Gastroenteritis

auch bekannt als: Magen-Darm-Grippe

Entstehung der Krankheit

Icon Eine Gastroenteritis wird häufig durch den Verzehr von Lebensmitteln ausgelöst, die mit krank­heits­er­re­genden Bakterien, Viren oder tierischen Einzellern belastet sind. Auch eine Übertragung der Keime von Mensch zu Mensch ist möglich.

Definition

Unter Gastroenteritis wird eine Entzündung der Magen- und Dünndarmschleimhaut verstanden, die oftmals mit einem Brechdurchfall einhergeht. Dabei wird der Stuhlgang meist breiig oder flüssig (also die Stuhlkonsistenz nimmt ab) und die Stühle nehmen von der Häufigkeit her zu (meist dreimal oder mehr pro Tag). Häufig werden die Begriffe akute Enteritis, Magen-Darm-Infekt oder Magen-Darm-Grippe synonym verwendet. Mit der eigentlichen Grippe (Influenza) hat diese Erkrankung jedoch nichts zu tun.

Besonders im Säuglings- und Kindesalter tritt die Gastroenteritis sehr häufig auf. So sind Säuglinge und Kleinkinder in den ersten drei Lebensjahren durchschnittlich etwa 1−2-mal pro Jahr betroffen. Ungefähr jedes 10. Kind im Alter zwischen 6 und 24 Monaten muss in ein Krankenhaus eingewiesen werden.

Krankheitsursachen

Im Wesentlichen kann eine akute Gastroenteritis folgende Ursachen haben:

 1. Infektiös: Bakterien, Viren

2. Toxisch: Durch Bakterien produzierte Toxine, andere Gifte

3. Allergisch: Nahrungsmittelallergene und –unverträglichkeiten

4. Physikalisch: radioaktive Strahlung

Gastroenteritis-Erreger

Eine Gastroenteritis wird in der Regel durch verschiedene Erreger in verunreinigten Nahrungsmitteln,  auf kontaminierten Gegenständen oder durch direkten Kontakt zu bereits Erkrankten ausgelöst.

Werden beispielsweise Lebensmittel verzehrt, die stark mit krankheitserregenden Keimen wie Salmonellen belastet sind, kommt es zu einer Infektion des Magen-Darm-Trakts (Lebensmittelvergiftung). Auch bei unzureichender Lagerung und Kühlung von Lebensmitteln kann durch „normale“ Bakterien und deren Stoffwechselprodukte eine Gastroenteritis entstehen. In hohen Konzentrationen können diese Bakterien und deren Stoffwechselprodukte auch die Magen-Darm-Schleimhaut schädigen. Die Folge ist  dann eine sogenannte Gastritis.

Die Erreger können auch aus dem Stuhl und/oder Erbrochenem des Betroffenen auf Lebensmittel oder Oberflächen übertragen werden. Von dort können sie über die Lebensmittel bzw. die Hände in den Mund und letztendlich in den Magen-Darm-Trakt gelangen. Deshalb ist es wichtig, gewisse hygienische Grundregeln einzuhalten. Zum Beispiel sollten Betroffene sich häufig mit einem wirksamen Desinfektionsmittel die Hände reinigen, um die Ausbreitung der Erreger zu vermeiden. Diese Empfehlung gilt natürlich auch für Personen, die nicht erkrankt sind, um eine Ansteckung zu vermeiden.

In der folgenden Tabelle sind die häufigsten Erreger aufgeführt, die eine Gastroenteritis auslösen können. Dazu zählen sowohl Bakterien, Viren als auch tierische Einzeller (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: Übersicht über die verschiedenen Gastroenteritis-Erreger

Gastroenteritis-Erreger

Sehr häufig sind bei Erwachsenen Noroviren und bei Kindern Rotaviren die Ursache einer Magen-Darm-Grippe. Infektionen mit Noroviren werden oftmals in Gemeinschaftseinrichtungen und im Winter beobachtet. Entweder werden sie durch belastete Lebensmittel oder von Mensch zu Mensch übertragen, wobei die Übertragung von wenigen Viruspartikeln ausreicht, um eine Erkrankung auszulösen. Nach ungefähr 12 bis 48 Stunden treten Erbrechen, Durchfälle oder häufig auch Fieber auf.

Vielen bekannt ist die Reisediarrhö, die vor allem im Urlaub in Entwicklungsländern auftritt. Dabei werden die Durchfälle in der Regel durch ein hitzestabiles Bakteriengift des Erregers E. Coli ausgelöst.

Zudem ist auch die Übertragung von krankheitserregenden Keimen über das Trinkwasser möglich. Dies ist vor allem in Entwicklungsländern ein schwerwiegendes Problem. Nach Schätzungen sterben jedes Jahr weltweit 4 Millionen Kinder unter 5 Jahren an infektiösen Durchfällen, weil diese häufig zu einem schweren Wasserverlust (Dehydratation) führen.

Das EHEC Virus

Vielen ist aus den Medien auch das sogenannte EHEC-Virus bekannt. Wir haben Ihnen hier die abschließenden Fakten zu dieser Mitte 2011 in Deutschland ausgelösten EHEC-Erkrankungswelle zusammengetragen.

In der Zeit von Mai bis Juli 2011 kam es vor allem im Norden Deutschlands zu zahlreichen Erkrankungen an Gastroenteritis, die  vermehrt von einem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) und blutigen Durchfällen begleitet wurden. Als Erreger wurde ein bestimmter Typ des Escherichia coli Bakteriums - EHEC - identifiziert. Ende Juli erklärte das Robert Koch-Institut den Ausbruch für beendet.  Es waren 3 Wochen lang keine neuen, dem Ausbruch eindeutig zugehörigen Erkrankungsfälle mehr festgestellt worden.

Insgesamt wurden 855 Erkrankungen an HUS und 2.987 Fälle von akuter Gastroenteritis erfasst, die dem EHEC-Bakterium zugerechnet werden (Stand: 16.08.2011). Der Anteil der Frauen überwog deutlich. Bei den Erkrankten handelte es sich überwiegend um Erwachsene. Unter den Patienten  mit einem HUS verstarben 35 (4,1%) und unter den EHEC-Patienten mit Gastroenteritis 18 (0,6%).

Erkrankungsfälle wurden aus allen Bundesländern registriert, jedoch waren in den 5 nördlichsten Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen die meisten Erkrankungen gemeldet worden.

Lebensmittelunverträglichkeiten

Auch Unverträglichkeiten auf bestimmte Nahrungsmittel können zu Gastroenteritis typischen Symptomen wie Durchfall und seltener auch Erbrechen führen. Oft geht eine solche Nahrungsunverträglichkeit auch mit Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit einher. In der Regel zeigt sich aber ein milderer Verlauf, als bei der akuten Gastroenteritis. Entscheidend ist auch die aufgenommene Menge des unverträglichen Nahrungsmittels. Im Allgemeinen beruhen die Reaktionen auf Störungen von Enzymen, die für die Spaltung oder Aufnahme bestimmter Nahrungsmittelbestandteile zuständig sind.

Übersicht andere Ursachen

Weitere, seltenere Auslöser für ein Gastroenteritis können auch

  • die Einnahme von Eisenpräparaten

  • Alkoholmissbrauch

  • die Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten (zum Beispiel: Diuretika, Digitalis, Chinidin, Laxantien oder nichtsteroidale Antiphlogistika)

  • eine Therapie mit Zytostatika

  • eine Vergiftung mit Quecksilber

  • radioaktive Strahlung in hoher Dosierung

sein.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.


Infozept Nr. I-GAS-044