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Alkoholkonsum

Genießen in Maßen

Moderater Alkoholgenuss

Moderater Alkoholgenuss ist relativ ungefährlich. Mit einem bewussten Konsumverhalten kann man Wein und Bier genießen, ohne seine Gesundheit zu schädigen.

Alkoholkonsum

Prinzipiell ist bei gesunden Erwachsenen nichts gegen den Alkoholgenuss einzuwenden. In geringen Mengen ist Alkohol für sie nicht gesundheitsschädlich. Wichtig zu wissen ist aber, welche Alkoholmenge man zu sich nehmen darf, ohne körperliche und psychische Schäden zu erleiden oder sich in die Gefahr einer Alkoholsucht zu begeben.

Um einen moderaten und ungefährlichen Alkoholgenuss zu erreichen, ist es ratsam, einige Ratschläge zu beachten. In allen Fällen ist es wichtig, „sein eigener Herr zu sein“ und Alkohol auch bei Einladungen nur dann zu trinken, wenn man es wirklich will. Dazu gehört auch, höflich aber bestimmt zu sagen, wenn man keinen Alkohol trinken möchte. Je öfter man eine Einladung zum Trinken ablehnt, umso selbstverständlicher wird es für einen selbst und umso souveräner tritt man dabei auf.

Es gibt eine Reihe von Alltagssituationen in denen eine Null-Promille-Grenze unabdingbar ist. So zum Beispiel in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Medikamenteneinnahme und als Verkehrsteilnehmer. Wer in diesen Situationen Alkohol trinkt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen.

Es ist unbestritten, dass moderater Alkoholgenuss einige positive Wirkungen auf die menschliche Gesundheit hat. Insgesamt sind diese positiven Effekte aber vor dem Hintergrund zu sehen, dass Alkoholkonsum immer zahlreiche Gesundheitsrisiken in sich birgt. Insbesondere bei erblich vorbelasteten Menschen besteht die Gefahr einer Alkoholabhängigkeit. Aus diesem Grund sind allgemeine Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde Aufnahmemenge problematisch.

Was ist moderater Alkoholgenuss?

Diese Frage ist nicht einheitlich zu beantworten, da die Alkoholmenge, welche gesundheitliche Schäden verursachen und zu Abhängigkeit führen kann, von Mensch zu Mensch sehr variiert.

Es existiert also kein allgemein gültiger Grenzwert einer Alkoholmenge, unter dem jegliches Risiko für Gesundheit und Alkoholsucht ausgeschlossen werden kann.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Weltgesundheitsorganisation empfehlen für gesunde Erwachsene Grenzwerte, in denen das Risiko sehr gering ist. Für Frauen gilt 12 g Alkohol und für Männer 24 g Alkohol pro Tag als moderat. Frauen sollten daher nicht mehr als ein Glas Bier (0,3l) und Männer nicht mehr als 2 Gläser Bier pro Tag trinken. Zusätzlich ist es empfehlenswert, mindestens 2 Tage pro Woche keinen Alkohol zu trinken. Falls die genannten Grenzwerte überschritten werden, kann es zu schweren körperlichen und psychischen Schäden kommen.

Tipps für die Reduzierung des Alkoholkonsums

Wichtig ist, sein eigenes Trinkverhalten zu überdenken und in die Richtung eines moderaten Alkoholgenusses zu lenken. Gerade Menschen, die bei sich festgestellt haben, dass ihr Alkoholkonsum über das Normalmaß hinausgeht, sollten die Trinkmenge reduzieren. Ansonsten laufen sie Gefahr, langfristig einer Alkoholsucht zu erliegen.

In vielen Cliquen ist es „schick“, sich vor der eigentlichen Party zu betrinken. Oftmals werden in sehr kurzer Zeit hochprozentige Spirituosen getrunken, um schnell einen hohen Alkoholpegel zu erreichen. Dabei ist das Risiko für eine Alkoholvergiftung sehr hoch. Deswegen ist es empfehlenswert, sich beim Trinken genügend Zeit zu lassen und auf hochprozentige Spirituosen zu verzichten.

Aufgrund dessen, dass Alkohol dem Körper Wasser „entzieht“, sollte Alkohol nicht als Durstlöscher eingesetzt werden. Bevor man mit dem eigentlichen Alkoholtrinken anfängt, sollten mehrere alkoholfreie Getränke wie Wasser, Fruchtsaftschorlen und alkoholfreie Cocktails getrunken werden. Weiterhin kommt es oft vor, dass ein Gruppenzwang aufgebaut wird und man bei Trinkspielen oder beim „Ausgeben von Runden“ quasi zum Trinken gezwungen wird. Auch wenn es schwer fällt, ist es besser, öfter eine Runde auszusetzen und stattdessen ein alkoholfreies Getränk zu wählen. Die Einladung zu alkoholischen Getränken kann und sollte des Öfteren in einer höflichen, aber bestimmten Art und Weise abgelehnt werden. Die Angst vor einer verärgerten Reaktion des Gegenübers ist oftmals unbegründet.

Obwohl der Grundsatz vielen heutzutage überholt scheint, gilt nach wie vor, dass man auch ohne Alkohol Spaß haben kann. Man sollte sich an Bekannten und Freunden orientieren, welche wenig oder keinen Alkohol trinken und trotzdem „eine gute Zeit“ haben können. Weiterhin bergen exzessive Trinkspiele und Flatrate-Parties immer die Gefahr einer Alkoholvergiftung in sich.

Das Auftreten von Problemen ist ein normales Vorkommnis im Leben. Wichtig ist, dass man seine Probleme mit vertrauten Personen wie Freunden oder Eltern bespricht und sie aktiv angeht. Alkohol ist hingegen kein adäquates Mittel, um seine Probleme zu lösen. Im Gegenteil, oftmals steigern sich die Probleme und man ist nicht mehr in der Lage, sie angemessen zu lösen.

Tipps zum richtigen Umgang mit Alkohol

Besondere Risikogruppen für alkoholbedingte Organerkrankungen sind die ungefähr 2,5 Millionen Alkoholkranken und Gewohnheitstrinker. Dabei haben Frauen ein höheres Risiko als Männer. Dies liegt unter anderem daran, dass Frauen einen geringeren Körperflüssigkeitsanteil als Männer aufweisen, dafür aber mehr Körperfett besitzen. Alkohol verteilt sich aber ausschließlich in der Körperflüssigkeit.

Ferner haben alle Personen ein gesteigertes Risiko alkoholabhängig zu werden, die regelmäßig mehr als 40 - 50 g Alkohol pro Tag (Männer) und 20 - 30 g Alkohol pro Tag (Frauen) konsumieren.

Präventionsmaßnahmen wie Aufklärungsgespräche sollten gerade auf Jugendliche, besonders gefährdete Berufsgruppen wie Brauereiarbeiter, Bestatter, Gastwirte oder Discjockeys, Frauen in der Schwangerschaft, Menschen mit hoher Arbeitsbelastung wie Ärzte und Autofahrer abzielen. Besonders Jugendlichen sollte ein bewusster Umgang mit der „berauschenden Flüssigkeit“ beigebracht werden. Problematisch ist es, wenn man nur mit Alkohol Spaß haben kann und auf diese Weise regelmäßiges und übermäßiges Trinken vorprogrammiert sind. Empfehlenswert ist, bei Feiern und Festlichkeiten zu versuchen, seinen Alkoholkonsum auf ein moderates Maß zu reduzieren oder hin und wieder ganz auf Alkohol zu verzichten.

Eltern sollten ihren Kindern ein Vorbild beim ordnungsgemäßen Umgang mit Alkohol sein. Oft übernehmen Kinder Verhaltensweisen bezüglich des Alkoholkonsums ihrer Eltern. Alkohol sollte kein Mittel der Konfliktlösung sein oder als „Kummerkasten“ für Probleme und Sorgen genutzt werden. Am effektivsten bewahrt man seine Kinder vor einer späteren Alkoholabhängigkeit, wenn man den bewussten und kontrollierten Alkoholgenuss aktiv vorlebt. Zudem sollte man mit seinen Kindern über die Gefahren des Alkoholkonsums und seine schädlichen Folgen sprechen. Dafür kann auch das Infotelefon der Suchtberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung genutzt werden. Die Ansprechpartner dort sind versierte Experten auf dem Gebiet der Suchtvorbeugung und können zahlreiche Fragen zum Thema Alkohol und Sucht beantworten.

Falls der persönliche Alkoholkonsum über das Normalmaß hinausgeht oder man bereits Gesundheitsschäden dadurch erlitten hat, ist es höchste Zeit, sich ernsthaft mit seinem Trinkverhalten auseinanderzusetzen. Um die momentan aufgenommene Alkoholmenge festzustellen, empfiehlt es sich, ein Trinktagebuch anzulegen. Dies sollte über einige Wochen geführt werden, damit der durchschnittliche Alkoholkonsum richtig beurteilt werden kann. Dazu werden alle Drinks mit der entsprechenden Alkoholmenge täglich protokolliert.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.





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