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Gesund Leben: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

auch bekannt als: COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease)

Die chronisch verengende Atemwegs-Erkrankung (englisch: chronic obstructive pulmonal disease), kurz COPD, ist eine meist durch Zigarettenrauchen bedingte chronische Schädigung der Atemwege und der Lunge. Sie geht mit Atemnot und zunehmender Einschränkung von körperlicher Belastbarkeit und Lebensqualität einher. Weltweit ist COPD derzeit die häufigste Erkrankung der Atmungsorgane und die vierthäufigste Todesursache – mit steigender Tendenz.


Entstehung der Krankheit

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Übersicht

Durch eingeatmete Schadstoffe wird an der Schleimhaut, mit der die Atemwege ausgekleidet sind, eine chronische Entzündung hervorgerufen. Häufigste Ursache ist Zigarettenkonsum. Die Entzündung führt zu Schleimhaut-Schwellung und vermehrter Schleimbildung. Es kommt zu Husten und Auswurf.

Mit Fortschreiten der Erkrankung wird die Schleimhaut zunehmend geschädigt. Dadurch kann sie ihre Schutzfunktion gegen Krankheitserreger und ihre Reinigungsfunktion nur noch eingeschränkt erfüllen. Die Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit für akute Atemwegs-Infektionen. In späteren Erkrankungsstadien kommt es in der Lunge zusätzlich zu Umbauvorgängen, bei denen Lungengerüst und Lungenbläschen (Alveolen) zunehmend zerstört werden. Dadurch nimmt die Lungen-Oberfläche ab, über die der Sauerstoff in den Körper aufgenommen wird. Auch die Atemwege (Bronchien und Bronchiolen) sind von diesen Umbauvorgängen betroffen. Es entstehen Engstellen (Stenosen) und die Atemwege verlieren an Stabilität und kollabieren beim Atmen. Der Luftstrom wird behindert. Das führt zu Atemnot.

Etwa 90 % der Patienten mit COPD haben geraucht. 20 - 30 % aller Raucher erkranken irgendwann im Leben an COPD. Die übrigen 10 % der Betroffenen erkranken, obwohl sie nicht geraucht haben. Entweder sind dann andere Schadstoffe an der Entstehung beteiligt, oder die Betroffenen sind ehemalige Frühgeburten und haben daher eine angeborene Lungenschwäche, die sich später im Leben als COPD manifestieren kann.

Aufbau von Lunge und Atemwegen

Durch die Atemwege gelangt die Luft in die Lunge. Zu den Atemwegen gehören Nasenhaupt- und Nasenneben-Höhlen, Rachen, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und Bronchiolen. Als Bronchien und Bronchiolen bezeichnet man die Verzweigungen der Atemwege unterhalb der Luftröhre.

Die Bronchien sind innen mit einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet, deren innerste Zellschicht feine Härchen trägt. Die Wand der Bronchien enthält Drüsenzellen, die Schleim produzieren, und Muskelzellen. Eine weitere Muskelschicht umgibt die Bronchien von außen. Die kleinsten Bronchien bezeichnet man als Bronchiolen.

Die Lunge stellt das eigentliche Atmungsorgan dar. Sie ist aus vielen winzig kleinen Bläschen mit sehr dünnen Wänden aufgebaut. Auf diesen, Alveolen genannten, Lungenbläschen liegt ein Netz feinster Blutgefäße.

Hier gelangt der eingeatmete Sauerstoff durch die Wände der Lungenbläschen und der auf ihnen liegenden Blutgefäße direkt ins Blut. In umgekehrter Richtung wird Kohlendioxid an die Luft abgegeben.

Reinigungsfunktion der gesunden Lunge

Die Oberfläche der Atemwege ist mit einer Zellschicht ausgekleidet, die an ihrer Oberfläche viele feine bewegliche Härchen (Flimmerhärchen) besitzt.

Diese sind von einem dünnen Schleimfilm bedeckt, an dem eingeatmete Stoffe wie Staub, Pollen, Viren, Bakterien und andere haften bleiben. Durch synchrone Bewegungen transportieren die Flimmerhärchen den Schleimfilm mit allem was daran haftet Richtung Mund. Dadurch werden die Atemwege sauber gehalten.

Die normale Atmung

Durch Anspannung der Atemmuskulatur (Zwerchfell, Zwischenrippen-Muskulatur) wird der Brustkorb erweitert. Durch den entstehenden Unterdruck strömt Luft in die Lunge. Erschlafft die Atemmuskulatur, strömt die Luft von alleine wieder aus. Man unterscheidet die Bauchatmung von der Brustatmung:

  • Das Zwerchfell ist der wichtigste Atem-Muskel. Es befindet sich unter der Lunge und besteht im entspannten Zustand (Ausatmung) aus zwei nach oben gewölbten Kuppeln. Bei Anspannung (Einatmung) wird es flach und tritt tiefer. Dabei werden die Bauch-Organe verdrängt und die Bauchdecke wölbt sich nach außen. Man spricht deshalb von Bauchatmung.
  • Wird die Muskulatur zwischen den Rippen (Zwischenrippen-Muskulatur) angespannt, heben sich die Rippen nach vorne, seitlich und oben. Wegen des sich sichtbar hebenden Brustkorbes spricht man von Brustatmung.

Bedeutung der Atmung

Die Atmung dient der Aufnahme von Sauerstoff in den Körper und der Abgabe von Kohlendioxid. Ein Mangel an Sauerstoff, aber auch ein Überschuss an Kohlendioxid, ruft Atemnot hervor.

Sauerstoff (O2) benötigt der Körper zur Energie-Gewinnung. Jedes Organ und jede einzelne Zelle des Körpers ist auf ständige Sauerstoff-Zufuhr angewiesen, um zu funktionieren. Die einzelnen Organe sind jedoch unterschiedlich empfindlich gegenüber Sauerstoff-Mangel. Am empfindlichsten reagiert das Gehirn. Es kann im Normalfall nur wenige Minuten ohne Sauerstoff überleben. Längere Überlebenszeiten kommen beispielsweise bei Unterkühlung vor, da dann weniger Sauerstoff benötigt wird.

Kohlendioxid (CO2) entsteht als Abfallprodukt beim Verbrauch („Verbrennen“) von Sauerstoff im Körper. Es wird über die Lunge an die Luft abgegeben

Wichtige Lungenfunktionswerte

Wie der Name schon sagt dienen Lungenfunktionswerte der Abschätzung der Funktionsfähigkeit der Lunge. Zwei Werte sind besonders wichtig:

  • Die Einsekunden-Kapazität (FEV 1) ist das Luft-Volumen, das nach tiefstmöglicher Einatmung in einer Sekunde maximal ausgeatmet werden kann.
  • Die Vitalkapazität ist das Luftvolumen, das maximal ein- und ausgeatmet werden kann.

Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung einer COPD

Zigarettenrauch, egal ob durch Aktiv- oder durch Passivrauchen, ist die mit Abstand häufigste Ursache der COPD. 90 % der COPD-Patienten sind oder waren aktive Raucher. Unter den übrigen 10 % finden sich viele Passivraucher. Genaue Zahlen liegen hierzu bisher nicht vor.

Zahlreiche Stoffe im Zigarettenrauch schädigen die Atemwegs-Schleimhaut und zerstören die Flimmer-Härchen. Darüber hinaus lähmt jede gerauchte Zigarette die Reinigungsfunktion der Lunge für mehrere Stunden. Dadurch können Schadstoffe länger auf die Schleimhaut einwirken.

In Einzelfällen kann eine COPD durch berufsbedingten Kontakt mit Staub oder anderen Schadstoffen ausgelöst werden.

Auch Luftverschmutzung, bronchiale Hyperreagibilität (angeborene Veranlagung, bei der die Atemwege auf unspezifische Reize mit Verengung reagieren) und häufige Atemwegsinfekte können zur Entwicklung einer COPD beitragen.

Selten liegt der Schädigung eine angeborene Erkrankung (zum Beispiel Alpha1-Antitrypsin-Mangel – ein Enzym-Mangel, bei dem sich die Lunge selbst verdaut) zugrunde.

Entstehung der COPD

Eine Atemwegsinfektion mit Husten und Auswurf, die nach kurzer Zeit vollständig ausheilt, kennen die meisten Menschen. Äußere schädigende Faktoren (Rauchen) oder eine erbliche Veranlagung können bewirken, dass eine solche akute Bronchitis in immer kürzeren Abständen auftritt oder länger andauert.

Bestehen Husten und Auswurf in zwei aufeinander folgenden Jahren mindestens über jeweils drei Monate, spricht man von einer chronischen Bronchitis. Dabei kann die Stärke der Symptome stark variieren. Betroffene fühlen sich auch nicht unbedingt krank („normaler Raucherhusten“) und suchen daher oft erst in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien einen Arzt auf.

Mit der Zeit führt die dauerhafte Reizung der Atemwege durch die Entzündung zu einer Verkrampfung der Atemwegs-Muskulatur. Dadurch kommt es zu einer Verengung der Atemwege mit Atemnot. Man spricht von einer obstruktiven - also verengenden - Atemwegserkrankung.

Außerdem wird mehr und zunehmend zäherer Schleim produziert, der schwer abzuhusten ist, was die Atemnot weiter verstärkt.

Schweregrade der COPD

Hauptmerkmal einer COPD ist eine dauerhafte Verengung der Atemwege, die auch bei optimaler Therapie nicht vollständig verschwindet.

Die Einteilung der COPD in verschiedene Schweregrade orientiert sich an der Verschlechterung von Lungenfunktions-Werten (Einsekunden-Kapazität und Vitalkapazität), die eine Aussage über das Ausmaß dieser Verengung der Atemwege zulassen. Um den nicht mehr rückbildungsfähigen Anteil der Verengung der Atemwege zu ermitteln, können diese Werte zusätzlich nach medikamentöser Erweiterung der Atemwege gemessen werden.

Die Einteilung in vier verschiedene COPD-Schweregrade erfolgt nach der sogenannten GOLD-Klassifikation:

  • Im ersten Stadium bemerken Patienten meist noch keine Atemnot.
  • Mit zunehmender Schädigung der Lunge kann nicht mehr ausreichend Sauerstoff in den Körper aufgenommen werden. Dieser Zustand wird als respiratorische Partialinsuffizienz bezeichnet.
  • Schreitet die Schädigung der Lunge noch weiter fort, kann irgendwann auch das produzierte Kohlendioxid nicht mehr ausreichend abgeatmet werden. Man spricht dann von einer respiratorischen Globalinsuffizienz.
  • Eine schwere Komplikation der COPD ist das Lungen-Emphysem.

Was ist ein Lungen-Emphysem?

Ein Lungen-Emphysem ist eine Überblähung der Lunge. Mit zunehmenden Fortschreiten der Erkrankung – vor allem wenn weiter geraucht wird und/oder die Erkrankung nicht ausreichend behandelt wird – kommt es zu einer nicht mehr rückgängig zu machenden Zerstörung der Lungengerüst-Struktur sowie der Lungenbläschen (Alveolen).

Statt aus vielen kleinen Lungenbläschen bestehen immer größere Lungenbereiche nur noch aus wenigen großen Blasen. Die Lungen-Oberfläche, über die Sauerstoff in den Körper aufgenommen (und Kohlendioxid abgegeben) werden kann, nimmt ab.

Eine weitere Folge dieser Zerstörung des Lungengerüsts ist, dass die Atemwege ihre stabile Röhrenstruktur verlieren und bei der Ausatmung kollabieren. Das führt zu einer nur unvollständigen Ausatmung. Die dadurch in der Lunge verbleibende Luft bewirkt eine Überblähung der Lunge, was man in der Fachsprache als Lungenemphysem bezeichnet. Durch die in der Lunge verbliebene sauerstoffarme Luft ist kaum Platz für frische sauerstoffreiche Luft.


Symptome

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Übersicht

Die drei Haupt-Symptome der COPD sind:

  • Husten
  • Auswurf
  • Atemnot

Im Anfangsstadium der COPD sind Husten und Auswurf in der Regel die vorherrschenden Symptome. Der Auswurf kann aber in Einzelfällen auch nur sehr gering sein oder ganz fehlen. Weitere mögliche COPD-Symptome sind:

  • Müdigkeit
  • Abnahme der Belastbarkeit (körperlich und geistig)
  • pfeifendes Atemgeräusch
  • Brummen
  • feuchte Atemgeräusche
  • erhöhte Anfälligkeit für akute Atemwegsinfektionen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsabnahme

Husten und Auswurf

Man unterscheidet zwei Arten von Husten, den produktiven Husten (mit vermehrter Schleim-Bildung) und den unproduktiven Husten (ohne Schleim). Letzterer wird auch als Reizhusten bezeichnet. Der produktive Husten ist sinnvoll, um den im Übermaß gebildeten Schleim aus den Atemwegen zu entfernen. Unproduktiver Husten entsteht durch jede Reizung der Atemwegs-Schleimhaut - unabhängig von deren Ursache – sowie durch Belastungen des Kehlkopfes (zum Beispiel Kropf) und Nebenwirkungen von Medikamenten (zum Beispiel ACE-Hemmer). Der Arzt klärt jeweils ab, ob es sich um produktiven oder unproduktiven Husten handelt.

Da Husten selbst auch wieder die Atemwegs-Schleimhaut reizt, kommt es zu einer gegenseitigen Verstärkung von Schleimhaut-Reizung und Husten. Der Auswurf ist oft zäh und wird vor allem morgens abgehustet. Farbe und Konsistenz (flüssig oder zäh) können variieren und auf eine zusätzliche akute Atemwegsinfektion oder weitere Erkrankungen hinweisen.

Atemnot

Atemnot ist das Symptom der COPD, welches die Lebensqualität am meisten beeinträchtigt. COPD-Patienten haben meist das Gefühl, nicht ausreichend Luft einatmen zu können. Oft wird auch ein beengtes Gefühl in der Brust beschrieben, das eine Abgrenzung zu Herzerkrankungen notwendig machen kann.

Im Anfangsstadium der COPD ist die Verengung der Atemwege in der Regel so gering ausgeprägt, dass Patienten noch keine Atemnot empfinden. Im weiteren Krankheitsverlauf tritt Atemnot zunächst nur auf, wenn zusätzliche Faktoren hinzukommen. Das sind meist akute Atemwegsinfektionen, starke körperliche oder seelische Belastungen oder starke Luftverschmutzung (zum Beispiel Sanierungs-Arbeiten am Wohnhaus mit starker Staub-Belastung). In weit fortgeschrittenen Erkrankungs-Stadien kann Atemnot schon in Ruhe bestehen. Obwohl Atemnot bei COPD typischerweise dauerhaft, immer bei der gleichen Belastungs-Intensität, vorhanden ist, kann es auch zu plötzlicher heftiger Atemnot – ähnlich wie bei Asthma bronchiale - kommen.

Folgende Ursachen können für die Atemnot verantwortlich sein:

  • Schleimhaut-Schwellung: Die chronische Entzündung der Atemwegs-Schleimhaut führt zu einer Schwellung. Durch diese nimmt der Innen-Durchmesser der Atemwege ab. Der Luftstrom wird behindert.
  • Zäher Schleim: Durch vermehrte Produktion von zähem Schleim werden die Atemwege verlegt und der Luftstrom behindert.
  • Verkrampfung der Atemwegsmuskulatur: Die Atemwege verengen sich durch Verkrampfung der Muskulatur der Bronchien. Der Luftstrom wird behindert.
  • Verengungen (Stenosen): Durch Umbauvorgänge entstehen vor allem im Bereich der kleinsten Atemwege (Bronchiolen) Engstellen (Stenosen). Der Luftstrom wird dauerhaft behindert.
  • Verringerte Austauschfläche: Durch Zerstörung von Lungenbläschen wird die Lungen-Oberfläche, über die Sauerstoff aufgenommen und Kohlendioxid abgegeben werden kann, kleiner.
  • Instabile Atemwege: Durch Umbauvorgänge instabil gewordene Atemwege kollabieren bei der Ausatmung. Das beeinträchtigt den Austausch von verbrauchter (sauerstoffarmer und kohlendioxidreicher) Luft gegen frische (sauerstoffreiche und kohlendioxidarme) Luft.

Alle diese Faktoren führen im Körper zu Sauerstoff-Mangel und in sehr fortgeschrittenen Erkrankungsstadien auch zu einem Überschuss an Kohlendioxid. Beides führt zu Atemnot.

Folgen von Sauerstoffmangel und Kohlendioxid-Überschuss

  • Atemnot
  • Leistungsminderung (körperlich und geistig)
  • Müdigkeit
  • CO2-Narkose: Kohlendioxid (CO2)-Überschuss führt zu plötzlichem Einschlafen tagsüber
  • Appetitlosigkeit
  • blaue Lippen; fahle, „ungesunde“ Gesichtsfarbe

Erhöhte Infektanfälligkeit

Die Atemwegs-Schleimhaut hat eine wichtige Funktion in der Abwehr von Krankheitserregern, weil:

  • sie eine mechanische Barriere gegen Krankheitserreger darstellt
  • mit Hilfe der Flimmerhärchen Krankheitserreger aus den Atemwegen entfernt werden können
  • Krankheitserreger direkt auf der Schleimhaut durch Immunzellen und spezielle Antikörper bekämpft werden können

Die Schädigung der Schleimhaut bei COPD beeinträchtigt alle diese Funktionen. Außerdem stellt der vermehrt produzierte und durch seine zähe Konsistenz schwer abzuhustende Schleim einen guten Nährboden für Bakterien dar. In der Folge kommt es bei COPD immer wieder zu akuten Verschlechterungen, den sogenannten Exazerbationen.

Atemgeräusche

Durch das Kollabieren der durch Umbauvorgänge instabil gewordenen Atemwege bei der Ausatmung und Schleimbeimengungen kann es zu einem pfeifenden Atemgeräusch kommen. Weitere mögliche Atemgeräusche sind Brummen und feuchte Atemgeräusche, die teilweise auch ohne Stethoskop hörbar sind.

Gewichtsabnahme

In weit fortgeschrittenen Erkrankungs-Stadien, wenn eine ausreichende Sauerstoff-Aufnahme kaum noch oder nicht mehr gewährleistet ist, muss sehr viel Energie für die Atmung aufgewendet werden. Zusätzlich führen auch manche der bei COPD eingesetzten Medikamente zu einem leicht erhöhten Energieumsatz des Körpers.

Gleichzeitig essen die betroffenen Patienten oft weniger als zuvor. Gründe hierfür können sein:

  • Müdigkeit (durch Sauerstoffmangel und/oder Kohlendioxid-Überschuss)
  • Atemnot nach dem Essen (der gefüllte Magen behindert das Tiefertreten des Zwerchfells bei der Einatmung)
  • depressive Verstimmung (durch eingeschränkte Belastbarkeit und die in der Folge häufige soziale Isolation mit stark eingeschränkter Lebensqualität)
  • Appetitlosigkeit (durch Atemnot nach dem Essen, Müdigkeit oder depressive Verstimmung)

Durch Zusammenwirken dieser Faktoren kann es zu einer Gewichtsabnahme kommen, die durch Abnahme der Muskelmasse zu einer weiteren Verschlechterung der Gesamtsituation führt. Es steht weniger Kraft für die Atmung zur Verfügung. Die allgemeine Belastbarkeit nimmt weiter ab.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen

Vor allem bei Anzeichen für Sauerstoffmangel sollte umgehend ein Arzt verständigt werden. Dazu gehören:

  • Atemnot
  • Leistungsminderung (körperlich und geistig)
  • Müdigkeit
  • plötzliches Einschlafen tagsüber
  • Appetitlosigkeit
  • blaue Lippen; fahle, „ungesunde“ Gesichtsfarbe

Weitere Situationen, die zur Konsultation eines Arztes führen sollten, sind:

  • Brustschmerzen
  • erste Anzeichen für einen Atemwegs-Infekt
  • Exazerbationen der COPD (plötzliche Verschlechterung der Erkrankung)
  • Auffälligkeiten im Auswurf, wie rotbraune (Hinweis für Blutung), gelbe beziehungsweise grüne (Hinweis für bakterielle Infektion) Verfärbungen, übler oder süßlicher Geruch
  • Medikamentenunverträglichkeiten oder Probleme bei der Handhabung der Medikamente

Komplikationen

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Übersicht

Manche Komplikationen bei COPD treten akut, also plötzlich auf, andere entstehen langsam. Die häufigsten akut auftretenden Komplikationen der COPD sind akute Verschlechterungen der COPD-Symptome (Exazerbationen) und Atemnot-Anfälle.

Beide können unterschiedliche Ursachen haben. Teilweise sind sie mit Hilfe konsequenter Selbstkontrolle der COPD durch die Betroffenen und bei entsprechend frühzeitiger Reaktion auf sich anbahnende Verschlechterungen vermeidbar.

Mit zunehmender Dauer der Erkrankung können auch Umbauvorgänge in der Lunge und die längerfristige Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff zu Komplikationen führen. Typische Komplikationen infolge von Umbauvorgängen sind:

  • eine Lungenherz-Schwäche (Cor pulmonale),
  • Herz-Rhythmus-Störungen und
  • eine Ansammlung von Luft im Brustkorb außerhalb der Lunge (Pneumothorax).

Schädigungen durch chronischen Sauerstoff-Mangel können außerdem alle Organe betreffen und deren Funktion beeinträchtigen.

Akute Verschlechterung (Exazerbation)

Patienten, die unter COPD leiden, sind anfälliger gegenüber akuten Atemwegs-Infekten als andere Menschen. In der Regel halten diese Erkrankungen bei COPD-Patienten auch länger an als bei Lungengesunden. Eine banale Erkältung in Form eines grippalen Infektes ist dann nicht wie erwartet nach etwa einer Woche ausgestanden, sondern zieht sich oft über viele Wochen hin. Häufig rechnen Patienten aber mit einem kurzfristigen Ausheilen. Sie behandeln dann die Symptome ihrer Erkältung über längere Zeit selbst und suchen erst nach mehreren Wochen den Hausarzt auf, wenn eine Besserung ausbleibt oder es gar zur Verschlechterung des Zustands kommt. Das ist falsch! Da bei COPD-Patienten ein an sich harmloser Atemwegs-Infekt auf eine vorgeschädigte Lunge trifft, ist es in solchen Fällen wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.

Atemwegsinfekte werden meist zunächst durch Viren ausgelöst. Bakterielle Atemwegs-Infekte treten bei COPD-Patienten deutlich häufiger auf, als bei Lungengesunden. Setzt die notwendige fachgerechte Behandlung verzögert ein, steigt die Wahrscheinlichkeit einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, auch bei zunächst viralen Infekten. Dadurch wird der Einsatz von Antibiotika notwendig. Durch rechtzeitige angemessene Behandlung wird der Krankheitsverlauf abgekürzt und es sind weniger Medikamente erforderlich.

Im Rahmen von Exazerbationen kommt es in der Regel zu einer Zunahme der Atemnot. Dies kann bis zu bedrohlichen Atemnot-Anfällen gehen, die einen Notarzt-Einsatz erforderlich machen. Auch das kann durch eine frühzeitige konsequente Therapie in vielen Fällen vermieden werden.

Lungenherz-Schwäche (Cor pulmonale)

Umbauvorgänge in der Lunge führen zur Zerstörung von Lungenbläschen und den darauf liegenden feinen Blutgefäßen. Das führt zu einer verringerten Sauerstoff-Aufnahme. In der Folge kann es zu einer Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff kommen. Dies passiert insbesondere bei gleichzeitig bestehender Verengung der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen (koronare Herzkrankheit).

Als Folge der Zerstörung vieler der in der Lunge parallel verlaufenden Blutgefäße muss das Herz die gleiche Menge Blut durch weniger Blutgefäße pumpen. Dadurch steigt der Druck in den noch verbliebenen Blutgefäßen. Das Herz pumpt gegen einen erhöhten Widerstand an. Dies führt langfristig zu einer Überlastung des Herzmuskels, dessen Leistungsfähigkeit dadurch abnimmt. Man spricht von Herzschwäche oder Herzinsuffizienz.

Herz-Rhythmus-Störungen

COPD kann zu Herz-Rhythmus-Störungen (Arrhythmien) führen. Eine Herz-Rhythmus-Störung ist eine Abweichung von der normalen rhythmischen Herzschlagfolge, die durch fehlerhafte Vorgänge bei der Bildung und/oder Leitung der Erregung im Herzmuskel ausgelöst wird.

Ansammlung von Luft im Brustkorb außerhalb der Lunge (Pneumothorax)

Ein Pneumothorax erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung. Im Rahmen einer Überblähung der Lunge (Emphysem) kann es vorkommen, dass die entstandenen großen Lungenblasen spontan oder durch mechanische Einwirkungen platzen. Dadurch fällt der betroffene Lungenflügel in sich zusammen. Für die Sauerstoff-Aufnahme steht dann nur noch die halbe Lunge zur Verfügung. Das führt zu plötzlich auftretender sehr starker Atemnot. Im schlimmsten Fall können sogar beide Lungenflügel zusammenfallen.


Diagnose

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Übersicht

Um die Diagnose COPD zu stellen, stehen folgende Mittel zur Verfügung:

  • Anamnese
  • Inspektion
  • körperliche Untersuchung
  • Lungenfunktions-Prüfung
  • Blutgas-Analyse
  • Pulsoxymetrie (Messung des Sauerstoffgehalts im Blut)
  • weitere Untersuchungs-Methoden wie Röntgen, Bestimmung der Diffusions-Kapazität, Belastungstests, Instrumente zur Prognose der Sterblichkeit wie 6-MWD und BODE-Index, Computertomographie (CT) und Elektro-Kardiogramm (EKG)

Anamnese

Unter Anamnese versteht man die Befragung des Patienten über seine aktuellen Beschwerden und seine Vorgeschichte. Zur Diagnosestellung benötigt der Arzt im Wesentlichen folgende Informationen:

  • Symptome des Patienten
  • aktuelle und frühere Rauch-Gewohnheiten
  • Belastung durch Passivrauchen
  • Schadstoff- oder Staub-Belastung am Arbeitsplatz
  • Häufigkeit von Atemwegs-Infekten
  • Gewichtsverlust
  • sonstige bekannte Erkrankungen des Patienten
  • Erkrankungen von Familienangehörigen (Lungenerkrankungen, Allergieneigung)

Diese Auskünfte helfen auch bei der Abgrenzung der COPD von anderen Krankheiten.

Inspektion

Bei der Inspektion wird durch reine Betrachtung nach körperlichen Auffälligkeiten gesucht. Bei der COPD wird der Arzt besondere Aufmerksamkeit auf Haut, Brustkorb und Fingerkuppen richten.

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung des Patienten achtet der Arzt besonders auf die Ein- und Ausatmung, deren Länge und dabei möglicherweise auftretende Geräusche. Die Lunge wird mit Hilfe eines Stethoskops (Auskultation) und durch Abklopfen mit den Händen des Arztes (Perkussion) untersucht.

Darüber hinaus wird überprüft, ob ein verstärkter oder abgeschwächter Stimmfremitus vorliegt. Dabei legt der Arzt die flachen Hände auf den Brustkorb und lässt den Patienten ein dumpfes Geräusch machen (zum Beispiel neunundneunzig sprechen). Die Aussprache führt im Normalfall zu einer leichten Vibration des Brustkorbs.

Ein verstärkter Stimmfremitus tritt bei verdichtetem Lungengewebe auf. Dies ist beispielsweise bei einer Lungenentzündung der Fall. Abgeschwächt ist der Stimmfremitus beim Kollabieren eines kleinen Teils der Lunge (Atelektase) oder bei einer Verdickung des Brustfells, das die Lunge wie eine Hülle umgibt (Pleuraschwarte). Stark abgeschwächt oder aufgehoben ist er bei einem Erguss in der Brusthöhle (Pleuraerguss) oder bei einem vollständigen Lungenkollaps (Pneumothorax). Wichtig sind außerdem Hinweise auf einen Sauerstoff-Mangel (wie die Farbe von Haut und Lippen), Wasser-Einlagerungen in den Beinen (können auf eine Herzschwäche hinweisen), Anzeichen für eine Halsvenen-Stauung und der Ernährungszustand des Patienten.

Lungenfunktions-Prüfung

Die Prüfung der Lungenfunktion erfolgt üblicherweise entweder mit Hilfe der Spirometrie oder der Ganzkörper-Plethysmographie und der durch den Patienten selbst durchgeführten Peak-Flow-Messung. Bei beiden Untersuchungen atmet der Patient nach Anweisung auf verschiedene Weisen (normal, so tief wie möglich, so schnell wie möglich) in ein Mundstück, das an ein Messgerät angeschlossen ist. Um festzustellen, ob eine nachgewiesene Verengung der Atemwege dauerhaft besteht oder rückbildungsfähig ist, erhält der Patient ein atemwegs-erweiterndes Medikament zur Inhalation. Danach wird die Lungenfunktions-Prüfung erneut durchgeführt.

Die Spirometrie wird meist vom Hausarzt eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Lungenkrankheit besteht. Mit den hier erhobenen Werten können Aussagen über die bei der Atmung bewegten Luftvolumina, den Rückgang der Verengung und über die Weite der Atemwege gemacht werden.

Bei der Ganzkörper-Plethysmographie sitzt der Patient in einer Kabine, dem Ganzkörper-Plethysmographen. Die Untersuchung wird üblicherweise in Lungenfacharzt-Praxen oder im Krankenhaus durchgeführt. Neben den auch mit der Spirometrie messbaren Lungenfunktions-Werten können mit der Ganzkörper-Plethysmographie weitere Werte bestimmt werden. Dazu gehört das Luftvolumen, das nach kompletter Ausatmung in der Lunge verbleibt. Dies lässt Aussagen über eine eventuell vorhandene Lungenüberblähung (Emphysem) zu. Außerdem misst die Bodyplethysmographie unter anderem den Atemwegswiderstand.

Blutgas-Analyse

Für die Blutgas-Analyse wird dem Patienten eine geringe Menge Blut – meist aus dem Ohrläppchen – abgenommen. Vor der Blutentnahme wird das Ohrläppchen mit einer durchblutungssteigernden Salbe eingerieben. Im entnommenen Blut wird der Gehalt an Sauerstoff und Kohlendioxid gemessen – genauer gesagt handelt es sich bei den bestimmten Werten um den Gasdruck, den Sauerstoff und Kohlendioxid jeweils im Blut haben (Partialdruck).

Pulsoxymetrie

Zur einfachen Bestimmung des Sauerstoffgehalts im Blut kann ein Pulsoxymeter angewendet werden. Ein Klipp am Finger misst hier lichtreflexionsphotometrisch schnell und schmerzfrei.

Röntgenaufnamen

Bei Verdacht auf eine COPD können Röntgen-Aufnahmen zur weiteren Abklärung gemacht werden (in der Regel von vorne und von der Seite). Diese helfen bei der Abgrenzung zu anderen Erkrankungen. Außerdem dienen sie der Erkennung von Emphysem-Blasen sowie von Veränderungen der Herzsilhouette bei Cor pulmonale.

Bestimmung der Diffusionskapazität

Bei dieser Untersuchung wird gemessen, ob die Größe der Austauschfläche für Sauerstoff und Kohlendioxid in der Lunge normal oder verringert ist. Außerdem kann festgestellt werden, ob der Austausch über die vorhandene Fläche normal oder nur noch eingeschränkt funktioniert.

Für diese Messung wird meist eine Methode verwendet, für die nur ein einziger Atemzug notwendig ist. Deshalb wird die Untersuchung oft auch Single Breath (englisch: einzelner Atemzug) genannt.

Zur Messung der Diffusionskapazität atmet der Patient eine Testluft ein, der eine bestimmte (gesundheitlich unbedenkliche) Menge von Kohlenmonoxid (CO) beigemischt wurde. Nach dem Einatmen enthält diese Testluft weniger Kohlenmonoxid als vorher. Da Kohlenmonoxid - genau wie Sauerstoff auch - aus der Lunge ins Blut übertritt, kann man so von der Kohlenmonoxid–Aufnahme auf die Sauerstoff-Aufnahme schließen. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und die Ergebnisse stehen unmittelbar nach der Messung zur Verfügung.

Beim gesunden Erwachsenen in Ruhe beträgt die Diffusionskapazität für Sauerstoff 15 – 20 ml/mmHg pro Minute und für Kohlendioxid 150 – 250 ml/mmHg pro Minute.

Belastungstests

Gelegentlich werden Lungenfunktions-Untersuchungen auch unter Belastung durchgeführt. Der Patient sitzt dazu zum Beispiel auf einem Fahrrad-Ergometer. Das ist dann sinnvoll, wenn Beschwerden im Alltag nur unter Belastung auftreten und trotz unauffälliger Lungenfunktions-Untersuchungen weiter der Verdacht auf eine Lungenerkrankung wie COPD besteht.

6-MWD

6-MWD steht für „six minutes walking distance“ (englisch für sechs Minuten Gehabstand). Es ist der Name für einen Test, bei dem geprüft wird, wie weit ein COPD-Patient innerhalb von sechs Minuten zu Fuß gehen kann. Das Ergebnis hilft bei der Beurteilung der Belastbarkeit von Betroffenen und erlaubt eine Aussage über die 5-Jahres-Sterberate.

Patienten, die 350 Meter schaffen, haben ein 54-%iges Risiko, innerhalb der nächsten fünf Jahre zu versterben. Bei Patienten, die 250 Meter innerhalb von sechs Minuten zurücklegen können, ist das Risiko 74 %. Zum Vergleich: Die 6-Minuten-Gehstrecke eines Gesunden liegt bei etwa 700 m.

BODE-Index und MWD

Der BODE-Index ist ein Instrument, das von Ärzten verwendet wird, um die Sterblichkeit im Falle einer COPD-Erkrankung vorhersagen zu können. Das bedeutet, dass mit Hilfe des BODE-Index gesagt werden kann, wie lange ein Betroffener ab dem Zeitpunkt der COPD-Diagnose noch zu leben hat. Ein hoher BODE-Index bedeutet dabei ein höheres Sterblichkeits-Risiko.

Wie alle Risiko-Indizes ist der BODE-Index lediglich eine Abschätzung und gibt keine hundertprozentig sicheren Angaben über die Überlebensdauer. Zur Abschätzung werden verschiedene Werte herangezogen. Dazu gehört 6-MWD, der Schweregrad der Atemnot, der Body-Mass-Index und die Höhe des Luftvolumens, das innerhalb von einer Sekunde ausgeatmet werden kann.

Weitere Untersuchungsmethoden

Eventuell sind, beispielsweise zur Diagnostik von Komplikationen, noch weitere Untersuchungen notwendig.

Falls etwa die standardmäßigen Röntgenaufnahmen der Lunge nicht ausreichend Aufschluss geben können, kann eine Computertomographie des Brustkorbes (CT-Thorax) weiterhelfen. Dabei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung, bei der der Brustkorb in Schichten dargestellt wird. Bei Verdacht auf eine Schädigung des Herzens kann ein Elektro-Kardiogramm (EKG) angefertigt werden. Durch diese Aufzeichnung der Herzströme können Rückschlüsse auf Herzerkrankungen gemacht werden.


Therapie

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Übersicht

Neben der medikamentösen Behandlung beinhaltet die Therapie der COPD zahlreiche nicht-medikamentöse Therapie-Ansätze, die eine entscheidende Bedeutung für den Therapie-Erfolg haben. Konkret gehören zur Therapie der COPD je nach Stadium:

  • Vermeidung von Risikofaktoren
  • Schutzimpfungen
  • körperliche Betätigung und Sport
  • Disease-Management-Programme
  • Patientenschulungen
  • Physiotherapie
  • medikamentöse Therapie
  • Ernährungstherapie
  • Sauerstoff-Therapie
  • Beatmung
  • operative Verfahren
  • weitere Therapieverfahren

Des Weiteren sollten Betroffene über die Therapiemöglichkeiten in Notfallsituationen und Möglichkeiten zur Rehabilitation aufgeklärt sein.

Wichtiger Hinweis:

Die hier vorliegenden Informationen zur Behandlung der Erkrankung beruhen auf einem strengen und aktuellen wissenschaftlichen Nachweis, der den weitgehenden Nutzen einer Behandlung gezeigt hat. Dabei ist zu beachten, dass die hier vorgestellten Behandlungsmöglichkeiten unter bestimmten Bedingungen angepasst werden müssen. Die persönlichen Wünsche und Lebensziele des Patienten spielen eine wichtige Rolle. Auch das Alter, der Schweregrad der Erkrankung sowie mögliche Nebenerkrankungen können die Empfehlungen mitunter stark beeinflussen. Betroffene mit Nebenerkrankungen sollten ihren Hausarzt daher unbedingt darüber in Kenntnis setzen. Darüberhinaus sollten sie ihren Hausarzt über alle Medikamente informieren, die sie einnehmen.

Der Hausarzt wählt für seinen Patienten die passende Behandlungsform entsprechend der oben genannten Kriterien. Die gewählte Behandlungsform ist nicht immer die neuste oder die kostenintensivste. Maßgeblich ist, dass die Therapie die beste Wahl für den Betroffenen darstellt. Innovation und hohe Kosten sind nicht identisch mit der höchsten Qualität einer Therapie für einen Patienten. Bei Fragen hierzu sollten sich Betroffene immer an ihren Hausarzt wenden.

Vermeidung von Risikofaktoren

Raucher, bei denen COPD diagnostiziert wurde, sollten das Rauchen aufgeben. Das ist die wichtigste Maßnahme, um ein Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Natürlich sollten auch Raucher, die keine COPD haben bedenken, dass Rauchen der wichtigste Risikofaktor für diese Erkrankung ist. Daher sollte das Rauchen unbedingt unterlassen werden. COPD-Erkrankte sollten auch Passivrauchen und andere Umweltschadstoffe möglichst vermeiden.

Selbstverständlich ist es nicht immer leicht, sich von den Risikofaktoren der COPD fern zu halten. Aber Betroffene sollten sich die Wichtigkeit dieser Maßnahme vor Augen führen, denn bei Fortschreiten der Erkrankung sind weitaus drastischere therapeutische Maßnahmen notwendig, wie zum Beispiel eine permanente Sauerstoff-Therapie. Des Weiteren schützt die Vermeidung von Risikofaktoren auch vor anderen Erkrankungen. Im Falle des Rauchverzichts reduziert sich beispielsweise das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für Lungenkrebs.

Schutzimpfungen

COPD-Erkrankte sollten sich gegen Grippe (Influenza) und Pneumokokken impfen lassen. Die Grippeimpfung muss jedes Jahr vor Beginn der Grippesaison im Herbst aufgefrischt werden. Diese Impfung hat nachgewiesener Maßen eine lebensverlängernden Effekt auf COPD-Patienten und führt auch zu einem wirksamen Schutz vor Lungenentzündungen, die sich in Folge einer Influenzaerkrankung entwickeln könnten.

Im Gegensatz zur Grippeschutz-Impfung fehlt bei der Pneumokokken-Schutzimpfung ein eindeutiger Nachweis für die Vorteile, die COPD-Patienten daraus ziehen können. Pneumokokken sind Bakterien, die eine häufige Form der Lungenentzündung auslösen können. Zwar schützt die Pneumokokken-Impfung vor dieser Art der Lungenentzündung (Pneumonie). Aber es ist bislang nicht erwiesen, dass COPD-Patienten häufiger an einer Pneumokokken-Pneumonie erkranken als andere Menschen. Bei älteren, chronisch kranken Patienten mit und ohne COPD überwiegen jedoch die potenziellen Vorteile der Pneumokokken-Schutzimpfung. Deshalb kann auch die Pneumokokken-Schutzimpfung für alle COPD-Patienten empfohlen werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt eine einmalige Impfung ab dem 60. Lebensjahr.

Impfungen können Nebenwirkungen haben, über die der Hausarzt informieren kann. Impfungen werden immer nur dann empfohlen, wenn die Vorteile, die sich aufgrund der Impfung ergeben, die Risiken überwiegen.

Körperliche Betätigung und Sport

Regelmäßige körperliche Betätigung ist für COPD-Patienten ausgesprochen wichtig. Das sinnvolle Ausmaß ist von der individuellen Belastbarkeit des Patienten abhängig und variiert stark. Hier müssen aktueller Gesundheits-Zustand, Erkrankungs-Stadium, Trainings-Zustand, eventuelle Begleiterkrankungen und das Alter des Patienten berücksichtigt werden.

Körperliche Betätigung ist auch für Patienten, die bereits eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie (LOT) benötigen, wichtig. Regelmäßige körperliche Betätigung wirkt der krankheitsbedingten Abnahme körperlicher Belastbarkeit entgegen und verbessert diese sogar. Außerdem wird das körpereigene Abwehrsystem gestärkt. Damit nimmt die Häufigkeit zusätzlicher akuter Atemwegsinfektionen ab. Durch diese Effekte führt regelmäßige Bewegung zu einer Verbesserung der Lebensqualität.

Vor der Aufnahme einer ungewohnten körperlichen Aktivität ist eine Rücksprache mit dem Hausarzt in jedem Fall zu empfehlen. Dies gilt insbesondere für untrainierte und schwer erkrankte Patienten. Der Hausarzt kann auch die Frage beantworten, ob die körperliche Betätigung zunächst besser unter ärztlicher Aufsicht – zum Beispiel in einer ambulanten Rehabilitationsgruppe - erfolgen sollte.

COPD-DMP

DMP steht als Abkürzung für Disease Management Programme (englisch für Programm zum Umgang mit der Erkrankung). Es gibt DMPs für zahlreiche chronische Erkrankungen und darunter auch COPD. Es handelt sich um ein strukturiertes Behandlungsprogramm, bei dem jedem Patienten, der daran teilnimmt, die bestmögliche Versorgung zuteil werden soll. Jeder COPD-Patient kann sich über DMPs bei seinem Hausarzt informieren.

Patientenschulung

Jeder Patient mit COPD sollte Zugang zu einem strukturierten Schulungsprogramm erhalten, das qualitätsgesichert und auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten ist. Strukturierte COPD-Patientenschulungen wirken folgendermaßen:

  • Verbesserung der Inhalationstechnik der Medikamente
  • Verbesserung der Selbstkontrolle der Erkrankung
  • Verringerung der Anzahl von Exazerbationen und Notfallbehandlungen

Wichtige Schulungsinhalte der COPD-Schulungen sind:

  • Krankheitslehre, Risikofaktoren und deren Reduktion beziehungsweise Elimination (insbesondere Raucherentwöhnung)
  • Überwachung von Symptomen
  • Vorbeugung und Behandlung von Exazerbationen und Bronchialinfekten
  • korrekte Inhalationstechnik
  • atemphysiologische Selbsthilfemaßnahmen
  • Motivation zum körperlichen Training

Nachschulungen sind nach spätestens zwei Jahren sinnvoll. Ein Beispiel ist die COBRA-Schulung. Diese stärkt die Hausarzt-Patienten-Bindung, gibt Sicherheit im Umgang mit der Krankheit und Notfall-Management, sowie Hinweise für selbsttätige Medikamenten-Einnahme. Dieses Programm wird von den Kassen für betroffene Patienten im Rahmen des COPD-DMP (Disease-Management-Programm) angeboten.

Physiotherapie

Physiotherapeutische Maßnahmen sind zur Behandlung der COPD sehr wichtig. Dazu gehören neben der Kräftigung der Muskulatur Atemtechniken, atemgymnastische Übungen, Hustentechniken, Methoden zur Schleimlösung sowie Methoden zur Unterdrückung von unproduktivem Husten.

Atemtechniken

Spezielle Atemtechniken erleichtern das Atmen im Alltag und insbesondere in Atemnot-Situationen. Dazu gehören die Lippenbremse und atemerleichternde Körperhaltungen. Bei der Lippenbremse erfolgt die Ausatmung gegen den Widerstand der leicht aufeinander gelegten Lippen. Dadurch wird das Kollabieren der Atemwege bei der Ausatmung verhindert und eine vollständige Ausatmung ermöglicht. Durch Aufstützen eines oder beider Arme werden der Brustkorb und die an der Atmung beteiligten Muskeln entlastet. Atemerleichternde Haltungen sind der Kutschersitz (breibeiniges Sitzen mit auf die Oberschenkel aufgestützten Unterarmen), das Abstützen beider Hände oder einer Hand auf einer Stuhllehne oder an einer Wand, und das Stemmen einer oder beider Hände in die Hüfte.

Atemgymnastik

Die Atemgymnastik beinhaltet Übungen zur Verbesserung der Brustkorb-Beweglichkeit, Lockerung der Atem-Muskulatur und Verbesserung der Koordination.

Hustentechniken

Je nachdem, ob es sich um produktiven Husten (mit vermehrter Schleim-Bildung) oder un-produktiven Husten (ohne Schleim) handelt, sind unterschiedliche Husten-Techniken sinnvoll. Im letzteren Fall wird durch die richtige Technik das Abhusten des Schleims erleichtert.

Schleimlösung

Maßnahmen, die zur Lösung und Verflüssigung des Schleimes beitragen können, sind:

  • ausreichend trinken (bei gleichzeitig bestehender Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sollte die tägliche Trinkmenge mit dem Hausarzt oder dem behandelnden Herz-Facharzt (Kardiologen) abgesprochen werden, da eine zu große Trinkmenge in diesem Fall zur Überlastung des Herzens führen kann)
  • inhalieren
  • Einnahme schleimlösender Medikamente
  • Ausatmen auf bestimmte Laute (a,o,u,s,m,k)
  • Anwendung von Hilfsmitteln (Flutter, Cornet)
  • Spüren, wo der Schleim ist: Befindet sich der Schleim tief unten in der Lunge und den Atemwegen - oder schon oben im Rachen/fast im Mund?
  • Schleim nach oben transportieren (falls der Schleim noch weit unten ist): Hier helfen tiefe Atemzüge und Lage-Änderungen.
  • Abhusten: Erst wenn sich genügend Schleim angesammelt hat und am besten gegen einen Widerstand, zum Beispiel leicht geschlossene Lippen oder Hand.
  • In einem Ausatem-Stoß nur zwei- bis dreimal husten, dann durch die Nase einatmen und falls notwendig mit dem nächsten Ausatem-Stoß erneut zwei- bis dreimal husten.
  • Welche Farbe und Konsistenz hat der Schleim? Diese Informationen sind wichtig für den behandelnden Arzt.

HilfsmittelInsbesondere bei akuten Verschlechterungen, die einen Krankenhaus-Aufenthalt notwendig machen, werden auch spezielle schleimlösende Hilfsmittel eingesetzt. Solche Hilfsmittel sind zum Beispiel Flutter und Cornet. Durch Hineinblasen wird eine Kugel (Flutter) beziehungsweise ein Gummi-Band (Cornet) in Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen übertragen sich über die Luft auf die Wände der Atemwege und lösen damit den anhaftenden Schleim.

Methoden zur Unterdrückung von unproduktivem HustenUnproduktiver Husten ist Husten, bei dem kein Schleim abgehustet wird. Ursachen können allgemeine Schleimhautreizungen, Medikamenten-Nebenwirkungen oder Kehlkopf-Irritationen, wie beispielsweise bei einem Kropf (Struma), sein. Ziel ist es, unproduktiven Husten zu unterdrücken und den Teufelskreis der gegenseitigen Verstärkung von Schleimhaut-Reizung und Husten zu durchbrechen.

Hierbei können folgende Maßnahmen helfen:

  • Speichel schlucken
  • etwas Warmes trinken
  • Bonbon lutschen
  • in tiefer Einatmung die Luft anhalten
  • oberflächlich atmen
  • falls sich der Husten nicht unterdrücken lässt, nur zwei- bis dreimal pro Ausatem-Stoß husten
  • eventuell atemwegs-erweiterndes Bedarfs- oder Notfall-Spray anwenden

Medikamentöse Therapie

Bei der medikamentösen Behandlung der COPD spielen Medikamente, die inhaliert (also eingeatmet) werden, die größte Rolle. Daneben werden Tabletten, Tropfen, Brause-Tabletten und Trink-Ampullen angewendet.

Die bei Lungenerkrankungen häufig angewendete Inhalation von Medikamenten bietet gegenüber allen anderen Formen der Medikamentenaufnahme einen entscheidenden Vorteil. Der Wirkstoff gelangt direkt an den Ort der Erkrankung – die Atemwegsschleimhaut. Da Medikamente auf diese Weise nicht im ganzen Körper verteilt werden müssen, ist im Vergleich zur Einnahme über den Mund nur ein Bruchteil der Wirkstoffmenge notwendig, um die gleiche Wirkung zu erzielen, so dass weniger Nebenwirkungen auftreten.

Medikamente zur Inhalation werden meistens als Sprays bezeichnet. Sie werden in vielen unterschiedlich zu handhabenden Systemen angeboten. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Sprays:

  • Dosieraerosole, die den Wirkstoff in einer Lösung enthalten und vor jeder Anwendung geschüttelt werden müssen und
  • Pulver-Inhalatoren, die den Wirkstoff als Pulver enthalten, oder Kapsel, die Pulver enthält oder zu Pulver zerstoßen wird; es gibt sehr viele unterschiedliche Systeme (wichtiger Hinweis: Im akuten Notfall dürfen nur druckgesteuerte Systeme, also Dosieraerosole benutzt werden, da für Pulverinhalatoren die notwendige Atemzugstärke von 30 ml/sec meist nicht zur Verfügung steht).

Bei der Behandlung der COPD werden Anzahl und Art der verabreichten Medikamente in Abhängigkeit von Schweregrad und Häufigkeit der Beschwerden variiert. Bei leichten seltenen Beschwerden erhält der Patient zunächst nur ein Medikament bei Bedarf. Je nach Schweregrad oder Fortschreiten der Erkrankung kommt die regelmäßige Einnahme oder Inhalation eines oder mehrerer Medikamente - unabhängig von den momentanen Beschwerden - hinzu. Bessern sich die Beschwerden, etwa nach einer nur vorübergehenden Verschlechterung, können die Stufen auch wieder nach unten gegangen, das heißt Medikamente wieder reduziert werden.

Atemwegserweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren)

Durch Lösung der bei COPD bestehenden Verkrampfung der Atemwegs-Muskulatur werden die Atemwege erweitert. Dadurch fällt den Patienten das Atmen leichter. Die Atemnot lässt nach oder verschwindet vollständig. Der Schleim kann besser nach oben transportiert und abgehustet werden.

Zu den atemwegserweiternden Medikamenten gehören:

  • Beta-2-Agonisten
  • Anti-Cholinergika
  • Methylxanthine
  • Phosphodiesterase-Hemmer (neuer Wirkstoff: Roflumilast, der vor allem entzündungshemmend wirkt; älterer Wirkstoff: Theophyllin, der vor allem atemwegserweiternd wirkt)

Inhalativ verabreicht haben diese Medikamente kaum oder keine Nebenwirkungen. Betroffene, die diese Medikamente einnehmen, sollten sich von ihrem Hausarzt über mögliche Nebenwirkungen informieren lassen. Im Allgemeinen sind die inhalativen Bronchodilatatoren aber sehr gut verträglich.

Entzündungshemmende Medikamente (Kortikosteroide)

Das wichtigste Medikament dieser Gruppe ist inhalativ verabreichtes Kortison. Durch seine entzündungshemmende Wirkung schützt es die Atemwegsschleimhaut. Zudem verbessern sie die Wirksamkeit von Beta-2-Agonisten. Kortisonspray kann bei einem Teil der COPD-Patienten die Häufigkeit von Exazerbationen verringern. Es hat jedoch keine atemwegserweiternde Wirkung und ist deshalb als Notfallmedikament ungeeignet.

Inhalativ verabreicht haben auch die Kortikosteroide kaum oder keine Nebenwirkungen. Anders ist es, wenn diese Medikamente als Tabletten eingenommen werden. Bei akuten Verschlechterungen der COPD werden beispielsweise auch Kortison-Tabletten eingesetzt. Allerdings wird eine Langzeit-Therapie mit Kortison-Tabletten in der Regel nicht empfohlen.

Es besteht aufgrund der immunsuppressiven Wirkung von Kortikosteroiden die Möglichkeit eines Pilzbefalls (Soor) als Nebenwirkung. Zur Vermeidung dieser Nebenwirkung sollten die Medikamente während oder kurz vor dem Essen genommen werden; außerdem sollte nach dem Essen der Mund gespült und die Zähne geputzt werden. Es sollten Zahnbürsten mit Noppen auf der Rückseite verwendet werden, mit denen die Zunge geschrubbt werden kann zur Verhinderung der Ausbreitung eines Belags. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann es notwendig sein, dass ein Anti-Pilzmedikament (Antimykotikum) verschrieben wird.

Betroffene, die Kortison-Tabletten zur Behandlung ihrer COPD einnehmen, sollten mit ihrem Hausarzt über mögliche Nebenwirkungen sprechen. Dies gilt auch für alle im Folgenden beschriebenen Medikamente, die im Rahmen der COPD-Behandlung zum Einsatz kommen können.

Schleimlösende Medikamente (Mukolytika)

Die Einnahme schleimlösender Medikamente wie N-Acetycystein, Ambroxol, Myrthol oder Cineol kann Schleimlösung und Abhusten erleichtern. Der Einsatz dieser Medikamente wird allerdings nicht allgemein empfohlen.

Antibiotika

Bei COPD-Patienten kommt es häufiger als bei Lungen-Gesunden zu akuten Atemwegs-Infektionen. Wenn diese durch Bakterien verursacht sind, ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich.

Hustenunterdrückende Medikamente (Antitussiva)

Bei produktivem Husten (mit Auswurf) dürfen hustenunterdrückende Medikamente auf keinen Fall eingesetzt werden. Bei starkem, unproduktivem Reizhusten (ohne Auswurf) – insbesondere nachts – kann der Einsatz von hustenunterdrückenden Medikamenten dagegen zumindest zeitweise erwogen werden. Solche nächtlichen Hustenanfälle entstehen häufig durch Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre (GERD = gastroösophagealer Reflux) und insbesondere nach abendlicher Theophyllin-Gabe. Allerdings können einige dieser Wirkstoffe, wie beispielsweise Codein, den Atemantrieb unterdrücken. Dies stellt vor allem für Patienten in fortgeschrittenen COPD-Stadien (respiratorische Globalinsuffizienz) eine Gefahr dar.

Ernährungstherapie

In fortgeschrittenen Stadien der COPD kann es zu einer kritischen Gewichtsabnahme kommen, die die Prognose verschlechtert. Generell sollte bei COPD-Patienten deshalb ein Gewicht im oberen Norm-Bereich bis unteren Übergewichts-Bereich (Body-Mass-Index 23 – 27, entspricht dem Verhältnis von Körpergewicht in kg zu Körperoberfläche in m2) angestrebt werden. Höhergradiges Übergewicht sollte dagegen ebenfalls vermieden werden.

Sauerstoff-Therapie

Ist eine ausreichende Sauerstoffaufnahme aus der Luft nicht mehr möglich, besteht die Möglichkeit, durch Zufuhr von konzentriertem Sauerstoff das Sauerstoffangebot zu erhöhen. Dadurch gelangt wieder mehr Sauerstoff ins Blut. Die Symptome des Sauerstoffmangels (Atemnot, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Leistungsminderung) werden gelindert oder verschwinden ganz.

Die Sauerstoff-Therapie kann auch gezielt nur bei Belastung eingesetzt werden. Die Sauerstoff-Zufuhr erfolgt über eine sogenannte Sauerstoff-Brille, eine Nasen- oder eine Gesichts-Maske. Letztere bedeckt Nase und Mund. Die Sauerstoffversorgung im Alltag kann über verschiedene Systeme erfolgen. Deren Verordnung erfolgt durch einen Lungenfacharzt (Pulmologe, Pneumologe) nach individuellen Kriterien und muss von der Krankenkasse genehmigt werden.

  • Sauerstoff-Konzentrator: Das Gerät gewinnt den Sauerstoff direkt aus der Umgebungs-Luft und muss nicht aufgefüllt werden. Es ist allerdings sehr schwer und schränkt dadurch die Mobilität des Patienten sehr stark ein. Es lässt sich über die Steckdose oder einen Akku betreiben.
  • Flüssig-Sauerstoff: Der Patient erhält einen Flüssig-Sauerstoff-Tank für zu Hause und ein kleineres Gefäß, das Mobilität in und außerhalb der Wohnung ermöglicht, und am Tank aufgefüllt wird. Flüssig-Sauerstoff ist mit geringeren Mobilitäts-Einschränkungen verbunden, macht allerdings die regelmäßige Belieferung mit Sauerstoff notwendig.

Sauerstoff-Therapie kommt erst in fortgeschrittenen COPD-Stadien zum Einsatz und verbessert dann deutlich die Lebensqualität. Ohne den Sauerstoff würde es zu schwersten Symptomen der Kohlendioxid-Vergiftung kommen. Für manche Patienten ist ein Leben ohne den verabreichten Sauerstoff überhaupt nicht mehr möglich.

Eine Sauerstoff-Therapie bedeutet, dass der Sauerstoff bis zu 16 Stunden täglich verabreicht werden muss. Zur Verbesserung der Mobilität gibt es Sauerstofftanks, die Betroffene auch außerhalb ihrer Wohnung mit Sauerstoff versorgen können. Trotz der Lebenswichtigkeit dieser Behandlungsmethode sollte dennoch erwähnt werden, dass eine Sauerstoff-Therapie weitreichende Umstellungen im Alltagsleben erfordert.

Wichtiger Hinweis:

Patienten mit häuslicher Sauerstofftherapie dürfen zumindest in dem Raum, wo das Sauerstoff-Gerät genutzt wird, auf keinen Fall rauchen, da Brand- und Explosionsgefahr

Beatmung

In weit fortgeschrittenen Erkrankungsstadien oder im Rahmen von Exazerbationen kann es zur Überlastung der Atemmuskulatur kommen. Dann ist eine ausreichende Sauerstoff-Aufnahme - auch unter Sauerstoff-Therapie - nicht mehr gewährleistet. In Abhängigkeit von der Gesamtsituation erfolgt die Beatmung oder maschinelle Unterstützung der Atmung – zur vorrübergehenden Entlastung der Atemmuskulatur - zu Hause, zum Beispiel nur über Nacht, oder in schwereren akuten Fällen rund um die Uhr im Krankenhaus. Die Beatmung erfolgt über eine Nasen- oder Gesichts-Maske; im Krankenhaus, falls erforderlich, auch über einen in die Atemwege eingebrachten Schlauch (Intubation).

Inhalationsverfahren

Als Inhalationsverfahren werden Vernebler eingesetzt. Der feine Nebel hilft dabei, den Schleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern. Dabei kann einfach Kochsalz vernebelt werden, es können aber auch Medikamente zum Einsatz kommen.

Operative Verfahren

Durch Verringerung emphysematisch veränderter Lungenanteile kann die Lungenfunktion verbessert werden. Die Atemnot nimmt ab. Dies kann durch operative Entfernung oder Zerstörung (mittels Einbringen von heißem Wasserdampf) der emphysematisch veränderten Lungenanteile erreicht werden.

Eine weitere Alternative ist das Einsetzen von Ventilen in die zuführenden Bronchien der emphysematisch veränderten Lungenanteile im Rahmen einer Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie). Diese Ventile lassen die Luft aus den betroffenen Lungenanteilen entweichen, aber nicht mehr einströmen, so dass sie funktionell ausgeschaltet werden.

Im Rahmen von Studien wird derzeit versucht, durch Anlage eines Gefäßkurzschlusses mehr sauerstoffarmes Blut durch die Lunge zu leiten, um insgesamt die Sauerstoffsättigung des Blutes anzuheben.

Wie alle Operationen haben auch diese Verfahren Risiken, über die Betroffene, die sich einem der Verfahren unterziehen möchten, ausführlich informieren sollten.

Weitere Therapieverfahren

Die hier dargestellten Behandlungsverfahren entsprechen den Therapien, deren Wikrsamkeit, Sicherheit und Sinn durch Studien belegt worden sind und die in den Leitlinien empfohlen werden, welche zur Erstellung dieses Texts herangezogen worden sind. Unter anderem und vor allem zählt dazu die Nationale Versorgungsleitlinie zur Behandlung von COPD. Darüber hinaus gibt es gegebenenfalls noch weitere Therapiemöglichkeiten. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

Therapie bei akuten Verschlechterungen (Exazerbationen)

Die frühzeitige Behandlung von Exazerbationen kann schwere Atemnot-Anfälle verhindern. COPD-Patienten sollten daher bei ersten Anzeichen für eine akute Atemwegs-Infektion ihren Hausarzt oder Lungenfacharzt aufsuchen.

Neben Abgeschlagenheit, erschwerter Nasenatmung, Husten oder Fieber weisen auch vermehrte Atemnot, erhöhter Verbrauch an Bedarfs-(Notfall-)Spray und abfallende Peak-Flow-Werte auf einen akuten Atemwegs-Infekt beziehungsweise einen drohenden Atemnot-Anfall hin.

Folgende Medikamente werden zur Behandlung durch Atemwegs-Infekte ausgelöster Exazerbationen eingesetzt:

  • bronchialerweiternde Medikamente als Spray oder als Lösung zum Inhalieren
  • Kortison-Tabletten (Kurz-Therapie)
  • schleimlösende Medikamente
  • gegebenenfalls Antibiotika

Inhalation, ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie spezielle Atem- und Hustentechniken unterstützen die Behandlung. Bei schweren Exazerbationen können zusätzlich Sauerstoff-Therapie, Hilfsmittel zur Schleimlösung und eine Krankenhauseinweisung erforderlich werden.

90 % der COPD-Erkrankungen treten bei Rauchern oder Ex-Rauchern auf. Von den übrigen Erkrankten sind oder waren viele langjährige Passiv-Raucher (Partner starker Raucher, Tätigkeit in der Gastronomie, rauchende Kollegen am Arbeitsplatz) oder Frühgeburten.

Durch Nicht-Rauchen lässt sich COPD bis auf wenige Ausnahmen verhindern. Wäre das Zigaretten-Rauchen nie erfunden worden - COPD wäre eine sehr seltene Erkrankung.

Bei bereits bestehender COPD verhindert die Entwöhnung vom Rauchen eine weitere Schädigung der Lunge. Das Fortschreiten der Erkrankung wird verlangsamt.

Folgen einer Nicht-Behandlung

Ohne eine angemessene Behandlung der COPD kommt es schneller zu Umbauvorgängen samt der möglichen Komplikationen, die bei dieser Erkrankung auftreten könnten. COPD ist eine schwere chronische Erkrankung, die die Funktionsfähigkeit eines lebenswichtigen Organs stark beeinträchtigen kann. Daher ist es sehr wichtig, die Lungenfunktionalität möglichst lange und möglichst gut zu erhalten. Dies ist nur mit der richtigen Therapie möglich.


Prävention

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Übersicht

Daneben spielen in seltenen Fällen auch berufliche oder Umwelt-Schadstoffe eine Rolle. Bei schon bestehender COPD gibt es verschiedene Maßnahmen, um akuten Verschlechterungen vorzubeugen. Diese - für die COPD typischen - Verschlechterungen werden als Exazerbationen bezeichnet. Häufig werden sie durch akute Atemwegs-Infektionen ausgelöst.

Nicht-Rauchen

Mit dem Zigarettenrauchen nicht anzufangen beziehungsweise aufzuhören stellt die mit Abstand wirksamste Maßnahme zur Verhinderung der COPD dar.

Atemwegsinfekten vorbeugen

Die Häufigkeit akuter Atemwegs-Infektionen lässt sich verringern durch eine Vorbeugung gegen Ansteckung mit Viren und Bakterien und durch die Stärkung der körpereigenen Abwehr (Immunsystem).

Durch folgende Maßnahmen lässt sich die Ansteckungs-Gefahr verringern:

  • häufiges Händewaschen, vor allem in der Grippe-Saison
  • Menschenansammlungen vermeiden
  • Händeschütteln vermeiden oder danach möglichst rasch die Hände waschen

Die Abwehrkräfte können durch folgende Maßnahmen gestärkt werden:

  • vielseitige, vitaminreiche Ernährung (Multi-Vitamin-Präparate haben nicht die gleiche Wirkung; Studien weisen zunehmend auch auf schädliche Effekte hin)
  • Alkohol nur in Maßen
  • nicht rauchen, rauchige Luft meiden
  • Stress vermeiden; Strategien zur Stress-Bewältigung erlernen und anwenden
  • Sauna, Kneipp-Anwendungen
  • regelmäßige körperliche Aktivität/Sport
  • angepasste Kleidung (nicht zu warm oder zu kalt)
  • Wohnung nicht überheizen (Schleimhäute trocknen aus und sind dadurch weniger widerstandsfähig gegenüber Krankheitserregern), eventuell Luftbefeuchtung
  • Schutzimpfungen

Schutz-Impfungen

Folgende Impfungen sind zusätzlich zu den allgemein empfohlenen Impfungen für COPD-Patienten sinnvoll:

  • Grippe-Schutzimpfung: Die „echte Grippe“ (Influenza) ist im Gegensatz zu den oft fälschlich als „Grippe“ bezeichneten grippalen (also grippe-ähnlichen) Infekten eine schwere Erkrankung, die jedes Jahr viele Todesopfer fordert. Ist die Lunge wie bei COPD-Patienten bereits vorgeschädigt, steigt die Wahrscheinlichkeit, an der Grippe zu sterben. Auch kommt es häufiger als bei Lungengesunden infolge einer Grippe zu einer zusätzlichen Lungenentzündung, die ebenfalls tödlich verlaufen kann. Aus diesen Gründen ist die jährliche Grippe-Schutzimpfung für alle COPD-Patienten zu empfehlen. Der Impfstoff wird jedes Jahr an die sich ständig verändernden Influenza-Viren angepasst und ist im Herbst – rechtzeitig vor der Grippesaison - verfügbar.
  • Pneumokokken-Schutzimpfung: Pneumokokken sind Bakterien, die eine Lungenentzündung hervorrufen können. Die Impfung beugt dieser schweren Erkrankung vor und verhindert so auch Todesfälle. Diese Impfung sollte einmalig ab dem 60. Lebensjahr verabreicht werden oder schon vorher bei gefährdeten Personen.

Leben mit ...

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Übersicht

Patienten, die an COPD erkranken, geraten häufig in eine Abwärtsspirale. Am Anfang steht Atemnot. Da diese häufig bei Belastung auftritt, neigen Patienten dazu, Belastungen zu vermeiden. Dadurch nimmt jedoch ihre Belastbarkeit ab – Atemnot tritt bei immer geringeren Anstrengungen auf. In der Folge werden die Betroffenen aus Angst vor Atemnot immer inaktiver. Zwischenmenschliche Kontakte werden immer seltener. Diese zunehmende Isolation führt häufig zu depressiven Verstimmungen, welche die Inaktivität weiter verstärken.

Diesem Teufelskreis können Betroffene entkommen, indem sie:

  • Patientenschulungen besuchen und an Rehabilitationsgruppen teilnehmen
  • Selbstkontrolle der Erkrankung mit dem Peak-Flow-Meter durchführen
  • sich regelmäßig körperlich betätigen
  • offen mit Ihrer Erkrankung umgehen
  • bei Verschlechterungen frühzeitig einen Arzt aufsuchen

Patientenschulungen und Rehabilitation

In speziellen Schulungen erfahren Patienten Wissenswertes über ihre Erkrankung. Es werden Verhaltensweisen vermittelt und teilweise auch eingeübt, die im Alltag den Umgang mit der Erkrankung erleichtern und beispielsweise Atemnot vorbeugen helfen.

Noch umfassender ist das Angebot der Lungen-Rehabilitation. Deren Ziele sind die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität. Neben stationären Rehabilitations-Maßnahmen werden auch ambulante Rehabilitations-Kurse angeboten. Solche Rehabilitations-Maßnahmen erstrecken sich in der Regel über mehrere Wochen.

Im Rahmen der Lungen-Rehabilitation wird – ähnlich wie bei Schulungen - Wissen über die Erkrankung und deren Selbst-Kontrolle vermittelt. Der Schwerpunkt liegt aber auf körperlichem Training. Dieses orientiert sich an der individuellen Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Patienten und erfolgt unter ärztlicher Aufsicht und Kontrolle. Die Nationale Versorgungsleitlinie betont die Wichtigkeit einer Anschluss-REHA an einen Krankenhaus-Aufenthalt wegen COPD, auch im höheren Lebensalter. Jährliche REHA ist bei Notwendigkeit nicht ausgeschlossen.

Auch Patienten, die bereits auf eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie (LOT) angewiesen sind, können an der Lungen-Rehabilitation teilnehmen. Insbesondere bereits schwerer erkrankte COPD-Patienten, die aufgrund ihrer eingeschränkten Leistungsfähigkeit kaum noch Sozialkontakte haben, profitieren vom Kontakt zu den anderen Betroffenen. Dies führt oft zur Besserung einer depressiven Stimmungslage und zu mehr Lebensfreude.

Durch Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, mehr Wissen über die eigene Erkrankung und Einüben hilfreicher Verhaltensweisen nimmt die Atemnot ab. Die Patienten gewinnen Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung im Alltag. Neues Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und eine realistischere Einschätzung derselben tragen ebenfalls zu mehr Lebensqualität bei. Häufigkeit und Dauer von Krankenhaus-Aufenthalten werden nachgewiesenermaßen reduziert.

Betroffene sollten ihren Hausarzt oder Lungen-Facharzt fragen, wo in ihrer Nähe Schulungen oder Rehabilitations-Maßnahmen für Lungenkranke angeboten werden oder ob ihr Hausarzt selbst Schulungen durchführt. Es ist empfehlenswert, mindestens alle zwei Jahre an einer Schulungs- oder Rehabilitations-Maßnahme teilzunehmen.

Selbstkontrolle der COPD mit dem Peak-Flow-Meter

Für eine effektive Behandlung der COPD mit zufriedenstellenden Ergebnissen ist eine langfristige Zusammenarbeit von Arzt und Patient erforderlich.

Mit einem sogenannten Peak-Flow-Meter können Patienten die Weite ihrer Atemwege selbst überwachen. Gemessen wird der Luftstrom bei stärkster Ausatmung in Liter pro Minute. Durch regelmäßige Messungen werden Schwankungen frühzeitig bemerkt. Dadurch können Gegenmaßnahmen wie Medikamenten-Änderungen ergriffen werden, bevor es zu schwerer Atemnot kommt.

Betroffene, die noch kein Peak-Flow-Meter besitzen, sollten ihren Hausarzt oder Lungen-Facharzt unbedingt danach fragen.

Hier einige Informationen zum richtigen Messen mit dem Peak-Flow-Meter:

  • Immer mit dem gleichen Peak-Flow-Meter messen, um vergleichbare Werte zu erhalten, da die Geräte nicht geeicht sind.
  • Vor jeder Messung den Zeiger auf Null schieben.
  • Wenn möglich, im Stehen messen.
  • Zu jedem Mess-Zeitpunkt dreimal messen.
  • COPD-Tagebuch beispielsweise beim Hausarzt besorgen, wenn noch nicht vorhanden.
  • Messwerte immer in einem COPD-Tagebuch aufschreiben (Werte werden als Kreuze oder Kreise in eine Tabelle eingetragen, abhängig vom Zeitpunkt vor oder nach Gabe von atemwegserweiternden Medikamenten), so dass sich eine Kurve oder eine gezackte Linie ergibt.
  • Immer nur den besten der drei zum gleichen Zeitpunkt gemessenen Werte eintragen.

Und so funktioniert es:

  • Zunächst möglichst tief einatmen, kurz die Luft anhalten und das Mundstück gut mit den Lippen umschließen (es sollte keine Luft entweichen).
  • Gerät waagerecht halten und Zeiger sowie Luft-Auslass-Öffnungen nicht mit den Fingern blockieren.
  • So kräftig wie möglich ausatmen und dabei aber nicht ins Gerät husten und keinen Zungenstoß wie beim Spielen von Blasinstrumenten anwenden.

Bei stabiler Erkrankung ist eine Messung einmal täglich ausreichend. Zusätzliche Messungen sollten durchgeführt werden bei:

  • Atemnot
  • Atemwegsinfekt
  • allgemeinem Krankheitsgefühl/Abgeschlagenheit/Unwohlsein
  • Medikamentenänderungen
  • stark schwankenden Peak-Flow-Werten

Es gibt keine für alle Patienten gültige Regel, welche Peak-Flow-Werte „gut“ beziehungsweise „schlecht“ sind. Um anhand der gemessenen Peak-Flow-Werte eine Aussage über den Zustand der Atemwege eines Patienten treffen zu können, wird ein Referenz-Wert benötigt: Der persönliche Bestwert. Dieser wird folgendermaßen ermittelt:

  • Auf regelmäßige Einnahme beziehungsweise Inhalation der verordneten Medikamente achten.
  • Vier Wochen lang dreimal täglich den Peak-Flow-Wert messen (möglichst immer zur selben Zeit und in Ruhe).
  • Der beste in diesen vier Wochen jemals gemessene Wert ist der persönliche Bestwert.

Die Bewertung aller in Zukunft gemessenen Peak-Flow-Werte erfolgt mit Hilfe eines am persönlichen Bestwert orientierten Ampel-Schemas:

  • Grün bei 80 - 100 % des persönlichen Bestwerts: Atemwege stabil
  • Gelb bei 50 - 80 % des persönlichen Bestwerts: Vorsicht, Arzt aufsuchen
  • Rot bei weniger als 50 % des persönlichen Bestwerts: Dringend zum Arzt oder gegebenenfalls den Notarzt verständigen

Nachdem der persönliche Bestwert bestimmt wurde, sollten 50 % und 80 % dieses Wertes ausgerechnet werden und bei diesen Werten jeweils eine waagerechte Linie in die Tabelle im COPD-Tagebuch gezogen werden. Dadurch kann man leichter erkennen, ob sich die gemessenen Werte im grünen, gelben oder roten Bereich befinden.

Bei Messwerten im gelben oder roten Bereich oder bei über mehrere Messungen abfallenden Peak-Flow-Werten sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt auch, falls noch keine Atemnot empfunden wird. Der Arzt wird dann entsprechende Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Änderung der Medikamente, einleiten. So können durch frühzeitiges Eingreifen schwere Atemnotanfälle vermieden werden. ### Körperliche Betätigung und Sport

Regelmäßige Bewegung erhält und verbessert die Fitness von COPD-Patienten. Wie intensiv sich bewegt werden sollte, hängt von Erkrankungsstadium, Begleiterkrankungen und der momentanen Fitness der Betroffenen ab und sollte unbedingt mit dem behandlenden Arzt abgesprochen werden, bevor das Training begonnen wird.

Wichtig ist, dass die Bewegung regelmäßig erfolgt. Sinnvoll sind je nach Belastbarkeit Gehen, Nordic Walking, Wandern, Fahrradfahren, Schwimmen und andere Ausdauer-Sportarten. Außerdem eignen sich Ballspiele, Tanzen und Gymnastik, die zusätzlich Koordination und Beweglichkeit fördern.

Trainieren mit Gewichten führt einerseits zu einem wünschenswerten Muskel-Aufbau, andererseits sind Sportarten, bei denen starker Druck auf den Brustkorb ausgeübt wird, als für Lungenkranke eher ungünstig anzusehen. COPD-Patienten sollten dies durch die Wahl nicht zu schwerer Gewichte berücksichtigen. ### Ernährung bei COPD

Für COPD-Patienten ist eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung wichtig. Sowohl Über- als auch Untergewicht wirken sich ungünstig auf die Erkrankung aus.

Übergewichtige Patienten benötigen insbesondere bei Belastung mehr Sauerstoff. Gleichzeitig ist die Atmung erschwert, da das Zwerchfell bei der Einatmung nur gegen den Widerstand des Bauchfettes tiefer treten kann und auch das Heben des Brustkorbes mehr Kraft erfordert. Bei untergewichtigen Patienten beeinträchtigt dagegen verminderte Muskelkraft die Atmung. Die körperliche Belastbarkeit ist sowohl durch die daraus resultierende Atemnot als auch durch die Muskelschwäche selbst eingeschränkt.

Neben erhöhter beziehungsweise erniedrigter Kalorienzufuhr ist für alle Patienten gleichzeitiges körperliches Training wichtig, um das Verhältnis zwischen Fett und fettfreier Masse, zu der die Muskulatur gehört, zu verbessern. Gewichtsabnahme ohne körperliches Training führt zu einer Abnahme der Muskelmasse, noch bevor der Körper mit dem Abbau der Fettdepots beginnt.

Psychische Aspekte im Zusammenhang mit COPD

COPD ist eine Erkrankung mit Auswirkungen auf weite Lebensbereiche. Neben körperlichen Einschränkungen und der Notwendigkeit regelmäßiger Medikamenteneinnahme/-inhalation wirkt sie sich auch auf das seelische Wohlbefinden aus.

Atemnot bei COPD tritt häufig im Zusammenhang mit körperlicher Belastung auf. Das führt dazu, dass COPD-Patienten Belastungen, bei denen erfahrungsgemäß Atemnot auftritt, meiden. Dadurch geraten sie jedoch in eine Abwärtsspirale: Durch das Vermeiden von atemnotauslösenden Belastungen nimmt die körperliche Belastbarkeit ab. Atemnot tritt bei immer geringeren Belastungen auf. Dies führt zu zunehmender Inaktivität und schließlich zu sozialer Isolierung und depressiver Verstimmung. Atemnot ab einer gewissen Stärke macht außerdem Angst. Schwerste Atemnot kann Todesangst hervorrufen. Bei Angst verkrampft sich die Muskulatur – auch die Atem-Muskulatur. Dadurch und durch den erhöhten Sauerstoffverbrauch (Herzrasen, Blutdruckanstieg bei Angst) nimmt die Atemnot weiter zu.

Für Betroffene ist es sehr wichtig, sich mit der Erkrankung zu beschäftigen. Sie sollten unbedingt Schulungen und Rehabilitationskurse besuchen. Das trägt sehr wirksam zur Angstreduktion bei. Weniger Angst und richtiges Verhalten führen zu weniger Atemnot.

Viele Patienten reden nicht offen über ihre Erkrankung, sondern versuchen, sie vor ihrer Umwelt zu verbergen. Das ist allerdings nicht die richtige Vorgehensweise. Betroffene sollten offen mit ihrer Erkrankung umgehen. Wenn Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen Bescheid wissen, erhalten die Betroffenen neben mehr Verständnis und Rücksichtnahme im Notfall auch schneller die notwendige Hilfe.

„Das kann ich nicht machen, da bekomme ich Atemnot!“, eignet sich gut als Ausrede für ungeliebte Tätigkeiten. Bei angenehmen Dingen wird die eigene Belastbarkeit andererseits von Betroffenen oft zu hoch angesetzt. Aber Vorsicht – auch hier besteht die Gefahr, in die Abwärtsspirale zu geraten.

Unterwegs mit COPD

Auf Reisen sollten Betroffene Folgendes immer griffbereit haben:

  • Notfall-Spray
  • Peak-Flow-Meter
  • COPD-Tagebuch
  • gegebenenfalls Sauerstoff
  • Handy

Hochgebirgs-Klima ist zwar aufgrund der saubereren Luft günstig, in höheren Lagen kann es jedoch durch den niedrigeren Sauerstoff-Paritialdruck zu vermehrter Atemnot kommen. In fortgeschrittenen Erkrankungsstadien kann diese schon ab etwa 1000 m bedrohliche Ausmaße annehmen. Das Reiz-Klima am Meer fördert die Reinigung der Atemwege, wird jedoch nicht von jedem Patienten vertragen. Gegenden mit starker Luftverschmutzung, etwa Großstädte, sollten besser gemieden werden.

Bei Flugreisen ist zu beachten, dass der Sauerstoff-Partialdruck auf Reiseflughöhe deutlich niedriger ist als auf dem Boden. Dadurch kommt es leichter zu Atemnot. Auch Aufregung und unvorhergesehene Ereignisse begünstigen generell das Auftreten von Atemnot auf Reisen.

Für Reisen oder Ausflüge im Auto gibt es Flüssig-Sauerstoff-Tanks für den Kofferraum, an denen das kleine tragbare Sauerstoff-Gerät bei Bedarf aufgefüllt werden kann. Im Flugzeug kann kein eigener Sauerstoff mitgenommen werden. Viele Fluggesellschaften bieten jedoch Sauerstoffversorgung auf dem Flug an. Hierfür sind eine vorherige Anmeldung und eine Bestätigung der Reisefähigkeit erforderlich.

Die fünf wichtigsten Tipps

  1. Rauchen Sie nicht!
  2. Rauchen Sie nicht!
  3. Rauchen Sie nicht!
  4. Rauchen Sie nicht!
  5. Rauchen Sie nicht!

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen COPD und Asthma?

COPD und Asthma ähneln sich, aber es handelt sich nicht um die gleiche Erkrankung. Durch eine geeignete Therapie können die Auswirkungen von Asthma in der Regel geheilt werden. COPD ist dagegen eine fortschreitende Erkrankung. Die Schäden, die infolge der COPD an Lunge und Atemwegen entstehen, können dagegen durch Medikamente und die Behandlung der Erkrankung nicht rückgängig gemacht werden. Nur durch eine spirometrische oder bodyplethysmographische Untersuchung kann sicher zwischen Asthma und COPD unterschieden werden.

Was sind Bronchodilatatoren?

Bronchodilatatoren sind Medikamente, die das Atmen erleichtern, indem sie die Atemwege weiten. Normalerweise werden Bronchodilatatoren über Inhalatoren appliziert. Dadurch gelangen die Medikamente direkt in die Lungen. Es gibt verschiedene Kategorien von Bronchodilatatoren: Beta-2-Agonisten, Anticholinergika und Methylxanthine.

Was sind Beta-2-Agonisten?

Beta-2-Agonisten sind Medikamente, die die Atemwege weiten. Sie gehören zur Gruppe der Bronchodilatatoren. Sie stimulieren die Beta-2-Rezeptoren in der Atemmuskulatur, was zur Entspannung der Bronchialmuskulatur führt. Dadurch weiten sich die Bronchien. Es wird zwischen kurz- und langwirksamen Beta-2-Agonisten unterschieden. Salbutamol, Fenoterol und Terbutalin gehören beispielsweise zu den kurzwirksamen Medikamenten dieser Kategorie. Sie dienen in der Regel der schnellen Symptombeseitigung. Salmeterol und Formoterol gehören zu den langwirksamen Beta-2-Agonisten. Diese Medikamente werden eher zur Vorbeugung von Symptomen der COPD eingesetzt.

Was sind Anticholinergika?

Anticholinergika verhindern die Kontraktion der Atemmuskulatur. Dadurch weiten sich die Bronchien. Sie gehören zur Gruppe der Brochodilatatoren. Zu den Anticholinergika gehören beispielsweise das kurzwirksame Ipratropium und das langwirksame Tiotropium.

Was sind Methylxanthine?

Methylxanthine gehören zur Gruppe der Bronchodilatatoren. Sie stellen die Bronchien weit. Beispiele für Methylxanthine sind Aminophyllin und Theophyllin.

Warum helfen Kortisonpräparate bei COPD?

Kortisonpräparate oder besser gesagt Kortikosteroide sind Medikamente, die dabei helfen, Entzündungsreaktionen infolge der COPD zu kontrollieren und einzudämmen. Kortisonpräparate werden zur Behandlung der COPD häufig inhaliert. Dazu gehören zum Beispiel Budesonid, Beclomethason oder Fluticason. Es gibt auch Präparate in Tablettenform, wie beispielsweise Betamethason, Dexamethason, Methylprednisolon oder Prednisolon.

Was sind Kombinationspräparate?

Zur Behandlung der COPD werden häufig Kombinationen aus langwirksamen Beta-2-Agonisten und Kortikosteroiden verwendet. Die Beta-2-Agonisten sorgen für die Weitung der Bronchien, während die Kortikosteroide die Entzündungsreaktion verhindern oder eindämmen.

Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen, wenn ich Medikamente gegen COPD einnehme?

Bronchodilatatoren und Kortikosteroide zur Inhalation haben in der Regel keine oder kaum Nebenwirkungen. Manche inhalierbare Kortikosteroide können eine leichte Heiserkeit auslösen. Anticholinergika können zu Mundtrockenheit, Prostatahypertrophie oder einem Glaukom (grüner Star) führen und manche Beta-2-Agonisten zu einem leichten Zittern. Bei ungewöhnlichen oder neu aufgetretenen Nebenwirkungen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Muss ich meinen Inhalator und/oder meine COPD-Medikamente immer dabei haben, auch wenn es mir gut geht?

Sie sollten stets Ihre vom Arzt verschriebenen Medikamente mit sich führen, wenn Sie unter COPD leiden. Außerdem sollten Sie sich immer an die Einnahmevorschriften halten, auch wenn Sie keine Symptome Ihrer COPD verspüren. Ihre Medikamente und Ihr Inhalator können das Verkrampfen Ihrer Atemwege verhindern. Wenn Sie die Einnahme eigenständig unterbrechen, könnten Sie das Risiko einer Exazerbation der COPD mit akuter Atemnot eingehen. Für solche Notfallsituationen sollten Sie außerdem immer Bronchodilatatoren dabei haben, die schnell wirken und druckgesteuert – nicht atemzugsgesteuert – sind.

Woran erkenne ich eine Exazerbation meiner COPD?

Wenn Ihre COPD in einem stabilen Zustand ist, verändern sich Ihre Symptome der Erkrankung, je nach Krankheitsstadium, nur unwesentlich. Bei einer Exazerbation dagegen werden sich Ihre Symptome in sehr kurzer Zeit verstärken und sich Ihr Zustand verschlimmern. Zu den Symptomen, die dann auftreten könnten, gehören beispielsweise die folgenden: Verstärkte Atemnot, pfeifendes Atemgeräusch, Brustenge, Verwirrung, starker Husten mit oder ohne Auswurf, Veränderungen in der Auswurffarbe, Fieber, Schläfrigkeit (eventuell Zeichen einer lebensgefährlichen Kohlendioxid-Vergiftung) oder Blaufärbung von Lippen oder Fingernägeln. Diese Symptome sind lediglich typische Beispiele. Es kann sein, dass bei einer Exazerbation keines dieser Symptome auftritt, dass manche auftreten oder dass alle auftreten. Auch treten diese Symptome nicht zwingend gleichzeitig oder in einer bestimmten Abfolge auf.

Was soll ich tun, wenn ich den Verdacht auf eine Exazerbation habe?

Exazerbationen der COPD können lebensbedrohlich sein und machen in der Regel ärztliche Hilfe notwendig. Auch Menschen, bei denen noch keine COPD festgestellt wurde, sollten umgehend einen Arzt informieren, wenn sie Verwirrung oder ungewöhnlich starke Schläfrigkeit verspüren sollten. Dies sind Zeichen für eine gefährliche Überhöhung des Kohlendioxidgehalts im Blut.

Muss ich meine Ernährung ändern, wenn ich COPD habe?

Sie sollten sich gesund und ausgewogen ernähren. Manche Menschen mit COPD haben stärkere Atemprobleme nach einem schweren Essen. Daher sollten Sie eventuell auf sehr mächtige und schwere Mahlzeiten verzichten und lieber kleinere Portionen zu sich nehmen.

Wie oft muss ich zum Arzt, wenn ich COPD habe?

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über sinnvolle Kontrollintervalle. In der Regel sollten Sie alle drei bis sechs Monate bei Ihrem behandelnden Arzt zum COPD-Kontrolltermin erscheinen.

Gibt es bestimmte rezeptfreie Arzneien, die ich aufgrund meiner COPD vermeiden sollte?

Wenn Sie rezeptfreie Medikamente in der Apotheke einkaufen, sollten Sie stets Ihren Apotheker über Ihre COPD-Erkrankung in Kenntnis setzen. Er wird Ihnen sagen können, welche Arzneimittel aufgrund Ihrer Nebenerkrankung eingesetzt werden können und welche nicht. Insbesondere mit frei erhältlichen Hustenstillern sollten Sie sehr vorsichtig sein. Lassen Sie Ihren Arzt immer wissen, welche Medikamente Sie neben den verschriebenen einnehmen, damit er Sie dazu beraten und auf mögliche Wechselwirkungen Rücksicht nehmen kann.

Wie huste ich richtig?

Atmen Sie tief ein und halten Sie die Luft für zwei Sekunden an. Husten Sie zweimal, während Sie den Mund leicht geöffnet halten. Das erste Husten sollte Ihren Schleim lösen, und das zweite Husten sollte den Schleim in Richtung Mund befördern.

Ich habe gehört, dass ich meinen Auswurf überpfüfen soll. Was bedeutet das?

Sie sollten Ihren Auswurf in einem sauberen Taschentuch auffangen. Ein gutes Zeichen ist ein klarer, transparenter Schleim mit eventuell einer leicht cremigen Verfärbung. Wenn der Auswurf gelb, grün oder rot ist, kann das ein Zeichen für eine Infektion sein. Sie sollten in diesem Fall einen Arzt aufsuchen.

Wie wird sich meine COPD-Erkrankung entwickeln?

COPD ist eine fortschreitende Erkrankung. Das bedeutet, dass sich die Erkrankung im Verlauf der Zeit verschlimmern wird. Normalerweise entwickeln sich diese Veränderungen langsam. Manchmal kann es aber auch sehr plötzlich zu einer deutlichen Verschlechterung kommen. Das nennt man dann Exazerbation. Es gibt Vieles, das Sie tun können, um Ihr persönliches Risiko für das Erleiden einer Exazerbation zu verringern. Vermeiden Sie, soweit möglich, Umgebungen mit starker Luftverschmutzung und stellen Sie eine gute Qualität der Atemluft zu Hause sicher, indem Sie beispielsweise regelmäßig lüften und insbesondere in den Wintermonaten auf ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit achten. Ganz wichtig ist es auch, Substanzen aus dem Weg zu gehen, die die Atemwege reizen könnten. Dazu gehören vor allem Zigarettenrauch, aber auch reizende Chemikalien.

Mir wurde gesagt, dass ich eine angeborene Veranlagung für COPD habe. Was bedeutet das?

Die meisten COPD-Fälle werden durch Rauchen oder Umweltbelastungs-Faktoren hervorgerufen. Es gibt allerdings auch Fälle, die auf einen angeborenen Mangel an dem Protein Alpha-1-Antitrypsin zurückzuführen sind. Alpha-1-Antitrypsin schützt die Lunge vor Schäden. Bei Mangel an diesem Schutz kann es irgendwann zur COPD kommen.

Gibt es etwas, damit ich mein COPD-Risiko reduzieren kann?

Wenn Sie Raucher sind, ist die allerwichtigste Maßnahme, das Rauchen einzustellen. Wenn Sie kein Raucher sind oder bereits das Rauchen aufgegeben haben, sollten Sie keine stark verrauchten Orte aufsuchen, um häufiges Passivrauchen zu vermeiden.

Können Kinder COPD bekommen?

Sehr selten können auch Kinder COPD bekommen. Dies ist dann oft mit einem angeborenen Alpha-1-Antitrypsinmangel verbunden und tritt häufig bei Personen auf, die als Frühgeburten zur Welt gekommen sind (Frühchen-Syndrom).### Weiterführende Links und Quellen

Nationale Versorgungsleitlinie COPD

Patienten-Leitlinie COPD

Deutsche Atemwegsliga

Deutsche Lungenstiftung

Deutsche Selbsthilfegruppe für Sauerstoff-Langzeit-Therapie (LOT)

Patientenliga Atemwegserkrankungen

Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut