie mit sich selbst verabredet und gehen zum Sport oder treffen sich mit Freunden.

Lernen Sie auch, für die Kinder „langweilig“ zu sein: Für Ihre Kinder haben Sie immer tolle Ideen. Wenn sie erwarten, dass Sie mit ihnen spielen, dann sagen Sie auch einfach mal, dass Ihnen im Moment nichts Tolles einfällt und Sie in Ruhe 10 Minuten sitzen und etwas lesen möchten.

Setzen Sie darüber hinaus Prioritäten: Am Sonntag müssen Sie etwas für die Arbeit vorbereiten, gleichzeitig wollen aber die Kinder schwimmen gehen und die Oma zum Kaffee vorbei kommen? Überlegen Sie, was wirklich wichtig ist, anstatt allen gerecht zu werden. Tun Sie nur das, was Sie auch in Ruhe erledigen können!

Vielleicht bringen Ihnen auch die folgenden Tipps etwas Entspannung im Alltag:

  • Yoga kann schnell für ein positives Körpergefühl sorgen.

  • Öfter mal wieder schwimmen gehen.

  • Fahren Sie ab und zu mit dem Fahrrad zur Arbeit. Sie können eine Weile Ihren Gedanken nachhängen und sich so einen freien Kopf verschaffen.

  • Trinken Sie den Kaffee morgens gemütlich im Bett.

  • Kurz-Verwöhnprogramm: Sie müssen ja nicht gleich einen Tag in der Wellness-Oase verbringen. Lassen Sie sich in der Mittagspause eine Massage verpassen!

Zeitinseln schaffen

Versuchen Sie, Zeiträume festzulegen, die Sie ausschließlich im familiären Kreis verbringen. Dies kann zum Beispiel das gemeinsame Abendessen sein. Legen Sie dafür mindestens 45 Minuten fest und tragen Sie die abgemachten Termine in einen gemeinsamen Familienkalender ein. Dreimal pro Woche ist schon ein guter Anfang. Essen hält Leib und Familie zusammen!

10 Minuten gewinnen

Häufig hält der Stress den ganzen Tag an. Und genauso häufig sind daran die verflixten 10 Minuten am Morgen schuld, die man zu spät aufgestanden oder zu spät von der Arbeit zum Kindergarten aufgebrochen ist. Dies hat dann zur Folge, dass man hetzen muss und sich das Zuspätkommen auf andere Termine auswirkt. Machen Sie sich deshalb klar, dass es für einen weniger stressigen Tag von größter Bedeutung ist, alle Termine rechtzeitig anzugehen. Nur 10 Minuten früher, und der Tag sieht anders aus!


Weitere hilfreiche Informationen

Überblick

Durch eine bessere Organisation Ihres Alltags, indem Sie also zum Beispiel vermehrt Ihre Pläne kommunizieren, Synergien nutzen, Hilfe in Anspruch nehmen und Zeitinseln einrichten, gelangen Sie mit Sicherheit zu einem Mehr an Gelassenheit im Alltag. Sport und Lockerungsübungen können dazu beitragen. Wenn Sie allerdings das Gefühl haben, dass Sie keinen Weg mehr aus dem Chaos finden, ist eine Arztkonsultation sinnvoll. Auch eine Kur kann ratsam sein.

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Wiederherstellung Ihres Wohlbefindens

Zwischen Beruf, Familie und Haushalt bleibt häufig nicht die Zeit, sich um die eigenen gesundheitlichen Probleme zu kümmern. Wichtige Leistungen der Krankenkassen sind deshalb stationäre Maßnahmen zur medizinischen Vorsorge und Rehabilitation, die helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Eine Kur hat die Wiederherstellung der Balance von Körper und Seele als Ziel. In mehrwöchigen Aufenthalten werden körperliche Erkrankungen und psychische Beschwerden medizinisch, physiotherapeutisch und psychosozial behandelt. Darüber hinaus erhält man als Teilnehmer an einer Kur vermittelt über das gemeinsame Ergründen der Zusammenhänge der Überlastung konkrete Hinweise zur Bewältigung des Alltags. Auch Nachsorgeangebote am Wohnort werden idealerweise für Sie in der Kurklinik recherchiert.

Kuren werden meistens stationär durchgeführt, um den notwendigen Abstand vom häuslichen Umfeld zu gewährleisten. Sie sollen schließlich abschalten und Zeit für sich selbst haben und nicht laufend an die Familie denken. Es ist übrigens möglich, eine Kur zusammen mit Ihrem Nachwuchs durchzuführen.

Ansprechpartner für eine Kur sind die Hausärzte, bei Frauen auch die Frauenärzte. Nachdem geprüft wurde, ob Sie eine Vorsorge- oder eine Rehabilitationsmaßnahme benötigen, wird über den jeweiligen Arzt die Kur bei Ihrer Krankenversicherung beantragt.


Hertie-Stiftung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Väter - Die Website für den Mann mit Kind

Verein für Elternteile und Familien im Wandel

Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend

Zuletzt bearbeitet: 10.10.2022

Autor: Julia Edler

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