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Gastroenteritis

Gastroenteritis

auch bekannt als: Magen-Darm-Grippe

Überblick Entstehung Symptome Komplikationen Diagnose Therapie Prävention Leben mit

Diagnose

Wichtige Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Gastroenteritis liefert die Krankengeschichte des Betroffenen. Der behandelnde Arzt wird wissen wollen, ob typische Beschwerden wie Durchfälle und Erbrechen vorliegen und seit wann diese bestehen.

Krankengeschichte

In der Regel erfragt der konsultierte Arzt zuerst die Krankengeschichte des Betroffenen:

  • Welche und wie oft treten die Beschwerden auf?

  • Seit wann ebstehen die Beschwerden?

  • Wie ist die Stuhlkonsistenz beschaffen?

  • Weist der Stuhl Beimenungen von Blut oder Schleim auf?

  • Wie viel Flüssigkeit wurde bereits durch die Durchfälle und das Erbrochene ungefähr verloren und wie viel Flüssigkeit wurde aufgenommen?

  • Was wurde in den letzten Stunden vor Beginn der Symptome verzehrt?

  • Wurden Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika eingenommen?

  • Liegen andere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Laktoseintoleranz oder Nahrungsunverträglichkeiten vor?

  • Liegt ein vorangegangener Auslandsaufenthalt vor (Wenn ja, welches Land?)

Alle diese Informationen helfen dem Arzt dabei, die Diagnose zu stellen. Nach Erhebung der Krankengeschichte folgt eine körperliche Untersuchung des Betroffenen zur Feststellung des allgemeinen Zustandes. Die Diagnosestellung erfolgt meistens anhand der typischen Beschwerden (siehe Kapitel Symptome).

Ergänzend kann bei schweren Verläufen auch eine Blutuntersuchung und/oder Gewichtsermittlung durchgeführt werden, um Flüssigkeits- und Elektrolytverlust besser abschätzen zu können.

Diagnostik bei Kindern

Da insbesondere Säuglinge und Kinder häufig von einer akuten Magen-Darm-Grippe betroffen sind, sind nachfolgend die wesentlichen Schritte der Diagnosestellung aufgeführt. Für den Arzt ist es wichtig, das Körpergewicht des Kindes vor der Erkrankung zu wissen. Anschließend muss das Kind unbekleidet gewogen und untersucht werden. Der Flüssigkeitsverlust wird anhand der in Tabelle 3 dargestellten Schweregrade unterteilt und abgeschätzt. Anschließend kann das Gewicht, das vor der Erkrankung vorlag, mit dem aktuellen Gewicht zur Abschätzung des Flüssigkeitsverlusts verglichen werden.

Tabelle 3: Einteilung der Schweregrade der Exsikkose bei Dehydration (Nach WHO)

Sicherung der Diagnose

Wenn die Erkrankungsdauer kurz ist, ist prinzipiell keine weitere Diagnostik notwendig.iii Eine Sicherung der Erreger durch eine Stuhlprobe erfolgt nur bei Verdacht auf bestimmte Keime. Dazu wird die Stuhlprobe des Patienten in einem Speziallabor untersucht.

Dies kann unter anderem bei folgenden Symptomkonstellationen und Umständen erforderlich sein:

  • bei blutigem Stuhlgang

  • bei schwerem, langem Krankheitsverlauf

  • bei Immunschwäche (wie zum Beispiel AIDS)

  • bei hohem Fieber

  • nach Urlaub in einer Risikoregion

  • falls Beschwerden bei ganzen Personengruppen auftreten (zum Beispiel in Kindergärten oder Altersheimen)

Meldepflicht

Um eine unkontrollierte Ausbreitung von Infektionen mit Durchfall auslösenden Erregern zu verhindern, besteht nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz eine Meldepflicht bei Infektionen mit folgenden Erregern:

  • Enterohämorrhagische E. Coli (EHEC)

  • Campylobacter sp., darmpathogen

  • Listerien

  • Rotavirus

  • Norovirus

  • Salmonella Paratyphi

  • Salmonella Typhi

  • Salmonella, sonstige

  • Shigella sp.

  • Yersinia enterocolitiica, darmpathogen

  • Vibrio cholerae

Auch wenn nur ein Verdacht auf Infektion mit diesen Erregern vorliegt, muss dies gemeldet werden.