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Zahngesundheit

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Die Funktionen der Zähne

Neben der Nahrungsaufnahme und -zerkleinerung haben die Zähne auch Stütz- und Formfunktionen und tragen wesentlich zur Artikulation und Aussprache bei. Sind sind eine funktionelle Einheit im Gesamtapparat des Gebisses und aufeinander abgestimmt.

Die Zähne sind unser wichtigstes Instrument und Werkzeug bei der Nahrungsaufnahme. Die Zähne beißen ab und schneiden die Nahrung, sie zermahlen und zerkleinern die Nahrung für das Abschlucken und Verdauen des Essens. Diese Funktion ist die Hauptaufgabe der Zähne. Doch nicht nur für die Nahrung sind sie wichtig.

Zähne haben auch eine wichtige Funktion bei der Formung der unteren Gesichtspartie, der Artikulation bestimmter Laute und sind ein sozial-gesellschaftliches Aushängeschild für jeden einzelnen Menschen.

Die funktionelle Einheit aller Zähne, des Zahnhalteapparates, den Kieferknochen und die Zahnfächer nennt man Kauapparat. Zu den genannten Teilen zählen weiterhin das Kiefergelenk, alle Muskeln und Bänder die das Gebiss bewegen. Die Komplexität dieses Apparates ist sehr groß und somit auch die unterschiedlichen Aufgaben.

Die Zähne und besonders ihr fehlen oder Störungen in der Gesamtheit der Funktion rufen viele Probleme hervor, die sich nicht allein auf die Zähne beschränken. So können Fehlstellungen der Zähne zur Fehlstellung im Kiefergelenk führen. Diese Fehlstellung wiederum ruft eine Spannung in Muskeln in Kopfbereich hervor. Dies kann zu Spannung und sogar Kopfschmerzen führen. Untersuchungen in medizinübergreifenden Bereichen haben gezeigt, dass 60% aller Migränefälle auf eine Fehlstellung des Kiefergelenks zurück zuführen.

Allein das Fehlen eines einzelnen Zahnes in der Zahnreihe kann dazu führen, dass alle anderen Zähne ihre Stellung verändern und somit alle weiteren Reaktionen und Probleme hervorrufen.

Das Kauorgan

Die funktionelle Grundeinheit des gesamten Kauapparates bildet der einzelne Zahn. Wir können entwicklungstechnisch und funktionell 5 verschiedene Zähne unterscheiden.

  • Schneidezahn

  • Eckzahn

  • Prämolar („vordere Backenzahn“)

  • Molar („hinterer Backenzahn“)

  • Weisheitszahn

Die hier aufgeführten Zähne erfüllen die unterschiedlichsten Aufgaben im Kauorgan. Sie haben aber auch unterschiedliche Entwicklungsursprünge.

Der Schneidezahn gehört zu den Frontzähnen des Menschen. Er dient im Komplex des Kauapparates zum Abbeißen und Abschneiden von Nahrungsteilen. Jeder Erwachsene hat 8 Schneidezähne, 4 Schneidezähne im Oberkiefer und 4 Schneidezähne im Unterkiefer. Die Kaufläche der Schneidezähne ist zu einer scharfen Kante geformt. Grundsätzlich kann man den Schneidezahn mit der Form eines Hohlmeißels vergleichen. Der Schneidezahn besitzt nur eine Wurzel.

Der Eckzahn oder auch Dens caninus schließt an die äußeren Schneidezähne an. Er ist ein Relikt der Reißzähne. Diesen Ursprung erkennt man auch im lateinischen Namen. Dens caninus heißt nichts Anderes als „Hundezahn“ und verweist auf die frühere Funktion als Reißzahn. Er hat eine konische Kaukante. Die Eckzähne erfüllen nicht mehr ihre reine Reißzahnfunktion. Die Flächen der Kaukante haben eher eine schneidende Funktion. Die Eckzähne haben die längsten Wurzeln im Gebiss des Menschen. Sie haben nur eine Wurzel. Die Oberkiefereckzähne sind größer als die Unterkiefereckzähne. Die Wurzeln der Oberkiefereckzähne reichen sogar bis zur knöchernen Augenhöhle. Dies hat unter anderem auch Folgen bei Erkrankungen im Wurzelbereich. Aus zahnärztlicher Sicht ist der Erhalt der Eckzähne äußerst wichtig, da sie im Gebiss eine wichtige Kaudrucksäule bilden.

Die vorderen Backenzähne oder auch Prämolaren genannt befinden sich im Gebiss im Anschluss zu den Eckzähnen. Die Besonderheit der Prämolaren besteht darin, dass sie im Gebiss die ersten Zähne mit einer richtigen Kaufläche sind. Die Kaufläche wird von 2 Höckern begrenzt. Auch die vorderen Backenzähne haben wie die Eckzähne und die Schneidezähne nur eine Wurzel. Eine Ausnahme machen hier die oberen ersten Prämolaren. Diese sind mit 2 Wurzeln ausgebildet. Die hauptsächliche Aufgabe der vorderen Backenzähne ist das Zermahlen und Zerkleinern von Nahrungsteilen. Das normale gesunde Gebiss verfügt über insgesamt 8 vordere Backenzähne.

Die hinteren Backenzähne oder Molaren befinden sich im hinteren Teil des Gebisses. Sie sind die Zähne im Gebiss mit den größten Kauflächen. Bei der Anzahl der Wurzeln unterscheiden sich wieder die Oberkieferzähne von den Unterkieferzähnen. Die Molaren im Oberkiefer haben 3 Wurzeln, die im Unterkiefer hingegen nur 2. Das normale menschliche Gebiss hat insgesamt 8 Molaren. Die Kauflächen der Molaren sind die größten im menschlichen Gebiss. Besonders auffällig ist, dass die Molaren über mehrere Höcker verfügen. Durch die enorm große Fläche ist die Aufgabe der Molaren eindeutig das Zermahlen von Nahrungsteilen.

Die Weisheitszähne oder 8er Molaren sind ein Überbleibsel aus der Entwicklung des Menschen. Sie waren ebenfalls als Mahlzähne ausgebildet. Der heutige Mensch hat diese Zähne tatsächlich nur noch rudimentär angelegt. Der Zahn wird zwar noch ausgebildet, nimmt aber seine ursprüngliche Funktion nicht mehr wahr. Bei manchen Menschen wird er auch gar nicht mehr ausgebildet.

Der Weisheitszahn birgt häufig zahnmedizinische Probleme, da er durch sein verspätetes Wachstum alle anderen Zähne in deren Stellung und Ausrichtung verschieben kann. Die operative Entfernung ist meistens aufwändig und kompliziert, da der Zahn keine anatomische Regelmäßigkeit aufweist und Wurzeln und Zahnstellung immer wieder anders verlaufen können. Nicht selten ist es der Fall, dass die Wurzeln „auseinanderspreizen“. Das heißt sie verlaufen nicht senkrecht zum Kieferknochen, sondern „knicken“ in bestimmten Winkeln um. Aus therapeutischer und vorbeugender Sicht werden die Weisheitszähne meist in jungen Jahren entfernt.

Nicht nur die Zähne allein bilden den Kauapparat. Hinzu kommen anatomische Einrichtungen wie die Kiefergelenke und der Muskelapparat. Auch die Kiefer selbst gehören zur Funktionseinheit des Kauorgans.
Die Artikulation und Aussprache

Als Artikulation versteht man den gewollten, gesteuerten und kontinuierlichen Prozess der Bewegung zur Bildung von Sprachlauten. Die eigentliche Schallentwicklung bzw. Druckentwicklung die für die Aussprache nötig ist, kommt ja bekanntlich aus dem Kehlkopf. Jedoch ist der Verlauf des Luftstromes durch die Mundhöhle oder Nasenhöhle ebenso wichtig. Man unterscheidet in der Sprachlehre (Phonetik) sogar zwischen nasalen (durch die Nasenhöhle) Konsonanten und nicht-nasalen Konsonanten (durch die Mundhöhle).

Bei der Lautbildung selbst sind die Zähne als nicht-aktive Teile der Artikulation anzusehen. In diesem Zusammenhang haben die Zähne also Einfluss auf folgende Lautbildung:

  • Lippen-Zahnlaute f, v, pf

  • Zahnlaute/ Zahndammlaute t, d, st, s, z, n, l, r

  • Gaumen-Zahnlaute sch ,ß

Aktiv wird der Luftstrom sozusagen von der Zunge, dem Gaumensegel, den Lippen und den Stimmlippen der Stimmbänder gelenkt. Besonders die Zunge, das Gaumensegel und die Lippen lenken dabei den Luftstrom an die Zähne zur Lautbildung.

Fehlen Zähne im Frontbereich, ist die Lautbildung unnatürlich und das Lautbild verzerrt. Es kommt zu Sprachstörungen.
Die Formfunktion

Dass die Zähne auch die Funktion der Gesichtsformung übernehmen, ist auf den ersten Blick nicht sofort klar. Betrachtet man zum Beispiel ältere Menschen mit Zahnersatz und besonders in dem Moment wo der Zahnersatz (Zahnprothesen) herausgenommen ist, stellt man schnell fest, dass die untere Gesichtspartie eingefallen und instabil aussieht.

Durch das Fehlen der Zähne in einem oder beiden Kiefern, kommen die beiden zahnlosen Kieferkämme weiter aufeinander zu. Die hat zur Folge, dass die Mundpartie leicht nach innen „einklappt“ und Falten wirft. Durch die Verkürzung der Abstände zwischen den Kiefern wird die gesamte Proportion des Gesichtes gestört.

Die Zähne haben sozusagen eine Säulen- bzw. Stützfunktion im unteren Gesichtsbereich. Durch das Fehlen der Zähne fällt diese Stütze weg und der Mundbereich fällt sprichwörtlich ein.

Die heutige Zahnmedizin legt großen Wert auf die ästhetische Herstellung von Prothesen und Zahnersatz. Die Konstruktion solcher Therapiemittel wird immer auch unter dem Aspekt der Rekonstruktion des Gesichtsbereiches betrachtet. So wird nicht nur ein Augenmerk auf die primäre Funktionalität, Kauen und Sprechen, gelegt, sondern auch auf die Wiederherstellung der Gesichtsproportionen geachtet.

Die Sozialfunktion

Die heutige Gesellschaft legt viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres und gutes Aussehen. Hierzu zählen im Besonderen auch die Zähne. Gesunde und gutaussehende Zähne sind ein Zeichen für Vitalität und Gesundheit.

Fehlstellungen im Kiefer, das Fehlen von Zähnen oder ein sehr maroder Zahnbestand sind oft ein Anzeichen von mangelnder Körperpflege und sogar schlechter Gesundheit. Ist dann auch noch die Sprachbildung beeinflusst, sinkt das gesellschaftliche Ansehen. Man kann nicht mehr richtig mit den Leuten kommunizieren und wird somit in seinem sozialen Umfeld sehr eingeschränkt.

Die Zähne sind unser Aushängeschild in der Gesellschaft. Geht es unseren Zähnen gut, geht es uns gut und wir strahlen vor Gesundheit und Vitalität.