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Virusgrippe

Virusgrippe

auch bekannt als: Influenza

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Entstehung der Krankheit

Die Virusgrippe wird durch Influenza-Viren ausgelöst, die sich in den Schleimhäuten der oberen Atemwege ausbreiten. Die deutlich harmloseren Erkältungskrankheiten (grippale Infekte) werden dagegen durch eine Vielzahl anderer Viren ausgelöst.

Influenza-Viren gehören zur Familie der Orthomyxoviridae. Es gibt drei verschiedene Gattungen: Influenza A, B und C. Diese drei Gattungen unterscheiden sich in ihren Oberflächen-Eigenschaften. Influenza-A-Viren bilden weitere Subtypen, die sich noch weiter durch andere Oberflächen-Eigenschaften unterscheiden. Diese Oberflächen-Unterschiede der Influenza-A-Viren beziehen sich auf zwei Proteine auf ihrer Oberfläche: Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N). Es gibt 16 verschiedene Hämagglutinin-Proteine und 9 verschiedene Neuraminidase-Proteine. Bislang kommen einige von ihnen in verschiedenen Kombinationen in Virus-Gattungen vor, die den Menschen befallen können. Neben diesen Subtypen der Influenza-A-Viren können auch die Influenza-B-Viren den Menschen krank machen.

Übertragung der Viren

Die Übertragung von Grippe-Viren zwischen Menschen erfolgt durch Tröpfcheninfektion beim Atmen, Husten oder Niesen. Eine Übertragung ist auch durch eine Schmierinfektion über verunreinigte Oberflächen (zum Beispiel Arbeitsflächen, Gegenstände) oder über die Hände möglich. Ein besonders hohes Ansteckungsrisiko besteht dort, wo Menschen in größerer Zahl auf engem Raum versammelt sind.

Eine Infektion kann bereits 24 Stunden vor dem Auftreten erster Symptome vorliegen (Inkubationszeit). Erwachsene sind in der Regel bis fünf Tage, Kinder bis über sieben Tage nach Symptombeginn ansteckend.

Abwehrreaktion

Wenn Influenza-Viren einen Menschen infizieren, dann baut das Immunsystem im Normalfall eine Abwehr dagegen auf. Doch die Influenza-Viren haben im Laufe der Evolution verschiedene Mechanismen entwickelt, um dieser Abwehr mit immer neuen Tricks zu entrinnen. Die Oberflächen-Proteine Hämagglutinin und Neuraminidase können sich verändern. Dadurch kann der Körper die Viren nicht so schnell erkennen. Man könnte sagen, dass sich die Viren verkleiden, damit das Abwehrsystem sie nicht gleich bemerkt. Aus diesem Grund gibt es immer neue Influenza-Epidemien und aus diesem Grund ist auch nahezu jedes Jahr ein neuer Influenza-Impfstoff nötig, um die aktuellen Virenstämme wirksam bekämpfen zu können.

Häufigkeit von Influenza-Epidemien und Pandemien

Influenza-Epidemien kommen nahezu jedes Jahr und vor allem in den Monaten zwischen November und April vor. Ausbreitung und Schwere variieren aber immer stark. Weltweite Pandemien sind sehr viel seltener. Die Bundesärztekammer beschreibt eine Pandemie als eine sich schnell weiter verbreitende, ganze Landstriche, Länder und Kontinente erfassende Krankheit. Sie bleibt also im Gegensatz zur Epidemie nicht regional begrenzt.

Bei einer Influenzapandemie führt die fehlende Grundimmunität in der Bevölkerung zu einer erhöhten Zahl von schweren Erkrankungen und Toten. Im letzten Jahrhundert traten drei große Influenzapandemien auf:

  • Spanische Grippe im Jahr 1918

  • Asiatische Grippe im Jahr 1957

  • Hongkong-Grippe im Jahr 1968

Die Spanische Grippe führte zu einer geschätzten Zahl von 20 bis 50 Millionen Toten, die Asiatische- und die Hongkong Grippe zu etwa einer Million Toten. Die Pandemie mit dem Influenza-A-Virus (H1N1) von 2009 zeigte jedoch, dass eine Influenzapandemie nicht unbedingt eine Großschadenslage hervorrufen muss. Die Ansteckungsgefahr war bei dieser Pandemie groß, der Krankheitsverlauf allerdings meist eher mild. Besonders gefährdet für schwere Verläufe waren unter anderem Schwangere. Experten weltweit stimmen darin überein, dass das Auftreten einer erneuten Influenza-Pandemie nur eine Frage der Zeit ist.