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Dyskalkulie

Dyskalkulie

auch bekannt als: Rechenstörung, Rechenschwäche, Zahlenblindheit, Arithmasthenie, Lernstörung

Überblick Entstehung Symptome Komplikationen Diagnose Therapie Prävention Leben mit

Symptome

Bei Kindern, die unter einer Rechenschwäche leiden, fallen Symptome meist erst spät auf, da sie in der Regel versuchen, ihr Defizit zu verstecken.

Die Symptomatik der Dyskalkulie lässt sich grob in schulische und alltägliche Auffälligkeiten kategorisieren.

Typische Anzeichen der Lernschwäche, die sich im Mathematik Unterricht bemerkbar machen, sind unter anderem:

  • Abzählen mit Hilfe der Finger

  • Langsames Zählen mit häufigen Fehlern

  • Probleme mit dem Verstehen und der Ausführung von Rechenstrategien, wie dem Arbeiten mit mathematischen Zeichen (insbesondere bei Minus-Aufgaben)

  • Zahlendreher bei zweistelligen Zahlen (das Kind schreibt die Zahl 25 zum Beispiel als 52 auf)

  • Schwierigkeiten beim Zählen in Sprüngen

  • Lösungen, die selbst für Altersgenossen offensichtlich falsch sind (zum Beispiel 14 – 10 = 13)

  • Unverständnis von Größen, wie Längenmaße, dem Stellenwertsystem und dem Zahlenstrahl

  • Probleme beim Einprägen arithmetischen Wissens wie dem Einmaleins

  • Schwierigkeiten bei Platzhalteraufgaben

Auch zu Hause beim Lernen und Schularbeiten machen gibt es zahlreiche charakteristische Symptome:

  • Ungewöhnlich langsames Arbeiten

  • Unfähigkeit, Aufgaben selbstständig zu lösen

  • Unwissenheit bezüglich der Hausaufgaben im Allgemeinen, das Kind kann nicht sagen, was genau es zu erledigen hat

  • Unkonzentriertheit und Vergesslichkeit

  • Starke Schwierigkeiten bei der Erklärung des eigenen Rechenweges

  • Vermehrtes Üben oder Nachhilfe bringt keinen Erfolg

Im alltäglichen Leben gibt es diverse Symptome, die man teilweise zunächst gar nicht mit mathematischen Fertigkeiten in Verbindung bringt:

  • Schwierigkeiten beim Uhrenlesen und bei Zeitangaben (Verwechslung von Stunden, Minuten und Sekunden sowie konfuse Vorstellung von Jahren, Monaten und Wochen)

  • Probleme beim Erkennen und Zuordnen von Formen

  • Unverständnis von Begrifflichkeiten wie „das Doppelte“ oder „die Hälfte“

  • Verwechslung von oben/unten und rechts/links

  • Probleme beim Kartenlesen

  • Schwierigkeiten beim Umgang mit Geld

Leider passiert es sehr häufig, dass diese Symptome nicht ernst genommen werden. Lehrer und Eltern sind meist in dem Glauben, das Kind wäre einfach nur weniger begabt im naturwissenschaftlichen Bereich.

Manchmal werden diese Probleme auch als Anzeichen anderer Krankheiten, wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung), fehlgedeutet.

Vertuschung der Rechenschwäche

Zudem versuchen viele Kinder typischerweise, ihre Schulprobleme zunächst zu vertuschen. So lernen sie Formeln zum Beispiel einfach auswendig. Spätestens in den weiterführenden Schulen funktionieren derartige Taktiken aber nicht mehr.

Auch im späteren Leben versuchen Betroffene, deren Rechenschwäche nicht diagnostiziert und therapiert wurde, ihr Leiden aus Scham zu verstecken. Beachten Sie hierzu auch den Reiter „Komplikationen“ in dieser Publikation.

Menschen, die in einem normalen Bereich rechnen können, haben ein gewisses Verständnis für Zahlenwerte. Dieses fehlt Dyskalkulikern. Somit sind sie nicht in der Lage Zahlenmengen abzuschätzen. Sie können zum Beispiel nicht auf Anhieb sagen, dass 70 größer als 50 ist. Sie wissen, dass dies für die meisten Menschen völlig klar ist und versuchen, aus Angst, für dumm gehalten zu werden, jegliche Situation, in denen sich ihr Defizit bemerkbar machen würde, zu vermeiden.