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Sodbrennen

Sodbrennen

auch bekannt als: Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)

Überblick Entstehung Symptome Komplikationen Diagnose Therapie Prävention Leben mit

Therapie

Je nach Schweregrad und Krankheitszustand sind verschiedene Therapiemaßnahmen notwendig. Diese reichen von allgemeinen wie Gewichtsreduktion über medikamentöse bis hin zu operativen Maßnahmen.

In Abhängigkeit vom Schweregrad der Refluxkrankheit können verschiedene Behandlungsmethoden herangezogen werden. Bei lediglich selten auftretendem Reflux sind Allgemeinmaßnahmen wie zum Beispiel Gewichtsreduktion bis zur Erreichung des Normalgewichts und Ernährungsumstellung auf kleine, fett- und zuckerarme Mahlzeiten meist ausreichend. Wenn Patienten häufig an Refluxbeschwerden leiden oder wenn eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagitis) vorliegt, ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich.

Diese beabsichtigt hauptsächlich eine Reduzierung der Flüssigkeit, die aus dem Magen in die Speiseröhre fließt (Refluat), und zwar indem die Absonderung von Magensäure reduziert wird. Operative Maßnahmen sind nur bei ganz speziellen Indikationen notwendig, zum Beispiel wenn konservative Therapien versagen oder bei erneutem Auftreten der Beschwerden nach Abheilung (Rezidiven).

Wichtiger Hinweis

Die hier vorliegenden Informationen zur Behandlung der Erkrankung beruhen auf einem strengen und aktuellen wissenschaftlichen Nachweis, der den weitgehenden Nutzen einer Behandlung gezeigt hat. Dabei ist zu beachten, dass die hier vorgestellten Behandlungsmöglichkeiten unter bestimmten Bedingungen angepasst werden müssen.

Persönlichen Wünsche und Lebensziele des Patienten spielen eine wichtige Rolle. Auch das Alter, der Schweregrad der Erkrankung sowie mögliche Nebenerkrankungen können die Empfehlungen mitunter stark beeinflussen. Betroffene mit Nebenerkrankungen sollten ihren Hausarzt daher unbedingt darüber in Kenntnis setzen. Darüberhinaus sollten sie ihren Hausarzt über alle Medikamente informieren, die sie einnehmen.

Der Hausarzt wählt für seinen Patienten die passende Behandlungsform entsprechend der oben genannten Kriterien. Die gewählte Behandlungsform ist nicht immer die neuste oder die kostenintensivste. Maßgeblich ist, dass die Therapie die beste Wahl für den Betroffenen darstellt. Innovation und hohe Kosten sind nicht identisch mit der höchsten Qualität einer Therapie für einen Patienten. Bei Fragen hierzu sollten sich Betroffene immer an ihren Hausarzt wenden.

Allgemeine Grundsätze der Therapie

Oberstes Ziel der Therapie ist die Reduzierung des Refluxes durch allgemeine Maßnahmen und die medikamentöse Neutralisierung des zurückfließenden, aggressiven und sauren Mageninhalts. Weiterhin soll durch das Meiden schädigender Einflüsse wie Alkohol oder Nikotin der untere Speiseröhrenschließmuskel und somit seine Verschlussfunktion gestärkt werden.

Allgemeine Maßnahmen

Bevor eine medikamentöse Behandlung erfolgt, sollten folgende Allgemeinmaßnahmen ergriffen werden:

  • Gewichtsnormalisierung
  • kleine Mahlzeiten (fett- und zuckerarm)
  • Druck auf Unterleib vermeiden, keine zu enge Kleidung
  • Veränderung der Ernährungs- und Lebensweise

  • Vermeidung von Mahlzeiten am späten Abend

  • refluxbegünstigende Nahrungs- und Genussmittel wie Süßspeisen, Schokolade, Zigaretten, säurehaltige Getränke wie Säfte und Wein, Alkohol, Kaffee, Tomatensoße reduzieren beziehungsweise vermeiden

  • Kopfende des Bettes erhöhen (Schwerkraft unterstützt Selbstreinigungsfunktion der Speiseröhre)

  • Verzicht auf Medikamente, die den Spannungszustand des unteren Speiseröhrenschließmuskles senken (wie zum Beispiel Anticholinergika, Kalziumantagonisten, Nitropräparate, Theophyllin, Betaadrenergika)

  • ballaststoffreiche Kost zur Vermeidung von Verstopfung (Obstipation)

  • nicht sofort hinlegen nach dem Essen

Medikamentöse Therapie

Bei häufigen Beschwerden oder bei Vorliegen einer Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Refluxösophagitis) ist eine medikamentöse Therapie notwendig. Hauptsächlich wird eine Neutralisierung des aggressiven, sauren Mageninhalts durch Medikamente angestrebt.

Protonenpumpen-Inhibitoren

Protonenpumpenhemmer (PPI) hemmen die Magensäureproduktion. 

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Protonenpumpeninhibitoren (PPI)

Protonenpumpeninhibitoren (PPI) wie Omeprazol, Lansoprazol, Rabeprazol oder Pantoprazol sind die Mittel der Wahl bei Refluxösophagitis. Sie finden sowohl bei der nicht erosiven (NERD) als auch bei erosiven Refluxösophagitis (ERD) Einsatz.

Beim Vorliegen einer nichterosiven Refluxkrankheit (NERD) wird ein so genannter einwöchiger Protonenpumpeninhibitoren-Test (PPI-Test) durchgeführt. Wenn der Patient danach nicht beschwerdefrei ist, wird die Gabe von PPI um 2 - 3 Wochen in halber Standarddosierung fortgeführt. Anschließend kann der Patient je nach Beschwerden seine Einnahme von PPI steuern.

Bei schweren Formen der erosiven Refluxkrankheit (ERD) ist zu Beginn meist eine 6- bis 8-wöchige Behandlung mit Protonenpumpeninhibitoren notwendig, um die durch den Reflux verursachten Schleimhautdefekte zur Ausheilung zu bringen. Danach schließt sich meistens eine Langzeitbehandlung mit der halben Standarddosierung PPI an.

Die Heilungschancen bei der Anwendung von Protonenpumpenhemmern sind extrem hoch und liegen bei 90 - 95 % bei einer Therapiedauer von 6 - 8 Wochen.

Dies ist auf die fast vollständige Unterdrückung der Magensäureabsonderung zurückzuführen, wodurch die Schleimhaut der Speiseröhre von den schädigenden Einflüssen der rückfließenden Magensäure verschont bleibt und sich auf diese Weise vollständig regenerieren kann.

Nichtsdestotrotz treten die Symptome nach Absetzen der PPI in vielen Fällen erneut auf und machen deswegen meist eine Langzeittherapie mit PPI erforderlich.

Wenn Sie Protonenpumpenhemmer einnehmen, dann sollten Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Nebenwirkungen sprechen und den Beipackzettel gut durchlesen.

Die Dauertherapie mit Protonenpumpeninhibitoren kann in speziellen Fällen zu einer Entzündung und Rückbildung der Magenschleimhaut führen (atrophische Gastritis).

Deswegen sollten Sie sich bei Einnahme an die von Ihrem Arzt oder Apotheker vorgegebene Anwendungsdauer halten.

Keine Einnahme von PPI (Kontraindikation)

PPI sollten nicht bei Kindern, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit eingenommen werden.

Operative Therapien

Die operativen Maßnahmen finden Anwendung bei:

  • häufig wiederkehrenden Beschwerden und Komplikationen

  • Nichtansprechen auf die konservative/medikamentöse Therapie

  • Vorliegen von Krebsvorstufen (Barrett-Ösophagus)

Fundoplicatio nach Nissen-Rossetti ist das Verfahren der Wahl. Dabei wird ein Teil des Magens (Magenfundus) wie eine Manschette um die Speiseröhre gewunden, um so den Druck auf den unteren Speiseröhrenschließmuskel zu erhöhen.

Es gibt derzeit mehrere in Anwendung oder Erprobung befindliche endoskopische (von innen über die Speiseröhre) und laparoskopische (über eine Bauchspiegelung durchgeführte) Antireflux-Operationen. Für eine eindeutige Beurteilung dieser Verfahren stehen noch keine Langzeitergebnisse zur Verfügung.

Verhältnismäßig zu allgemeinen und medikamentösen Maßnahmen finden die operativen Therapien aber nur selten Anwendung.

Weitere Therapieverfahren

Die hier dargestellten Behandlungsverfahren entsprechen den Therapien, deren Wikrsamkeit, Sicherheit und Sinn durch Studien belegt worden sind und die in den Leitlinien empfohlen werden, welche zur Erstellung dieses Texts herangezogen worden sind. Unter anderem und vor allem zählt dazu die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Darüber hinaus gibt es gegebenenfalls noch weitere Therapiemöglichkeiten. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

Folgen einer Nicht-Behandlung

Bei Nicht-Behandlung führt der chronische Rückfluss von saurem Speisebrei zu nicht wieder rückgängig zu machenden Schäden an der Speiseröhre. Im schlimmsten Fall kann dies zu Speiseröhrenkrebs führen.