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Sodbrennen

Sodbrennen

auch bekannt als: Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)

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Diagnose

Dem Arzt stehen verschiedene diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung, um die Refluxkrankheit festzustellen. Neben der Schilderung von Symptomen durch den Patienten ist die Endoskopie die wichtigste Methode, um das Vorliegen und den Schweregrad der Refluxkrankheit sowie deren Folgen zu bestimmen.

Für den behandelnden Arzt gilt es, zur Diagnosestellung wesentliche Fragen abzuklären.

  • Handelt es sich um einen krankhaften (pathologischen) oder nur um einen normalen (physiologischen) Reflux?

  • Ist die Schleimhaut der Speiseröhre durch den Magensäurerückfluss bereits geschädigt worden?

Um dies festzustellen, führt der Arzt eine Endoskopie der Speiseröhre durch (Ösophagoskopie). Klagen Patienten zudem über regelmäßig auftretendes Sodbrennen, liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein pathologischer Reflux vor. Für eine eindeutige Diagnose ist aber eine endoskopische Untersuchung notwendig.

Diese kann das Vorliegen von Komplikationen wie Schleimhautentzündungen (Ösophagitis) oder anderen Gewebsveränderungen nachweisen und ermöglicht die Entnahme von Gewebeproben (Biopsien).

Krankheitsgeschichte (Anamnese)

Als häufigstes und deutlichstes Krankheitszeichen tritt beim Vorliegen einer Refluxerkrankung das so genannte Sodbrennen auf. So wird bei 75 % aller Patienten, die an Sodbrennen leiden, ein krankhafter Reflux diagnostiziert. Andere Symptome können Heiserkeit, Schluckstörungen (Dysphagie), Lungenerkrankungen und Schmerzen hinter dem Brustbein sein. Jedoch zeigen diese Krankheitszeichen nicht zwangsläufig eine Refluxerkrankung an. Weiterhin steht die Schwere und Häufigkeit der auftretenden Symptome nicht in unmittelbarem Verhältnis zum Schweregrad der Refluxkrankheit.

Körperliche Untersuchung

Der Arzt kann bei Verdacht auf eine Refluxerkrankung eine endoskopische Untersuchung der Speiseröhre durchführen und damit Vorhandensein und Schweregrad einer Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagitis) feststellen.

Anhand des endoskopischen Befundes wird die gastroösophageale Refluxkrankheit in verschiedene Formen eingeteilt.

Es wird unterschieden zwischen:

  • nicht-erosive Form (NERD – Non Erosive Reflux Disease) und

  • erosive Form (ERD – Erosive Reflux Disease)

Erosiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass bereits ein oberflächlicher entzündlicher Schleimhautdefekt durch den Reflux entstanden ist und somit eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Ösophagitis) vorliegt.

Die erosive Form (ERD) wird entsprechend nach Savary und Miller in 4 Stadien eingeteilt, wobei das Stadium 0 das Nichtvorhandensein von Schleimhautveränderungen anzeigt:

  • Stadium 1: Vorliegen einzelner, nicht zusammenhängender Schleimhautveränderungen

  • Stadium 2: Längsgerichtete, zusammenhängende Schleimhautveränderungen

  • Stadium 3: Kreisförmige, zusammenhängende Schleimhautveränderungen

  • Stadium 4: Auftreten von Komplikationen wie Ein- und Verengungen der Speiseröhre (Stenosen, peptische Strikturen), Geschwüren (Ulzerationen) und Gewebsveränderungen (Metaplasien, Dysplasien, Barrett-Ösophagus)

Weitere Einteilungen der Ergebnisse der Ösophagoskopie sind die Los-Angeles- beziehungsweise die MUSE-Klassifikation. Die Los-Angeles Klassifikation richtet sich im Wesentlichen nach der Größe der Erosionen und die MUSE-Klassifikation berücksichtigt auch die Komplikationen der Refluxerkankung.

Langzeit ph-Metrie der Speiseröhre

Die ph-Metrie der unteren Speiseröhre misst die Rückflusshäufigkeit des sauren Mageninhalts (ph < 4) über den Zeitraum von 24 Stunden. Dabei werden die Messungen sowohl in liegender als auch in aufrechter Position durchgeführt.

Patienten mit Reflux zeigen besonders in der Nacht einen häufig auftretenden Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre. Bei Reflux-Patienten liegen mehr als 7 % der pH-metrisch gemessenen Werte in einem 24-Stunden-Intervall unter pH 4, das heißt im sauren Bereich. Im Gegensatz dazu tritt bei Gesunden kein beziehungsweise nur ein geringer Reflux in der Nacht und nach der Nahrungsaufnahme auf.

Die Langzeit ph-Metrie ist geeignet für die quantitative Erfassung der Refluxkrankheit. Sie sollte bei Patienten angewendet werden, bei denen die Therapie versagt oder bei denen keine endoskopisch fassbaren Schleimhautveränderungen durch den Reflux vorliegen (Stadium 0 nach Savary und Miller Klassifikation).