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Sodbrennen

Sodbrennen

auch bekannt als: Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)

Überblick Entstehung Symptome Komplikationen Diagnose Therapie Prävention Leben mit

Komplikationen

Einengung des Hohlraumes der Speiseröhre durch refluxbedingte Narben und entzündliche Strikturen bis zu einem vollständigen Verschluss der Speiseröhre. Dabei können Schmerzen beim Schlucken und Störungen des Schluckreflexes auftreten.

Die gastroösophageale Refluxkrankheit kann zahlreiche organische Komplikationen auslösen. Die nachfolgende Übersicht fasst die wichtigsten Komplikationen und Beschwerden zusammen:

  • Erosionen des Zahnschmelzes (Verlust von Zahnhartsubstanz durch Magensäureeinwirkung)

  • Schleimhautentzündung der Speiseröhre (Ösophagitis)

  • Geschwürbildung (Ulzerationen)

  • Blutungen (selten)

  • nächtliches Einatmen von Mageninhalt (Aspiration)

  • Ein- und Verengungen der Speisröhre (Stenose, Strikturen)

  • Krebsvorstufen (Barrett-Ösophagus)
Erosionen von Zahnschmelz

Durch den Rückfluss von saurem Mageninhalt bis in die Mundhöhle kann der Zahnschmelz geschädigt werden. Karies, schmerzhafte Zähne, Paradontitis und andere Entzündungen im Bereich der Mundhöhle können die Folge davon sein. 

Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Refluxösophagitis)

Charakteristisch für die gastroösophageale Refluxkrankheit ist, dass sie immer mit einer Störung des Bewegungsvermögens (Mobilität) und der Selbstreinigungsfunktion der Speiseröhre (ösophageale Clearance) einhergeht. Dies führt dazu, dass die Speiseröhrenschleimhaut extrem aggressiven chemischen Verbindungen schutzlos ausgeliefert ist. Sie reagiert nach einer gewissen Zeit mit einer Entzündungsreaktion, der so genannten Refluxösophagitis. 50 - 60 % aller Patienten mit einem Reflux entwickeln eine Refluxösophagitis.

Geschwüre (Ulzerationen)

Als Folge des Auftretens einer Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Refluxösophagitis) können sich Geschwüre bilden. Diese entstehen häufig im Bereich des unteren Teils der Speiseröhre beim Übergang zum Magen (Übergangsulkus).

Peptische Striktur

Durch das langfristige, refluxbedingte Einwirken von Magensäure kommt es zu Verätzungen der Speiseröhrenschleimhaut. Dies führt über Narbenbildungen zu einem Zusammenziehen der Speiseröhre bis hin zu einer hochgradigen Verengung (Striktur).

Einengungen der Speiseröhre (Stenosen)

Einengung des Hohlraumes der Speiseröhre durch refluxbedingte Narben und entzündliche Strikturen bis zu einem vollständigen Verschluss der Speiseröhre. Dabei können Schmerzen beim Schlucken und Störungen des Schluckreflexes auftreten.

Barrett-Ösophagus

Ebenfalls als Folge der Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut kann sich ein so genannter Barrett-Ösophagus bilden. Dieser entsteht durch die Umwandlung (intestinale Metaplasie) des Oberflächengewebes der Speiseröhre (Plattenepithel) in die des Dünndarms (Zylinderepithel).

Der Barrett-Ösophagus stellt eine Krebsvorstufe dar und ist somit ein erheblicher Risikofaktor für die Bildung von Speiseröhrenkrebs (Barrett-Karzinom). Bei erheblichen Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut ist eine endoskopische Entfernung der betroffenen Bereiche anzustreben. Weiterhin sind endoskopische Kontrollen des Verlaufes ungefähr alle 3 Jahre zu empfehlen, um vermeintlich auftretende Gewebsneubildungen (Neoplasien; mögliche Krebsvorstufen) rechtzeitig zu erkennen.

Blutungen

Es kann zu Blutungen aus Geschwüren und oberflächlichen Abtragungen der Speiseröhrenschleimhaut kommen. Diese können sowohl akut als auch chronisch auftreten. Bei chronischen Blutungen kann sich ein Eisenmangel und daraus eine Blutarmut entwickeln. In diesem Fall kann es notwendig sein, Eisen zum Beispiel in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zusätzlich zuzuführen.

Sprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Arzt eine mögliche Vorgehensweise ab.

Durchbruch der Speiseröhre (Perforation)

Bei einem tiefen Geschwür kann es im Extremfall zu einem Durchbruch (Perforation) der Speiseröhre in die Brusthöhle kommen. Diese ernsthafte Komplikation tritt allerdings sehr selten auf.

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)

Durch die Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut aufgrund des Rückflusses von saurem Mageninhalt kann Speiseröhrenkrebs entstehen. Das Risiko für eine Krebserkrankung wird allerdings erheblich reduziert, wenn eine angemessene Theapie der Refluxkrankheit erfolgt.

Wie häufig treten Komplikationen auf?

Insgesamt sind ca. 20 % der Bevölkerung der westlichen Industrieländer von einem krankhaften Reflux (GERD) betroffen. 60 % davon zeigen keine mittels des Endoskops sichtbaren Verletzungen der Speiseröhrenschleimhaut (NERD). Die restlichen 40 % leiden an einer Refluxösophagitis (ERD). Von diesen Patienten entwickelt jeder Zehnte mit der Zeit ein Barrett-Ösophagus und davon wiederum jeder Zehnte Speiseröhrenkrebs (Barrett-Karzinom).

Bedauerlicherweise nehmen sowohl die Refluxkrankheit an sich als auch die Krebserkrankungen des unteren Teils der Speiseröhre seit den letzten Jahrzehnten in den westlichen Industrieländern stetig zu.