Vorsorgeuntersuchungen

Bessere Heilungschancen durch Früherkennung

Check-up 35+

Mit Hilfe dem Check-up 35+ können Risiken, an einer der Zivilisationskrankheiten zu erkranken, mit geringem Zeitaufwand und einem Minimum an Untersuchungen festgestellt werden. Eine Früherkennung kann Leid und Schmerzen ersparen.

In Deutschland wird seit 1989 die Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten (kurz: Gesundheits-Check-up 35+) von der gesetzlichen Krankenversicherung als Standardleistung angeboten. Männer und Frauen haben ab dem 35. Lebensjahr die Möglichkeit, diese Leistung kostenfrei alle zwei Jahre in Anspruch zu nehmen. Der Gesundheits-Check-up 35+ ist eine Vorsorgeuntersuchung.

Die Durchführung der Untersuchung obliegt in der Regel Allgemeinmedizinern und -medizinerinnen, Internisten und Internistinnen oder Ärzten und Ärztinnen ohne Gebietsbezeichnung (Praktische Ärzte/Ärztinnen).

Ziele des Gesundheits-Check-up 35+

In erster Linie zielt der Gesundheits-Check-up 35+ darauf ab, individuelle Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenleiden oder die Zuckerkrankheit zu identifizieren. Diese so genannten Zivilisationskrankheiten bleiben zunächst oft unbemerkt, da sie zu Beginn selten Beschwerden verursachen. Allerdings können zum Beispiel ein unbehandelter Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte zu ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt führen. Bereits einfache Änderungen in der Lebensführung können Risikofaktoren mindern. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weiterhin die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass diese Erkrankungen in einem möglichst frühen Stadium erkannt und wirkungsvoll behandelt werden.

Inhalte der Gesundheitsuntersuchung

Der Zeitaufwand für den Gesundheits-Check-up 35+ ist gering und beinhaltet eine Ganzkörperuntersuchung sowie Blut- und Harnanalysen, die schmerzfrei sind. Bevor es zur eigentlichen Untersuchung kommt, erfragt die Ärztin oder der Arzt in einem ausführlichen Eingangsgespräch (Anamnese), ob und welche Erkrankungen beim Patienten bereits vorliegen. Überdies informiert sich der Arzt oder die Ärztin über den aktuellen Gesundheitszustand. Weitere wichtige Informationen sind Medikamenteneinnahmen, Operationen und Erkrankungen in der Familie. Dem Gespräch folgt die Ganzkörperuntersuchung. Dazu gehört auch das Blutdruckmessen. Eine Blutentnahme ermöglicht unter anderem die Analyse der folgenden Parameter: Blutzucker (Glukose) und Gesamtcholesterin.

Anhand des Cholesterinspiegels und des Blutdruckes können Risiken für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung abgeleitet werden. Der Blutzucker gibt Aufschluss darüber, ob ein Risiko für Diabetes (Zuckerkrankheit) besteht. In der Regel ergänzt der Arzt/die Ärztin die Blutentnahme mit einem kleinen Blutbild, das eigentlich nicht zum Gesundheits-Check-up 35+ gehört. Hieraus lassen sich allgemeine Verschiebungen der Blutwerte erkennen. Eine Urinuntersuchung auf Eiweiß, Glukose, Erythrozyten, Leukozyten und Nitrit (Harnstreifentest) gibt Hinweise auf ein eventuelles Nierenleiden. Nach Abschluss der Gesundheitsuntersuchung informiert die Ärztin beziehungsweise der Arzt über die Ergebnisse der Untersuchung und die Laborbefunde.

Das individuelle Risikoprofil der Patientin/des Patienten wird erläutert und Hinweise auf Maßnahmen zur Vermeidung und zum Abbau gesundheitsgefährdender Verhaltensweisen gegeben. Bestätigt sich also der Verdacht auf eine Krankheit, sorgt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt für eine weiterführende Diagnostik und gegebenenfalls für eine Therapie.

Der Gesundheits-Check-up 35+ sollte, wenn möglich, in Verbindung mit der Untersuchung zur Früherkennung auf Hautkrebserkrankungen durchgeführt werden.

Wie kann ich selber vorsorgen?

Jede/r Einzelne hat selbst die Chance durch ein gesundheitsförderndes Verhalten, Risiken einer Krankheit zu minimieren. Insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Typ-2-Diabetes kann häufig durch einen gesunden Lebensstil vorgebeugt werden.

 

Hilfreiche Tipps für ein gesundes Leben:

  • Ausreichende körperliche Aktivität beziehungsweise sportliche Bewegung, im Idealfall an der frischen Luft

  • Gesunde, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung

  • Vermeidung von fettreichen Lebensmitteln

  • Ausreichend Flüssigkeit, wenigstens zwei Liter Wasser am Tag

  • Nichtrauchen

  • Mäßiger Alkoholkonsum

  • Vermeidung von Stress

Regelmäßige Kontrollen von bereits diagnostizierten Krankheiten (besonders solche, die bereits medikamentös therapiert werden) sowie die Nutzung von Heilhilfsbehandlungen wie Physiotherapie und Rehabilitation sollten im Rahmen des eigenen Gesundheitsverhaltens ebenfalls nicht vernachlässigt werden.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.


Infozept Nr. I-VOR-043