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Schilddrüsenüberfunktion

Schilddrüsenüberfunktion

auch bekannt als: Hyperthyreose

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Therapie

Eine Schilddrüsenüberfunktion lässt sich häufig sehr gut behandeln. Dazu stehen verschiede Therapiemöglichkeiten zur Verfügung (zum Beispiel Einnahme von Medikamenten zur Hemmung der Schilddrüsenfunktion).

Zur Therapie von Schilddrüsenfunktionsstörungen stehen drei Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die je nach Art der Schilddrüsenüberfunktion einzeln oder kombiniert eingesetzt werden:

  • medikamentös

  • operativ

  • Radiojodtherapie

Ziel der Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion ist es, die Überproduktion von Schilddrüsenhormonen mittels schilddrüsenhemmender Medikamente und anderen Therapieformen zu verhindern.

Außerdem spielt die Behandlung eines eventuell entstandenen Kropfs eine Rolle.

Therapie der Schilddrüsenüberfunktion

Die Therapie der Schilddrüsenüberfunktion ist individuell abhängig davon, wie alt der Patient ist und an welcher Form der Schilddrüsenerkrankung er erkrankt ist.

Es werden so genannte Thyreostatika eingesetzt, die hemmend auf die Schilddrüsenhormonproduktion und den Jodtransport in die Schilddrüse wirken.

Bei großem Kropf durch Autonomie oder Morbus Basedow, bei großem Kropf, der durch Platzeinforderung Nebenwirkungen verursacht, bei Krebsverdacht oder bei einer thyreotoxischen Krise kann eine Operation notwendig sein. Vor der Operation muss durch Medikamente (Thyreostatika) eine Normalfunktion der Schilddrüse erreicht werden. Bei Krebsverdacht wird die gesamte Schilddrüse entfernt. Ansonsten wird versucht einen kleinen Teil zu belassen, um weiterhin die körpereigene Produktion der Schilddrüsenhormone zu ermöglichen.

Bei der Radiojodtherapie nimmt der Patient radioaktiv markiertes Jod ein. Die Schilddrüsenzellen nehmen dieses markierte Jod genau wie sonst das nicht markierte Jod auf. Durch die radioaktive Strahlung führt es zum Tod der Zellen, von denen es aufgenommen wurde. Es bewirkt eine Verkleinerung des Schilddrüsenvolumens um 30-50 % innerhalb von 3-6 Monaten. In Deutschland müssen sich die Patienten während der Behandlung im Krankenhaus aufhalten.

Schilddrüsenmedikamente

Thyreostatika werden zur Behandlung von Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt. 

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Therapie der Augensymptome bei Morbus Basedow

Ziel ist es, durch das Wiedererlangen einer normalen Schilddrüsenfunktion die Krankheit Morbus Basedow zu behandeln und ihre Symptome zu lindern.

Lokale Behandlung:

  • getönte Brillengläser

  • befeuchtende Augentropfen

  • mit hohem Kissen schlafen um die Ödeme an den Augenlidern zu mindern

  • Cortison, um etwaige Entzündungen zu behandeln
Glucocorticoide

Glucocorticoide wirken entzündungshemmend.

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Thyreostatische Therapie in der Schwangerschaft

Die Therapie mit Thyreostatika kann während der Schwangerschaft fortgesetzt beziehungsweise bei Bedarf begonnen werden. In Ausnahmefällen ist eine operative Entfernung der Schilddrüse im zweiten Schwangerschaftsdrittel möglich.

Therapie eines Kropfes

Frühzeitiger Beginn der Therapie ist entscheidend für den Erfolg. Hat sich das Gewebe eines lang bestehen Kropfs bereits in seiner Struktur verändert, ist die medikamentöse Therapie wirkungslos. Ein junger Kropf ist mit Medikamenten hingegen gut zu behandeln. Zur Behandlung stehen Medikamente zur Verfügung und es können Operationen durchgeführt werden.

Medikamentöse Therapie

Die Gabe von Jod hebt den Jodmangel in der Schilddrüse auf und wirkt so gegen die kompensatorische Vergrößerung der Schilddrüse. Bei Patienten/innen >40 Jahren muss vor Therapiebeginn eine Schilddrüsenautonomie ausgeschlossen werden, da die Jodgabe eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen kann. Zeigt sich nach ca. 6 Monaten kein Erfolg, wird meist zu einer Kombinationstherapie mit L-Thyroxin und Jod gewechselt.

Die Gabe des Schilddrüsenhormons L-Thyroxin bewirkt eine Senkung der TSH-Produktion, deren zu hohe Werte die Kropfbildung fördern. Durch die Therapie kann sich der Kropf um 30-40 % verkleinern.

Bei der Radiojodtherapie nimmt der Patient radioaktiv markiertes Jod ein. Die Schilddrüsenzellen nehmen dieses markierte Jod genau wie sonst das nicht markierte Jod auf. Durch die radioaktive Strahlung führt es zum Tod der Zellen, von denen es aufgenommen wurde. Es bewirkt eine Verkleinerung des Schilddrüsenvolumens um 30-50 % innerhalb von 3-6 Monaten. In Deutschland müssen sich die Patienten während der Behandlung im Krankenhaus aufhalten.

Operative Therapie

Bei einem großem knotigen Kropf, bei großem Kropf, der durch Platzeinforderung Nebenwirkungen verursacht oder bei Krebsverdacht kann eine Operation notwendig sein. Meist wird versucht, nicht die gesamte Schilddrüse zu entfernen, sondern einen Teil zu belassen, um weiterhin die körpereigene Produktion der Schilddrüsenhormone zu ermöglichen. Um eine erneute Kropfbildung zu verhindern, wird nach der Operation eine Therapie mit Jod weitergeführt.

Bei Teilentfernung kann eine mangelnde Schilddrüsenhormonproduktion auftreten, deren Fehlen mit Medikamenten ausgeglichen werden muss. Deshalb ist es wichtig, nach der OP regelmäßig den TSH-Wert zu kontrollieren.