Fleischkonsum und Klimawandel

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Fleischkonsum und Klimawandel

Massentierhaltung und Klimawandel: Wie viel Fleisch ist überhaupt gesund für uns und wie fängt man bei der Umstellung auf weniger Fleisch an?

Massentierhaltung und der Klimawandel hängen eng miteinander zusammen. Massentierhaltung, insbesondere die Fleischindustrie, belastet die Umwelt und das Klima enorm. Doch wie viel Fleisch ist überhaupt gesund für uns und wie fängt man bei der Umstellung auf weniger Fleisch an?

Weniger Fleisch essen: Es gibt verschiedene Umsetzungswege und Ansatzpunkte, um sich nachhaltig zu ernähren bzw. um damit anzufangen. Nicht jede/r muss direkt vegan oder vegetarisch werden, um einen Betrag zum Klimaschutz zu leisten. Für den Anfang ist es z. B. schon sehr effektiv, einfach weniger Fleisch zu essen.


Weniger Fleisch essen! Nicht verzweifeln, sondern Flexitarier/in werden

Viele Menschen reduzieren bei ihrer Ernährung, wegen des direkten Zusammenhangs von Massentierhaltung und Klimawandel, im ersten Schritt ihren Fleischkonsum und ernähren sich mehrmals die Woche vegetarisch. Immer beliebter wird diese sogenannte flexitarische Ernährungsweise, bei der Menschen weniger Fleisch essen.

Wer Flexitarier/in wird, muss nicht Flexibilität beim Essen einbüßen. So kann man sich tageweise der pflanzensbasierten Ernährung widmen und kann an anderen Tagen bewusst ein Fleischgericht essen, wenn der Verzicht auf Fleisch noch zu schwer fällt.


Fleischkonsum und Klimawandel: Warum sollten wir weniger Fleisch essen?

Die Massentierhaltung und der Klimawandel hängen nicht nur an uns, sondern auch an der Politik – das stimmt. Auch Fakt ist: Wir als Verbraucher/innen haben auch einen Einfluss auf das Klima und unsere Umwelt.

Die EU und OECD-Staaten fördern Landwirtschaft – und damit die Nutztierhaltung für Fleisch-, Milch-, Eierproduktion – gezielt. Das ist ein Problem, was nicht wegzureden ist. Um den Nutztierbestand zu senken, müssen also nicht nur wir Verbraucher/innen, sondern auch die Produzenten und Zwischenhändler sowie die Politik in die Pflicht genommen werden.

Das „auch“ ist an dieser Stelle ganz wichtig – warum? Gibt es künftig immer weniger Haushalte, die täglich tierische Produkte essen, so bleiben Händler und Produzenten früher oder später auf der Überproduktion ihrer Waren sitzen, was nicht nur wirtschaftlichen Verlust, sondern auch höhere Entsorgungskosten bedeutet. Gerade, weil sich hier doch zeigt, welche „Macht“ wir Verbraucher/innen haben, ist unsere Meinung: Nur weil es noch andere Faktoren beim Klimawandel gibt, ist „Kopf in den Sand stecken“ keine Option für uns.


Wir können unseren CO2-Fußabdruck durch bewusste Ernährung verbessern

Vielleicht ist es Ihnen auch aufgefallen, das vegane und vegetarische Angebot wächst zunehmend in den Supermarktregalen, weil die Nachfrage immer größer wird. Die Produzenten reagieren immer schneller auf diese Nachfrage, denn schließlich wollen sie das produzieren, was von ihren Kunden und Kundinnen nachgefragt wird. Wir können Einfluss auf Produzenten nehmen und unseren CO2-Fußabdruck durch Ernährung und in dem Fall – durch den Kauf pflanzenbasierter Produkte beeinflussen.


Fleischkonsum und Klimawandel: Wie gesund sind Fleischersatzprodukte?

Wer seinen Fleischkonsum reduziert, um seinen CO2-Fußabdruck in der Ernährung zu reduzieren, greift vielleicht auch zu Fleischersatz. Doch wie gesund ist dieser eigentlich? Die Basiszutaten von Fleischersatzprodukten sind meist eine Protein- sowie eine vegetarische oder vegane Fettquelle. Zusatzstoffe wie Verdickungsmittel und Stabilisatoren (Johannisbrotkernmehl, Carragen, Guakernmehl, Pektine) werden eingesetzt, um eine ähnliche Konsistenz wie das nachzubildende Produkt zu erreichen.

Die enthaltenen Zusatzstoffe in Fleischersatzprodukten können z. T. höher sein – daher gilt hier: nicht täglich darauf zurückgreifen. Diese Zusatzstoffe kommen grundsätzlich aber auch in den Originalprodukten, also im Fleisch, vor. Der Salzgehalt von Fleischersatzprodukten ist ähnlich hoch oder höher als beim Originalprodukt.


Müssen wir zwingend Fleischersatzprodukte essen, wenn wir ohne Fleisch auskommen wollen? Nein! Die pflanzenbasierte Ernährung bietet so viele Möglichkeiten, auch ohne Ersatzprodukte für Fleisch.

Können wir ab und zu darauf zurückgreifen, ohne dass es ungesund für uns ist? Ja!


Fleischkonsum und Klimawandel: Fleischersatzprodukte ahmen ein ohnehin eher ungesundes Produkt nach

Abschließend lässt sich sagen, dass vegane und vegetarische Fleischeratzprodukte eine günstigere Nährstoffzusammensetzung haben als die normalen Fleischvarianten: Sie sind meist fettärmer, haben wenig oder kein Cholesterin und insgesamt weniger gesättigte Fettsäuren. Somit spricht gesundheitlich nichts dagegen, ab und zu ein veganes Schnitzel oder Ähnliches zu essen. Man sollte nur im Hinterkopf behalten, dass es immer noch ähnliche Nährwerte hat, wie ein normales Schnitzel und Zusatzstoffe sowie Salz in recht hohen Mengen enthalten ist (ebenfalls wie beim Original).


Fleischkonsum und Klimawandel: Zahlen und Fakten

  • Die Produktion von 1 kg Rindfleisch verursacht rund 14 kg CO2.
  • 70 % der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen.
  • Weniger Fleisch essen ist ein guter Anfang, denn: Massentierhaltung ist einer der Hauptauslöser für den Klimawandel.
  • Es stammen 59% Prozent der gesamten Methan- und sogar 80% der Lachgas-Emissionen aus der Massentierhaltung.
  • Bei einer komplett vegetarischen Ernährung wären es 30 % weniger Treibhausgasemissionen
  • Bei veganer Ernährung sogar nur die Hälfte der Treibhausgasemissionen.
  • 17 % des Kalorienbedarfs der Menschheit werden durch tierische Produkte gedeckt – dafür werden 77 % des globalen Agrarlandes benötigt
  • Von der gleichen Ackerfläche können folglich sehr viel mehr Menschen ernährt werden, wenn die darauf angebaute Nahrung direkt der menschlichen Ernährung dient.
  • Ein Großteil des Energiegehaltes von pflanzlichen Nahrungsmitteln geht bei der Umwandlung zu tierischen Produkten verloren. Das Tier benötigt den größten Teil der Nahrungsenergie für den eigenen Stoffwechsel sowie für den Aufbau nicht-fleischliefernder Gewebe.
  • Für Gemüse liegt der Wasserbedarf häufig deutlich unter 500 Liter je Kilogramm. Bei tierischen Produkten sind es teilweise über 5.000 Liter je Kilogramm.

Weniger Fleisch essen - Vorteile

Fleischkonsum und Klimawandel: Die nachfolgenden Vorteile werden häufig anders von „Vegetarismus-Gegner/innen“ dargestellt, sodass sich vegane und vegetarische Menschen oft mit Vorurteilen auseinandersetzen müssen. Wir haben das einmal für Sie zusammengefasst.

Weniger Fleisch essen - Vorteil Nummer 1: Sie können sich mit oder ohne Fleischersatzprodukte gesund und ökologisch ernähren und unterstützen nicht die Regenwaldzerstörung.

  • Vorurteil: „Soja-Anbau zerstört den Regenwald und ist unökologisch“.

Das ist richtig. Aber das Soja wird hauptsächlich als Tierfutter genutzt. Tofu und Sojamilch stammen meistens aus europäischem Anbau. Zudem gibt es inzwischen neben Soja und Tofu nahrhafte ökologische Lebensmittel aus Hafer, Hanf und Erbsenprotein. Wer sich für Fleischersatzprodukte aus Erbsenprotein entscheidet oder auf Gemüse- und Vollkornkomponenten setzt, tut sich selbst und der Umwelt also etwas Gutes und unterstützt nicht mehr den „Wahnsinn“ der Regenwaldzerstörung.

Weniger Fleisch essen - Vorteil Nummer 2: Gesunde Ernährung und Mahlzeitenplanung schonen den Geldbeutel.

  • Vorurteil: „Vegetarismus/ Veganismus ist teuer“

Hier lohnt sich ein Blick auf das große Ganze. Man kann günstig oder teuer einkaufen, je nachdem wie viele Fertigprodukte, biologische Lebensmittel und Genussmittel im Einkaufswagen landen. Grundsätzlich hat dies aber wenig damit zu tun, ob man tierische Lebensmittel isst, oder eben nicht isst. Fleisch aus Bio-Haltung wird immer teurer – wer sich hier einschränkt oder bewusst an einigen Tagen auf Fleisch verzichtet, spart so einiges. Saisonales Obst und Gemüse sowie ein geschriebener Mahlzeitenplan helfen, Geld beim Lebensmittelkauf zu sparen oder zumindest nicht mehr als vorher auszugeben. Mit dem Verzicht auf Fleisch haben Sie den Vorteil, Ihr Geld für gesunde Lebensmittel ausgeben zu können und dadurch weniger Tierleid zu unterstützen.

Weniger Fleisch essen - Vorteil Nummer 3: Ihr Körper wird auch als Veganer/in mit allen Nährstoffen optimal versorgt, ganz ohne Tierleid.

  • Vorurteil: „Veganer/ Vegetarier haben Mangelerscheinungen“

Hätten Sie es gedacht? Solange Sie ausreichend informiert sind und dies in die Praxis umsetzen, wird es auch bei veganer Ernährung keine Mangelerscheinungen geben. Es gibt einen Nährstoff, den vegane und vegetarische Menschen supplementieren sollten, damit kein Mangel entsteht: Vitamin B12. Es wird im Körper von Tieren von Mikroorganismen im Darm gebildet. Studien zeigen, dass nur Wiederkäuer wie Kühe sich selbst mit dem von Darmbakterien produzierten B12 selbst versorgen. Alle anderen Tiere, wie auch Menschen, müssten B12 mit der Nahrung aufnehmen. Früher gab es im natürlichen Erdboden ein hohes B12 Vorkommen. Doch heutzutage ist ungewaschenes Gemüse keine sichere B12-Quelle mehr, denn die natürliche Bodenflora wurde durch die industrielle Landwirtschaft weitgehend zerstört. Das bedeutet, das im Schweinefleisch enthaltene Vitamin B12 stammt aus dem Tierfutter, wo Vitamin B12 (und sämtliche Medikamente) zugesetzt wird.

Was ist mit den anderen kritischen Nährstoffen?

Es gibt die sogenannten „kritischen Nährstoffe“ – das bedeutet, hier gibt es pflanzliche Nahrungsmittel, womit der Bedarf mit oder auch ohne Supplemente gedeckt werden kann, wenn man auf tierische Produkte verzichtet. Man sollte diese Nährstoffe (neben dem Vitamin D Check, der für alle Personen unabhängig von der Ernährung ratsam ist) regelmäßig, z. B. im Rahmen der jährlichen Checkup-Untersuchung, kontrollieren lassen. Zu den Nährstoffen, die als „kritisch“ eingestuft werden, die aber gut durch pflanzenbasierte Ernährung abgedeckt werden können, sind u.a. Selen, Zink, Eisen, Protein.

Weniger Fleisch essen - Vorteil Nummer 4: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt

  • Vorurteil: „Fleisch ist überlebenswichtig. Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen.“

Fakt ist, Fleischkonsum beeinflusst nicht nur den Klimawandel, sondern ist ungesund – auch wenn viele nun denken „Na und?“. Menschen, die oft rotes Fleisch essen, entwickeln laut einer Studie aufgrund des enthaltenen L-Carnitins häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen – dieses Risiko wird drastisch reduziert, wenn Sie kein Fleisch mehr essen.

Fleischkonsum und Klimawandel – auch ein Thema bei der DGE. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die lange einen regelmäßigen Fleischkonsum befürwortete, hat ihre Regeln überarbeitet. So bezuschussen Krankenkassen inzwischen auch Kurse zur veganen und vegetarischen Ernährung, weil eine gesunde Ernährung mit pflanzenbasierter Ernährung möglich ist.

Die aktuelle Empfehlung der DGE für Menschen, die sich noch nicht pflanzenbasiert ernähren, lautet: Wenn Sie Fleisch essen, dann nicht mehr als 300 bis 600 g pro Woche. Insbesondere Wurst selten essen.

In unseren Kursen erfahren Sie, welche Nährstoffe Sie durch pflanzenbasierte Ernährung optimal abdecken können und wie Sie Ihren persönlichen CO2-Fußabdruck mit Ihrer Ernährung effektiv reduzieren können.

Vielen Dank, dass Sie sich auf unserer Seite informiert haben.

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Zuletzt bearbeitet: 01.03.2024

Autor: Anja Jung

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