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Fettstoffwechselstörungen

Fettstoffwechselstörungen

auch bekannt als: Dyslipoproteinämien

Überblick Entstehung Symptome Komplikationen Diagnose Therapie Prävention Leben mit

Komplikationen

Eine Fettstoffwechselstörung an sich macht keine Beschwerden. Das Gefährliche und für den Körper Schädliche an ihnen sind vielmehr die Folgeerkrankungen, die daraus entstehen können. Besonders Gefäß und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine häufige Folge.

Zwischen erhöhten Blutfettwerten und Gefäßverkalkungen gibt es einen eindeutigen Zusammenhang. Daher ist das Risiko, bei einer bestehenden Fettstoffwechselstörung an folgenden Krankheiten zu erkranken, bedeutend erhöht:

  • Herzinfarkten
  • Brustenge (Angina Pectoris)
  • Schlaganfälle
  • Durchblutungsstörungen der Becken- und Beingefäße
  • Verkalkungen der Herzkranzgefäße

Welche Komplikationen wann auftreten, ist von folgenden Ursachen abhängig:

  • Art der Fettstoffwechselstörung

  • äußere Lebensumstände

  • Ernährung

  • Bewegung

  • Stress

  • Übergewicht

  • Rauchen

  • Bluthochdruck

  • andere Erkrankungen wie Diabetes, Gallenerkrankungen

WICHTIG: Mit jeder zusätzlichen Ursache steigt das Gesamtrisiko, an einer der Folgeerkrankungen und Komplikationen zu erkranken, um ein Vielfaches an.

Komplikationen durch genetisch bedingte Fettstoffwechselstörung

  • Typ 1 – Erhöhung der Triglyceride                                                        

    Bei Typ 1 kann es zu Fettablagerungen in Organen wie der Leber, Milz und der Haut kommen. Allerdings besteht bei dieser Form der Fettstoffwechselstörung kein erhöhtes Gefäßverkalkungsrisiko.

  • Typ 2a – Erhöhung der Cholesterine

  • Typ 2b – gemischte Erhöhung der Blutfette

    Patienten die an Typ 2a oder b leiden, haben bereits als Kinder ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Gefäßverkalkungen und dadurch im schlimmsten Falle Herzinfarkte und Durchblutungsstörungen der Hirn-, Becken und Beingefäße.

  • Typ 3                                                                                                     

    Bei Typ 3 besteht ein besonders hohes Risiko für das Entstehen von Gefäßverkalkungen und durch diese weitere resultierende Folgeerkrankungen.

  • Typ 4 – Erhöhung der Triglyceride

    Bei Typ 4, gibt es eine Verminderung des HDL, dadurch wird indirekt die Entstehung von Gefäßverkalkungen gefördert. Außerdem können Triglyceride Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Übergewicht, Erhöhung der Harnsäure und daraus resultierende Gicht und das Entstehen von einer Fettleber verursachen. 

  • Typ 5  – kombinierte Erhöhung der Blutfette

    Bei Typ 5, bewirkt die Kombination aus erhöhten Triglyceriden und Cholesterinen, ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Arteriosklerose. Andere Folgen wie Übergewicht, Fetteinlagerung in der Haut, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Fettleber und eine Milzvergößerung kommen ebenfalls vor.

Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)

Gefäßverkalkungen sind die Ursache vieler Gefäß- und Herz- Kreislauferkrankungen. Die erhöhten Cholesterine im Blut bei Fettstoffwechselstörungen lagern sich an den Innenwänden der Arterien ab. Dies führt langsam dazu, dass die Arterien immer enger und die Gefäßwände mit der Zeit starrer und poröser werden.

Das Blut kann nicht mehr ungehindert durch die Arterien hindurchfließen, was überall im Körper zu Durchblutungsstörungen führt. Diese Durchblutungsstörungen und das Entstehen von Blutgerinnseln können Bluthochdruck, Brustenge (Angina pectoris), Herzinfarkte, Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen in den Becken- und Beingefäßen (periphere arterielle Verschlusskrankheit = pAVK) zur Folge haben.

Negativ fördernd wirken zusätzlich Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden durch zu hohe Blutfettwerte verursacht. Patienten, die eine kombinierte Erhöhung von Cholesterinen und Triglyceriden haben und bei denen gleichzeitig weitere Risikofaktoren wie

  • Rauchen,
  • Übergewicht,
  • Bluthochdruck,
  • Diabetes und
  • Bewegungsmangel

bestehen, haben ein besonders hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Als grobe Regel gilt: Jede Erhöhung des LDL um 10 mg/dl steigert das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 10 %.

Fachbegriffe im Überblick
Erkrankungen der Herzkranzgefäße (Koronare Herzerkankungen)

Erkrankungen der Herzkranzgefäße, also der Gefäße, die das Herz selbst mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, werden meistens durch Gefäßverkalkungen verursacht. Dadurch ist die Durchblutung der Herzkranzgefäße vermindert, was eine unzureichende Versorgung des Herzens mit Sauerstoff und Nährstoffen bewirkt.

Eines der wegweisenden Symptome ist die sogenannte Herzenge. Erkrankungen der Herzkranzgefäße sind chronisch, sie können also nicht vollständig geheilt werden. Allerdings kann durch das Ausschließen weiterer Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Diabetes etc. das Fortschreiten deutlich vermindert werden. Auch operativ kann eine deutliche Verbesserung erzielt werden.

Verschlechtert sich die Durchblutungssituation des Herzens weiter, kann dies zu Herzrhythmusstörungen, verminderter Pumpleistung des Herzens und akuten Herzinfarkten bis hin zum plötzlichen Herztod führen. 

Wie wichtig und ernst zu nehmen Erkrankungen der Herzkranzgefäße sind, zeigt sich daran, dass sie mittlerweile in den westlichen Industrieländern die häufigste Todesursache ausmachen.

Fachbegriffe im Überblick
Brustenge (Angina pectoris)

Die Brustenge ist eines der wegweisenden Symptome bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Meist ist es ein wiederholt auftretendes Druckgefühl auf der linken Brust, oder ein bohrender Schmerz in dieser, der zum Teil in den linken Arm ausstrahlt. Körperliche Belastung kann die Schmerzen plötzlich auslösen, verursacht durch den Sauerstoffmangel des Herzmuskels. Die Beschwerden sind oft nur von kurzer Dauer und gehen genau so plötzlich, wie sie gekommen sind.

WICHTIG: Dieses Symptom ist sehr ernst zu nehmen. Wenn es auftritt, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Fachbegriffe im Überblick
Herzinfarkt

Gefäßverkalkungen, die unter anderem durch erhöhte Blutfette verursacht werden, betreffen sehr oft die Herzkranzgefäße. Als Folge dieser Verkalkung können Herzinfarkte auftreten. Ein Herzinfarkt ist die kurzzeitige oder dauerhaft fehlende Versorgung eines Teils des Herzmuskels mit Blut und damit das Fehlen von Sauerstoff. Als Folge dessen stirbt dieser Teil des Herzmuskels ab.

15 % der Patienten, die jung (♂ vor dem 50. Lebensjahr und ♀ vor dem 60. Lebensjahr) einen Herzinfarkt erleiden, haben eine genetische Fettstoffwechselstörung.
Fachbegriffe im Überblick
Schlaganfall

Da die Gefäßverkalkungen alle Arterien des Körpers betreffen können, sind auch die Gefäße des Gehirns nicht ausgenommen. Wird durch ein Blutgerinnsel ein Teil des Gehirns kurzzeitig oder komplett von der Blutversorgung und damit der Versorgung mit Sauerstoff abgeschlossen, kommt es zu einem Schlaganfall.

Als gravierende Folge kann das porös gewordene Gefäß einreißen und es kommt zu Blutungen in das Gehirn.

Der Schlaganfall gehört neben dem Herzinfarkt zu den schlimmsten Folgen der Gefäßverkalkung.

Fachbegriffe im Überblick
Arterielle Verschlusskrankheit

Auch an den Extremitäten (Beine und Arme) können Gefäßverkalkungen auftreten. Von den Folgen sind hauptsächlich die Arterien der Beine betroffen. Die Durchblutungsstörungen und der dadurch entstehende Sauerstoffmangel führen zu Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf kann es zum kompletten Verschluss der Gefäße kommen und damit zu irreversiblen Schädigungen an den Nerven und dem Gewebe. Im schlimmsten Fall sterben die betroffenen Extremitäten auf Grund des Mangels ab.

Komplikationen durch erhöhte Triglyceride

Erhöhte Triglyceride haben häufig eine Erniedrigung des „guten“ Blutfetts HDL zur Folge. Dadurch fördern erhöhte Triglyceride indirekt die Entstehung von Gefäßverkalkungen und ihre Folgeerkrankungen. Außerdem ist das vermehrte Auftreten von Bauchspeicheldrüsenentzündungen und einer Fettleber zu beobachten.

Bauchspeicheldrüsenentzündung

Extrem erhöhte Triglyceride können eine lebensbedrohliche akute Bauchspeicheldrüsenentzündung verursachen. Bemerkbar macht sich diese meist durch plötzlich auftretende starke Schmerzen im Oberbauch, die zum Teil gürtelförmig in den Rücken ausstrahlen. Patienten mit diesen Symptomen sollten sofort ins Krankenhaus gehen.

Fettleber

Durch die erhöhten Blutfettwerte kann es zu Fetteinlagerungen in der Leber kommen.

Die Fettleber wird durch das Ungleichgewicht zwischen Aufnahme, Verbrauch und Ausscheidung von Fetten ausgelöst. Herrscht ein Fettüberschuss, versucht der Körper diesem entgegen zu wirken, indem er die Fette in der Leber ablagert.

Durch die Verfettung vergrößert sich die Leber und die Betroffenen berichten über Druck oder Schmerzen im rechten Oberbauch.

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