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Virusgrippe

Virusgrippe

auch bekannt als: Influenza

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Prävention

Entscheidende Vorsorgemaßnahmen sind wie bei vielen Infektionskrankheiten die Beachtung von Hygieneregeln und die Vermeidung von direktem Kontakt mit Grippekranken. Eine sehr wichtige Präventionsmaßnahme ist außerdem die jährliche Grippeimpfung, insbesondere für gefährdete Personengruppen.

Darüber hinaus können auch Anti-Grippevirus-Medikamente präventiv eingesetzt werden. Dies sollte aber nur in Ausnahmefällen passieren.

Schutz vor Ansteckung durch Beachtung von Hygieneregeln

Durch Hygieneregeln wird vermieden, dass der Körper überhaupt erst mit dem Influenza-Virus in Kontakt kommt. Diese Form der Prävention bei Grippe ist die einfachste. Sie erfordert keine oder kaum Hilfsmittel und bietet den besten Schutz. Ein paar dieser Regeln sind das ganze Jahr über sinnvoll. Besonders beachtet werden sollten sie während Grippewellen und allgemein in der kalten Jahreszeit.

Folgende Punkte werden empfohlen, um das Risiko zuvermindern, sich oder andere anzustecken:

  • Soweit möglich, Menschenansammlungen und den engen Kontakt zu anderen Menschen vermeiden.

  • Vermeiden, andere anzuhusten oder anzuniesen.

  • Einmaltaschentücher verwenden und diese möglichst sofort in geschlossenen Müllbehältern oder -beuteln entsorgen.

  • Nicht in die Hände, sondern in den Ärmel niesen.

  • Händekontakt vermeiden.

  • Berührung von Augen, Nase oder Mund vermeiden.

  • Häufiges und gründliches Händewaschen, beispielsweise nach Personenkontakt, Benutzung von Sanitäreinrichtungen, vor dem Essen.

  • Räume oft und gründlich lüften.
Grippeimpfung

Den besten Schutz vor einer Influenza bietet eine rechtzeitig durchgeführte Schutzimpfung. Akute, fieberhafte Erkrankungen der Atemwege (Erkältungskrankheiten) gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen und werden durch Hunderte verschiedener Viren verursacht. Diese lästigen, aber – anders als bei Influenza – in der Regel nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen werden durch die Influenza-Schutzimpfung nicht verhindert. Sie bewirkt nur einen Schutz vor dem Influenza-Virus.

Die Influenza tritt gehäuft in der kalten Jahreszeit (November bis April) auf. Deshalb sollte die Influenza-Schutzimpfung in den Herbstmonaten vorgenommen werden, um den besten Schutz bieten zu können. Wenn dieser Zeitpunkt verpasst wird, kann sie aber auch sonst jederzeit durchgeführt werden. Die Influenzaviren verändern sich ständig, so dass auch Personen, die im Vorjahr eine Influenza durchgemacht haben oder geimpft wurden, im aktuellen Jahr erneut an einer Influenza erkranken können. Die Influenza-Impfung muss also jährlich wiederholt werden.

Der Influenza-Impfstoff gegen saisonale Grippe wird in jedem Jahr entsprechend den vorherrschenden Virustypen neu zusammengestellt. In der Saison 2010/2011 enthielt er auch Schutz gegen die Schweine-Grippe. Die Impfstoffe enthalten entweder abgetötete Influenzaviren oder Bestandteile von Influenzaviren, die im Impfling einen 50 bis 80 %igen Schutz vor der Erkrankung hervorrufen.

Die Impfstoffe werden in den Muskel gespritzt (intramuskuläre Injektion). Die Influenza-Impfung kann gleichzeitig mit anderen Impfungen vorgenommen werden. Der Impfschutz beginnt etwa zwei bis drei Wochen nach der Impfung. Erwachsene und Kinder über drei Jahre erhalten eine einmalige Impfung. Für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat bis zu drei Jahren, die bisher keine Influenza-Impfung erhalten haben, werden zwei Impfungen im Abstand vom mindestens vier Wochen empfohlen.

Wer soll geimpft werden?

Sofern keine Gegenanzeigen vorhanden sind, kann sich jeder gegen Grippe impfen lassen. Gesunden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 60 Jahren wird nicht ausdrücklich und grundsätzlich eine Impfung gegen saisonale Grippe empfohlen. In der Saison 2009/2010 hat sich allerdings gezeigt, dass jüngeren Personen mit Grundkrankheiten ein erhöhtes Erkrankungs- und Komplikationsrisiko durch die pandemische Influenza A (H1N1) (Schweine-Grippe, Neue Grippe) hatten. Das spricht dafür, dass es Sinn machen könnte, in Zukunft besonders auf die Impfung auch dieser Personengruppen zu achten. Der Hausarzt kann am besten über die aktuelle Lage und die besten Empfehlungen für diese Zielgruppen Auskunft geben.

In jedem Fall sollten sich folgende Personengruppen gegen Grippe impfen lassen:

  • Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie zum Beispiel chronischen Atemwegserkrankungen, chronischen Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Stoffwechselkrankheiten (zum Beispiel Diabetes), angeborenen und erworbenen Schäden des Immunsystems (zum Beispiel HIV-Infektion).

  • Personen über 60 Jahre

  • Personen, die durch ihren Beruf täglich mit vielen Menschen in Kontakt kommen, beispielsweise medizinisches Personal

Wenn eine Influenza-Impfung angezeigt ist, kann sie auch bei Schwangeren vorgenommen werden. Impfungen im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten möglichst vermieden werden.

Wer soll nicht geimpft werden?

Unter folgenden Bedingungen sollte nicht geimpft werden:

  • bei akuten, fieberhaften Erkrankungen

  • bei nachgewiesener schwerer Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Hühnereiweiß (Anschwellen der Zunge und der Lippen nach Berühren mit Hühnereiweiß)

Mögliche Reaktionen nach der Impfung

An der Impfstelle kann eine leichte Rötung und Schwellung auftreten, die nach ein bis zwei Tagen wieder zurückgeht. Selten kann es nach der Impfung zu Abgeschlagenheit, sehr selten auch zu einem leichten Fieberanstieg kommen. Auch diese Erscheinungen klingen in den folgenden ein bis zwei Tagen wieder ab. Alle diese Erscheinungen sind völlig normal und in den beschriebenen Ausprägungen kein Anlass zur Beunruhigung.

Impfkomplikationen

Die Influenza-Impfung ist eine sichere Impfung. Über das Auftreten bleibender Gesundheitsschäden nach der Impfung wurde bisher nichts bekannt. In sehr seltenen Fällen kann eine Überempfindlichkeitsreaktion (allergische Reaktion, zum Beispiel Nesselfieber) gegen den Impfstoff auftreten. Wenn Geimpfte irgendwelche ungewöhnlichen Krankheitssymptome bei sich beobachten, die über die normalen Impfreaktionen hinausgehen, sollte umgehend ein Arzt verständigt werden.
Anwendung von Anti-Grippevirus-Medikamenten zur Prävention ist in der Regel nicht empfehlenswert

Besondere Anti-Grippevirus-Medikamente sollten nur in besonderen Situationen verordnet werden und sind in der Regel keine sinnvolle Maßnahme, um die Erkrankung zu verhindern.