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Virusgrippe

Virusgrippe

auch bekannt als: Influenza

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Therapie

Es gibt keine ursächliche Therapie gegen Influenza-Viren. Man kann allerdings oftmals effektiv die Symptome bekämpfen und versuchen, mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Wichtiger Hinweis

Die hier vorliegenden Informationen zur Behandlung der Erkrankung beruhen auf einem strengen und aktuellen wissenschaftlichen Nachweis, der den weitgehenden Nutzen einer Behandlung gezeigt hat. Dabei ist zu beachten, dass die hier vorgestellten Behandlungsmöglichkeiten unter bestimmten Bedingungen angepasst werden müssen. Dabei spielen die persönlichen Wünsche und Lebensziele des Patienten eine wichtige Rolle.

Auch das Alter, der Schweregrad der Erkrankung sowie mögliche Nebenerkrankungen können die Empfehlungen mitunter stark beeinflussen. Betroffene mit Nebenerkrankungen sollten ihren Hausarzt daher unbedingt darüber in Kenntnis setzen. Darüberhinaus sollten sie ihren Hausarzt über alle Medikamente informieren, die sie einnehmen.

Der Hausarzt wählt für seinen Patienten die passende Behandlungsform entsprechend der oben genannten Kriterien. Die gewählte Behandlungsform ist nicht immer die neuste oder die kostenintensivste. Maßgeblich ist, dass die Therapie die beste Wahl für den Betroffenen darstellt. Innovation und hohe Kosten sind nicht identisch mit der höchsten Qualität einer Therapie für einen Patienten. Bei Fragen hierzu sollten sich Betroffene immer an ihren Hausarzt wenden.

Verhalten im Erkrankungsfall
  • In schweren Fällen einen Hausarzt-Termin vereinbaren.

  • Über möglicherweise gesonderte Sprechstundenzeiten für Influenza-Erkrankte informieren.

  • Kontakte zu anderen Personen so weit möglich reduzieren.

  • Beim Kontakt zu anderen Menschen (Haushaltsangehörige, Arztbesuch etc.) einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

  • Jeglichen Kontakt zu Säuglingen, Kindern, älteren Menschen oder Personen mit schweren chronischen Erkrankungen vermeiden.

  • Bettruhe einhalten.

  • Viel Flüssigkeit trinken.

  • Körperliche Anstrengungen vermeiden.

  • Angehörige sollten sich bei der Pflege Influenza-Erkrankter durch das Tragen einer Mund-Nase-Schutzmaske schützen und sich nach Kontakt zu erkrankten Personen gründlich die Hände waschen.

  • Einmaltaschentücher sicher in geschlossenen Abfallbehältern/Abfallbeuteln entsorgen.

  • Regelmäßige und gründliche Haushaltsreinigung speziell aller Stellen, die Erkrankte mit den Händen berührt haben (Sanitäreinrichtungen, Türgriffe, Telefonhörer etc.).

  • Auf gesondertes Ess- und Trinkgeschirr sowie Handtücher für Erkrankte achten.

  • Regelmäßige Raumlüftung durchführen.

  • Während Erkrankungs-Wellen Informationen zur aktuellen Lage und zu aktuellen Empfehlungen aus Tagespresse, Funk, Fernsehen verfolgen.
Anti-Grippevirus-Medikamente

Anti-Grippevirus-Medikamente können das Influenza-Virus an der Vermehrung oder am Anhaften an die Atemwegsschleimhaut hindern. Daher wirken sie nur sinnvoll in der ganz frühen Phase der Erkrankung. Trotzdem sollte in der Regel keine Therapie mit diesen Medikamenten erfolgen. Zum einen bringt die antivirale Therapie nur bei sehr wenigen Grippe-Erkrankungen einen Vorteil. Zum anderen kann der unkritische und massive Einsatz dieser Medikamente zu einem Wirkungsverlust führen, so dass der Wirkstoff in ernsten Grippe-Fällen, wenn er wirklich gebraucht wird, zunehmend versagen könnte.

In der Regel sollte nur unter folgenden Voraussetzungen bei einer Grippe-Erkrankung mit Anti-Grippevirus-Mitteln behandelt werden, sofern die Behandlung spätestens bis zu zwei Tage nach Beginn der Symptome erfolgt:

  • krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas)

  • Lungenerkrankung (zum Beispiel COPD, Asthma)

  • Immunsuppression (zum Beispiel nach Organtransplantationen, bei chronischen Infektionen)

  • chronische Nierenerkrankungen

  • Diabetes mellitus oder andere chronische Stoffwechsel-Erkrankungen

  • Herzerkrankungen

  • chronische Nerven-Krankheiten

  • chronische Lebererkrankungen
Weitere Medikamente

Zur Linderung der Symptome der Grippe gibt es zahlreiche, teilweise in Apotheken rezeptfrei erhältliche Medikamente (Fiebersenker, schleimhautabschwellende Mittel, Hustenstiller). Oft ist deren Einsatz durchaus sinnvoll. Dennoch ist vor einem unkontrollierten Einsatz solcher Mittel sehr zu warnen.

Oft überschreiten Betroffene unwissentlich empfohlene Tageshöchstdosen für Wirkstoffe wie Paracetamol oder nasenabschwellende Mittel, wenn sie viele verschiedene Mittel durcheinander nehmen, die diese Wirkstoffe teilweise etwas versteckt in Kombination mit anderen Wirkstoffen enthalten. So findet sich Paracetamol beispielsweise in Erkältungssäften. Nehmen Betroffene Paracetamol zur Fiebersenkung in Tablettenform und trinken dazu Erkältungssaft, kann es leicht unabsichtlich zu einer Überschreitung der erlaubten Paracetamol-Höchstdosis kommen.

Daher sollten Betroffene immer mit einem Arzt über solche rezeptfreien Mittel sprechen und diesem alle Medikamente nennen, die eingenommen werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Bei fiebersenkenden Medikamenten ist unbedingt darauf zu achten, dass Aspirin wegen der Gefahr des Reye-Syndroms auf keinen Fall von Unter-16-Jährigen eingenommen werden darf.

Gelegentlich kann es im Rahmen einer Influenza-Erkrankung vorkommen, dass der Arzt Antibiotika verschreibt, um zusätzliche bakterielle Infektionen zu vermeiden oder zu behandeln.

Hausmittel

Zur Senkung des Fiebers können kühle Wadenwickel angewendet werden. Sehr wichtig ist reichliche Flüssigkeitsaufnahme, am besten in Form von Wasser und Tee. Kräuter- und Erkältungstees ist dabei der Vorzug zu geben. Auch frisch zubereiteter Ingwertee kann insbesondere bei Halsbeschwerden Linderung bringen.

Weitere Therapieverfahren

Die hier dargestellten Behandlungsverfahren entsprechen den Therapien, deren Wikrsamkeit, Sicherheit und Sinn durch Studien belegt worden sind und die in den Leitlinien empfohlen werden, welche zur Erstellung dieses Texts herangezogen wurden. Unter anderem und vor allem zählen dazu die Empfehlungen des Instituts für hausärztliche Fortbildung (IhF) sowie die Empfehlungen der Bundesärztekammer. Darüber hinaus gibt es gegebenenfalls noch weitere Therapiemöglichkeiten. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

Folgen einer Nicht-Behandlung

In der Regel entspricht eine Nicht-Behandlung der Ursache bei Grippe dem empfohlenen Vorgehen, da die Infektion in den meisten Fällen irgendwann von selbst ausheilt. Eine Nicht-Behandlung der Symptome bei Grippe würde in der Regel ebenfalls ohne Folgen bleiben. Lediglich das Befinden während der Erkrankung wäre wahrscheinlich deutlich schlechter. Was aber unbedingt bei der Therapie der Grippe einzuhalten ist, um Komplikationen zu vermeiden, ist die absolute körperliche Schonung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.