Startseite > Krankheiten > Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall

Auch bekannt als: Discus prolaps oder Bandscheibenprotrusion

Überblick Entstehung Symptome Komplikationen Diagnose Therapie Prävention Leben mit

Leben mit ...

Schmerzen und andere Beschwerden durch Bandscheibenvorfälle lassen sich gut durch Schmerzmittel und Operationen reduzieren. Gerade nach Operationen treten nur selten Beschwerden im Operationsgebiet auf. Dennoch sollte der Rücken nicht übermäßig belastet werden.

Bandscheibenbeschwerden sind in den meisten Fällen gut behandelbar. Schlägt eine konservative Therapie nicht an, wird eine Operation durchgeführt. Meistens ist der Rücken nach einer erfolgreichen Therapie bereits nach 8-12 Wochen wieder voll einsatzfähig. Jedoch sollten nun, gerade um ein erneutes Auftreten des Bandscheibenvorfalls zu verhindern, vorbeugende Maßnahmen angewandt werden. Diese Übungen entsprechen hauptsächlich präventiven Maßnahmen, wie sie im letzten Kapitel beschrieben werden.

Viele Patienten beschreiben eine Besserung  bei häufiger Bewegung. Sportarten, die einem Bandscheibenvorfall vorbeugen, können auch zur schnelleren Heilung des Operationsgebietes eingesetzt werden (Rückenschwimmen, Radfahren, Gymnastik).

Nach etwa drei Monaten ist eine Bandscheibe nach einer Operation ausgeheilt und kann in den meisten Fällen wieder voll belastet werden. Sinnvoll sind Übungen zum Erlernen richtiger Bewegungen und Haltungen. Daneben muss ein Aufbau der stützenden Rückenmuskulatur sattfinden, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und falscher Belastung vorzubeugen. Zum Erlernen von Bewegungsübungen empfiehlt sich die Unterstützung von professionellem Personal. Die erlernten Übungen müssen zu Hause eigenständig weitergeführt werden. Bei richtiger Anleitung und eigenständiger Weiterführung der Übungen kann einem erneuten Bandscheibenvorfall vorgebeugt werden. Auch das tägliche Leben ist damit in den meisten Fällen wenig eingeschränkt.

Nur in wenigen Fällen treten Schmerzen nach einer Bandscheibenoperation weiter auf oder es kommt zu einem erneuten Bandscheibenvorfall. Eine Operation verschafft etwa 90 % der Patienten eine Besserung über längere Zeit.

Nach einem Bandscheibenvorfall sollte auf starke körperliche Arbeit von mehreren Stunden Dauer verzichtet werden. Hierbei kann es notwendig sein, auch das Arbeitsumfeld zu wechseln um Belastung des Rückens zu vermeiden. Dies hängt jedoch stark von individuellen Ergebnissen und Vorbelastungen ab und sollten für jeden Einzelfall geprüft werden.
Bewegungsübungen nach einem Bandscheibenvorfall

  • Zum Erlernen richtiger Körperhaltung kann die Alexander-Technik sinnvoll sein.

  • Als Verbindung von Bewegungsübungen und manuellen Therapien gibt es das Konzept der „Mechanischen Diagnose und Therapie (MDT)“ nach McKenzie.

  • Zum Erfahren und Erlernen von richtigen Bewegungen bietet die Spiraldynamik eine weitere  Möglichkeit. Bisher fehlen jedoch Studien, die die Wirksamkeit der Spiraldynamik belegen.
Rückenschule

Allgemeines zum Training

Die Übungen sollten Sie etwa drei- bis viermal pro Woche für jeweils eine halbe Stunde durchführen. Vorher ist eine Aufwärmung sinnvoll. Zum Unterlegen empfiehlt sich eine weiche Matte. Es ist auf eine richtige Durchführung der Übungen und einen möglichst fließenden Bewegungsablauf zu achten. Zu ruckartige Bewegungen können die Beschwerden verstärken. Auch auf die Atmung zu achten ist wichtig: Bei Entspannung einatmen, bei Anspannung ausatmen. Sechs bis zehn Übungen nacheinander durchführen. Fünf Durchgänge mit etwa 10 Wiederholungen pro Übung sind sinnvoll. Pausen sind wichtig. Richtwert ist eine halbe Minute nach den 10 Wiederholungen einer Übung.

Nach einem Bandscheibenvorfall ist es sinnvoll die Rückenmuskulatur zu stärken. Hierdurch werden eine gleichmäßigere Belastung und eine Entlastung der Bandscheiben erreicht. Sinnvolle Übungen sind:

Brückenposition

  1. Legen Sie sich auf den Rücken, die Knie sind etwas angestellt, die Arme liegen etwa 20 cm neben dem Körper.

  2. Heben Sie Ihren Körper mit den Schulter- und Kniemuskeln an. Halten Sie diese Position für 3-4 normale Atemzüge.

  3. Legen Sie Ihren Körper wieder ab. Ein höherer Effekt lässt sich erzielen, wenn Sie abwechselnd nur ein Bein aufstellen.

Katzenbuckel

  1. Knien Sie sich hin und stützen Sie sich mit den Armen ab.

  2. Machen Sie einen runden Rücken (Katzenbuckel) Bewegen Sie den Kopf dabei nach unten.

  3. Nun gehen Sie in ein leichtes Hohlkreuz (Pferderücken). Der Kopf bewegt sich nach oben.

Weitere Übungen für den Rücken:

  • In Rückenlage heben Sie Knie und Kopf an, anschließend ziehen Sie Ihre Knie Richtung Kopf. Diese Übung dient der Mobilisation der geraden Rückenmuskulatur.

  • In Rückenlage stützen Sie Ihren Oberkörper mit den Armen seitlich ab. Nun bewegen Sie die angestellten Knie abwechselnd nach links und rechts. Die Schultern bleiben während der gesamten Übung am Boden

Übungen für die Bauchmuskulatur

  • Aus der Anfangsstellung der Brückenposition drücken Sie das Kreuz auf den Boden.

  • Sit-ups: in Rückenlage stellen Sie die Beine an. der Oberkörper wird in Richtung der Knie bewegt.  Richten Sie sich dabei nicht vollständig auf. Der Abstand zwischen Boden und Schultern sollte dabei 20 cm nicht überschreiten. Sit-ups trainieren hauptsächlich die gerade Bauchmuskulatur

  • Sit-ups mit erhöhten Beinen: Winkeln Sie Hüfte und Knie im 90 Grad-Winkel an (am besten einen Hocker unter die Beine stellen). Ansonsten bleibt der Ablauf gleich

  • In Seitenlage heben Sie die Beine etwa 20 cm über den Boden. Die Übung wiedeholen Sie auf beiden Seiten. Hierbei wird besonders die seitliche Bauchmuskulatur gestärkt.

Weitere Übungen für die Rückenmuskulatur

  • Knien Sie sich hin und stützen Sie den Oberkörper mit den Armen ab. Nun bewegen Sie einen Arm und gegenläufige Bein bis in die Waagerechte.

  • In Bauchlage heben Sie Arme und Beine vom Boden ab. Als Abwechslung der Übung können ein Arm und gegenläufiges Bein angehoben oder die Hände hinter dem Kopf verschränkt werden.

Weiterführende Links