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Diabetes mellitus Typ 2

auch bekannt als: Zuckerkrankheit

Diagnose

Icon Ein Diabetes mellitus Typ 2 liegt vor, wenn unter bestimmten Bedingungen Blutzuckergrenzwerte überschritten werden. Der Blutzucker wird im Labor nach Blutabnahme bestimmt. Der Nachweis von Zucker im Urin mittels Teststreifen ist ebenfalls ein Hinweis auf eine Diabetes-Erkrankung.

Mit folgenden diagnostischen Methoden kann der Arzt einen Diabetes mellitus Typ 2 feststellen: Zunächst über hinweisende Symptome und Risikofaktoren. Mit der Blutzuckerbestimmung, eventuell im Rahmen eines Zuckerbelastungstests (oraler Glukosetoleranztest) lassen sich genaue Blutzuckerwerte ermitteln. Durch die Bestimmung von Glukose im Urin kann ebenfalls ein Diabetes nachgewiesen werden – in Kombination mit den Blutzuckerwerten auch eine eventuelle diabetische Nierenschädigung.

Blutzuckerbestimmung und ZuckerbelastungstestBlutzuckermessgerät
Blutzuckerbestimmung und Zuckerbelastungstest

Der Arzt kann durch Messung des Blutzuckerspiegels feststellen, ob ein Diabetes mellitus vorliegt. Dazu wird entweder Blut abgenommen, oder es wird ein sogenannter oraler Glukosetoleranztest vorgenommen. Zur Bestätigung wird in der Regel eine Wiederholungsmessung vorgenommen.

Bei der Bestimmung des Blutzuckerspiegels nach Blutabnahme gelten folgende Grenzwerte – vorausgesetzt die Messung erfolgt im nüchternen Zustand, zum Beispiel morgens vor dem Frühstück beim Arzt oder nach mindestens 8 Stunden ohne Nahrungszufuhr, und im venösen Blutplasma: 

  • < 100 mg/dl: normale Blutzuckermesswerte

  • 100 bis 125 mg/dl: Blutzuckermesswerte, die als Diabetes-Vorstadien interpretiert werden. Sogenannte abnorme Nüchternglukose, Impaired Glucose Fasting (IGF). Für die Messung nach dem Essen gelten für dieses Stadium die Grenzwerte 140 bis 180 mg/dl

  • > 126 mg/dl: Blutzuckermesswerte bei Diabetes mellitus

Um ganz sicher die Blutzuckermessergebnisse interpretieren zu können, kann ein Zuckerbelastungstest durchgeführt werden. Zur Bestätigung wird der Test in der Regel zweimal durchgeführt. Hier wird vor (Nüchternwert) und zwei Stunden nach dem Trinken einer Zuckerlösung der Blutzuckerspiegel gemessen.

Der 2 h-Wert kann im Hinblick auf eine Diagnose interpretiert werden.

  • < 140 mg/dl: normale Blutzuckermesswerte zwei Stunden nach Trinken der Zuckerlösung

  • 140 bis 199 mg/dl (< 5,6 mmol/l): Blutzuckermesswerte zwei Stunden nach Trinken der Zuckerlösung, die als Diabetes-Vorstadien interpretiert werden. Gestörte Glukosetoleranz, Impaired Glucose Tolerance (IGT)

  • > 200 mg/dl: Blutzuckermesswerte zwei Stunden nach Trinken der Zuckerlösung bei Diabetes mellitus

Damit die Ergebnisse beim Zuckerbelastungstest nicht verfälscht werden, müssen einige Dinge im Vorfeld der Untersuchung beachtet werden:

  • drei Tage zuvor kohlenhydratreich ernähren (also viel Nudeln, Brot und Reis bei Einhaltung normaler Mahlzeiten)

  • keine Testung drei Tage vor und drei Tage nach der Monatsblutung bei Frauen

  • keine Testung während einer Erkältung

  • vor dem Test 12- bis 14-stündige Nüchternperiode und Nikotinverzicht
Bestimmung von Glukose im Urin
Bestimmung von Glukose im Urin

Normaler Urin ist frei von Glukose. Wenn die Blutzuckerwerte aber über einen bestimmten Grenzwert, die sogenannte Nierenschwelle, ansteigen, wird Glukose auch über den Urin ausgeschieden. Das ist in der Regel ab ungefahr 180 mg/dl der Fall. Man kann den Zucker im Urin mittels eines Teststreifens nachweisen.

Bei wiederholtem Nachweis (Bestimmung im Morgenurin, in Tagesportionen und im 24-Stunden-Urin) liegt mit wenigen Ausnahmen ein Diabetes mellitus vor. Mithilfe der Glukosebestimmung kann man in Zusammenschau mit Blutzuckermessergebnissen außerdem Hinweise auf eine diabetische Nierenschädigung bekommen, denn bei der diabetischen Nephropathie ist die Nierenschwelle in der Regel höher (bis 300 mg/dl).

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.





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