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Vitamin-K-Antagonisten

Vitamin-K-Antagonisten

Definition

Vitamin-K-Antagonisten sind Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen. Die verschiedenen Wirkstoffe können als Tablette eingenommen werden und müssen nicht wie die Heparine unter die Haut gespritzt werden. Es dauert etwa zwei bis drei Tage, bis die Wirkung eintritt, und nach dem Absetzen hält die Wirkung bis zu 5 Tage an. Vitamin K ist notwendig, um verschiedene Gerinnungsfaktoren im Körper herzustellen, die die Blutgerinnung ermöglichen. Gerinnungsfaktoren sind Proteine, welche als Bestandteile einer kaskadenartigen biochemischen Reaktion die Blutgerinnung ermöglichen. Die Dosierung der Vitamin-K-Antagonisten wird individuell bemessen. Dazu wird regelmäßig die Gerinnungsneigung des Blutes gemessen. Die Blutgerinnungsneigung kann mit zwei verschiedenen Werten angegeben werden: Dem Quick oder der International Normalized Ratio = INR. Patienten, die Vitamin-K-Antagonisten einnehmen, müssen regelmäßig ihr Blut auf diese beziehungsweise einen dieser beiden Werte hin untersuchen lassen. Je nach Wert wird dann die Dosierung des Vitamin-K- Antagonisten vom behandelnden Arzt angepasst.

Einteilung

Es gibt verschiedene Vertreter der Vitamin-K-Antagonisten. Zwei typische Wirkstoffe sind:

  • Phenprocoumon

  • Warfarin 

In Deutschland wird vor allen Dingen Phenprocoumon verwendet.

Wirkungen

Die Wirkstoffe aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten verdrängen Vitamin K aus einem Enzymsystem, das in der Leber bei der Bildung mehrerer Gerinnungsfaktoren (Faktoren II, VII, IX und X) beteiligt ist. Die Blutgerinnung wird insgesamt gehemmt, so dass ein "blutverdünnender" Effekt eintritt.

Anwendung

  • Thromboseprophylaxe

  • Thrombose

  • Embolie (Einschießen eines Blutgerinnsels in andere Gefäßgebiete; bei der Lungenembolie kommt das die Lungengefäße verstopfende Gerinnsel häufig aus den Beinvenen und wird mit dem Blutkreislauf in die Lunge getragen)

  • Herzinfarkt

Spezielle Hinweise

Die Dosierung von Vitamin-K-Antagonisten kann ein schwieriger Balanceakt sein. Bei der Behandlung speziell zu beachten sind die verstärkte Blutungsneigung und die zahlreichen Arzneimittelwechselwirkungen. Daher muss die Behandlung durch die Messung der Blutgerinnung laufend überwacht werden. Zu viel von diesen Medikamenten führt zu einer verstärkten Blutungsneigung. Bei Überdosierungen von Vitamin-K-Antagonisten kann in extremen Fällen Vitamin K als Gegenmittel angewendet werden. Eine zu geringe Dosierung führt andererseits zu einer nicht ausreichenden therapeutischen Beeinflussung der Blutgerinnung, so dass es im schlimmsten Falle zu Gefäßverstopfungen oder Embolien kommen kann. Es gibt viele Gegenanzeigen für die Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten. Ihr Arzt wird Sie beraten. Darüber hinaus ist zu beachten, dass es zahlreiche Substanzen gibt, welche die Wirkung der Vitamin-K-Antagonisten auf die Blutgerinnung verstärken oder abschwächen. So wird beispielsweise die Wirkung der Vitamin-K-Antagonisten herabgesetzt, wenn Vitamin K-reiche Lebensmittel konsumiert werden. Dazu gehören beispielsweise Spinat und verschiedene Kohlsorten.

Folgende Wirkstoffe gehören ebenfalls zu dieser Wirkstoffgruppe

  • Phenprocoumon
  • Dicoumarol
  • Warfarin