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Tabak

Die Geschichte von Tabak und Tabakkonsum reicht weit in die Jahrhunderte zurück – bis hin zu Christoph Kolumbus, der die Pflanze von Amerika nach Europa brachte. Trotz der langen Historie darf nicht vergessen werden, dass Tabakrauch eine Vielzahl giftiger und krebserzeugender Stoffe enhält.

Die Tabakpflanze gehört zu den Nachschattengewächsen. Über 70 Tabakarten sind bekannt, von denen allerdings nur wenige für die industrielle Tabakproduktion von Bedeutung sind. Die Hauptanbaugebiete für Tabak sind China, Brasilien und die USA. Von den sieben Millionen Tonnen Tabak, die in etwa pro Jahr geerntet werden, entfällt bereits ein Drittel auf den größten Produzenten China. Deutschland kann im Vergleich nur als kleines Anbaugebiet gelten. Einzig in den Bundesländern Bayern, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Baden-Württemberg findet ein größerer Anbau statt.

Tabakpflanzen bestäuben sich selbst und weisen sich durch leicht klebrige und behaarte Blätter aus, die einen weißen bis roten Ton annehmen. Die Pflanze wird bis zu drei Metern hoch und kann auch als Zierpflanze in Gärten gehalten werden. Bei der Herstellung von Tabak, der zum Rauchen bestimmt ist, gibt es verschiedene Bearbeitungsstufen, wie den Anbau, die Ernte, die Trocknung, die Fermentation, die Weiterverarbeitung mit Zusätzen und die Herstellung von marktfähigen Produkten.

Geschichte des Tabakkonsums

Die Tabakpflanze blickt auf eine lange Historie zurück. Zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde sie durch Entdecker und Seefahrer wie Christoph Kolumbus aus Amerika mit nach Europa gebracht. Bekannt war der Tabak in Amerika Schätzungen zufolge allerdings schon seit über 5.000 Jahren. Dem Tabak, welchem zu dieser Zeit eine positive medizinische Wirkung zugeschrieben wurde, gelang von diesem Ausgangspunkt ein Siegeszug, der bald die gesamte Welt umspannen sollte. Hier einige Stationen:

  • Auch in Deutschland wurde bereits im 16. Jahrhundert Tabak angebaut.

  • Zwischen Anfang und Mitte des 17. Jahrhunderts fand Tabak bei der Behandlung von Krankheiten und der Reduzierung des Hungers während des 30-jährigen Krieges Anwendung. Besondere Wirksamkeit wurde der Pflanze gegen Pesterkrankungen nachgesagt. 

  • Nach anfänglichen Widerständen der Kirchen und Herrscher lösten Handels-Monopole für Tabak die ehemaligen Verbote ab. Der Handel mit Tabak wurde Mitte des 17. Jahrhunderts stärker besteuert und entwickelte sich zu einer enormen Einnahmequelle für die Länder.  

  • Wurde Tabak zuvor vor allem von Großbürgern und Angehörigen des Adels konsumiert, die zumeist Pfeife rauchten, fand die Zigarette im jungen 19. Jahrhundert immer weitere Verbreitung und wurde salonfähig. Die maschinelle Herstellung von Zigaretten reduzierte schließlich auch den Preis, was sie für weitere Bevölkerungsschichten erschwinglich machte.
Herstellung von Tabakprodukten

Die Herstellung von Tabakprodukten kann in sechs Phasen unterteilt werden:

  • Anbau: Die optimale Temperatur für Tabakpflanzen liegt um die Marke von 20 Grad Celsius. Da die Pflanze einen nährstoffreichen Boden benötigt, ist vielerorts der Einsatz von Düngemitteln üblich. Häufig werden hierfür Pestizide und Nitratdünger eingesetzt. Die Nitratdüngung hat den Effekt, dass hierdurch auch der Nikotingehalt der Pflanzen künstlich erhöht wird. Allerdings wird so auch die Anreicherung mit bestimmten, krebserzeugenden Substanzen gefördert. Pestizide beeinträchtigen, bei unsachgemäßer Anwendung, zusätzlich das menschliche Nervensystem und die Atmung. Weiterhin sind in diesem Fall Erhöhungen des Krebsrisikos und Missbildungen von ungeborenen Kindern im Mutterleib nicht auszuschließen.

  • Ernte: Die Ernte erfolgt weitestgehend manuell. Vom Boden bis an die Spitze werden die Blätter abgenommen – je nach Grad der Reife.

  • Trocknung: Das in der Pflanze vorhandene Wasser wird entweder über eine natürliche Trocknung an der Luft reduziert (ein bis drei Monate) oder durch maschinelle Verfahren ausgetrieben, die mit circa vier Tagen wesentlich schneller, aber auch kostenintensiver sind.
  • Fermentation: Die Tabakblätter reifen im weiteren Verlauf noch nach. Während dieses Vorgangs erhalten sie auch den bekannten bräunlichen Farbton. Auch entstehen in dieser Phase Aromen und Geschmacksstoffe, die typisch für den Tabak sind. Dieses Verfahren dauert im Schnitt um die fünf Wochen.

  • Weiterverarbeitung und Zusatz: Zu dieser Phase gehören mehrere Arbeitsschritte, wie zum Beispiel das Zerkleinern der Tabakblätter. Außerdem wird dem Tabak in dieser Station eine große Anzahl an Zusatzstoffen beigemengt, von denen einige kritisch hinterfragt werden. Diese Zusatzstoffe beeinflussen zum Beispiel das Aroma oder die späteren Brenneigenschaften. Über 500 solcher Stoffe können so zusätzlich in den Tabak gelangen. In der Masse gewinnt der Tabak so noch einmal mindestens 10 % an Gewicht. Die zugesetzten Stoffe können sich durch das Entzünden allerdings chemisch verändern -  und so krebserzeugende Eigenschaften herausbilden.

  • Herstellung von Tabakprodukten: Hier erfolgt die letzte Stufe vor dem Vertrieb. Mit Hilfe von Produktions-Anlagen wird der vorbereitete und zerkleinerte Tabak in die  jeweilige gewünschte Form gebracht und verpackt.
Inhaltsstoffe

Die Auflistung aller Tabak-Inhaltsstoffe ist kaum möglich, denn bekannt sind zum aktuellen Zeitpunkt bereits über 4.500.

Hier einige wichtige und/oder besonders gefährliche Inhaltsstoffe:

  • Nikotin: Hierbei handelt es sich um eine organische, natürlich vorkommende, chemische Verbindung, die zu den sogenannten Alkaloiden gehört. Nikotin ist die suchtverursachende Substanz im Tabak, welche die Entwöhnung so schwer gestaltet.

  • Ammoniak: Diese Substanz ist beispielweise auch in Putzmitteln zu finden. Sie führt zu einer Reizung der Atemwege und steigert außerdem die durch das Nikotin verursachte Sucht.

  • Blei: Findet sich auch in Batterien. Begünstigt Krebserkrankungen und wirkt sich zudem schädigend auf das Erbgut aus.

  • Blausäure: Wird bei der Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt und ist chemisch gesehen ein Gift. Es kann, wenn eingeatmet, zu Schwindel- und Übelkeitsgefühlen, Erbrechen und Kopfschmerzen führen.

  • Arsen: Wird gegen Schädlinge wie Ratten eingesetzt und ist krebserregend, giftig und reizt die Schleimhaut beim Einatmen.

  • Benzol: Wird auch Auto-Benzin beigemischt. Fördert die Bildung von Krebs und schädigt das Erbgut. 

  • Formaldehyd: Wirkt desinfizierend und konservierend, ist krebserzeugend, verändert das Erbgut, zieht die Schleimhäute in Mitleidenschaft und ist giftig.

  • Kohlenmonoxid: Kommt in den Abgasen von Autos vor. Der Transport des Blutsauerstoffs wird behindert und führt darüber zur Schädigung der Gefäße.

Auch der Tabakrauch selbst ist gesundheitsschädlich, ohne hierbei auf genaue Inhaltsstoffe einzugehen. Die feinen Partikel im Rauch werden durch die große Oberfläche der Lunge, die auseinandergefaltet die Größe eines Tennisplatzes bedecken würde, besonders schnell aufgenommen und an die Blutbahn weitergegeben. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von einer Zigarettenschachtel am Tag nimmt ein aktiver Raucher pro Jahr eine Tasse Teer, der als Verbrennungsrückstand des Tabaks entsteht, durch seine Lunge auf.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es nicht möglich, für den Rauch von Tabak einen ungefährlichen Schwellenwert zu ermitteln. Die Vielzahl der als gefährlich eingestuften Stoffe verhindert eine solche Kennzahl.

Zusatzstoffe

Neben den Inhaltsstoffen, die dem Tabak eigen sind, werden ihm von außen noch eine Menge weiterer Stoffe zugesetzt (siehe Unter-Kapitel Herstellung von Tabakprodukten). Einige Zusatzstoffe, die für Lebensmittel erlaubt und für den Verzehr gedacht sind, können bei der Entzündung allerdings in neue, schädliche Stoffe umgewandelt werden. Die Inhalation geschieht zusammen mit den Inhaltsstoffen des Tabaks durch das Einatmen des Rauchs.

Ein solcher Zusatzstoff ist beispielsweise das Menthol, das beinahe immer in Zigaretten anzutreffen ist, auch wenn diese nicht explizit als Menthol-Zigaretten angeboten werden. Das Menthol wirkt beruhigend auf den Rachenraum und senkt die negativen Wirkungen bei der ersten Raucherfahrung. Husten und Kratzen im Halsraum werden abgemildert und erleichtern so den Einstieg. Außerdem kann Menthol die Aufnahme von krebserregenden und suchtfördernden Stoffen begünstigen und verstärken.

Der Einsatz von Süßungsmitteln wie Zucker ist ebenfalls üblich. Hierdurch werden unangenehme und bittere Geschmacksnuancen überdeckt, die Suchtgefahr erhöht und die Nikotinaufnahme weiter verstärkt. Weiterhin werden durch die Verbrennung von Zucker und zuckerähnlichen Varianten weitere Stoffe freigesetzt, die krebserregend wirken und das Erbgut des aktiven oder auch passiven Tabak-Konsumenten schädigen können.

Auch bei den Zusatzstoffen lässt sich eine sehr lange Liste erstellen. Hier eine kleine Auswahl:

  • Farbstoffe, wie sie für Papiere und Mundstücke gebraucht werden
  • Paraffine für den Klebeeffekt der Mundstücke
  • Glyzerinacetat wird für die Filter der Zigaretten verwendet
  • Glyzerin-Phosphorsäure und hydrierter Glucosesirup halten den Tabak frisch