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Antibiotika (Glycylcycline)

Antibiotika (Glycylcycline)

Definition

Glycylcycline gehören eigentlich zu den Tetracyclinen, sind aber um ein Vielfaches wirksamer als diese, da sie unempfindlich gegenüber bestimmter Resistenzmechanismen von Bakterien gegen Tetracycline sind. Der einzige Vertreter ist Tigecyclin.

Wirkungen

Glycylcycline hemmen die Proteinsynthese von Bakterien.

Anwendung

Als Breitspektrumantibiotika sind die Glycylcycline anwendbar bei der Therapie von Infektionen mit zahlreichen verschiedenen Erregern, darunter auch atypische und multiresistente Bakterien wie MRSA.

Spezielle Hinweise

Wie alle Tetracycline können Glycylcycline die Empfindlichkeit der Haut für Licht steigern, so dass es leichter zu Sonnenbrand kommen kann. Daneben gibt es zahlreiche unerwünschte Wirkungen, die das zentrale Nervensystem betreffen (Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Ängstlichkeit). Es kann auch zu Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit und Erbrechen kommen. Des Weiteren kann es zu Hauterscheinungen, Muskelschmerzen und Blutbildveränderungen kommen. Eine weitere typische Nebenwirkung ist die Einlagerung in Knochen und Zähne. Tetracycline dürfen daher nur im äußersten Notfall an Schwangere oder Kinder vor dem 8. beziehungsweise 10. Lebensjahr verabreicht werden, da es sonst bei den Kindern zu einer permanenten Gelbverfärbung der Zähne kommen kann. Bei schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Folgende Wirkstoffe gehören ebenfalls zu dieser Wirkstoffgruppe

  • Tigecyclin