Vorsorgeuntersuchungen

Bessere Heilungschancen durch Früherkennung

Nutzen und Risiken

Das Thema Vorsorge und Früherkennung wird gesellschaftlich zum Teil kontrovers diskutiert. Die Entscheidung, die angebotenen Leistungen in Anspruch zu nehmen, muss individuell getroffen werden. Dazu ist es wichtig, Nutzen und Risiken zu kennen und gegeneinander abzuwägen.

Nutzen von Früherkennungsuntersuchungen

Der entscheidende Nutzen von Früherkennungsuntersuchungen besteht darin, dass Erkrankungen frühzeitig diagnostiziert werden können. Dies hat zur Folge, dass im Anfangs- oder Frühstadium schonende und wirksame Behandlungsverfahren zum Einsatz kommen, so dass unter Umständen schwerwiegende Folgen für die Betroffenen vermieden werden können. Jede Behandlung und jede Therapie geht mit Nebenwirkungen einher. Oft stehen bei einer späten Diagnose nur noch wenige Behandlungsalternativen zur Verfügung, die überdies weitaus belastender für den zu behandelnden Menschen und seinen Körper sind, zum Beispiel ausgedehnte Operationen oder aggressive Chemotherapien. Letztlich kann die Entscheidung, an Früherkennungsuntersuchungen teilzunehmen, lebensrettend sein.

Risiken von Früherkennungsuntersuchungen

Zusätzlich zu den Risiken, die durch die eigentlichen Untersuchungsverfahren entstehen, können beispielsweise auch falsch-positive Befunde negative Folgen für den Betroffenen haben. Diese sind meistens mit körperlichen und seelischen Belastungen sowie unnötigen Abklärungsuntersuchungen verbunden. In einigen Fällen beeinträchtigen eventuell überflüssige Therapien die Lebensqualität der Betroffenen. Zur leichteren Entscheidungsfindung und Abwägung ist eine Aufklärung über Nutzen und Risiken Bestandteil des Beratungsgesprächs bei der Ärztin oder dem Arzt.

Beispiele für mögliche Risiken der Untersuchung selbst:

  • Geringe Strahlenbelastung bei der Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs

  • Pressen der Brust während der mammographie-Untersuchung kann als schmerzhaft und unangenehm empfunden werden

  • Verletzungen der Darmschleimhaut und Blutungen bei der Koloskopie (Darmspiegelung) im Rahmen der Darmkrebsvorsorge

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass es im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen zu einer Überdiagnostik und schließlich zu einer Übertherapie kommt. Denn nicht jeder entdeckte Tumor, beispielsweise bei der Prostatakrebs-Früherkennung, hätte ohne Früherkennung und ohne frühzeitige Behandlung auch zum Tod des Betroffenen geführt.

Abschließend lässt sich festhalten, dass es in jedem Fall sinnvoll ist, Nutzen und Risiken der Untersuchungen gegeneinander abzuwägen. Jede/r sollte für sich selbst entscheiden, ob er oder sie die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen möchte. Ihre Hausärztin beziehungsweise Ihr Hausarzt wird Sie bei Ihrer Entscheidung bestmöglich unterstützen.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.


Infozept Nr. I-VOR-043