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Virusgrippe

Virusgrippe

auch bekannt als: Influenza

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Komplikationen

Vor allem ältere Menschen, Kinder und Immungeschwächte sind besonders anfällig für Komplikationen der Influenza. Eine häufige Komplikation ist die Lungenentzündung. Durch Influenza kommt es auch immer wieder zu Todesfällen.

Influenza-Viren können unter Umständen die Lunge direkt infizieren (primäre Influenza-Pneumonie) und so zu einer Lungenentzündung führen. Durch die geschwächte Abwehr infolge der Influenza-Erkrankung können auch Bakterien die Lunge infizieren (sekundäre Influenza-Pneumonie). Mischformen sind sehr häufig.

Neben der Lungenenzündung gibt es einige andere mögliche Komplikationen infolge einer Influenza-Erkrankung. Diese können ebenfalls die Lunge oder auch andere Organe betreffen (extrapulmonale Komplikationen).

Lungenentzündung

Eine mögliche Komplikation bei Influenza ist die Lungenentzündung. Vor allem Menschen mit Herz- und Atemwegs-Erkrankungen sowie ältere Personen sind betroffen. Es können drei Formen unterschieden werden:

  • (primäre) virale Pneumonie (durch Influenza-Viren)

  • (sekundäre) bakterielle Pneumonie

  • Mischformen aus viraler und bakterieller Pneumonie

Die primäre, direkt durch Influenza-Viren verursachte Pneumonie ist die seltenste der drei Formen und auch die am schwersten verlaufende. Hierbei kann es im Rahmen einer schweren, hochfiebrigen Influenza-Erkrankung zu Atemnot kommen. In der Regel haben die Betroffenen wenig Auswurf, dieser kann blutig verfärbt sein. In den Pandemien von 1918 und 1957 waren Schwangere häufig von dieser Pneumonie-Form betroffen.

Während die primäre Influenza-Pneumonie parallel zur Allgemeinerkrankung auftritt, tritt eine bakterielle Pneumonie bei Influenza oft erst nach Besserung der Allgemeinsymptome (Fieber, Abgeschlagenheit, etc.) auf. Häufig geht es den Betroffenen bereits über zwei oder drei Tage viel besser, worauf es dann zu einer Verschlechterung des Zustands mit Husten und eitrigem Auswurf kommt.

Die häufigste Form der Lungenentzündung bei Influenza ist die Mischinfektion mit Viren und Bakterien. Das kann sich bei den Patienten durch eine besonders hartnäckig und langwierig verlaufende Grippe bemerkbar machen.

 Das H5N1-Virus, besser bekannt als Vogelgrippe, verursacht in über 50 % der Fälle eine Lungenentzündung, sowie weitere Komplikationen (Durchfall, Störungen des Zentral-Nervensystems).

Andere Komplikationen (Lungen-, Atemwege und Hals-Nasen-Ohrenbereich)

Durch eine Influenza-Erkrankung können sich vorbestehende Atemwegs-Erkrankungen deutlich verschlechtern. Dazu gehören vor allem:

Weitere mögliche Komplikationen sind eine Nasennebenhöhlen- und/oder Mittelohr-Entzündung. Letztere kommt vor allem bei Kindern häufig vor.

Komplikationen außerhalb der Lunge

Komplikationen außerhalb der Lunge sind selten, sollen der Vollständigkeit halber aber dennoch Erwähnung finden:

Reye Syndrom

Das Reye Syndrom ist eine sehr ernstzunehmende Komplikation mit Schäden an Leber und Gehirn, die vor allem bei Kindern in Verbindung mit Influenza-B-Infektionen und Aspirin-Einnahme auftritt. Diese Komplikation ist sehr stark zurückgegangen, seitdem ausdrücklich vor Aspirin-Gabe bei Kindern mit Infektions-Erkrankungen gewarnt wird.

Schäden am Muskelgewebe

Während Gliederschmerzen bei fast jeder Influenza-Erkrankung vorkommen, sind schwere Schäden am Muskelgewebe eher seltene Komplikationen. Bei den Betroffenen kann eine sehr starke Druckempfindlichkeit an den betroffenen Gliedmaßen bestehen, so dass oft nicht einmal mehr das Gewicht der Bettdecke ertragen wird.

Herz-Schäden

Während der Pandemie von 1918 gab es sehr viele Fälle von Herzmuskel- und Herzbeutel-Entzündungen durch Influenza. Seither wurden diese Komplikationen nur unregelmäßig beobachtet. Zumeist treten diese Komplikationen eher bei Menschen mit einer zuvor bestehenden Herz-Erkrankung als bei gesunden Menschen auf.

Schäden am zentralen Nervensystem

Sehr selten kommt es bei einer Grippe-Erkrankung zur Mitbeteiligung des zentralen Nervensystems, meist in Form von Entzündungen des Rückenmarks oder des Gehirns.
Häufigkeit und Ursache von Todesfällen infolge einer Influenza-Erkrankung

Das Statistische Bundesamt in Deutschland ermittelte für die Zeit zwischen 1998 und 2007 jährlich zwischen 3 und 34 nachgewiesene Todesfälle infolge von Influenza-Erkrankungen (mit Virus-Nachweis im Labor). Die Zahl nicht nachgewiesener Fälle (ohne Virus-Nachweis im Labor) lag zwischen 63 und 330 jährlich. Es wird vermutet, dass jedoch tatsächlich jährlich mehrere tausend Todesfälle durch Influenza zumindest (mit-)verschuldet werden. Die Ursachen sind in der Regel Multiorganversagen, Herz- oder Nierenversagen.