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Gesund Leben: Functional Food

Functional Food

Funktionelle Lebensmittel

Als Functional Food beziehungsweise funktionelle Lebensmittel werden solche Lebensmittel bezeichnet, die durch spezielle Inhaltsstoffe einen positiven Zusatznutzen für die Gesundheit erbringen. Ihren Ursprung haben diese Nahrungsmittel in Japan. Die Produktpalette ist sehr breit gefächert und reicht von probiotischen Joghurts über Brot mit Omega-3-Fettsäuren bis hin zu cholesterinsenkender Margarine.


Definition, Ursprung und Geschichte von funktionellen Lebensmitteln

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Übersicht

Der Wunsch vieler Verbraucher, etwas für ihre Gesundheit zu tun, schlägt sich auch im Konsum- und Ernährungsverhalten nieder. So ist es nicht verwunderlich, dass der Markt für funktionelle Lebensmittel in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Funktionelle Lebensmittel zeichnen sich neben ihrem Ernährungs- und Genusswert durch einen gesundheitlichen Zusatznutzen aus. Die Zielgruppe für diese Nahrungsmittel ist altersunabhängig und die Produktpalette ist breitgefächert, um die verschiedenen Bedürfnisse der Verbraucher zu befriedigen. So können Personen mit leicht erhöhtem Cholesterinspiegel beispielsweise auf Margarine mit Pflanzensterolen zurückgreifen, um diesen zu senken, und mit Omega-3-Fettsäuren angereichertes Brot soll der Herzgesundheit zuträglich sein.

Denn Sinn und Zweck der Einnahme von funktionellen Lebensmitteln ist die Vorbeugung von verschiedenen Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Mellitus oder Osteoporose. Bisher befand sich eine Reihe von Produkten auf dem Markt, welche die vollmundigen Gesundheitsversprechen nicht immer halten konnten. Zukünftig müssen Aussagen, welche die Gesundheit betreffen, wissenschaftlich bewiesen sein. Dies erleichtert dem Verbraucher die gesundheitsbewusste Lebensmittelauswahl und bietet für Lebensmittelhersteller die Möglichkeit, die Glaubwürdigkeit von funktionellen Lebensmitteln zu steigern.

Definition

Im Gegensatz zu Nahrungsergänzungsmitteln handelt es sich bei Functional Food um verarbeitete Lebensmittel, die auch als solche und nicht in Pulver- oder Kapselform verzehrt werden. Den Lebensmitteln werden zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe oder ungesättigte Fettsäuren zugesetzt. Sie weisen daher sowohl einen Ernährungs- und Geschmackswert als auch einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auf. Es geht also um eine mittel- bis langfristige Erhaltung und Optimierung der Gesundheit. Nicht vergessen werden sollte dabei, dass bestimmte zugesetzte Nährstoffe auch in natürlichen Lebensmitteln vorkommen. So enthalten zum Beispiel Hering oder Makrele die herzprotektiven Omega-3-Fettsäuren. Im weitesten Sinne kann man bei Fisch, Obst oder Gemüse von „natürlichen funktionellen Lebensmitteln“ sprechen, die im Rahmen einer bedarfsgerechten und ausgewogenen Ernährung in ausreichendem Maße zu sich genommen werden sollten.

Geschichte und Entwicklung von Functional Food

Ursprünglich kommen die funktionellen Lebensmittel aus Japan. Dort wurde bereits 1991 eine offizielle Definition für solche gesundheitsfördernden Produkte festgelegt. Sogenannte FOSHU (Food For Specified Health Use) sind demnach Lebensmittel, die:

  • nicht in Kapsel- oder Pulverform angeboten werden (keine Nahrungsergänzungsmittel)
  • gesundheitsfördernde Wirkstoffe enthalten
  • Teil der normalen Ernährung sind
  • Wirkstoffe enthalten, deren gesundheitsförderndes Potential wissenschaftlich belegt ist

Produkte, welche diese Kriterien erfüllen, erhalten das offizielle FOSHU-Label.

In Deutschland haben probiotische Joghurtdrinks den Weg für die sehr erfolgreiche Marktentwicklung von funktionellen Lebensmitteln geebnet. 1996 wurde diese Produktgruppe erstmalig angeboten. Im Laufe der Zeit folgten Präbiotika, also unverdauliche Lebensmittelzusätze, die den gesundheitsfördernden Darmbakterien als Nahrung dienen und somit die Darmflora positiv beeinflussen können. Insbesondere werden Inulin und Oligosaccharide zugesetzt, welche meist aus Chicorée isoliert werden.

Anschließend kamen die mit den Vitaminen A, C und E angereicherten ACE-Säfte hinzu. 1998 kamen mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Eier und Brotsorten auf den Markt. Cholesterinsenkende Margarine mit zugesetzten Pflanzensterolen (bestimmte Pflanzeninhaltsstoffe, welche die Cholesterinaufnahme im Darm hemmen) wurde im Jahr 2000 als neuartiges Lebensmittel zugelassen. Die cholesterinsenkende Wirkung musste wissenschaftlich geprüft werden, damit die nötige Zulassung gegeben werden konnte.

Weiterhin spielen Energydrinks eine große Rolle. Sie werden mit Inhaltsstoffen wie Taurin, Koffein und Inosit angereichert.

Was Functional Food so interessant macht

  • Lebensmittel und Ernährung dienen nicht nur der Sättigung und Nährstoffzufuhr, sondern spielen eine wichtige Rolle bei Entstehung und Vorbeugung von Erkrankungen
  • funktionelle Lebensmittel stellen eine gute Unterstützung beziehungsweise teilweise eine Alternative zu herkömmlichen Therapeutika dar
  • die Ernährungsinformation und –beratung wurde hinsichtlich der gesundheitsfördernden Wirkungen von Lebensmitteln verbessert
  • wachsendes Interesse an der vorbeugenden Wirkung von Lebensmitteln aus dem Bereich der Medizin (Ernährungsmedizin)

Der Markt für funktionelle Lebensmittel

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Übersicht

In Deutschland beträgt der Anteil von funktionellen Lebensmitteln zwar nur 0,7 % am gesamten Lebensmittelmarkt, ist aber durch immense Wachstumsraten gekennzeichnet. Gerade im Bereich der probiotischen Lebensmittel ist ein rasantes Wachstum zu verzeichnen.

Der Markt von funktionellen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln wird von Lebensmittelherstellern und Pharmafirmen dominiert, welche oft auch im direkten Konkurrenzkampf miteinander um Marktanteile stehen. Dabei sind die Lebensmittelproduzenten im Bereich der funktionellen Lebensmittel führend, wobei Pharmafirmen aufgrund ihrer langjährigen Forschungserfahrung im Nahrungsergänzungsmittelsektor besser aufgestellt sind.

In Zukunft wird eine intensivere Kooperation dieser beiden Branchen stattfinden, um sich an die große Schnelllebigkeit dieser Märkte anzupassen. Insgesamt bieten funktionelle Lebensmittel gute Gewinnmargen im sonst stagnierenden Lebensmittelmarkt.

Lebensmittelhersteller und Pharmafirmen

Der Markt mit Gesundheitsprodukten ist stark umkämpft, da sich in der Vergangenheit sehr attraktive Umsatzentwicklungen daraus ergeben haben und sehr wahrscheinlich auch zukünftig weiter ergeben. Im Bereich der funktionellen Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel dominieren Lebensmittelhersteller und Pharmafirmen, welche oft auch im direkten Konkurrenzkampf miteinander um Marktanteile stehen. Dabei sind die Lebensmittelproduzenten im Bereich der funktionellen Lebensmittel führend, wobei Pharmafirmen aufgrund ihrer langjährigen Forschungserfahrung im Nahrungsergänzungsmittelsektor besser aufgestellt sind. Es wird aber erwartet, dass in Zukunft strategische Allianzen zwischen Unternehmen dieser beiden Branchen vermehrt stattfinden, um sich an die hohe Dynamik dieser Märkte anzupassen. Im sonst stagnierenden Lebensmittelmarkt bieten funktionelle Lebensmittel hohe Gewinnmargen.

Es setzt sich zunehmend die Ansicht durch, dass Produkte auf die individuellen Bedürfnisse der Verbraucher zugeschnitten werden müssen. Für den Sektor der funktionellen Lebensmittel bedeutet dies, dass Lebensmittel nicht ausschließlich der Sättigung und dem Genuss dienen, sondern auch präventive Eigenschaften besitzen, um letztendlich die Gesundheit zu verbessern und Krankheiten mittel- und langfristig vorzubeugen.

Tatsächlich weisen viele funktionelle Inhaltsstoffe einen ernährungsphysiologischen Zusatznutzen auf. So können zum Beispiel Antioxidantien und Polyphenole die Zellen und das LDL-Cholesterin (das sogenannte „schlechte Cholesterin“) vor oxidativen Schäden schützen. Dies kann zu einem vorbeugenden Schutz vor Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) beitragen. Doch es besteht heutzutage noch Klärungsbedarf, um den tatsächlichen Nutzen der höheren Zufuhr von funktionellen Inhaltsstoffen gegenüber einer „normalen“ Ernährung hinsichtlich der präventiven Eigenschaften zu ermitteln.

Marktgröße und -entwicklung

In Deutschland wird der Umsatz für funktionelle Lebensmittel auf 2,5 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt (2002). Dies entspricht zwar lediglich einem geringen Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt, ist aber durch immense Wachstumsraten gekennzeichnet. So erreichte zum Beispiel probiotischer Joghurt zwei Jahre nach Markteinführung (1996) bereits einen Anteil von 8 % des gesamten Joghurtmarktes.

Nachfolgende Faktoren legen die Vermutung nahe, dass auch in Zukunft eine so rasante Umsatzentwicklung bei funktionellen Lebensmitteln stattfindet:

  • zunehmend werden die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit wissenschaftlich aufgedeckt und an die Bevölkerung kommuniziert
  • Gesundheitsprävention durch Ernährung wird in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft bedeutsamer und kann möglicherweise helfen, die damit verbundenen höheren Krankheitskosten zu senken
  • steigendes Öffentlichkeitsinteresse an Ernährung und Gesundheit
  • zunehmende Angst vor negativen Konsequenzen schlechter Lebens- und Ernährungsweise
  • zu wenig körperliche Bewegung
  • neue Möglichkeiten der Bewerbung von funktionellen Lebensmitteln in Form von wissenschaftlich geprüften Aussagen gemäß der Health Claims Verordnung
  • Vorteil gegenüber Nahrungsergänzungsmitteln aufgrund der lebensmitteltypischen Verzehrform (keine zusätzlich einzunehmenden Kapseln oder Tabletten)
  • Mangelerscheinungen durch zu geringen Obst- und Gemüseverzehr

Die wichtigsten Inhaltsstoffe

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Übersicht

Die meisten funktionellen Lebensmittel sind in den Produktbereichen der Milch und Milchprodukte, Getreideprodukte, alkoholfreien Getränke, Backwaren und Brotaufstriche zu finden.

Sehr populär sind Lebensmittel, die mit Probiotika angereichert sind. Diese Mikroorganismen überleben die Magen-Darm-Passage und erzielen vor allem im Dickdarm positive Wirkungen.

Cholesterinsenkende Margarine erfreut sich beim Verbraucher großer Beliebtheit. Die Senkung des Cholesterinspiegels ist auf die zugesetzten Pflanzensterole zurückzuführen. Das sind pflanzliche Inhaltsstoffe, die normalerweise in Obst, Gemüse, Getreide oder Nüssen vorkommen. Sie können die Aufnahme des Nahrungscholesterols im Darm hemmen. Da selbst bei einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Ernährung die Zufuhr an diesen Pflanzensterolen zu gering ist, liegt es nahe, Lebensmittel mit den entsprechend wirksamen Mengen dieser Pflanzensterole anzureichern.

Bereits in den 70er Jahren entstand ein großes öffentliches Interesse an Omega-3-Fettsäuren. Es wurde beobachtet, dass Eskimos trotz ihrer relativ fett- und cholesterinreichen Ernährung ein sehr geringes Risiko für Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) aufwiesen. Es wurde außerdem festgestellt, dass durch den Verzehr von Seefisch, der reich an Omega-3-Fettsäuren ist, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt. In Deutschland werden hauptsächlich angereicherte Brotsorten und Eier angeboten. Quellen der zugesetzten Omega-3-Fettäsuren sind meistens mikroverkapselte Fischöle.

Probiotika

Für Probiotika gibt es bisher keine rechtlich einheitliche Definition. Es handelt sich um spezielle lebende Mikroorganismen, welche die Magen-Darm-Passage überleben und daraufhin im Dickdarm ihre positiven Wirkungen erzielen.

An die Verwendung von Probiotika als Lebensmittelzusatz werden einige Anforderungen gestellt. So müssen sie gesundheitlich unbedenklich, sicher und magen- und gallensäureresistent sein. Häufig werden Bakterien der Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium eingesetzt. Einige bekannte Vertreter sind Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus johnsonii, Lactobacillus casei, Lactobacillus rhamnosus und Bifidobacterium lactis.

Der gesundheitliche Nutzen, der aus probiotischen Lebensmitteln erwachsen soll, liegt zum Beispiel in der Risikoverringerung für Durchfallerkrankungen. Dies wird damit erklärt, dass diese „guten“ Bakterienkulturen die pathogenen (krankmachenden) Bakterien im Darm verdrängen und antimikrobielle Substanzen produzieren. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Probiotika in der Regel ungefähr 2 Tage bis 2 Wochen in der Darmschleimhaut ihre gesundheitspositiven Wirkungen entfalten können. Es kommt also nicht zu einer dauerhaften Ansiedlung im Darmtrakt. Deswegen ist ein regelmäßiger Verzehr dieser Produkte angezeigt, damit der „Nachschub“ der Probiotika sichergestellt ist.

Ein anderer positiver Effekt der probiotischen Bakterienkulturen ist, dass sie die Darmwand vor dem Eindringen von krankmachenden Bakterien und Viren schützen können, indem sie konkurrenzhaft Bindestellen der Darmschleimhaut besetzen.

Weiterhin wird ihnen ein positiver Effekt auf das erworbene und angeborene Immunsystem, Nahrungsmittelallergien oder Patienten mit entzündlichen Hauterkrankungen zugeschrieben. Zudem geht man von krebsverhindernden und -hemmenden Wirkungen von Probiotika aus, was zurzeit aber noch erforscht wird.

Pflanzensterole

Der cholesterinsenkende Effekt von verschiedenen funktionellen Lebensmitteln wird durch zugesetzte Pflanzensterole erzielt. Das sind pflanzliche Inhaltsstoffe, die normalerweise in Obst, Gemüse, Getreide oder Nüssen vorkommen. Wenn sie in ausreichender Menge zugeführt werden, hemmen sie die Aufnahme des Nahrungscholesterols im Darm und führen so zu einer geringeren Konzentration des Cholesterols im Blut.

Da selbst bei einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Ernährung die Zufuhr an diesen Pflanzensterolen zu gering ist, liegt es nahe, Lebensmittel mit den entsprechend wirksamen Mengen dieser Pflanzensterole anzureichern.

Produkte wie cholesterinsenkende Margarine eignen sich für Personen, welche einen leicht erhöhten Blutcholesterolspiegel haben. Dabei liegt der cholesterinsenkende Effekt bei ungefähr 10-15 % (gemeint ist das LDL-Cholesterin; auch „schlechtes Cholesterin“ im Volksmund genannt).

Allerdings gibt es auch Fälle, in denen der Cholesterinspiegel unabhängig von der Aufnahme von Nahrungscholesterin erhöht ist. Daher wird bei diesen Menschen kein positiver Effekt durch Lebensmittel erzielt, die mit Pflanzensterolen angereichert sind.

Vereinzelt wurden Sicherheitsbedenken gegen die Anreicherung von Pflanzensterolen in Lebensmitteln geäußert. Der gesundheitlichen Unbedenklichkeit wird aber durch die sehr rigiden Anforderungen der europäischen Novel-Food-Verordnung Rechnung getragen. So dürfen neuartige Lebensmittel keine Gefahr oder Irreführung des Verbrauchers mit sich bringen oder einen Nährstoffmangel auslösen. Des Weiteren ist eine Sicherheitsprüfung Grundvoraussetzung für die Zulassung von neuartigen Lebensmitteln.

Das Gremium für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt eine Stellungnahme zu der gesundheitlichen Unbedenklichkeit des zu prüfenden Lebensmittels ab. Auf der Grundlage dieser wissenschaftlichen Stellungnahme entscheidet die Europäische Kommission, ob ein Lebensmittel oder eine Lebensmittelzutat zugelassen wird. Im Zulassungsverfahren für Lebensmittel, denen Pflanzensterole zugesetzt werden, konnten keine nachteiligen Gesundheitswirkungen festgestellt werden.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind wie die Omega-6-Fettsäuren eine spezielle Gruppe der ungesättigten Fettsäuren und spielen für die menschliche Gesundheit und Entwicklung eine große Rolle. Beide ungesättigten Fettsäuren werden vom Körper benötigt. Sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da der Organismus sie nicht selber herstellen kann, und werden daher als essentiell bezeichnet. Zu den Omega-3-Fettsäuren gehören Alpha-Linolensäure, Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA).

Während Omega-3-Fettsäuren nur in Fischölen enthalten sind, werden Omega-6-Fettsäuren zum Beispiel über pflanzliche Öle, Getreide und Fleisch in ausreichenden Mengen aufgenommen. So ist das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren ungefähr 10-20 zu 1. Empfehlenswert ist aber ein Verhältnis von 5 zu 1.

Omega-3-Fettsäuren werden für die Entwicklung des Gehirns und die Ausbildung des Sehvermögens benötigt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Omega-3-Fettsäuren eine Verbesserung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis oder Schuppenflechte (Psoriasis) und Diabetes Mellitus bewirken können.

Bereits in den 70er Jahren entstand ein großes öffentliches Interesse an Omega-3-Fettsäuren. Es wurde beobachtet, dass Eskimos trotz ihrer relativ fett- und cholesterinreichen Ernährung ein sehr geringes Risiko für Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) aufwiesen. Außerdem wurde festgestellt, dass durch den Verzehr von Seefisch, der reich an Omega-3-Fettsäuren ist, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt.

Vor allem in der Sekundärprävention wurden die herzprotektiven Effekte der Omega-3-Fettsäuren nachgewiesen. Patienten mit einem bereits erlittenen Herzinfarkt haben bei einem adäquaten Konsum von Omega-3-Fettsäuren eine geringere Sterblichkeitsrate durch koronare Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In der Phase des frühkindlichen Wachstums, während der Gehirnentwicklung und der Wachstumsphase der Netzhaut (Retina), besteht ein großer Bedarf an essentiellen Omega-3-Fettsäuren. Während der Schwangerschaft werden sie über den Mutterkuchen (Plazenta) zu dem Ungeborenen transportiert und nach der Geburt über die Muttermilch an das Neugeborene gegeben. Ein Mangel in der früheren Schwangerschaftsphase kann zu verschiedenen Störungen des Nervensystems und der Sehfunktion führen und sich später auf die Lernfähigkeit und Motorik negativ auswirken.

Insgesamt sollte für eine ausreichende Omega-3-Zufuhr zwei- bis dreimal pro Woche Fisch gegessen werden. Falls man keinen Fisch essen möchte, sollte man entweder mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Lebensmittel oder Fischölkapseln (200 mg EPA+DHA) zu sich nehmen.

Einen zusätzlichen Bedarf haben Schwangere und Stillende. Diese sollten 0,3 g DHA, 0,22 g EPA und 2,2 g Alpha-Linolensäure pro Tag aufnehmen, um den Mehrbedarf zu decken, der durch das Wachstum des Un- und Neugeboren entsteht.

Es gibt eine ganze Reihe von funktionellen Lebensmitteln mit Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel Erfrischungsgetränke, Suppen, Streichfette, Eier und Fleischwaren. In Deutschland werden hauptsächlich angereicherte Brotsorten und Eier angeboten. Quellen der zugesetzten Omega-3-Fettäsuren sind meistens mikroverkapselte Fischöle. Teilweise wird auch Säuglingsfertignahrung mit Omega-3-Fettsäuren angereichert.

Vitamine

Folsäure ist eines der wichtigsten Vitamine. Es kann wegen der hohen Empfindlichkeit dieses Vitamins bei Verarbeitungsprozessen auch bei einer ausgewogenen Ernährung ein Mangel vorliegen.

Folsäure leistet einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung der Entwicklung von Gefäßverkalkungen. Derzeit wird die krebs- und demenzschützende Wirkung der Folsäure erforscht. Eine nicht ausreichende Versorgung mit Folsäure kann bei Ungeborenen zu Fehlentwicklungen des Nervensystems (Neuralrohrdefekte) führen.

Unter diesen Gesichtspunkten ist eine Anreicherung von Lebensmitteln mit Folat (Salz der Folsäure) sehr sinnvoll. So wird sie Frühstückscerealien, Fruchtsäften, Erfrischungsgetränken und Molkereiprodukten zugesetzt, um die Versorgungslage der Bevölkerung zu verbessern.

Vitamin E wird unter anderem aufgrund seiner antioxidativen Fähigkeiten in funktionellen Lebensmitteln eingesetzt. Antioxidativ bedeutet, dass es freie Radikale, welche zum Beispiel durch Alkohol- und Zigarettenkonsum entstehen, beseitigen kann. Diese spielen vermutlich bei der Krebsentstehung eine wichtige Rolle.

Weiterhin wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien festgestellt, dass eine geringe Vitamin E Konzentration im Blut mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Es ist auch wahrscheinlich, dass Vitamin E einen positiven Einfluss auf Zellen des Immunsystems hat und somit zu einer gesteigerten Widerstandsfähigkeit des Organismus insgesamt führt. Auch auf die Entstehung des Grauen Star (Katarakt) soll Vitamin E eine schützende Wirkung haben.

Mit Vitamin E anreicherbare Lebensmittel sind vor allem Cerealien, Milchprodukte, Süßwaren oder Säfte.

Mineralstoffe

Personen wie zum Beispiel Vegetarier oder Personen mit Laktoseintoleranz , welche calciumreiche Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte nicht vertragen oder aus anderen Gründen meiden, können calciumangereicherte Fruchtsaftgetränke oder Frühstückcerealien als gute Alternative nutzen.

Magnesiummangelsymptome sind Muskelverspannungen und -krämpfe, und Herz-Rhythmus-Störungen. Auch führt Magnesiummangel zu einem erhöhten Risiko für Osteoporose. Mangelzustände sind vor allem auf eine gestörte Nierenfunktion oder starken Alkoholkonsum zurückführen, wobei vermehrt Magnesium mit dem Harn ausgeschieden wird. Magnesium-angereicherte Fruchtsäfte, Tafelwässer, Milchprodukte sowie verschiedene Nahrungsergänzungsmittel schaffen Abhilfe.

Eisen ist ein sehr wichtiger Mineralstoff, der bei Mangel zu Blässe, Atemnot, Herzschwäche und erhöhter Infektionsgefahr führt. Natürlich kommt Eisen in schwarzem Tee, Kakaopulver, Fleisch, Wurstwaren und Innereien wie Leber vor. Besonders Frauen während der Menstruation laufen durch den Blutverlust Gefahr, einen Eisenmangel zu erleiden. Die Anreicherung von Lebensmitteln mit Eisen wird zum Beispiel bei Mehl und Säuglingsanfangs- und Folgenahrung realisiert.

Selen hat viele positive Wirkungen auf das Immunsystem und steigert zum Beispiel die Antikörperproduktion und den Schutz vor Viren. Liegt ein Selenmangel vor, kann es zu einer gesamten Schwächung des Immunsystems kommen.

Zink kommt hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fleischprodukten, Milch und Milchprodukten vor. Ungefähr 1/3 der Bevölkerung erreicht die empfohlenen Zufuhrempfehlungen nicht. Vor allem Senioren über 65 Jahre sind gefährdet.


Werbeaussagen

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Übersicht

In vielen Fällen wissen Verbraucher nicht, ob die in großer Vielfalt angebotenen funktionellen Lebensmittel tatsächlich einen gesundheitlichen Zusatznutzen erbringen und somit die deutlich höheren Preise auch wert sind. Die Hersteller bewerben ihre Produkte oft mit vollmundigen Werbeversprechen. Diese Aussagen stellen lebensmittelrechtlich gesehen gesundheitsbezogene Angaben dar. Beispiele dafür sind „Dieser probiotische Joghurtdrink kann aufgrund der in ihm enthaltenen Bakterienkulturen zu einer gesunden Darmflora beitragen“ oder „Diese mit Omega-3-Fettsäuren angereicherten Hühnereier können bei regelmäßigen Verzehr das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken“. Lange Zeit bewegte sich diese Art von Aussagen in einer rechtlichen Grauzone und war europaweit nicht einheitlich geregelt. Dies hat dazu geführt, dass einige Hersteller die Möglichkeit nutzten, um Aussagen zu treffen, welche nicht immer wissenschaftlich gesichert waren.

Seit dem 01.07.2007 werden Gesundheitsversprechen auf Lebensmittelverpackungen und in der Lebensmittelwerbung durch die sogenannte Health-Claims-Verordnung (Health Claims bedeutet sinngemäß gesundheitsbezogene Angaben) geregelt. Diese sieht vor, dass alle von einem Lebensmittelhersteller verwendeten Gesundheitsaussagen auch wissenschaftlich von der unabhängigen Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft wurden.

Rechtliche Bewertung

Generell gilt in Deutschland, dass für Lebensmittel und in diesem Zusammenhang für deren Bewerbung keine krankheitsbezogenen Aussagen getroffen werden dürfen. Angaben wie zum Beispiel „Dieses Milchprodukt kann aufgrund des hohen Calciumgehaltes Osteoporose bei Kindern und Erwachsenen verhindern“ oder „Diese cholesterinsenkende Margarine verhindert einen Herzinfarkt“ sind unzulässig. Aussagen, die sich auf die Vorbeugung, Linderung oder Heilung von Krankheiten beziehen, dürfen nur für Arzneimittel gemacht werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass funktionelle Lebensmittel keine rechtlich einheitlich geregelte Produktgruppe darstellen. Eine Abgrenzung zu Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder konventionellen Lebensmitteln kann im Einzelfall schwierig sein.

Werden Teedrogen wie Pfefferminze oder Kamille, welche in Abhängigkeit von deren hautsächlicher Verwendung sowohl als Lebensmittel als auch als Arzneimittel eingestuft werden können, Lebensmitteln wie Joghurts oder Quark zugesetzt, dann gelten diese in der Regel nicht als Arzneimittel sondern als funktionelle Lebensmittel.

Gesundheitsbezogene Aussagen

In der Vergangenheit existierten ausschließlich einzelne nationale Gesetzesvorschriften in den EU-Mitgliedsstaaten bezüglich gesundheitsbezogener Werbeaussagen über Lebensmittel. Diese Situation führte zu Handelsbeschränkungen für funktionelle Lebensmittel innerhalb des europäischen Binnenmarktes.

Der Europäische Gesetzgeber hat mit dem Erlass einer entsprechenden EU-Verordnung reagiert. Die sogenannte Health-Claims-Verordnung regelt die Verwendung von nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben auf und über Lebensmittel.

Ein sehr wichtiger Bestandteil dieser Verordnung ist, dass Gesundheitsversprechen auf Lebensmittelverpackungen und in der dazugehörigen Werbung in Zukunft wissenschaftlich geprüft werden müssen. Dazu bewerten Wissenschaftler der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma eine Vielzahl von gesundheitsbezogenen Angaben. Als Ergebnis dieser Arbeit wird eine Liste mit allen wissenschaftlich abgesicherten gesundheitsbezogenen Angaben (Gemeinschaftsliste) erstellt. Nach abschließender Bewertung durch die EU-Kommission wird diese daraufhin veröffentlicht und in der gesamten EU gültig und verbindlich sein. Aufgrund der zahlreich eingereichten Vorschläge für gesundheitsbezogene Angaben wird die Fertigstellung der Gemeinschaftsliste frühestens Ende 2011 erwartet. Bis dahin gelten die bisherigen Regelungen.

Lebensmittelhersteller können zukünftig ausschließlich die in der Gemeinschaftsliste aufgeführten gesundheitsbezogenen Angaben für ihre Werbezwecke verwenden. Für die Hersteller von funktionellen Lebensmitteln bedeutet dies, dass sie höchstwahrscheinlich höhere Investitionen in ihre Produktinnovationen tätigen müssen, aber gleichzeitig ihre Produkte mit wissenschaftlich gesicherten Gesundheitsangaben bewerben können. Verbraucher und Käufer von funktionellen Lebensmitteln können so sicher sein, dass Gesundheitsversprechen bezüglich der Lebensmittel auch der Wahrheit entsprechen.


Kritik

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Übersicht

Verbraucher sollten kritisch sein bei Lebensmitteln, welche durch den Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen den Anschein erwecken, besonders gesund zu sein. In einigen Fällen wird versucht, mit dem Zusatz von funktionellen Wirkstoffen den hohen Zucker- oder Fettgehalt „zu überdecken“ und dadurch dem Lebensmittel ein Gesundheitsimage zu verpassen.

Funktionelle Lebensmittel können lediglich einen Beitrag zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung leisten, selbige aber weder ersetzen noch schwerwiegende Ernährungsfehler ausgleichen. Sie können die Gesundheit optimieren und deren Erhaltung unterstützen. Verbraucher sollten jeweils im Einzelfall entscheiden, ob der zusätzliche Konsum von einem funktionellen Lebensmittel für sie persönlich sinnvoll ist.

Kritikpunkte bezüglich funktioneller Lebensmittel

Mit der Erfolgswelle von funktionellen Lebensmitteln gehen einige Kritikpunkte einher. Nachfolgend werden einige dieser Kritikpunkte und Unklarheiten bezüglich der Verwendung von funktionellen Lebensmitteln aufgeführt:

  • unzureichende Informationen über die Höhe der Dosierung, um den gewünschten Gesundheitsnutzen zu erzielen
  • unzureichende Informationen über den Gesundheitsnutzen auch unter Alltags- und nicht nur unter Laborbedingungen
  • unzureichende Informationen über die Beeinträchtigung der Wirksamkeit durch Interaktionen mit der Lebensmittelmatrix
  • unzureichende Bewertung von Langzeit- und Nebenwirkungen
  • unzureichende Kenntnisse über die Interaktionen mit Arzneimitteln
  • unzureichende Kenntnisse über die Wechselwirkungen mit anderen Lebensmitteln

Grundsätzlich sollte beim Verbraucher Klarheit darüber bestehen, dass funktionelle Lebensmittel lediglich einen Beitrag zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung leisten, diese aber nicht ersetzen können. Verbraucher sollten sich über die Wirksamkeit des jeweiligen funktionellen Lebensmittels informieren und jeweils im Einzelfall entscheiden, ob der zusätzliche Konsum für sie persönlich sinnvoll ist. Wer sich ausgewogen und bedarfsgerecht hinsichtlich seiner Energie-, Vitamin- und Mineralstoffversorgung ernährt, ist in der Regel nicht auf funktionelle Lebensmittel angewiesen.

Kritik an Lebensmitteln, denen Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden

Kritisch sollten Verbraucher bei Lebensmitteln sein, welche durch den Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen den Anschein erwecken, besonders gesund zu sein. Dies gilt besonders für Süßwaren und zucker- und fettreiche Backwaren. Die über den Bedarf hinausgehende Zufuhr an Zucker, Fett und Energie führt langfristig zu Übergewicht und Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Diabetes Mellitus oder Bluthochdruck.

Der zusätzliche Gesundheitsnutzen, der aus dem Konsum von vitaminangereicherten Lebensmitteln erwachsen soll, ist eher fragwürdig. Bis auf wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel Folsäure, besteht kein Mangel an Vitaminen in der Durchschnittsbevölkerung. Ob also eine zusätzliche Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen durch funktionelle Lebensmittel wirklich notwendig ist, kann jeweils nur im Einzelfall entschieden werden. Es ist empfehlenswert, sich diesbezüglich an seinen Hausarzt zu wenden.

Die Gefahr einer Überdosierung kann durch die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegten Empfehlungen für sichere Höchstmengen für den Zusatz zu Lebensmitteln vermieden werden. Der Verbraucher sollte sich an die vom Hersteller und Gesetzgeber vorgegebenen Verzehrsempfehlungen halten, die auf der Verpackung angegeben sind.

Gesundheitliche Nachteile bei bestimmten zugesetzten Wirkstoffen

Der tägliche Verzehr von mit Pflanzensterolen angereicherten Lebensmitteln kann zu einer verminderten Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und Carotinoiden aus der Nahrung führen. Weiterhin steigt die Konzentration der Pflanzensterole im Blut. Bisher können gesundheitliche Beeinträchtigungen, welche möglicherweise daraus entstehen, nicht abgeschätzt werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt deshalb, den Verzehr von Pflanzensterolen auf 3 Gramm zu beschränken.

Wissenschaftliche Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass es bei einer erhöhten Aufnahme von Beta-Carotin (Vorstufe des Vitamin A) zu einem erhöhten Risiko von Lungenkrebs bei starken Rauchern und Asbestarbeitern kommen kann. Dies zeigt, dass die einseitige, sehr hohe Aufnahme von isolierten Verbindungen durchaus gesundheitliche Risiken in sich birgt. Es sei aber darauf hingewiesen, dass die in den Studien eingesetzten Dosierungen weit über der Aufnahmemenge lagen, welche mit einer abwechslungsreichen Ernährung aufgenommen werden. Insgesamt bestehen noch Wissenslücken, ob die erzielten Ergebnisse auch für Nichtraucher gelten und welche Aufnahmemengen von Beta-Carotin als sicher gelten.

Die Anreicherung von Lebensmitteln mit Omega-3-Fettsäuren aus gesundheitlichen Zwecken erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Neben den vielen positiven Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren kann eine zu hohe Aufnahmemenge zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen durch einen erhöhten Cholesterinspiegel, erhöhte Blutungsneigung oder eine Störung des Immunsystems. Daher empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, (BfR) Höchstmengen für Omega-3-Fettsäuren in funktionellen Lebensmitteln festzusetzen.


Weitere hilfreiche Informationen

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Übersicht

Die bisher geübte Kritik an funktionellen Lebensmitteln zeigt, wie wichtig die weitere Erforschung der Stoffwechselvorgänge und der Wirkungsweisen von funktionellen Lebensmitteln ist. So ist zum Beispiel an der Brookes University in Oxford (Großbritannien) ein eigener Lehrstuhl für funktionelle Lebensmittel eingerichtet worden. Dort werden auch vielversprechende wissenschaftliche Kooperationen mit der Industrie durchgeführt.

Alles in allem wird die zukünftige Entwicklung der funktionellen Lebensmittel von ihrer biologischen Sicherheit bezüglich Langzeit- und Nebenwirkungen, ihrer Wirksamkeit in Bezug auf die Risikoreduktion bei bestimmten Erkrankungen, ihrem Genuss- und Geschmackswert und vom Konsumentenvertrauen in den angepriesenen Gesundheitsnutzen dieser Lebensmittel abhängen.

Omega-3-Fettsäuren

Gerade Lebensmittel, welche mit Omega-3-Fettsäuren angereichert sind, könnten in Zukunft zunehmend beliebter bei den Verbrauchern werden. Denn viele Verbraucher lehnen fetthaltigen Seefisch wegen des intensiven Geruchs und Geschmacks ab. Fischölkapseln sind aufgrund des fischigen Nachgeschmacks nur eine suboptimale Alternative. In diesem Marktsegment sind also durchaus Wachstumspotenziale vorhanden.

Mood Foods

Der Einfluss von Lebensmitteln auf die emotionale Stimmungslage wird zunehmend Forschungsgegenstand von Ernährungswissenschaftlern, Medizinern und Neurobiologen. Dabei haben Nahrungsmittel und deren Inhaltsstoffe einen Einfluss auf den Hormonstoffwechsel, der sich wiederum auf den Entspannungszustand und das Glücksempfinden auswirkt.

Eine neue Kategorie von Lebensmitteln macht sich diese Zusammenhänge zu Nutze. Sie werden als sogenannte Mood Foods bezeichnet. Dabei bedeutet Mood (engl.) übersetzt Stimmung. Folgende Lebensmittel zählen dazu:

  • Eis
  • Kaffee, Tee
  • Erfrischungsgetränke
  • Chili, Paprika
  • Schokolade

Vor allem kohlenhydratreiche, aber proteinarme Lebensmittel bewirken eine Konzentrationserhöhung des „Glückshormons“ Serotonin und von Endorphinen.

Im Gegensatz zu konventionellen Lebensmitteln werden Mood Foods also hauptsächlich nicht wegen ihres Nährwertes, sondern wegen ihres Genusswertes konsumiert. Neurotransmitter wie Tryptophan, das zum Beispiel in höheren Konzentrationen in Bananen vorkommt, haben eine antidepressive Wirkung. Außerdem kommt es beim Verzehr von zucker- und fettreichen Speisen zur Freisetzung von Endorphinen, welche das körpereigene Belohnungssystem aktivieren und Wohlbefinden hervorrufen.

Koffein ist die weltweit am häufigsten konsumierte psychoaktive (bewußtseinsbeeinflussende) Substanz. Es hemmt die Wirkung von Adenosin, welches für Müdigkeit verantwortlich gemacht wird. Gleichzeitig regt es die Freisetzung der körpereigenen Wachmacher Serotonin, Dopamin und Glutamat an. So kommt es zu einer Verstärkung der Wachsamkeit, Konzentrationssteigerung und Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit.

Das am besten untersuchte Mood Food ist wohl Schokolade. Die Inhaltsstoffe Anandamide, Phenylethylamine und Koffein werden für die cannaboide, amphetaminarite und anregende Wirkung verantwortlich gemacht.

Bericht der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel: Informationen zu Functional Food bezüglich Forschung, Entwicklung und Verbraucherakzeptanz,

http://www.agev.net/tagung2003/BFEL1.pdf

Informationen zu Functional Food vom Bundesinstitut für Risikobewertung

http://www.bfr.bund.de/cd/735

Institut für funktionelle Lebensmittel der Brookes University Oxford

http://www.brookes.ac.uk/lifesci/research/functionalfood

Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln vom Bundesinstitut für Risikobewertung

http://www.bfr.bund.de/cd/945

Netzwerk für Unternehmen und Informationsangebot für Verbraucher bezüglich Functional Food

http://www.functionalfoodnet.eu/asp/