Startseite > Krankheiten > Bluthochdruck

Bluthochdruck

Bluthochdruck

auch bekannt als: Arterielle Hypertonie

Überblick Entstehung Symptome Komplikationen Diagnose Therapie Prävention Leben mit

Diagnose

Die Diagnose eines Bluthochdrucks kann schnell und schmerzlos gestellt werden. Sie erfolgt mittels Blutdruckmessung am Oberarm. Bei Feststellung eines Bluthochdrucks werden zusätzlich Organe wie Herz, Augen und Nieren gründlich auf mögliche Folgeschäden hin untersucht.

Die Diagnose eines Bluthochdrucks erfolgt mittels Blutdruckmessung am Oberarm. So kann der Hausarzt schnell, einfach und schmerzlos einen Bluthochdruck erkennen und durch entsprechende Kriterien einem Schweregrad zuteilen.

Wenn bei mindestens zwei Gelegenheits-Blutdruckmessungen an zwei unterschiedlichen Tagen ein erhöhter systolischer Blutdruck (über 140 mmHg) und/oder ein erhöhter diastolischer Blutdruck (über 90 mmHg) ohne irgendeine bekannte ursächliche Grunderkrankung gemessen wird, wird eine essentielle oder auch primäre Hypertonie diagnostiziert.

Ein noch genaueres Bild über einen neu entdeckten Bluthochdruck erlangt der Hausarzt durch eine 24-Stunden-Blutdruckmessung. Hierbei lässt sich der Verlauf des Blutdrucks während eines Tages und der Nacht beurteilen. Des Weiteren müssen Grunderkrankungen ausgeschlossen werden, die für einen sekundären Bluthochdruck verantwortlich sein könnten.

Liegt ein Bluthochdruck vor, sind Untersuchungen erforderlich, die mögliche Folge-Erkrankungen des Bluthochdrucks aufdecken. Hierzu werden Herz, Nieren, Augen und Gefäße mit Ultraschall, EKG sowie Blut- und Urintests auf Folgeschäden hin untersucht.

Ebenso wichtig wie das Aufdecken eines Bluthochdrucks ist die Erfassung weiterer Risikofaktoren für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (zum Beispiel Diabetes, Rauchen). Mit diesen Informationen lässt sich für jeden Patienten das individuelle Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestimmen und demnach entsprechend behandeln.

Das Prinzip der Blutdruckmessung

Zur Messung des Blutdrucks wird eine Manschette am Oberarm angelegt und bis auf einen bestimmten Druck aufgepumpt. Unter diesem Druck wird das große Gefäß des Oberarms (Arteria brachialis) zusammengedrückt, und der Blutfluss stoppt. Anschließend wird der Druck aus der Manschette abgelassen, bis das Gefäß beginnt, sich wieder zu öffnen.

Der Blutfluss durch ein nicht vollständig geöffnetes Gefäß ist turbulent, wodurch es zu Verwirbelungen kommt. Der Hausarzt kann diese Verwirbelungsgeräusche mit Hilfe eines Stethoskops hören beziehungsweise mithilfe eines elektronischen Geräts messen. Der Druck beim ersten Auftreten eines solchen Verwirbelungsgeräusches entspricht dem systolischen (oberen) Wert. Der Druck der Manschette wird nun weiter verringert, bis das Gefäß wieder komplett offen ist. Das Blut kann wieder frei fließen und es sind keine Verwirbelungen mehr hörbar. In diesem Moment entspricht der Druck dem diastolischen (unteren) Wert.

Neben der unblutigen Messung nach Riva Rocci (RR), die hier beschrieben wurde, gibt es auch die „blutige“ Bestimmung des Blutdrucks in besonderen Situationen, zum Beispiel auf Intensivstationen. Hier wird mittels einer Drucksonde der Blutdruck direkt in der Pulsader am Arm gemessen.

Häufige Fehler bei der Blutdruckmessung

Bei der Blutdruckmessung sind folgende Dinge zu beachten, um Fehler zu vermeiden:

  • die Arme sollten von beengender Kleidung befreit werden

  • der Messort sollte sich auf Herzhöhe befinden

  • es sollte unbedingt auf die richtige Manschettengröße geachtet werden

  • Ruhephasen vor der Messung sollten eingehalten werden

  • Messungen sollten nicht ständig wiederholt werden

  • der Druckablass aus der Manschette darf nicht zu schnell erfolgen

  • Nachpumpen sollte vermieden werden

  • die Blutdruckmessung sollte an beiden Armen durchgeführt werden

  • insbesondere ältere Menschen mit Bluthochdruck neigen dazu, dass der Blutdruck im Sitzen höher ist als im Stehen (orthostatischer Blutdruckabfall), weswegen die Messung zusätzlich auch im Stehen durchgeführt werden sollte

  • vor der Messung nicht rauchen oder Kaffee trinken

  • vor der Messung keinen Alkohol trinken

  • nicht direkt nach dem Essen messen
Blutdruckmessung in der Hausarztpraxis

Der Hausarzt führt bei allen Patienten mit zusätzlichem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (erhöhtes kardiovaskuläres Risiko) wie zum Beispiel bei einem Diabetes mellitus immer eine Blutdruckmessung durch.

Stellt der Hausarzt dabei einen zu hohen Blutdruck fest, kann es sein, dass zur weiteren Objektivierung eine 24-Stunden-Blutdruckmessung veranlasst wird. Es kann vorkommen, dass der Blutdruck während eines Praxisbesuches höher ist als normal. Dieser sogenannte Weißkittel-Effekt kommt bei einer 24-Stunden-Blutdruckmessung nicht zum Tragen.

Die 24-Stunden-Blutdruckmessung

Bei der 24-Stunden-Blutdruckselbstmessung, dem Ambulanten Blutdruck Monitoring (ABDM), wird über einen Zeitraum von 24 Stunden eine Blutdruckmanschette getragen, die sich automatisch aufbläst und den Blutdruck misst. Neben der Manschette am Oberarm muss ein kleines Gerät getragen werden, das die gemessenen Blutdruckwerte für die spätere Auswertung speichert.

Die Blutdruckselbstmessung zu Hause

Zur Therapie- und Selbstkontrolle bietet sich die häusliche Blutdruckmessung durch den Patienten an. Wichtig dabei ist: 

  • Gerät mit dem Prüfsiegel der Hochdruckliga verwenden

  • auf passende Manschettengröße achten

  • Messung frühestens nach 5 Minuten Ruhe im Sitzen durchführen

  • Manschette sollte sich bei Messung auf Herzhöhe und direkt auf der Haut (nicht auf der Kleidung) befinden

  • Blutdruckwerte in einem Blutdrucktagebuch eintragen
Untersuchung von Blut und Urin

Ist die Niere geschädigt, werden einige Substanzen von der Niere nur noch vermindert und andere Stoffe vermehrt ausgeschieden.

Falls der Verdacht auf einen Nierenschaden besteht, kann der Arzt bei Bedarf den Urin auf einen erhöhten Eiweißgehalt (Mikroalbuminurie) hin überprüfen und im Blut Parameter für die Nierenfunktion bestimmen.

Untersuchungen bei Verdacht auf eine sekundäre Hypertonie

Bei jungen Patienten, einer sehr schweren Hypertonie, nicht fallenden Blutdruckwerten in der Nacht (non-dipper) oder bei Therapieversagen kann der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen, um eine möglicherweise dem Bluthochdruck zu Grunde liegende andere Erkrankung (sekundäre Hypertonie) zu erkennen.

Spezielle Untersuchungen bei Verdacht auf Bluthochdruck-Folgeschäden
  • Spiegelung des Augenhintergrundes (Funduskopie): Sie ermöglicht die Beurteilung von Gefäßschäden an der Netzhaut des Auges (Retina).

  • Elektrokardiographie (EKG): Ein EKG ermöglicht eine Aussage über die Herzaktion und Umbauprozesse am Herzen (zum Beispiel eine Vergrößerung des Herzmuskels). Es kann sein, dass der Hausarzt bei Bedarf auch ein Belastungs-EKG durchführen lässt. Dabei wird das EKG während der Belastung auf einem Fahrradergometer aufgezeichnet. Es können dadurch eventuell Herzfehlfunktionen aufgedeckt werden, die in Ruhe nicht zu sehen waren.

  • Echokardiographie: Durch Begutachtung der Herzstruktur und –funktion kann beispielsweise die Größe der Herzkammern oder die Pumpkraft des Herzens bildlich dargestellt und beurteilt werden.

  • Doppler-/Duplex-Sonographie: Damit kann der Arzt den Blutfluss in den Gefäßen bestimmen und Gefäßverengungen (Gefäßstenose) durch beispielsweise Arteriosklerose auffinden.

  • Ultraschalluntersuchung der Nieren: Ein Ultraschall der Nieren ermöglicht die bildliche Beurteilung der Beschaffenheit der Nieren.

Einige der oben aufgelisteten Untersuchungen werden von speziellen Fachärzten, wie Augenarzt (Funduskopie) oder Kardiologe (Echokardiographie), durchgeführt.

Abklärung anderer kardiovaskulärer Risikofaktoren

Da der Bluthochdruck nicht alleine für schwerwiegende Folge-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen verantwortlich ist, werden zur besseren Therapieplanung weitere Risikofaktoren erfasst. Dazu gehören:

  • Diabetes mellitus

  • Rauchen

  • erhöhte Blutfette (Hyperlipoproteinämie)

  • Bauchfettleibigkeit

  • Bluthochdruck-Erkrankungen in der Familie