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Formularwesen

Die schriftliche Bescheinigung von Vorgängen wird auch in Arztpraxen häufig über Formulare vorgenommen. Diese Formulare standardisieren Abläufe im Gesundheitswesen und sind, beispielsweise bei dem Nachweis von Krankheitstagen, auch wichtig für die Patienten.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Das umgangssprachlich auch als „Gelber Schein“ bezeichnete Formular bescheinigt dem Betroffenen, dass er durch Krankheit an der Erbringung seiner Arbeitsleistung gehindert wird. Im Normalfall ist dieses Formular dem Arbeitgeber nach dem dritten Krankheitstag vorzulegen. Dieser kann die Vorlage aber auch schon früher, ab dem ersten Tag, verlangen.

Beleg über die Zahlung der Praxisgebühr

Bezahlt der Patient die quartalsweise anfallende Praxisgebühr von zehn Euro, erhält er hierüber einen Beleg, der die Zahlung nachweist. Der Beleg gibt auch Quartal und Jahr der Zahlung an.

Antragsformular zur Feststellung einer Behinderung nach dem Schwerbehindertenrecht

Die Feststellung einer Behinderung nach dem Schwerbehindertenrecht muss schriftlich beantragt werden. Zuständig dafür ist das Versorgungsamt des jeweiligen Bundeslandes. Dort (aber in den meisten Fällen auch in Bürgerämtern oder in Beratungsstellen für Behinderte) erhält man das entsprechende Formular.

Patientenverfügung

Ärzte benötigen für sämtliche Behandlungen die Erlaubnis des Patienten. Solange der Betroffene selbstständig in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen, ist dies unproblematisch.

Tritt der Fall ein, dass selbstständig keine Entscheidung mehr getroffen werden kann, gibt es trotzdem eine Möglichkeit, den eigenen Willen kundzutun – über die Patientenverfügung.

Hier können für genau zu bestimmende Krankheiten und Situationen die entsprechenden medizinischen Reaktionen festgelegt werden. Ebenso kann festgehalten werden, welche Maßnahmen unterbleiben sollen. In jedem Fall sollte die Patientenverfügung so verwahrt werden, dass sie in Notsituation auch gefunden wird.

Die Patientenverfügung regelt nicht, welche Person dafür sorgt, dass der Patientenwille auch in die Tat umgesetzt wird, und bei entsprechenden Unklarheiten die Entscheidungen fällt. Soll eine solche Person bestimmt werden, kann eine Vorsorgevollmacht ausgestellt werden. Der Vollmachtnehmer wird so Vertreter im Willen des Vollmachtgebers und entscheidet für diesen.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Nachdem ein Arzt oder Zahnarzt eine Erkrankung festgestellt hat, deren Auswirkung ist, dass der Betroffene seine Arbeitsleistung nicht erbringen kann, stellt er eine namentlich adressierte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Am vierten Tag der Erkrankung muss die Bescheinigung in der Regel dem Arbeitgeber vorliegen. Dieser kann allerdings auch auf eine schnellere Zustellung bestehen. Kommt der Arbeitnehmer dieser Pflicht nicht nach, kann dies den Arbeitgeber vorerst von der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall entbinden.

Beim Arzt werden insgesamt drei Durchschläge der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erstellt. Einer ist hierbei für die Krankenkasse, einer für den Arbeitgeber und der letzte verbleibt beim Arzt.

Pro Jahr werden in Deutschland etwa 250 Millionen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bei 3,3 Millionen Arbeitgebern abgegeben.

Beleg über die Zahlung der Praxisgebühr

Der Beleg über die Zahlung der Praxisgebühr reicht nicht aus, um im selben Quartal bei einem anderen Arzt ohne Zahlung der Praxisgebühr behandelt zu werden. Hierfür ist eine Überweisung des Arztes nötig, bei dem die Praxisgebühr bezahlt wurde.

Antragsformular zur Feststellung nach dem Schwerbehindertenrecht

Der Grad der Behinderung eines Menschen wird in Zehnerschritten angegeben. Die Werte richten sich nach dem Grad der funktionalen Beeinträchtigung. Als Schwerbehinderte gelten Personen mit einem Grad von 50 oder mehr.

Zu den Funktionsbeeinträchtigungen, die eine Schwerbehinderung charakterisieren, zählen nicht die Beeinträchtigungen, die altersbedingte Krankheiten mit sich bringen.

Eine Behinderung liegt erst vor, wenn Funktionen (geistiger, seelischer oder körperlicher Art) höchstwahrscheinlich länger als ein halbes Jahr von dem für den aktuellen Lebensabschnitt typischen Zustand abweichen.