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Diabetes mellitus Typ 2

auch bekannt als: Zuckerkrankheit

Therapie

Icon Oberstes Ziel der Therapie bei Typ-2-Diabetes ist, die Verzuckerung von Zellen im Körper und damit Folge-Erkrankungen zu vermeiden. Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind wichtige Allgemeinmaßnahmen. Liegt Insulinmangel vor, muss Insulin von außen zugeführt werden.

Diabetes mellitus Typ 2

Bei der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 gilt: Je besser es gelingt, die Blutzuckerwerte zu normalisieren, umso geringer ist die Gefahr von Komplikationen.

Zunächst wird in der Regel versucht, mit Allgemeinmaßnahmen wie der richtigen Ernährung und ausreichender Bewegung eine Normalisierung des Blutzuckerspiegels zu erreichen. Bei Frühformen des Diabetes kann man teilweise sogar erreichen, dass die Erkrankung wieder ganz verschwindet.

Helfen Allgemeinmaßnahmen allein nicht oder bestehen bereits Folgeschäden, so ist eine Therapie mit Medikamenten erforderlich, die den Blutzucker senken können. Bei der Wirkstoffauswahl sind weitere Wirkungen, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen zu beachten.

Liegt dem Diabetes mellitus Typ 2 in fortgeschrittenen Krankheitsstadien neben der Insulinresistenz auch ein Insulinmangel zugrunde, so kann Insulin dem Körper zum Beispiel über Spritzen von außen zugeführt werden.

Um die Entstehung von Folgekrankheiten und Komplikationen frühzeitig erkennen zu können, ist es wichtig, regelmäßig bestimmte Parameter zu kontrollieren (selbst oder durch den Arzt) und gegebenenfalls die entsprechende Behandlung einleiten zu können. Dazu gehören die Blutzuckermessung, die Bestimmung des Langzeit-Blutzuckerwerts (HbA1c) sowie die Kontrolle von Anzeichen möglicher Folge-Erkrankungen.

Wichtiger Hinweis

Die hier vorliegenden Informationen zur Behandlung der Erkrankung beruhen auf einem strengen und aktuellen wissenschaftlichen Nachweis, der den weitgehenden Nutzen einer Behandlung gezeigt hat. Es ist zu beachten, dass die hier vorgestellten Behandlungsmöglichkeiten unter bestimmten Bedingungen angepasst werden müssen. Dabei spielen die persönlichen Wünsche und Lebensziele des Patienten eine wichtige Rolle. Auch das Alter, der Schweregrad der Erkrankung sowie mögliche Nebenerkrankungen können die Empfehlungen mitunter stark beeinflussen. Betroffene mit Nebenerkrankungen sollten ihren Hausarzt daher unbedingt darüber in Kenntnis setzen. Darüberhinaus sollten sie ihren Hausarzt über alle Medikamente informieren, die sie einnehmen. Der Hausarzt wählt für seinen Patienten die passende Behandlungsform entsprechend der oben genannten Kriterien.

Die gewählte Behandlungsform ist nicht immer die neuste oder die kostenintensivste. Maßgeblich ist, dass die Therapie die beste Wahl für den Betroffenen darstellt. Innovation und hohe Kosten sind nicht identisch mit der höchsten Qualität einer Therapie für einen Patienten. Bei Fragen hierzu sollten sich Betroffene immer an ihren Hausarzt wenden.

Therapieziele
  • Erhaltung/Wiederherstellung der Lebensqualität

  • Kompetenzsteigerung (Empowerment) der Betroffenen im Umgang mit der Erkrankung

  • Reduktion des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schäden an Hirngefäßen sowie für sonstige durch makroangiopathische Gefäßschäden bedingte Erkrankungen

  • Vermeidung mikrovaskulärer Folgekomplikationen (Erblindung, Dialyse, Neuropathie)

  • Vermeidung des diabetischen Fußsyndroms

  • Prävention und Therapie von Symptomen der Erkrankung, wie vermehrtes Wasserlassen (Polyurie), vermehrtes Durstgefühl (Polydipsie), Abgeschlagenheit

  • Minimierung der Nebenwirkungen der Therapie und der Belastungen des Patienten durch die Therapie

Die Fachbegriffe im Überblick

DMP

Blutzuckerselbstmessung

HbA1c

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie
  • Differenzierung des Diabetes-Typs: Bei Typ-2-Diabetikern <40 Jahren ist ein sich spät manifestierender Typ-1-Diabetes möglich

  • Festlegung von individuellen Therapiezielen gemeinsam durch Arzt und Patient in Abhängigkeit von der Prognose (Möglichkeiten zur Veränderung der Lebensweise, Gewichtsreduktion und Stoffwechselparameter)

  • Teilnahme an einer Diabetiker-Schulung, gegebenenfalls in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis

  • Information über die Erkrankung unter Einbeziehung von Familienangehörigen

  • Teilnahme am Disease Management Program (DMP) Diabetes der Krankenkasse

  • Blutdruck- und Blutzuckerselbstmessung, soweit notwendig

  • Führen eines Blutzuckertagebuches und des Gesundheitspasses Diabetes

  • körperliche Aktivität entsprechend dem Alter unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen

Kriterien für die Wahl der Therapie sind Nüchternblutzucker, Langzeitblutzuckerwert (HbA1c), Blutdruck, Begleiterkrankungen und die Wünsche der Patienten.

Allgemeine Therapiegrundsätze

Beim Typ-2-Diabetes soll in erster Linie die Insulinresistenz im Körper vermindert werden. Dies kann durch eine Normalisierung des Gewichts und/oder ausreichende körperliche Bewegung verringert werden.

Durch Bewegung gewinnen die Körperzellen ihre Insulin-Aufnahmefähigkeit zurück: Der Anteil der außen liegenden Rezeptoren je Zelle kann durch Bewegungstraining erhöht werden, sodass das körpereigene Insulin wieder besser wirkt.

Eine medikamentöse Therapie ist erst notwendig, wenn diese grundsätzlichen Maßnahmen nicht zu einer Normalisierung des Blutzuckerspiegels führen. Im Idealfall können die Patienten also sogar ganz auf Medikamente verzichten und den Blutzuckerspiegel durch ihr Verhalten im Normbereich halten.

Ernährung bei Diabetes mellitus Typ 2Oliven: Reich an gesunden ungesättigten Fettsäuren.
Ernährung bei Diabetes mellitus Typ 2

Es wird eine kalorienreduzierte, ausgewogene mediterrane Kost empfohlen. Kohlenhydratreiche Lebensmittel können oft hohe Blutzuckerspiegel nach dem Essen bewirken. Weißmehlerzeugnisse sind daher durch Produkte zu ersetzen, die einen hohen Anteil ganzer Getreidekörner enthalten (Vollkornbrot, Frischkornmüsli). Frisches Obst ist dem Verzehr von Konserven oder Säften vorzuziehen. Weintrauben, Bananen und Kirschen lieber vermeiden.

Nur bei mit Kombinationsinsulin behandelten Diabetikern empfiehlt sich eine Verteilung der Kohlenhydrate nach definierten Kohlehydrat-Portionen (BE, KE, KHE). Wenn mit Sulfonylharnstoffen therapiert wird, ist die regelmäßige Aufnahme von Kohlenhydraten notwendig. Schlanke Typ-2-Diabetiker sollten die Kohlenhydrataufnahme auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilen.

Darüber hinaus ist auf eine fettarme Ernährung mit Bevorzugung der einfach ungesättigten Fettsäuren zu achten. Der Verzehr von Eiweiß und Fett führt im Rahmen einer normalen Ernährung nicht zu einem Anstieg der Blutglukosekonzentration. Gehärtete Fette, insbesondere Transfette, sind zu meiden. In vielen Fertigprodukten sind gehärtete Fette enthalten (Margarine, Kekse, Pommes). Empfehlenswert sind Olivenöl und Rapsöl wegen des hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren.

Die Alkoholzufuhr sollte limitiert werden, da Alkohol zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels beitragen kann. Männer sollten maximal 30 g und Frauen maximal 15 g Alkohol pro Tag zu sich nehmen.

Typ-2-Diabetiker sollten versuchen, ein normales Gewicht zu halten. Dabei ist zu beachten, dass Diätnahrungsmittel mit Zuckeraustauschstoffen nicht zu häufig konsumiert werden sollten.
Bewegung bei Diabetes mellitus Typ 2
Bewegung bei Diabetes mellitus Typ 2

Körperliche Aktivität erhöht die Sensitivität für Insulin an den Zellen, die Glukose aufnehmen, und führt zu einer Senkung des Blutzuckerlangzeitwerts. Daher ist körperliche Bewegung für Typ-2-Diabetiker wichtig, um Folge-Erkrankungen besser zu vermeiden.

Empfohlen werden Ausdauersportarten wie Schwimmen oder schnelles Gehen (am besten 30 Minuten an drei bis fünf Tagen in der Woche). Im höheren Alter genügen regelmäßige Spaziergänge von etwa einer Stunde pro Tag, um die Stoffwechsel- und Kreislauflage signifikant zu verbessern.

Orale Antidiabetika
Orale Antidiabetika

Medikamentöse Maßnahmen mit sogenannten oralen Antidiabetika sind bei Typ-2-Diabetikern erforderlich, wenn nach 12 Wochen das vereinbarte Therapieziel nicht erreicht wurde, bereits Folge-Erkrankungen bestehen oder Blutzucker-Entgleisungen häufig vorkommen.

Orale Antidiabetika sind alle Medikamente zur Behandlung von Diabetes, die man in Tabletten- oder Kapselform einnehmen kann. Man unterscheidet sogenannte nicht-insulinotrope Antidiabetika von insulinotropen Antidiabetika.

Wenn orale Antidiabetika eingenommen werden, dann sollte mit dem behandelnden Arzt über mögliche Nebenwirkungen gesprochen und der Beipackzettel gut durchgelesen werden.

Nicht-insulinotrope Antidiabetika wirken auf verschiedene Weisen der Zuckerneubildung oder –aufnahme entgegen oder machen Zellen empfindlicher für Insulin. Dazu gehören:

  • Biguanide (Metformin)

  • Alpha-Glukosidasehemmer (Acarbose, Miglitol)

Insulinotrope Antidiabetika sind nur sinnvoll bei Diabetikern, deren Insulinproduktion eingeschränkt ist. Denn diese Medikamente wirken über eine Verstärkung der Insulinausschüttung. Dazu gehören:

  • Sulfonylharnstoff-Derivate

  • Inkretine/Dipeptidyl-Peptidasehemmer

Bei Übergewicht erfolgt in der Regel zunächst eine Behandlung mit Metformin (einem oralen Antidiabetikum). Bei Nichterreichen des Therapiezieles wird Metformin mit Insulin oder einem anderen oralen Antidiabetikum kombiniert.

Bei Normalgewicht erfolgt in der Regel ein Einsatz von Glibenclamid. Bei Nichterreichen des Therapieziels sollte auf Insulin umgestellt werden.

Es gibt noch andere orale Therapieformen, die der Arzt verordnen kann. Zum Beispiel wenn bei den Medikamenten der ersten Wahl Gegenanzeigen vorhanden sind, so dass diese nicht eingenommen werden dürfen.

Bei mehrjährigem Krankheitsverlauf ist in aller Regel eine Kombinations- oder Insulintherapie angezeigt.

Insulintherapie bei Diabetes mellitus Typ 2
Insulintherapie bei Diabetes mellitus Typ 2

Bei Nichterreichen des individuellen Therapieziels durch Basistherapie mit Ernährung und Sport und/oder oralen Antidiabetika kann eine Insulintherapie erforderlich werden. Wenn orale Antidiabetika eingenommen werden, dann sollte mit dem behandelnden Arzt über mögliche Nebenwirkungen gesprochen und der Beipackzettel gut durchgelesen werden.

Voraussetzungen für eine Ersteinstellung auf Insulin:

  • Die Ersteinstellung sollte von einem Arzt vorgenommen werden, der mit seinem Team auch obligatorische Schulungen des Patienten und der Angehörigen anbieten kann. Bei Fehlen dieser Voraussetzungen sollte immer in eine diabetologische Schwerpunktpraxis oder ein ambulantes Diabeteszentrum zur Einstellung und Schulung überwiesen werden.

  • Regelmäßige Blutglukose-Selbstkontrollen sind bei Insulintherapie stets erforderlich.

  • Ein Selbstmanagement von Unterzuckerungszuständen muss gewährleistet sein, ebenso ausreichend häufige Messungen und ärztliche Konsultationen.

Nach Möglichkeit sollte die Einstellung ambulant erfolgen.

Die Vorstellung in einer Schwerpunktpraxis ist erforderlich bei:

  • Nichterreichen des individuellen Therapiezieles nach drei bis sechs Monaten

  • häufigen Unterzuckerungszuständen

Es gibt verschiedene Insulintherapieschemata, die zur Anwendung kommen können:

  • BOT (basal unterstützte orale Therapie): Orale Antidiabetika werden bei diesem Schema weiter eingenommen. Zusätzlich wird vor dem Schlafengehen Basalinsulin gespritzt.

  • Prandiale Insulintherapie: Hier werden kurzwirkende Insuline vor den Hauptmahlzeiten (ohne Basalinsulin) gespritzt, gegebenenfalls kombiniert mit der Einnahme von Metformintabletten.

  • Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT): Hier wird sowohl Basalinsulin als auch schnell wirkendes Mahlzeiteninsulin verabreicht, was eine Anpassung an unregelmäßige Nahrungsaufnahme und Bewegung erlaubt.

Ist keines der ersten drei Therapieschemata anwendbar, kommt die konventionelle Insulintherapie zum Einsatz. Hier sind in der Regel zwei Injektionen am Tag (früh und abends) notwendig.

Operative Therapieformen

Bei sehr stark übergewichtigen Patienten kann eine Operation in Frage kommen, bei der der Magen entfernt oder überbrückt wird. Dies kann dann zu einer Verbesserung des Blutzuckers führen. Diese sehr drastische therapeutische Maßnahme kommt allerdings sehr selten zum Einsatz.

Mitbehandlung eines Bluthochdruckes

Wenn gleichzeitig ein Bluthochdruck vorliegt, hat dessen Mitbehandlung einen entscheidenden Einfluss auf den weiteren Verlauf der Diabeteserkrankung. Denn eine Senkung des Blutdrucks beugt sogenannten makroangiopathischen Gefäßschäden vor, die für Folge-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall verantwortlich sein können.

Der Blutdruck kann einerseits durch allgemeine Maßnahmen wie Ernährung und körperliche Aktivität sowie andererseits durch geeignete Medikamente gesenkt werden. Bei Diabetikern werden bevorzugt blutdrucksenkende Mittel vom Typ der ACE-Hemmer eingesetzt.

Diabetes und Depression
Diabetes und Depression

Diabetiker weisen ein hohes Risiko für die Entwicklung einer Depression auf. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, steigt mit der Entwicklung und der Anzahl der diabetischen Spätkomplikationen.

Werden folgende zwei Fragen von einem Diabetiker mit ja beantwortet, sollte dies mit dem behandelnden Arzt besprochen werden:

  • Haben Sie sich in den letzten Monaten oft niedergeschlagen, schwermütig oder hoffnungslos gefühlt?

  • Haben Sie im letzten Monat oft wenig Interesse oder Freude an Ihren Tätigkeiten gehabt?
BlutzuckerselbstmessungLanzette zur Blutzuckermessung
Blutzuckerselbstmessung

Die regelmäßige Selbstkontrolle der Blutzuckermesswerte gibt mit Insulin therapierten Diabetikern die Möglichkeit, ihren Blutzuckerspiegel auch zu Hause im Auge zu behalten. Grundsätzlich gilt: Eine Blutzuckerselbstmessung ist nur sinnvoll, wenn auch therapeutische Konsequenzen aus dem Ergebnis abgeleitet werden können. Dies ist bei Patienten mit intensivierter konventioneller Insulintherapie immer der Fall. Bei anderen Insulintherapien muss dagegen nicht immer gemessen werden.

Bei ausschließlicher Therapie mit oralen Antidiabetika sind Selbstmessungen nicht sinnvoll. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, um eine für Ihren individuellen Fall sinnvolle Messroutine zu finden und um zu lernen, die eigenen Messergebnisse sinnvoll zu interpretieren. Es ist hilfreich, die eigenen Messwerte zu dokumentieren. Zu beachten ist auch, dass ein zu häufiges Messen des Blutzuckers zu einer Krankheitsfixierung führen kann.

Bei der traditionellen Messmethode wird der Blutzucker gemessen, indem ein Finger mit einer Lanzette (eine kleine scharfe Nadel) punktiert und ein Tropfen Blut auf einen Teststreifen gegeben wird. Dieser Streifen wird dann in ein Gerät gesteckt, das den Blutzuckerspiegel in der Regel in weniger als 15 Sekunden anzeigen kann.

Darüber hinaus können verfügbare Geräte die Daten in der Regel speichern und auch Durchschnittswerte über die Zeit kalkulieren. Manche Geräte kann man auch mit einer Software kombinieren, um sich Grafiken und weitere Analysen ausgeben zu lassen. Die Teststreifen und Geräte sind in Apotheken erhältlich. Bei neueren Messgeräten kann man auch andere Körperstellen für die Punktion nutzen, zum Beispiel den Oberarm, Unterarm, den unteren Teil des Daumens oder den Oberschenkel.

Kontrollen zur Früherkennung von Komplikationen und Folge-Erkrankungen

Alle allgemeinen (Ernährung, Gewichtsnormalisierung, körperliche Bewegung) und medikamentösen (orale Antidiabetika, Insulin) Maßnahmen haben zum Ziel, den Blutzucker normal zu halten, um damit mögliche Folge-Erkrankungen eines Diabetes mellitus Typ 2 zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern. Daher gehört es auch zur Therapie des Diabetes mellitus Typ 2, regelmäßig auf Folge-Erkrankungen zu untersuchen, um diesen frühzeitig entgegenwirken zu können.

Folgende Untersuchungen sind notwendig:

  • regelmäßige Kontrolle des HbA1c-Werts

  • Kontrolle auf unspezifische Gefäßschäden (einmal im Jahr)

  • augenärztliche Untersuchung (jedes Jahr)

  • Fußuntersuchung (zweimal im Jahr)

  • regelmäßige Urinkontrollen
Kontrolle des HbA1c-Werts

Der HbA1c-Wert ist ein Langzeit-Blutzuckerwert. Mit ihm kann eingeschätzt werden, wie gut der Blutzucker in den letzten sechs bis zehn Wochen eingestellt gewesen ist. Der Wert gibt den Anteil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) an, der mit Zucker verbunden ist, und wird daher in Prozent angegeben. Normal sind Werte zwischen 4 und 6 %.

Kontrolle auf unspezifische Gefäßschäden

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 sollten regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren und den Hausarzt aufsuchen, um weitere Parameter regelmäßig bestimmen zu lassen, die auf unspezifische Gefäßschäden (diabetische Makroangiopathie) hinweisen können.

Neben den Kontrollen gibt es außerdem ein paar Maßnahmen, die vom Arzt empfohlen werden, um den unspezifischen Gefäßschäden entgegenzuwirken:

  • konsequente Blutdrucküberwachung (zum Beispiel durch regelmäßige Selbstmessung zu Hause)

  • nicht rauchen

  • regelmäßige körperliche Bewegung

  • Gewichtsüberwachung
Augenärztliche Untersuchung

Durch Einhaltung jährlicher augenärztlicher Untersuchungen (Augenhintergrund-Spiegelung) können Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 einen wertvollen Beitrag zur Vermeidung der Folgeschäden am Auge leisten, da Frühstadien bereits erkannt und behandelt werden können.

Fußuntersuchung

Diabetes-Patienten sollten ihre Füße einmal im Jahr bei ihrem Hausarzt untersuchen lassen. Darüber hinaus gibt es ein paar Maßnahmen, die vom Arzt empfohlen werden, um den Fußschädigungen entgegenzuwirken:

  • regelmäßig die Füße anschauen

  • geeignete Fuß- und Nagelpflege anwenden

  • geeignetes Schuhwerk benutzen (zum Beispiel Vorfuß-Entlastungsschuh)

  • bei bereits vorhandenen Schäden kann es hilfreich sein, die Füße beziehungsweise den betroffenen Fuß nach Anweisung des Arztes von Druck zu entlasten (Bettruhe, Rollstuhl, Gehstützen)

  • Mitbehandlung durch Schwerpunktpraxis/Fußambulanz
Prophylaxe der diabetischen Nierenschädigung

Es gibt ein paar Maßnahmen, die vom Arzt empfohlen werden, um der diabetischen Nephropathie entgegenzuwirken. Diese gehen einer möglichen Arzneimitteltherapie voran beziehungsweise unterstützen und ergänzen diese:

  • viel trinken (3 l/Tag; Ausnahme: bestimmte andere Nierenschäden (nephrotisches Syndrom), Herzinsuffizienz)

  • sogenannte proteinnormalisierte Ernährung (0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht)

  • Gewichtsreduktion

  • Raucherentwöhnung

  • Salzreduktion: Verzehr von weniger als 6 g pro Tag

  • Urinuntersuchung (auf Albumin) mittels Streifentest
Vorgehen bei akuten Stoffwechselentgleisungen

Bei akuten Stoffwechselentgleisungen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, denn eine unverzügliche Therapie-Anpassung oder Umstellung der Therapie (zum Beispiel von Tabletten auf Insulin) kann notwendig sein. Darüber hinaus kann hier eventuell die Vorstellung in einer Schwerpunktpraxis oder -klinik veranlasst werden.

Diabetes Disease-Management-Programme (DMPs)

Disease-Management-Programme (DMPs) sind strukturierte Behandlungsprogramme der Ärzte und Krankenkassen, die dazu entwickelt wurden, Patienten mit bestimmten chronischen Erkrankungen optimal zu versorgen. Auch für die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 gibt es ein DMP.

Das Diabetes DMP hat zum Ziel, die vielfältigen Komplikationen und Risiken bei Diabetes mellitus Typ 2 möglichst gering zu halten. Daher enthält das Programm richtliniengestützte Untersuchungen, mit deren Hilfe das Ausmaß der Erkrankung regelmäßig kontrolliert werden kann. Dazu gehören beispielsweise regelmäßige Augenuntersuchungen, die Kontrolle von Nierenwerten oder die Begutachtung der Füße von Betroffenen. Die Einschreibung in das Diabetes DMP ist kostenlos und kann in der Hausarztpraxis erfolgen.

Ebenen der Diabetestherapie

Bei der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 werden drei Versorgungsebenen unterschieden:

  • Versorgung in einem Diabetikerzentrum

  • Schwerpunktversorgung (Schwerpunktpraxis, -krankenhaus, -rehabilitation)

  • Grundversorgung (Hausarzt, Akutkrankenhaus)
Weitere Therapieverfahren

Die hier dargestellten Behandlungsverfahren entsprechen den Therapien, deren Wikrsamkeit, Sicherheit und Sinn durch Studien belegt worden sind und die in den Leitlinien empfohlen werden, welche zur Erstellung dieses Texts herangezogen worden sind. Unter anderem und vor allem zählt dazu die hausärztlicheLeitline der Leitliniengruppe Hessen zum Thema Diabetes mellitus Typ 2. Darüber hinaus gibt es gegebenenfalls noch weitere Therapiemöglichkeiten. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

Folgen einer Nicht-Behandlung

Bei Nicht-Behandlung des Diabetes können Folge-Erkrankungen schneller und in schwererer Form auftreten. Unbehandelt verkürzt sich die Lebenserwartung stärker.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.





Infozept Nr. I-DIA-001 PDF

IHF zertifiziert Diese Patienteninformation wurde geprüft und zertifiziert vom
Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IhF) e.V.