Startseite > Krankheiten > Übergewicht

Übergewicht

Übergewicht

auch bekannt als: Präadipositas und Adipositas

Überblick Entstehung Symptome Komplikationen Diagnose Therapie Prävention Leben mit

Prävention

Zur Vorbeugung von Übergewicht ist es sinnvoll ein normales Gewicht zu halten und auf die Lebensgewohnheiten sowie eine ausgewogene und vollwertige Ernährung zu achten.

Die Notwendigkeit für Präventionsmaßnahmen ergibt sich aus verschiedenen Erkenntnissen:

Das Vorkommen von Adipositas in den Industrieländern ist mittlerweile so hoch, dass die Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichen, um allen Betroffenen eine Behandlung anbieten zu können. Daher ist es primäres Ziel der Prävention, das mittlere Körpergewicht auf Bevölkerungsebene zu stabilisieren und bei einem BMI zwischen 25 und 30 eine Gewichtssenkung frühzeitig anzustreben.

Mit einer vollwertigen, ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Aktivität kann man Adipositas und Übergewicht vorbeugen. Mit zunehmender Dauer und Schweregrad gestaltet sich die Behandlung der Krankheit Adipositas immer schwieriger. In manchen Fällen ist es nicht mehr möglich, durch die Reduzierung des Körpergewicht übergewichtsbedingte Folgeerkrankungen zu heilen. Außerdem stellt die Adipositas in den westlichen Industrieländern bereits eine erhebliche sozialökonomische Belastung dar. Aus diesem Grund sollten sowohl von Seiten der Gesundheitspolitik als auch von Seiten der Gesellschaft alle Anstrengungen unternommen werden, eine Entstehung von Übergewicht zu verhindern.

Begonnen werden muss damit bereits bei den Kleinkindern. Zielgruppe ist in erster Linie die Familie, die Kindertagesstätte und die Schule. Wie Studien aufzeigen, wirken sich Betreuungsprogramme für übergewichtige Kinder längerfristig auf die Gewichtsreduktion aus, wenn die Eltern in die gesamte Therapie mit eingebunden werden.

Kindergärten und Schulen, die Ernährungsbildung betreiben, zeigen in Studien deutlich geringere Anteile an adipösen Schülern, das Essverhalten ist gesünder und das Wissen bezüglich der Nahrungsmittel ist größer.

Die Ernährungsbildung an Schulen scheint für die Zukunft die wichtigste Möglichkeit zu sein, das Ernährungsverhalten der Kinder und Jugendlichen beeinflussen zu können, um Übergewicht frühzeitig entgegenwirken zu können.

Grundsätzlich wird zur Prophylaxe von Übergewicht ein gesunder, aktiver Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Aktivität, regelmäßigen Mahlzeiten und einer fettarmen, stärke- und ballaststoffreichen Ernährung empfohlen.

Aber auch die Behandlung von Übergewicht und in Folge die Stabilisierung bzw. das Halten des neu erlangten Gewichtes sind präventive Maßnahmen. Sie beugen einem Fortschreiten der Krankheit vor.

Ernährungsbildung

Hintergrundinformationen und Bücher über eine gesunde Ernährung gibt es viele, jedoch fällt die Selektion schwer. Geeignete Bücher und Publikationen sollten von Fachgesellschaften verfasst sein und auf einfache, alltagsnahe Weise die Empfehlungen einer gesunden, ausgewogenen und vollwertigen Ernährung näher bringen.

Wer sich informiert und die Empfehlungen kennt, leistet für sich einen der wichtigsten präventiven Beiträge.

Die REVIS – Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung an Schulen unter Federführung der Universität Paderborn

Da die aktuellen Studien immer alarmierende Zahlen zu übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen aufzeigen, ist es wichtig dem entgegenzuwirken. Die Schule stellt heute die wichtigste Instanz dar, Einfluss auf das Ernährungsverhalten der Kinder und Jugendlichen zu nehmen. Daher sollen die Schulen langfristig unsere Schüler zu mündigen Verbrauchern und kompetenten „Essperten“ ausbilden.

Von der Universität Paderborn wurde ein Curriculum entwickelt, das die Kompetenzen für ein gesundes Essverhalten und Konsumverhalten der Schüler verbessern soll. Für Lehrkräfte wurden zahlreiche Publikationen untersucht und in acht Kompetenzbereiche bzw. Lernziele eingeteilt. Diese reichen vom Erkennen des eigenen Essverhaltens über das Wissen einer gesunden Ernährung bis hin zum richtigen Umgang mit Lebensmitteln und der Gestaltung und Zubereitung der eigenen Mahlzeiten.
Gewichtsmanagementprogramme

Die Langzeitergebnisse dieser Programme hängen entscheidend vom langfristigen Betreuungskonzept ab. Folgende Punkte sollten erfüllt sein:

  • Da der Energieverbrauch im Rahmen einer Gewichtsreduktion zurückgeht (Grundumsatz verringert sich physiologisch), kann die Rückkehr zum früheren Lebensstil und den alten Gewohnheiten eine Gewichtszunahme begünstigen. Daher muss die Energiebilanz so angepasst werden, dass ein konstantes Gewicht gewährleisten ist.

  • Eine fettreduzierte Kost ist gut geeignet, um eine Wiederzunahme zu verhindern.

  • Die vermehrte körperliche Aktivität erhöht den Energieverbrauch. Bei gleichzeitigem Erhalt der Muskelmasse kann so die Gewichtsstabilisierung erleichtert und unterstützt werden.

  • Regelmäßige Kontakte mit dem Therapeutenteam wirken sich positiv auf die langfristige Gewichtsstabilisierung aus, da immer wieder aufs Neue motiviert wird, das neu erlernte Ess- und Bewegungsverhalten beizubehalten.

  • Die Einbindung in eine Selbsthilfegruppe und die Unterstützung von Familie, Freunden und Kollegen wirken sich positiv auf die Gewichtsstabilisierung aus und beugen Rückfällen vor.

  • Regelmäßiges Gewichtsmonitoring (1mal pro Woche) und das Selbstmanagement verbessern die Langzeitwirkung.