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Virusgrippe

Virusgrippe

auch bekannt als: Influenza

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Fast jedes Jahr wird die Bevölkerung in Deutschland mit Influenza-Epidemien und wechselnden Erregerarten konfrontiert. Ängste und Unsicherheiten gehen um und die Informationslage ist nicht selten verwirrend und widersprüchlich.

Schweine-Grippe hier, Vogel-Grippe da – manchmal ist es nicht einfach, den Überblick beim Thema Grippe zu behalten. Insbesondere dann nicht, wenn während mancher Grippe-Saison täglich neue Pressemeldungen herausgegeben werden, und Menschen im direkten Umfeld, in der Bahn oder am Arbeitsplatz, im Supermarkt oder im Kino schniefen und niesen.

Die Grippe wirkt auf einen Großteil der Bevölkerung durchaus bedrohlich und verunsichernd. Die Gründe dafür sind vermutlich vielfältig. Zum einen sind Infektions-Krankheiten im Allgemeinen den Menschen schon seit Jahrhunderten unheimlich und führen zu Misstrauen untereinander – insbesondere weil diese Krankheiten zumeist unsichtbar übertragen werden und jeden betreffen können. Gleichzeitig gibt es Möglichkeiten, sich vor einer Ansteckung zu schützen, aber da keine der Schutz-Maßnahmen zu hundertprozentiger Sicherheit führen kann, wirkt auch das auf viele nicht vollständig beruhigend. Bei der Virus-Grippe kommt nicht zuletzt erschwerend hinzu, dass immer wieder über Todesfälle berichtet wird.

Der Gedanke, durch eine schwere Erkrankung aus dem Verkehr gezogen zu werden, gefällt natürlich niemandem und ein Stück weit ist ein gesunder Respekt vor der Virus-Grippe auch sehr sinnvoll. Die Menschen sollen ja gerade in der Grippe-Saison vorsichtig sein – lieber ein Händeschütteln zu wenig als ein Händeschütteln zu viel. Andererseits kann es aber auch zu Angst und Verunsicherung führen. Die Grippe-Saison 2009/2010 hat dies mit dem Auftauchen der Schweine-Grippe (H1N1) gezeigt. Aus Furcht vor einer weltweiten Pandemie mit schweren Folgen wurde im Eilverfahren ein Impfstoff entwickelt und der Bevölkerung bei gleichzeitig vorhandenen Organisationsproblemen und einer uneindeutigen Informationslage zur Verfügung gestellt. Die Verwirrung war teilweise groß und die Experten stritten sich über Sinn und Unsinn der Schweine-Grippe-Impfung. Die Schweine-Grippe entwickelte sich zwar zu einer weltweiten Pandemie, verlief aber weniger schwer als ursprünglich angenommen. Die Diskussionen gerieten wieder in Vergessenheit und die Grippe-Saison 2010/2011 verlief deutlich weniger aufregend.

Ziel der Bemühungen im Gesundheitswesen ist es stets, Erkrankungsfälle zu vermeiden und einzudämmen, Krankheits-Verläufe zu mildern sowie nicht zuletzt die Zahl der Todesfälle zu minimieren. Gerade bei einer ansteckenden Erkrankung kann die Bevölkerung dabei sehr gut mithelfen und einen sehr wichtigen Beitrag zum Erreichen dieser Ziele leisten.

Grippe ernst nehmen

Jeder sollte Grippe ernst nehmen. Nicht nur um seiner selbst Willen, sondern auch um seine möglicherweise gesundheitlich schwächeren Mitmenschen zu schützen. Daher sollte jeder die allgemeinen Hygiene-Vorschriften während Grippe-Wellen beachten und, so gut es ihm möglich ist, einhalten. Außerdem sollte sich jeder vor Beginn der Grippe-Saison – also im September oder Oktober – in seiner Hausarzt-Praxis über die aktuellen Empfehlungen die Grippe-Impfung betreffend informieren und entsprechend handeln.

Umgang mit Information zur Grippe aus den Medien

Während der Grippe-Saison liefern die Medien wertvolle Informationen zur aktuellen Lage. Daher sollten sie aufmerksam und regelmäßig verfolgt werden. Manchmal kann die Medienlage aber auch sehr widersprüchlich oder verwirrend sein, manchmal sogar angsteinflößend. Jeder sollte daher die Verlässlichkeit und die Unabhängigkeit der Quellen prüfen, aus denen er seine Informationen bezieht, und ihnen grundsätzlich kritisch gegenüberstehen.

Ohne Expertenwissen ist es oftmals sehr schwer, eine verlässliche Handlungsstrategie zu finden. In diesem Fall kann der Hausarzt weiterhelfen.

Infektionsängste

Manche Menschen fürchten sich mehr vor ansteckenden Krankheiten als andere. Ein paar mehr Sorgen als sonst, wenn es wieder eine Meldung über einen Grippe-Todesfall gab, sind durchaus normal. Aufmerksam sollte werden, wer unter seinen Ängsten zu leiden beginnt oder wer feststellt, dass er es im Vergleich zu seinen Mitmenschen mit den Hygiene-Maßnahmen stark übertreibt. In diesem Fall sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Niemand sollte sich wegen Ängsten und Sorgen allein quälen oder gar schämen müssen und manchmal kann schon ein einfaches Gespräch mit einer neutralen und objektiven Person sehr viel weiterhelfen.

Die fünf wichtigsten Tipps
  1. Typische Symptome einer Grippe-Erkrankung sind hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Sie treten in der Regel in Zusammenhang mit einer Erkrankungswelle in den Wintermonaten auf.

  2. Vereinbaren Sie in schweren Fällen einen Termin bei Ihrem Hausarzt.

  3. Schonen Sie sich im Erkrankungsfall und nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich.

  4. Schützen Sie sich und Ihre Familie während Erkrankungswellen durch hygienische Maßnahmen vor einer Ansteckung.

  5. Denken Sie jedes Jahr im September oder Oktober daran, sich bei Ihrem Hausarzt über die aktuellen Empfehlungen zur Grippeschutz-Impfung für sich und Ihre Familie informieren zu lassen.
Häufig gestellte Fragen

Was ist Grippe?

Die „echte“ Virus-Grippe ist eine sehr ansteckende Atemwegs-Erkrankung, die durch Influenza-A- oder B-Viren hervorgerufen und durch Tröpfchen-Infektion von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die Grippe tritt vor allem in der kalten Jahreszeit auf (November bis April).

Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und der Grippe?

Sowohl einfache Erkältungskrankheiten als auch die Grippe werden durch Viren hervorgerufen, die die Atemwege befallen. Obwohl die Symptome einander ähneln können, ist die Grippe im Gegensatz zu einer einfachen Erkältung eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung, die in einigen Fällen lebensbedrohlich sein kann. Während eine Erkältungskrankheit in der Regel im schlimmsten Fall zu leichter Abgeschlagenheit führt, kann eine Grippe-Erkrankung die Betroffenenen derart ermatten lassen, dass ein Verlassen des Bettes kaum noch möglich ist. Da es aber Erkältungen gibt, die etwas schwerer verlaufen als im Durchschnitt, und Grippe-Erkrankungen, die sich nur mit sehr geringen Symptomen bemerkbar machen können, kann es im Einzelfall durchaus sehr schwierig sein, allein aufgrund des Erkrankungsbilds zwischen einer Grippe und einer einfachen Erkältung zu unterscheiden.

Helfen Antibiotika gegen die Grippe?

Nein! Die Grippe wird durch Influenza-Viren hervorgerufen. Antibiotika wirken nicht gegen Viren, sondern nur gegen Bakterien. Es kann allerdings sinnvoll sein, dass bei manchen Grippe-Komplikationen (zum Beispiel Lungenentzündung) Antibiotika gegeben werden, da Bakterien mitbeteiligt sein könnten.

Was ist der Unterschied zwischen der Grippe und einer Magen-Darm-Grippe?

Magen-Darm-Grippe ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für eine Vielzahl von Infektionen, die den Magen-Darm-Trakt betreffen. Der korrekte Begriff ist Gastroenteritis, was so viel bedeutet wie „Entzündung des Magens und des Darms“. Gastroenteritis kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden – unter anderem Viren, Bakterien, Parasiten, verdorbenes Essen – während die Grippe durch Influenza-Viren ausgelöst wird.

Bei einer Gastroenteritis stehen Symptome wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen im Vordergrund. Fieber kann vorkommen, muss aber nicht. Bei einer Grippe ist es eher umgekehrt. In der Regel steht hier das Fieber im Vordergrund und Magen-Darm-Symptome wie Durchfall sind eher seltener, aber möglich. Da es aber Grippe-Erkrankungen gibt, die untypisch verlaufen und sich vor allem durch Magen-Darm-Symptome bemerkbar machen können, kann es im Einzelfall durchaus sehr schwierig sein, allein aufgrund des Erkrankungsbilds zwischen einer Grippe und einer einfachen Erkältung zu unterscheiden.

Wie werden Grippe-Viren übertragen?

Die Übertragung von Grippe-Viren zwischen Menschen erfolgt durch Tröpfcheninfektion beim Atmen, Husten oder Niesen. Eine Übertragung ist auch durch eine Schmierinfektion über verunreinigte Oberflächen (zum Beispiel Arbeitsflächen, Gegenstände) oder über die Hände möglich. Ein besonders hohes Ansteckungsrisiko besteht dort, wo Menschen in größerer Zahl auf engem Raum versammelt sind. Eine Infektion kann bereits 24 Stunden vor dem Auftreten erster Symptome vorliegen (Inkubationszeit). Erwachsene sind in der Regel bis fünf Tage, Kinder bis über sieben Tage nach Symptombeginn ansteckend.

Was ist Schweine-Grippe?

Schweine-Grippe (auch Neue Grippe) ist eine Atemwegserkrankung, die normalerweise bei Schweinen beobachtet wird. Der 2009 aufgetretene Schweine-Grippen-Viren-Stamm H1N1 konnte allerdings auch Menschen anstecken, und verbreitete sich aufgrund seiner Neuartigkeit weltweit. Die Schweine-Grippe kann wie die saisonale Grippe von Mensch zu Mensch übertragen werden. Durch die Aufnahme von Schweinefleisch oder Schweinefleisch-Produkten kann man keine Schweine-Grippe bekommen. Durch Schweine-Grippe werden ähnliche Symptome hervorgerufen wie durch die saisonale Grippe. Der Verlauf in der Grippe-Saison 2009/2010 war jedoch eher milder als der der saisonalen Grippe. Auch bei künftigen Grippewellen kann die Schweine-Grippe genauso wie die saisonale Grippe kursieren und Menschen infizieren und krank machen.

Was ist Vogel-Grippe?

Vogel-Grippe ist eine Atemwegserkrankung, die normalerweise bei Vögeln beobachtet wird. Epidemien mit Vogel-Grippe, ausgelöst durch den Virus-Stamm H5N1, wurden seit Ende der 1990er Jahre weltweit immer wieder bei Menschen beobachtet. Zuletzt wurden vermehrt Fälle in Asien berichtet, wo die Vogel-Grippe zu überdurchschnittlich vielen Atemwegs-Funktionsstörungen geführt hat. Die Vogel-Grippe steht im Verdacht, der nächste Auslöser einer weltweiten Grippe-Pandemie werden zu können.

Ich hatte Kontakt mit jemandem, der die Grippe hatte. Was soll ich jetzt tun?

Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie sich infiziert haben. Falls Ihr Körper die Grippe-Viren doch aufgenommen haben sollte, heißt das auch noch lange nicht, dass Sie (schwer) erkranken werden. Wenn Sie gegen die Grippe-Art, die Ihre Kontaktperson hatte, geimpft sind, ist das Erkrankungsrisiko ohnehin eher gering. Aber auch im Erkrankungsfall verläuft die Grippe in 80 % der Fälle mild, oder Sie merken kaum etwas davon.

Dennoch sollten Sie für ein paar Tage vorsichtig sein, um nicht andere Menschen anzustecken. Denn selbst wenn Sie selbst nicht schwer erkranken, könnten Sie das Virus an Ihre Famile, Freunde und Arbeitskollegen weitergeben. Daher vermeiden Sie den direkten Kontakt mit Menschen, soweit möglich, niesen oder husten Sie andere nicht an und versuchen Sie möglichst Ihre Augen, die Nase und den Mund nicht zu berühren, ohne sich danach die Hände zu waschen. Damit schützen Sie Ihre Umgebung. Um sich selbst zu schützen, sollten Sie auf Symptome achten, ohne bei jedem Nieser in Panik zu verfallen.

Wenn Sie den Verdacht auf eine Grippe-Erkrankung haben, vereinbaren Sie bei schweren Symptomen einen Termin bei Ihrem Hausarzt.

Wenn einer Grippe-Risikogruppe angehören (chronische Erkrankung, Immunsuppression, hohes Alter, Schwangerschaft, etc.), sollten Sie bereits telefonischen Kontakt zu Ihrer Praxis aufnehmen, sobald Sie erfahren, dass Sie Kontakt mit einem Grippe-Infizierten hatten. Ihr Hausarzt wird die Situation, in der Sie exponiert waren, beurteilen und kann dann, entsprechend Ihrem Risikoprofil, möglicherweise zusätzlich vorsorgende Maßnahmen ergreifen.

Warum sollen Patienten mit Grundkrankheiten gegen Influenza geimpft werden?

Personen mit Grundkrankheiten haben ein erhöhtes Risiko, schwere oder tödliche Krankheitsverläufe einer Influenzainfektion zu entwickeln. Besonders gefährdet sind dabei Personen, die eine Überempfindlichkeit der Atemwege oder eine eingeschränkte Lungenfunktion haben (zum Beispiel Personen mit Asthma, chronischer Bronchitis, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung), Personen mit einer chronischen Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenkrankheit, Personen mit Diabetes oder einer anderen Stoffwechselkrankheit, Personen mit einer neurologischen oder neuromuskulären Grundkrankheit oder einem eingeschränkten Immunsystem durch eine zugrundeliegende Erkrankung oder Medikamenteneinnahme (beispielsweise Cortison, Chemotherapie bei Krebserkrankungen) haben. Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit solchen chronischen Grundkrankheiten sollten daher gegen Influenza geimpft werden.

Warum sollte sich medizinisches Personal gegen Grippe impfen lassen?

Medizinisches Personal steht mit großer Wahrscheinlichkeit in direktem Kontakt mit Personen, die an Influenza erkrankt sind. Daher hat es ein erhöhtes Risiko, selbst an einer Influenza zu erkranken. Das medizinische Personal stellt gleichzeitig eine mögliche Infektionsquelle für die von ihm betreuten Patienten dar.

Bei den betreuten Patienten handelt es sich oft um Personengruppen, die für Krankheiten besonders anfällig sind und wegen bestehender Grunderkrankungen ein erhöhtes Risiko haben, eine schwere Verlaufsform der Grippe-Erkrankung zu entwickeln. Die Impfung von medizinischem Personal ist daher besonders wichtig und dient nicht nur dem persönlichem Schutz, sondern auch dem Schutz der betreuten Patienten.

Warum wird gesunden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 60 Jahren nicht ausdrücklich eine Impfung empfohlen?

Die saisonale Influenzaimpfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für gesunde Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter 60 Jahren nicht explizit empfohlen, da eine Erkrankung an Influenza in dieser Gruppe in der Regel nicht mit einem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs einhergeht. Im Einzelfall kann die Impfung einer Person, die dieser Gruppe angehört, nach Ermessen des behandelnden Arztes sinnvoll sein.

In der Saison 2009/2010 hat sich gezeigt, dass jüngeren Personen mit Grundkrankheiten ein erhöhtes Erkrankungs- und Komplikationsrisiko durch die pandemische Influenza A (H1N1) (Schweine-Grippe, Neue Grippe) hatten.

Welche Nebenwirkungen sind nach der Influenzaimpfung zu erwarten?

Der saisonale Influenzaimpfstoff ist in der Regel gut verträglich. In Folge der natürlichen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es – wie bei anderen Impfungen auch – vorübergehend zu Lokalreaktionen (leichte Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle) kommen. Gelegentlich treten vorübergehend Allgemeinsymptome wie bei einer Erkältung auf (Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen). In der Regel klingen diese Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Tagen folgenlos wieder ab.

Achtung: Bei einer Allergie gegen Hühnereiweiß darf nicht geimpft werden, da der Influenzaimpfstoff produktionsbedingt Spuren von Hühnereiweiß enthalten kann.

Wann ist der richtige Impfzeitpunkt?

Die Impfung gegen Influenza sollte jedes Jahr, vorzugsweise im Herbst, durchgeführt werden. Nach der Impfung dauert es ca. 14 Tage, bis der Körper genügend Antikörper produziert hat, um gegen eine Influenzainfektion geschützt zu sein. Es sollte daher darauf geachtet werden, bereits vor dem Beginn einer Influenzawelle zu impfen. So kann rechtzeitig ein ausreichender Schutz aufgebaut werden, der in aller Regel für die ganze Saison anhält.

Weiterführende Links und Quellen