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Übergewicht

Übergewicht

auch bekannt als: Präadipositas und Adipositas

Überblick Entstehung Symptome Komplikationen Diagnose Therapie Prävention Leben mit

Komplikationen

Durch Übergewicht können schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen oder Diabetes mellitus Typ 2 entstehen.

Die negativen gesundheitlichen Folgen der Adipositas sind vielseitig und betreffen beinahe jedes Organ, denn die Fettpolster müssen mit Nährstoffen versorgt werden. Das belastet den gesamten Organismus erheblich. Die häufigsten Komplikationen sind die Sekundärerkrankungen, die im Folgenden aufgelistet sind.

Metabolisches Syndrom

Das Metabolische Syndrom ist eine Kombination aus verschiedenen Erkrankungen beziehungsweise Symptomen. Es bezeichnet das Auftreten von mindestens drei der folgenden fünf Faktoren. Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht sich dadurch um das Dreifache.

  • Übergewicht (Adipositas), besonders beim androiden Typ. Bei Männern gilt ein Taillenumfang von ≥ 102 Zentimetern, bei Frauen von ≥ 88 Zentimetern als riskant

  • Insulinresistenz (Diabetes mellitus Typ 2): erhöhter Nüchternblutzucker ≥ 100 mg/dl oder Medikamenteneinnahme zur Behandlung

  • erhöhte Triglyceride (nüchtern) ≥150 mg/dl oder Medikamenteneinnahme zur Behandlung

  • niedriges HDL-Cholesterin (nüchtern) Männer < 40 mg/dl und Frauen < 50 mg/dl oder Medikamenteneinnahme zur Behandlung

  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) systolischer Blutdruck (oberer Wert) ≥ 130 mm Hg oder diastolischer Blutdruck (unterer Wert) ≥ 85 mm Hg oder Medikamenteneinnahme zur Behandlung
Diabetes mellitus Typ 2

Dauerhafte Überernährung verursacht durch das Mehrangebot an Glukose und den daraus resultierenden chronisch erhöhten Insulinspiegel die Sensibilität und Anzahl der Insulinrezeptoren an den Körperzellen. Das freigesetzte Insulin reicht nicht mehr aus, um die Glukose abzubauen. Dadurch leidet der Körper unter einem relativen Insulinmangel und muss neues Insulin bilden. Die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse bilden das Insulin. Sie werden über längere Zeit gesteigert beansprucht, was später zu ihrer Erschöpfung führt. Die Folge ist ein sogenannter insulinresistenter Diabetes mellitus vom Typ II.

Fettstoffwechselstörungen

Es kommt zu einem Überangebot von Cholesterin und Triglyceriden im Blut. Die Konzentration des sogenannten HDL-Lipoproteins (gutes Cholesterin) sinkt. Dieses sorgt für den Abtransport von Cholesterin aus dem Körpergewebe in die Leber und unterstützt dort dessen Abbau. Die Konzentration des LDL-Lipoproteins (böses Cholesterin) steigt dagegen an. LDL enthält reichlich Cholesterin und begünstigt so die Schädigung der Gefäßwände (Arteriosklerose). Folgen chronisch erhöhter Blutfettwerte können eine Verfettung der Leber (Fettleber) und Gallensteine sein.

Durch die Störung im sogenannten Purinstoffwechsel steigt die Harnsäurekonzentration an und kann zur Entstehung von Gicht führen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Übergewicht stellt für das Herz-Kreislauf-System eine starke Belastung dar. Das Herz verrichtet täglich Mehrarbeit, um das Fettgewebe genügend mit Sauerstoff zu versorgen. Im Körper wird vermehrt Wasser und Natrium zurückgehalten, was auf die Dauer  die Entstehung von Bluthochdruck begünstigt. Folgeerscheinungen wie Diabetes mellitus und Störungen im Fettstoffwechsel schädigen die Blutgefäße (Arteriosklerose) und begünstigen ebenfalls die Entstehung von Schlaganfall oder Herzerkrankungen wie koronarer Herzkrankheit (Angina pectoris) oder Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz).

Lungenerkrankungen

Die Lunge muss deutlich mehr arbeiten, um den erhöhten Sauerstoffbedarf decken zu können. Oft reicht die vorhandene Lungenkapazität nicht aus, so dass sich ein chronischer Sauerstoffmangel entwickelt. Kurzatmigkeit (Dyspnoe) und chronischer Sauerstoffmangel (Zyanose) sind die Folge.

Schlaf–Apnoe-Syndrom

Der Sauerstoffmangel wird durch Störungen der Atmung während des Schlafes (Schlaf-Apnoe-Syndrom) noch verstärkt. Starkes Schnarchen besonders in Verbindung mit Atemaussetzern führt zu ständigen Unterbrechungen des Schlafs. Die  Betroffenen fühlen sich tagsüber sehr müde und abgeschlagen. Diese Beschwerden können sich nach Gewichtsreduktion vollständig zurück bilden.

Tumorerkrankungen

Bei Fettleibigkeit besteht ein erhöhtes Risiko, an bösartigen Tumoren im Bereich des Darms (Kolon, Rektum), der Prostata, der Gebärmutter, der Eierstöcke, der Brust und der Niere zu erkranken.

Magen-Darm-Erkrankungen

Besonders übergewichtige Frauen leiden an Erkrankungen der Gallenwege. Dazu zählen vor allem Entzündungen der Gallenblase und die Bildung von Gallensteinen. Bei Übergewichtigen kommt es oft zur sogenannten Refluxkrankheit, die meist verbunden mit einer Entzündung der Speiseröhre auftritt. Außerdem kann es zu Lebererkrankungen wie NASH – Fettleberhepatitis (nicht alkoholische Fettleberhepatitis) kommen.

Gelenke

Das hohe Körpergewicht führt zu einer Überlastung der Gelenke. Dadurch wird der Verschleiß beschleunigt und führt zu chronischen Schmerzen durch Arthrosen und Wirbelsäulensyndrome, die oft nur durch dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln oder eine Operation gelindert werden können.

Operationen

Übergewicht erhöht das Risiko von Komplikationen bei Operationen und anderen medizinischen Eingriffen. Besonders die Narkose wird schwieriger, da die Fettpolster einen Einfluss auf deren Wirksamkeit haben.

Unfallrisiko

Das Unfallrisiko steigt erheblich. Betroffene sind oft unsicher im Gang und neigen zu Stürzen. Ihre Reaktion ist vermindert und Stürze können nur unzureichend abgefangen werden.

Schwangerschaft

Durch das Übergewicht kann es Komplikationen während der Schwangerschaft, wie zum Beispiel Eklampsie und Schwangerschaftsdiabetes kommen. Außerdem besteht eine erhöhte Kaiserschnittrate und die Gefahr der Nachblutungen ist erhöht.