Gicht

Gicht

auch bekannt als: Urikopathie

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Symptome

Typische Symptome für Gicht sind starke Schmerzen und Schwellungen am betroffenen Gelenk während eines Gichtanfalls.

Typischerweise macht sich die Gicht mit starken Schmerzen im Gichtanfall bemerkbar. Allerdings bekommt nicht jeder Mensch, bei dem man erhöhte Harnsäurewerte nachweisen kann, Gichtanfälle. Erhöhte Harnsäurewerte ohne entsprechende Gichtsymptome sind etwa zehn Mal häufiger als symptomatische Gichtfälle. Manche Betroffenen haben nur sehr selten Gichtanfälle, andere in regelmäßigen Abständen.

Akuter Gichtanfall

Als Leitspruch für die Auslöser eines akuten Gichtanfalls gilt: „Fasten und Feste“. Sowohl Hungerkuren als auch festliche Anlässe mit viel purinreichem Essen und/oder viel Alkohol (insbesondere Bier) können Auslöser eines akuten Gichtanfalls sein.

Bei einem akuten Gichtanfall kommt es plötzlich zu starken Schmerzen in einem Gelenk. Die Beschwerden treten häufig während der Nacht auf und in der Mehrzahl der Fälle (ca. 60 %) ist ein Großzehengrundgelenk betroffen. Häufig berichten die Betroffenen, dass sie das Gewicht der Bettdecke nicht mehr auf dem betroffenen Gelenk ertragen können. Die Haut über dem entzündeten Gelenk ist in der Regel gerötet, überwärmt und geschwollen.

Weitere Gelenke, an denen ein akuter Gichtanfall auftreten kann, können die Sprunggelenke und die Fußwurzel sein sowie Kniegelenke. Zehen- oder Fingergelenke (hier besonders Daumengrundgelenk) sowie Hand- und Ellenbogengelenk sind ebenfalls häufig betroffen.

Der Anfall kann einige Tage oder bis zu drei Wochen andauern. Es kann sein, dass während des akuten Gichtanfalls gar keine Harnsäureerhöhung mehr besteht, da gleichzeitig mit dem Auskristallisieren der Harnsäure im Gelenk der Serumspiegel der Harnsäure bereits wieder abgefallen ist.

Der erste Gichtanfall heilt in der Regel ohne Folgen ab, jedoch sind weitere Anfälle dann sehr wahrscheinlich. In einer Untersuchung vor der Zeit, als man die Harnsäure mit Medikamenten senken könnte, erlitten innerhalb von zwei Jahren vier von fünf Teilnehmern einen zweiten Anfall. Innerhalb von zehn Jahren waren es neun von zehn Personen, die einen erneuten Anfall erlitten. Auch werden die symptomfreien Intervalle bei vielen unbehandelten Personen immer kürzer, bis schließlich nach durchschnittlich zwölf Jahren eine chronische Gicht vorliegt.

Symptome im späteren Krankheitsverlauf

Bei der chronischen Gicht entstehen von außen oder im Röntgenbild sichtbare Kristallablagerungen in verschiedenen Körperregionen. Diese Ablagerungen werden auch als Gichttophi bezeichnet. Des Weiteren kann die Erhöhung des Harnsäurespiegels bei der Gicht die Niere schädigen.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen

Wenn Sie unter Gicht leiden oder bei Ihnen erhöhte Harnsäurewerte bekannt sind, sollten Sie bei Symptomen eines akuten Gichtanfalls umgehend einen Arzt benachrichtigen, damit Ihnen geholfen werden kann. Des Weiteren sollten Sie sich bei Gelenkproblemen in ärztliche Behandlung begeben.

Da die Beteiligung der Niere eine ernst zu nehmende Komplikation bei Gicht ist, sollten Sie bei Hinweisen auf eine Nierenschädigung umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen. Dazu gehören vor allem:

  • Nierenkoliken

  • Fieber

  • schäumender Urin

  • Blut im Urin

  • Brennen beim Wasserlassen