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Erholsamer Schlaf

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Das Mysterium und Wunder Schlaf

Sieben bis acht Stunden, soviel schläft der Deutsche im Durchschnitt pro Nacht. Die Nachtruhe füllt so einen großen Teil unserer Lebenszeit. Da lohnt es sich, sich näher mit dieser „Erfindung“ auseinanderzusetzten. Was ist der Schlaf denn eigentlich genau und wofür ist er gut?

Die irrtümliche aber weit verbreitete Annahme, dabei handele es sich um eine Ruhephase, die einfach nur der Erholung des Körpers dient, ist längst wissenschaftlich widerlegt. Äußerlich ist der Körper im Schlaf zwar ruhig und auch Atemfrequenz und Puls sinken. Allerdings müssen der Körper und das Gehirn in der Nacht eine Vielzahl an Aufgaben erledigen, um uns auf den nächsten Tag vorzubereiten. Wie wichtig diese Prozesse sind, merken Menschen häufig schmerzlich, wenn die ausreichende Nachtruhe einmal ausbleibt. Denn nachts laufen viele wichtige Prozesse im Organismus, vor allem im Gehirn, ab. Dazu jetzt mehr…

Exkurs in die Welt des Schlafes

Dabei schlafen wir nicht einfach gleichbleibend durch. Es passiert eine Menge, während wir scheinbar ruhig schlummern. Während der Nachtruhe durchlaufen wir mehrere Schlafzyklen mit jeweils verschiedenen Schlafphasen.

Dabei werden vier verschiedene sogenannte Non-REM-Phasen (Rapid-Eye-Movement) und eine REM-Schlaf-Phase unterschieden:

  • Phase 1 (Non-REM): Einschlafen. Man ist leicht zu wecken. Leichte Muskelaktivität, es kann zu Zuckungen kommen. Die Augenbewegungen werden immer ruhiger.

  • Phase 2 (Non-REM): Leichter Schlaf. Keine Augenbewegungen. Gehirnaktivität nimmt ab. Auch in dieser Phase kann man relativ leicht aufgeweckt werden. Diese Phase nimmt etwa 50 % des gesamten Schlafes in Anspruch.

  • Phasen 3 und 4 (Non-REM): Tiefschlaf. Der Körper ist ganz auf Regeneration eingestellt. Die Gehirnaktivität geht weiter zurück, bei Phase 4 noch etwas mehr als bei Phase 3. Atmung, Herzschlag und Blutdruck gehen ebenfalls zurück. Die Muskeln sind ganz entspannt. Nun ist man nur sehr schwer zu wecken. Der Mensch ist aber nicht “bewusstlos”, das heißt auch im Tiefschlaf gibt es noch einen Rest Bewusstsein, der auf äußere Einflüsse reagiert. Der Tiefschlaf macht nur etwa ein Fünftel des gesamten Schlafes aus.

  • Daneben gibt es die Traumschlafphase, der sogenante REM-Schlaf, in dem die Gehirn- und Körperaktivität ähnlich des wachen Zustandes sind, die Augen sich schnell unter den geschlossenen Lidern bewegen, die Atmung unruhig wird und die Gliedmaßen vorübergehend wie gelähmt sind.

Folglich sind bereits viele Einzelheiten des Schlafes bekannt, bisher hat die Medizin aber noch nicht abschließend herausgefunden, wozu der Schlaf eigentlich genau dient. Besonders hinsichtlich des sogenannten REM-Schlafes (REM: Rapid Eye Movement = schnelle Augenbewegung) werden sehr unterschiedliche Ansichten vertreten.

Wozu brauchen wir den Schlaf?

Während man wissenschaftlich zum Beispiel in Schlaflaboren bereits detailliert untersucht hat, was in der Nacht im Körper alles so vor sich geht oder welche Folgen Schlafentzug hat, so gibt es erst sehr wenige Erkenntnisse darüber, warum wir überhaupt schlafen müssen.

Von der Wissenschaft wurden bisher verschiedene Theorien zur Erklärung des Phänomens Schlaf entwickelt. Im Folgenden eine kleine Auswahl der vielfältigen Perspektiven auf das Thema Schlaf.

  • Die Inaktivitätstheorie: Diese Theorie geht davon aus, dass Schlaf ein Relikt aus der Frühzeit ist. Demnach ist es eine Schutzreaktion des Körpers, bei Dunkelheit in eine starre, ruhige Position verfallen zu können und so besser vor Feinden und Unfällen geschützt zu sein. Daher hätten besonders die Arten überlebt, welche über diesen Vorteil verfügten.

  • Die Theorie der Energieeinsparung:Nachts verbraucht der Körper etwa 10 % weniger Energie als tagsüber. Körpertemperatur und Kalorienverbrauch sinken im Vergleich zur Tagesaktivität. Auf dieser Tatsache fußt die Theorie, dass in Zeiten von Nahrungsknappheit diejenigen Arten einen evolutionären Vorteil hatten, bei denen diese Fähigkeit am besten ausgeprägt war.

  • Die Theorie der Regenerierung: Schlaf bietet dem Körper die Möglichkeit der Regenerierung und Heilung. Viele Prozesse des Immunsystems, der Wachstumshormone und der Geweberegenerierung finden nachts statt, genauso wie Regenerierungs- und Verarbeitungsprozesse des Gehirns. Diese Theorie geht also nicht von einer Erholung im Sinne von „Ruhe“ aus, sondern von Erholung im Sinne der Regenerierung und Stärkung des Immunsystems durch den Schlaf.

  • Die Hirnplastizitätstheorie: Unter Hirnplastizität versteht man Veränderungen in der Struktur und Organisation des Gehirns. Während dieses Phänomen noch sehr wenig erforscht ist, so steht doch fest, dass Schlaf eine lebenswichtige Rolle für diese Prozesse spielt; vor allem bei Kindern, die bis zu 14 Stunden Schlaf brauchen und davon die Hälfte im REM-Schlaf (Traumschlaf) verbringen. Auch für Erwachsene spielt wie bereits angesprochen der Schlaf für Lern- und Erinnerungsprozesse eine wichtige Rolle, die nichts anderes sind als  ein „Umorganisationen“ des Gehirns.

Sicher ist, dass für Menschen und auch viele Tierarten Schlaf in ausreichender Qualität und Menge überlebensnotwendig ist. Bereits einmaliger Schlafentzug führt zu vielen Mangelerscheinungen und körperlichem Unbehagen. Abnehmende Arbeitsleistung und Konzentrationsstörungen sind die bekanntesten von vielen möglichen Folgen. Darüber hinaus scheint Schlaf auch eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Stress und Problemen zu spielen und wichtigen Einfluss auf die Verarbeitung erlernten Wissens zu haben.

 

Folgende positive Effekte des Schlafs auf den Körper wurden bereits nachgewiesen:

  • Lernen und Erinnern: Ausgeschlafene sind lernfähiger und können sich besser an Dinge erinnern, die sie tags zuvor gelernt haben. In Vergleichsstudien schnitten Probanden, die nur 6 Stunden schlafen durften, schlechter ab als Probanden nach 7 Stunden Schlaf. Diese wiederum wurden in der Lern- und Erinnerungsleistung systematisch von Probanden mit 8 Stunden Schlaf geschlagen.

  • Erholung des Herzens: Während der Non-REM-Phasen gehen Blutdruck und Herzschlag zurück. In einer ganzen Nacht werden so durchschnittlich 10 % der Tagesleistung „gespart“. Personen, die zu wenig schlafen, sind daher anfälliger für Schlaganfälle, chronische Brustschmerzen, Herz-Rhythmus-Störungen und Herzinfarkte.
  • Regulierung des Hormonhaushalts: Hier hat der Schlaf eine ganz erstaunliche Bedeutung. Beispielsweise werden in der Tiefschlafphase mehr Wachstumshormone produziert, welche neben dem Wachstum auch für den Aufbau von Muskelmasse und die Reparatur beschädigten Gewebes zuständig sind. Ferner konnte bezüglich der Sexualhormone nachgewiesen werden, dass Frauen mit Schlafmangel schwerer schwanger werden und ein höheres Fehlgeburtenrisiko haben. Im Schlaf findet außerdem eine erhöhte Produktion von Zellhormonen statt, die für die Abwehr von Infektionen durch das Immunsystem wichtig sind. Unausgeschlafene produzieren so zum Beispiel nach einer Impfung weniger Antikörper und sind generell anfälliger für Infektionskrankheiten. Die Hormone, die für den Energiehaushalt und den Insulinspiegel zuständig sind, werden durch zu wenig Schlaf zudem in ihrer Arbeit gestört. Schlafmangel macht daher anfälliger für die Entwicklung von Diabetes. Erste Forschungsergebnisse deuten auch darauf hin, dass Schlaf Appetit und Gewichtskontrolle reguliert.

Ähnlich wie die Verdauung und die Atmung wird auch der Schlaf und das Schlafbedürfnis bei Menschen und Tieren unbewusst durch den Körper reguliert. Das zeigt, welche elementare Rolle der Schlaf für den Körper spielt. Wieso der Schlaf jedoch manchmal ausbleibt, und was wir dann tun können, dazu jetzt mehr.