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Übergewicht

Übergewicht

auch bekannt als: Präadipositas und Adipositas

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Diagnose

Übergewicht ist optisch gut zu erkennen. Der Schweregrad des Übergewichts beziehungsweise der Adipositas wird mittels Body Mass Index (BMI) ermittelt. Ein wichtiges Kriterium, um die Fettverteilung zu bestimmen, ist der Taillenumfang.

Adipositas kann über verschiedene Messverfahren diagnostiziert werden. In der Regel gilt jedoch der international anerkannte Body-Mass-Index (BMI) als zuverlässiger Indikator dafür, ob ein Mensch krankhaft übergewichtig ist.

Auch wenn man seinen BMI relativ leicht selbst errechnen kann, erfordert die Diagnose Adipositas einen Arztbesuch. Der Arzt kann die genaue Klassifizierung in den Schweregrad der Fettleibigkeit, von Übergewicht bis Grad 4 der Adipositas, vornehmen und potenziell vorhandene Begleiterkrankungen medizinisch abklären und behandeln.

Darüber hinaus wird der behandelnde Arzt eine eingehende Befragung zur Krankheitsgeschichte und den bisherigen Lebensgewohnheiten (dazu zählen Ernährungsgewohnheiten, Essverhalten, familiäres wie berufliches Umfeld, Bewegungsaktivitäten) durchführen. Verschiedene Untersuchungen wie Laborparameter, Blutdruckmessung, EKG oder Ultraschall (Sonographie) von Gallenblase und Leber sind wichtig, um die Ursachen für das vorliegende Übergewicht genau abzugrenzen zu können. Außerdem kann festgestellt werden, ob bereits Organschäden und Folgeerkrankungen durch das Übergewicht aufgetreten sind. Organische Ursachen werden durch eine gründliche Untersuchung weitgehend ausgeschlossen.

Unterteilt wird in Übergewicht und Adipositas:

  • Übergewicht ist ein erhöhtes Körpergewicht mit einem Body-Mass-Index) BMI im kritischen Bereich. Jedoch ist zu beachten, dass der BMI bei sehr muskulösen Personen keine sinnvollen Ergebnisse liefert, da er die Körperfettmasse nicht berücksichtigt.

  • Adipositas: Der Anteil des Körperfettes an der Körpermasse ist stark erhöht. Eingeteilt wird in 3 Schweregrade von mäßig bis extrem erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen.

Der BMI ist demzufolge das Maß zur Klassifizierung der Adipositas. Die Berechnung und Interpretation des BMI wird unter "Gesund leben" erklärt.

Der Taillenumfang ist das Maß zur Bestimmung der Fettverteilung.
Bestimmung der Fettverteilung

Zur Beurteilung des gesundheitlichen Risikos wird heute der Taillenumfang verwendet. Damit wird das gesundheitliche Risiko anhand der Fettverteilung bestimmt.

  • Frauen:

    Ist der Taillenumfang > 80cm, ist das gesundheitliche Risiko mäßig erhöht, bei > 88cm stark erhöht.

  • Männer:

    Ist der Taillenumfang > 94cm, ist das gesundheitliche Risiko mäßig erhöht, bei > 102cm stark erhöht.

Das gesundheitliche Risiko vor allem für Stoffwechselerkrankungen ist bei der androiden, bauchbetonten Form von Übergewicht deutlich erhöht. Der Taillenumfang gibt an, wie stark diese Form vorliegt.

Arztgespräch

Beim ersten Arztbesuch wird üblicherweise ein langes Anamnesegespräch geführt. Um sich darauf vorzubereiten helfen die folgenden Punkte:

Grund für den Arztbesuch: Motivation des Betroffenen wird erfragt. Warum möchte der Betroffene untersucht werden? Die Motivation zur Gewichtsabnahme ist für die spätere Therapie entscheidend.

Familienanamnese: Im Gespräch werden familiären Vorkommen von Adipositas beleuchtet. Dazu zählen auch familiäre Traditionen bezüglich der Ernährung, des Ernährungsverhaltens, der körperlichen Aktivität und viele mehr. Hier sind auch Erkrankungen wie Schlaganfälle, Koronare Herzkrankheit, Arteriosklerose von Bedeutung.

Gewichtsanamnese: Der Arzt erfragt den Zeitpunkt der Entstehung von Übergewicht, Dauer, Verlauf, maximales Gewicht, Maßnahmen zur Gewichtskontrolle.

Sonstiges Anamnese: Er erfragt die Einnahme von Medikamenten, besonders solche die Auswirkungen auf das Körpergewicht haben. Er befragt die Betroffenen nach der Befindlichkeit und Lebensqualität, vor allem aber psychologische Faktoren wie Identitätskrisen, Probleme in der Partnerschaft und Familie, Demütigungen in Beruf und Alltag und Ähnliches.

Ernährungsanamnese: Besonders das Essverhalten, die Art und Menge der Nahrung sind wichtige Anhaltspunkte für eine spätere Therapie. Dazu werden Ernährungsprotokolle geführt. Hier ist besonders wichtig, dass Betroffene ehrlich zu sich selbst sind und alles dokumentieren, was sie gegessen haben. Nur so ist eine spätere Therapie erfolgreich.

Laborchemische und körperliche Untersuchungen

Zunächst ist der Ausschluss von medizinischen Ursachen wie einer Schilddrüsenunterfunktion wichtig.

Laborparameter zur Bestimmung der möglichen Folgeerkrankungen:

  • Nüchternblutzucker, oraler Glukosetoleranztest

  • Gesamt-, HDL- und LDL-Cholesterin, Triglyceride

  • Harnsäure, Kreatinin, Elektrolyte

  • TSH, andere endokrinologische Parameter (z.B. zum Ausschluss eines Cushing-Syndroms)

  • Mikroalbuminurie bzw. Albumin/Kreatinin-Ratio im Urin

Körperliche Untersuchungen:

  • ·Körpergewicht und Körpergröße in Meter werden bestimmt, daraus kann der BMI ermittelt werden

  • Taillenumfangmessung: Durch die Bestimmung der Fettverteilung kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen genauer bestimmt werden

  • Die Impedanzmessung wird BIA (BioelektirscheImpedanzanalyse) genannt. Hier misst man mittels Wechselstrom den Widerstand im Körper. Fett ist arm an Flüssigkeit und hat einen hohen elektrischen Widerstand, daherkann die Fettmasse errechnet werden. Es ist eine genaue, schnelle, relativ preisgünstige, angenehme und wiederholbare Methode, die Fettverteilung zu bestimmen

  • Blutdruckmessung, EKG, Ergometrie

  • Oberbauchsonographie, Doppler-Sonographie (Ultraschall der Halsschlagadern)