Schilddrüsenunterfunktion

auch bekannt als: Hypothyreose

Komplikationen

Icon Auf Grund der verschieden Wirkungsorte der Schilddrüsenhormone kann eine Schilddrüsenunterfunktion zu unterschiedlichsten Komplikationen führen.

Die Komplikationen bei Schilddrüsenfunktionsstörungen sind ebenso vielfältig wie die Wirkung der Schilddrüsenhormone selbst, von Veränderungen an der Schilddrüse bis hin zu Unfruchtbarkeit und Koma. Allgemein gilt: Je früher Komplikationen erkannt und behandelt werden, desto besser ist die Prognose für die weitere Behandlung und das Verhindern von Langzeitschäden.

Der Kropf

Als Kropf wird jegliche Vergrößerung der Schilddrüse bezeichnet unabhängig von dessen Konsistenz und der Art der Schilddrüsenfunktionsstörung. Unbehandelt  kann ein Kropf durch sein ungehindertes Wachstum zu körperlichen Beeinträchtigungen führen. Außerdem können sich in ihm Knoten bilden, die sich im schlimmsten Fall zu bösartigen Tumoren weiterentwickeln.

Folgendes kann sich durch und in einem Kropf entwickeln:

  • Entstehung einer Schilddrüsenautonomie, abhängig von Größe, Alter und Knotenbildung im Kropf

  • Entstehung sogenannter kalter Knoten (4 % Krebsrisiko)

Ursachen für die Entstehung eines Kropfes:

  • häufigste Ursache: Jodmangel. Er besteht vor allem in geographischen Jodmangelgebieten (Regionen, die vom Meer entfernt liegen), in Wachstumsphasen, Schwangerschaft und Stillzeit. Zu Anfang entsteht meist nur eine leichte Vergrößerung der Schilddrüse, die Größe nimmt mit der Zeit zu, später kann es zu knotiger Veränderungen kommen, dem sogenannten Knotenkropf.

  • seltene Ursachen : einige Kohlsorten die die Jodverwertung behindern, „Morbus Basedow“, Schilddrüsenentzündungen, Schilddrüsenkrebs

Kombinationen von Kropf und Schilddrüsenfunktionsstörungen und ihre Ursachen:

  • Kropf + normal arbeitende Schilddrüse: kompensierte Schilddrüsenautonomie

  • Kropf + Schilddrüsenüberfunktion: bei „Morbus Basedow“ nicht kompensierte Schilddrüsenautonomie, Schilddrüsenentzündung im Anfangsstadium

  • Kropf + Schilddrüsenunterfunktion: Schilddrüsenetzündung im Spätstadium, Jodverwertungsstörungen

Die WHO hat folgende Größeneinteilung festgelegt:

  • Stadium 0:  kein Kropf

  • Stadium I:   tastbarer Kropf

  • Stadium Ia: bei zurückgeneigtem Kopf ist die Schilddrüse nicht sicht-oder tastbar, hat aber kleine Knötchen     

  • Stadium Ib: tastbarer Kropf, der nur bei zurückgeneigtem Kopf sichtbar wird

  • Stadium II:  Kropf, der bei normaler Kopfhaltung sichtbar ist

  • Stadium III: sehr großer Kropf, der durch seine Größe in der Nähe liegende Gefäße staut

Formen des Kropfs:

  • bei Jodmangel oder „Morbus Basedow“: weiche, gleichmäßige Konsistenz

  • bei „Hashimoto-Thyreoditis“ oder lang bestehendem Jodmangel: knotige Konsistenz

  • bei Schilddrüsenentzündung: hart und schmerzhaft

  • bei Schilddrüsenkrebs: hart und schmerzlos

Folgende Symptome können durch den Kropf ausgelöst werden:

  • Druck- oder Kloßgefühl im Hals

  • Schluckbeschwerden

  • Gefühl der Luftnot

  • durch den Druck des Kropfs auf die Luftröhre kann ein pfeifendes Geräusch beim Ausatmen entstehen

  • Stauung der Halsgefäße, da der Kropf diese durch seine Größe einengt

Prophylaxe zur Kropfentstehung:

  • ausreichende Jodaufnahme durch die Nahrung, 180µg -200µg täglich

  • häufige Kontrolle der Schilddrüsenwerte während der Schwangerschaft und Stillzeit und prophylaktische Jodabgabe

Bösartige Knoten

In der Schilddrüse können kalte und heiße Knoten entstehen. Da es auch bösartige Tumore sein können, sollten diese Knoten immer medizinisch untersucht werden.

Folgende Risikofaktoren können die Entstehung eines bösartigen Knotens begünstigen:

  • vorhergehende Bestrahlung zur Krebsbehandlung

  • neu aufgetretene, schnell wachsende Knoten

  • jugendliches Alter

  • männliches Geschlecht

  • Vorkommen in der Familie

Wenn der Knoten in der Ultraschalluntersuchung auffällig ist, sollte er weiter medizinisch Untersucht werden, um Krebs auszuschließen.

Frühe Gefäßverkalkung

Von Gefäßverkalkung wird gesprochen, wenn es zu Ablagerung von Blutfetten, Kalk, kleinen Blutgerinnseln und Bindegewebe in der Gefäßwand kommt.

Dadurch verengt sich das Gefäßinnere und das Blut hat weniger Platz, um hindurch zu fließen. Die Folgen der Gefäßverkalkung können sehr gravierende sein, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, das Absterben von Nerven besonders in den Beinen, Durchblutungsstörungen und Nierenunterfunktionen.

Bei der Schilddrüsenunterfunktion kann es auf Grund der geringeren Fettstoffwechsel im Körper zu dauerhaft erhöhten Blutfetten kommen, welche wiederum stark die Entstehung von Gefäßverkalkungen fördern.

Herzrhythmusstörungen

Schilddrüsenunterfunktion bewirkt durch den Hormonmangel, dass die Empfindlichkeit des Herzens für diese Stoffe erniedrigt ist und es daher zu einem sehr verlangsamten Herzschlag kommen kann. Langfristig kann das eine kritische Herzvergrößerung zur Folge haben.

Unfruchtbarkeit

Schilddrüsenunterfunktion kann zu Unfruchtbarkeit führen. Der genaue Grund, weshalb Schilddrüsenfunktionsstörungen zur Unfruchtbarkeit führen, ist bis heute nicht geklärt.

Ödemkoma (Myxödemkoma)

Dieses Koma tritt heutzutage nur sehr selten auf. Es muss auf der Intensivstation behandelt werden, da Lebensgefahr besteht.

Betroffen sind meist Frauen in höherem Alter.

Die Hauptsymptome sind:

  • Überwärmung des Körpers

  • geringe Atmung und dadurch entstehender Sauerstoffmangel

  • verlangsamter Herzschlag

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.


Infozept Nr. I-SCH-023