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Diabetes mellitus Typ 2

auch bekannt als: Zuckerkrankheit

Leben mit

Icon Antworten auf häufig gestellte Fragen, die fünf wichtigsten Tipps zum täglichen Umgang mit Diabetes und hilfreiche Links zu weiterführenden Informationen.

Durch die Diagnose Diabetes mellitus Typ 2 ist es plötzlich notwendig, trotz fehlender Beschwerden Lebensstil und Ernährung zu ändern und eventuell sogar Medikamente einzunehmen.

Zu einem Leben mit Diabetes mellitus gehören auch regelmäßige Kontrollen beim Arzt, damit Folge-Erkrankungen und Komplikationen frühzeitig erkannt werden, und um möglicherweise notwendige Therapieanpassungen schnell umzusetzen.

Neben der genauen Kenntnis der Medikamente und Therapieansätze ist es für Diabetes-Typ-2-Patienten auch wichtig, in besonderen Situationen (Reisen, Auto fahren) gewisse Regeln zu beachten, um sich vor Gefahren zu schützen.

Allgemeine Hinweise

Es gibt verschiedene therapeutische Hilfen zum besseren Umgang mit spezifischen Problemen und Belastungen bei Diabetes mellitus Typ 2.

Typ-2-Diabetiker empfinden ihre Krankheit vor allem beim Auftreten von Folge-Erscheinungen als Belastung. Hier kann das Gespräch mit dem Arzt und Angehörigen helfen, mit Ängsten besser umzugehen.

Des Weiteren können sich Typ-2-Diabetiker Hilfen zur Lebensstiländerung holen. Es gibt spezielle psychologische Programme für Diabetiker. Diese unterstützen die Betroffenen dabei, mit ihrer Krankheit besser umzugehen. Sie sollen dazu beitragen, psychische Folge-Erkrankungen zu vermeiden. Des Weiteren gibt es Programme zur Gewichtsreduktion, Wahrnehmung von Unterzuckerungszuständen, Abbau von Spritzenangst, Modifikation der Ernährung, Steigerung der körperlichen Bewegung und Fußpflege.

Einzel- oder Gruppengespräche können dabei helfen, Belastungen im Rahmen der Selbstbehandlung besser zu meistern. Denn durch die Behandlung des Diabetes mellitus wird von den Patienten die Durchführung von Therapiemaßnahmen verlangt, die einen spontanen Lebensvollzug behindern und viel Selbstdisziplin fordern. Zu diesen Themen kann es hilfreich sein, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Es sollte darauf geachtet werden, die Blutzucker-Selbstmessung nicht zu häufig durchzuführen und sich bei den Kontrollintervallen an die individuell vom Hausarzt gegebenen Empfehlungen zu halten. Andernfalls kann es zu einer Fixierung auf den Blutzuckerwert kommen oder zu Fehlinterpretationen des Ergebnisses mit möglicher Entmutigung oder depressiver Verstimmung. Vielmehr sollte Betroffenen bewusst gemacht werden, dass neben der Höhe des Blutzuckers auch andere Krankheitsrisikofaktoren entscheidend für den Verlauf und die Therapie sind. Daher sollten Betroffene zusammen mit ihrem Hausarzt eine Gesamtstrategie entwickeln, um alle vorhandenen Risikofaktoren zu reduzieren.
Die Medikamente kennenlernen

Es ist wichtig, sich vom Arzt genau über die zu nehmenden Medikamente aufklären zu lassen. Hierzu zählen wichtige Fragen wie:

  • Wie heißen meine Medikamente und die Wirkstoffe?

  • In welcher Dosierung und zu welcher Zeit muss ich meine Medikamente einnehmen?

  • Welche Nebenwirkungen habe ich zu beachten?

  • Kann es zu Interaktionen mit anderen Medikamenten oder gar Lebensmitteln (zum Beispiel Grapefruit-Saft oder Johanniskraut) kommen?

Wenn ein untypisch hoher Blutzucker gemessen wird, darf auf keinen Fall eigenständig eine höhere als die vom Arzt verschriebene Dosis eingenommen werden. Dies kann zu gefährlichen Komplikationen führen. Das weitere Vorgehen muss mit dem Arzt abgesprochen werden!

Regelmäßige Kontrollen

Auch bei einem gut eingestellten Blutzucker sind regelmäßige Blutdruckkontrollen durch den behandelnden Arzt sinnvoll. In welchem Abstand diese Kontrollen stattfinden sollten, legt der Arzt fest.

Solche regelmäßigen Untersuchungen dienen nicht nur der Kontrolle des Blutzuckers, sondern auch dem frühzeitigen Erkennen von Erkrankungen, welche im Lauf der Zeit hinzutreten können und eventuell eine Anpassung der Medikamente oder deren Dosis notwendig machen.

Diabetes mellitus und Reisen
Diabetes mellitus und Reisen

Bevor eine Reise unternommen wird, sollten Diabetiker sich über die medizinischen Bedingungen im Reiseland sowie das mögliche Vorgehen im Notfall informieren. Insbesondere bei Auslandsreisen sollte der Versicherungsschutz kontrolliert und geprüft werden: Sind Erkrankungen, die im Rahmen des Diabetes mellitus auftreten können, abgedeckt?

Wichtig ist, eine ausreichende Menge der Medikamente mitzunehmen und das Blutzuckermessgerät nicht zu vergessen. Bei Flugreisen bietet es sich an, einen Medikamentenvorrat im Handgepäck mitzuführen, falls das aufgegebene Gepäck erst verspätet eintreffen sollte. Falls es sich um eine Flugreise in Länder mit großer Zeitverschiebung handelt, sollte unbedingt vorher mit dem Arzt über den Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme gesprochen werden!

Hinweise zum Führen von Kraftfahrzeugen
Hinweise zum Führen von Kraftfahrzeugen

Wichtige Hinweise für die Sicherheit von Diabetikern im Straßenverkehr liefern die Diabetes-Leitsätze der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Außerdem sind hier ein paar Ratschläge für insulinbehandelte Kraftfahrer:

  • Im Fahrzeug immer ausreichende Mengen von schnell wirksamen Kohlenhydraten (Traubenzucker, Würfelzucker) griffbereit halten. Auch der Beifahrer sollte den Aufbewahrungsort kennen.

  • Blutzuckerteststreifen im Fahrzeug mitführen.

  • Bei Unterzuckerung oder Verdacht auf Unterzuckerung Fahrt nicht antreten. Bei Unterzuckerungs-Anzeichen und beim geringsten Verdacht auf eine Unterzuckerung Fahrt sofort unterbrechen, schnell wirksame Kohlenhydrate einnehmen und abwarten, bis die Unterzuckerung sicher überwunden ist.

  • Gewohnte Tagesverteilung der Mahlzeiten und der Insulin-Injektionen einhalten.

  • Vor Antritt einer Fahrt nie mehr Insulin spritzen und nie weniger essen als sonst. Nie losfahren, ohne etwas gegessen zu haben, zum Beispiel eine kleine Kohlenhydratmenge.

  • Vor Antritt einer längeren Fahrt aus Sicherheitsgründen und auch aus juristischen Gründen eine Blutzucker-Selbstkontrolle durchführen und das Ergebnis protokollieren.

  • Bei längeren Fahrten jeweils nach etwa zwei Stunden Pausen einlegen und eine bestimmte Menge Kohlenhydrate essen.

  • Lange Nachtfahrten möglichst vermeiden.

  • Die Fahrtgeschwindigkeit aus eigenem Entschluss begrenzen. Mehr Abstand halten.

  • Vor und während einer Fahrt keinen Alkohol trinken (auch kein Diätbier).

  • Diabetikerausweis, Insulin, Insulinspritzen und gegebenenfalls Glukagon mitführen.

  • Regelmäßig ärztliche Kontrollen und eine halbjährliche Untersuchung der Sehleistung durchführen lassen.

  • Zu bedenken ist, dass sich in den ersten Wochen nach Umstellung auf Insulin die Brechkraft der Augenlinsen vorübergehend verändern kann und der Diabetiker dann vielleicht für kurze Zeit nicht mehr gewohnt scharf sieht.

Gute Fahrt.

Gesundheitspass Diabetes

Ein Diabetes-Pass kann dem Patienten und dem Arzt dabei helfen, einen besseren Überblick über die Erkrankung zu behalten.

Zum einen ist es wichtig, dass der Diabetiker-Ausweis immer mitgeführt wird. Dieser enthält neben der Angabe der Diabetes-Typ-2-Erkrankung Name, Wohnort, Telefonnummer, Geburtsdatum, Hinweise zur Benachrichtigung im Notfall, zu regelmäßig eingenommenen Medikamenten, den Kontaktdaten des behandelnden Arztes sowie weitere wichtige Hinweise.

Zum anderen ist es wichtig, dass wichtige Parameter regelmäßig dokumentiert werden, wie Körpergewicht, Harnzucker und Blutzuckerwerte.

Die fünf wichtigsten Tipps
  1. Diabetiker sollten unbedingt auf ihren Blutdruck achten. Das ist genauso wichtig, wie die Kontrolle des Blutzuckers.

  2. Zur Unterstützung der Behandlung und zur Vorbeugung von Diabetes ist Bewegung entscheidend. Jeder sollte an mindestens fünf Tagen in der Woche für 30 Minuten körperlich aktiv sein.

  3. Bei der Ernährung sollte auf reichlich Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte geachtet werden.

  4. Diabetiker sollten Änderungen in ihrem Behandlungsplan immer nur in Absprache mit dem Hausarzt vornehmen. Das Weglassen oder die übermäßige Einnahme von Medikamenten kann sonst sehr gefährlich werden.

  5. Diabetiker sollten immer auf die Möglichkeit von Überzuckerungs- und Unterzuckerungszuständen vorbereitet sein und ihre Vorsorgetermine einhalten. Dazu gehört auch die regelmäßige Kontrolle der Augen und der Füße. Letztere sollten Diabetiker auch selbst am besten täglich anschauen, um nach Verletzungen zu sehen.
Häufig gestellte Fragen

Ist Diabetes Typ 2 ansteckend?

Nein, Diabetes ist nicht ansteckend. Diabetes ist keine Infektionskrankheit, sondern eine Erkrankung des Zuckerstoffwechsels.

Bekomme ich Typ-2-Diabetes, weil ich gern Süßes esse?

Nein. Zumindest wird man nicht, wie oft behauptet wird, von "zu viel Zucker" diabeteskrank. Diabetes kann jeden treffen, ganz egal, wie gesund er sich ernährt. Allerdings ist Übergewicht einer der größten Risikofaktoren für einen Typ-2-Diabetes. Und wie sicher jeder weiß, kann ungesunde Ernährung und Überernährung dick machen.

Muss ein Typ-2-Diabetiker Diät halten?

Eine gesunde Ernährung ist immer angebracht. Egal ob man Diabetes hat oder nicht. Eine spezielle Diät für Diabetiker wird jedoch nicht mehr empfohlen. Auch Süßigkeiten dürfen ab und zu gegessen werden. Diabetiker, die Insulin spritzen, sollten dann aber auch darauf achten, ihre Insulinmenge anzupassen.

Spezielle Diabetikerprodukte sind nicht zu empfehlen! Sie sind lediglich teurer und enthalten häufig Zuckerersatzstoffe, die das Verdauungssystem belasten.

Kann ich Diabetes Typ 2 bekommen?

Diabetes kann jeden jederzeit treffen. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes kann man sein eigenes Risiko senken, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln: Durch gesunde Ernährung, Sport und das Verhindern von Übergewicht. Im Alter lässt die Leistung der Bauchspeicheldrüse nach, weshalb die meisten Typ-2-Diabetiker ältere Menschen sind.

Darf ein Typ-2-Diabetiker Autofahren?

Ja. Ein Diabetiker kann ganz normal am Straßenverkehr teilnehmen. Es sollte nur vor und – bei längeren Fahrten – in regelmäßigen Abständen während der Fahrt der Blutzucker bestimmt werden. Es wird empfohlen, immer ausreichend Traubenzucker und einen kohlenhydrathaltigen Snack (zum Beispiel einen Müsliriegel) dabei zu haben.

Für die Personenbeförderung, zum Beispiel mit dem Bus, oder das Führen eines LKWs benötigt man ein ärztliches Gutachten.

Geht der Typ-2-Diabetes wieder weg?

Nein. Bisher gibt es noch keine Möglichkeit, einen Diabetes langfristig zu verhindern oder zu heilen. Bei einem Typ-2-Diabetes, der häufig auf Übergewicht zurückzuführen ist, kann man durch Gewichtsreduzierung meist eine deutliche Verbesserung erreichen, so dass zum Beispiel eine Medikation nicht mehr nötig ist. Heilen kann man ihn jedoch nicht.

Darf ein Typ-2-Diabetiker Zucker essen?

Ja. Zucker besteht aus Kohlenhydraten, wie auch Brot oder Obst, und kann genauso mit "BEs" (Berechnungseinheiten) berechnet werden. Von Zuckeraustausch- und –ersatzstoffen ist abzuraten, da diese das Verdauungssystem belasten und beispielsweise zu Durchfall führen können.

Helfen Zimt oder Aloe vera?

Nein. Zimt, Aloe vera oder auch andere pflanzliche Produkte haben keinen lindernden oder gar heilenden Einfluss auf Diabetes mellitus. Im besten Fall üben sie einen positiven Effekt auf den Stoffwechsel aus und unterstützen bei der Therapie von Typ-2-Diabetes. Sie ersetzen aber keinesfalls die herkömmliche Therapie.

Bekommen Kinder und Jugendliche denselben Diabetes-Typ wie Erwachsene?

Ja und nein. Typisch für das Kindes- und Jugendalter ist ein Typ-1-Diabetes, bei dem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse vom eigenen Immunsystem zerstört werden (Autoimmunreaktion). Früher waren von Diabetes Typ 2 Betroffene fast ausschließlich ältere Menschen, weshalb die Erkrankung früher als "Altersdiabetes" bezeichnet wurde. In den letzten Jahren erkranken jedoch zunehmend Kinder und Jugendliche an Typ-2-Diabetes. Dies ist meistens auf Übergewicht zurückzuführen, welches durch mangelnde Bewegung und eine ungesunde Ernährung entstanden ist.

Bekommen schlanke Menschen Typ-2-Diabetes?

Ja. Von Typ-2-Diabetes Betroffene sind zwar meistens übergewichtig, jedoch ist ein hohes Gewicht nicht der einzige Risikofaktor.

Ist bei Typ-2-Diabetikern zu viel Zucker im Blut?

Ja. Durch den Insulinmangel oder die gestörte Wirkung des Insulins kann der im Blut vorhandene Zucker nicht vom Blut in die Zellen gelangen und somit nicht zu Energie umgesetzt werden. Daher steigt der Blutzuckerspiegel im Blut an. Ziel einer Diabetestherapie ist daher, den Blutzucker auf ein normales Niveau zu senken.

Kann sich die Wirkung von lang- und kurzzeitig wirksamen Insulinen gegenseitig aufheben?

Die Wirkung von Insulinen kann sich nicht gegenseitig aufheben. Ganz im Gegenteil: Die Wirkung kann sich überlagern und verstärken, was eine Unterzuckerung begünstigt.

Muss bei einer Hypoglykämie Insulin gespritzt werden?

Auf keinen Fall. Eine Hypoglykämie ist eine Unterzuckerung, bei der sich zu viel Insulin und zu wenig Zucker im Blutkreislauf befinden. Insulin darf in dieser Situation auf keinen Fall injiziert werden, es würde die Unterzuckerung noch verstärken. Sofern der Betroffene bei Bewusstsein ist, sollte er schnell wirkende Kohlenhydrate (beispielsweise Traubenzucker, Saft) essen oder trinken.

Haben fettreiche Lebensmittel auch viele Kohlenhydrate?

Fett und Kohlenhydrate haben im Prinzip nichts miteinander gemeinsam. Nüsse beispielsweise haben viel Fett und wenig Kohlenhydrate. Zu beachten ist jedoch, dass ein hoher Fettgehalt bewirkt, dass die Kohlenhydrate langsamer ins Blut übergehen. Ein Brötchen mit Butter lässt den Blutzucker beispielsweise langsamer ansteigen als eines ohne Butter.

Wird Insulin in die Bauchspeicheldrüse injiziert?

Insulin wird per Einmalspritze oder Pen subkutan injiziert, also in das Unterhaut-Fettgewebe. Von dort wird es von Kapillargefäßen aufgenommen und in den Blutkreislauf geleitet.

Wird Insulin aus Versehen in einen Muskel (intramuskulär) gespritzt, wirkt es schneller und kürzer. Wird Insulin zum Beispiel im Krankenhaus über eine Infusion zugeführt, so wird es in eine Vene geleitet (intravenös).

Hat jeder Mensch Blutzucker?

Jeder Mensch hat Zucker im Blut. Das hat nichts mit der Krankheit Diabetes mellitus Typ 2 zu tun. Der Blutzuckerspiegel beschreibt die Konzentration von Glucose (Traubenzucker) im Blut. Insulin, das bei Diabetikern fehlt oder nicht richtig wirkt, ist der "Schlüssel" für Glucose, um in die Zellen zugelangen. Daher ist bei einem unbehandelten Diabetes mellitus deutlich mehr Zucker im Blut, als bei einem gesunden Menschen.

Dürfen Diabetiker gentechnisch veränderte Lebensmittel zu sich nehmen?

Für Diabetiker ist es relativ belanglos, ob die Lebensmittel die sie zu sich nehmen gentechnisch verändert sind oder nicht. Es ist für einen Diabetiker genauso wichtig, über gentechnische Veränderungen an Lebensmitteln Bescheid zu wissen, wie für einen Stoffwechselgesunden.

Spielen falsche Ernährung und mangelnde Bewegung eine Rolle bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes?

Da der Hauptrisikofaktor für einen Typ-2-Diabetes Übergewicht ist, kann durch viel Sport und eine gesunde Ernährung dazu beigetragen werden, einen Typ-2-Diabetes zu verhindern.

Diabetis, Diabethis oder Diabetes?

Diabetes wird mit "es" am Ende geschrieben. Diabetes ist die Kurzform von Diabetes mellitus. Das kommt aus dem Griechischen und bedeutet "honigsüßer Durchfluss". Früher überprüften die Ärzte den Geschmack des Urins, und stellten fest, dass dieser bei Diabetikern süß schmeckt.

Neben Diabetes mellitus gibt es auch noch den Diabetes insidipus (vermehrte Urinausscheidung, gesteigertes Durstgefühl) und den Diabetes renalis (Störung der Nierenfunktion). Diese Krankheitsbilder haben aber  - außer der Namensverwandtschaft – nichts mit Diabetes mellitus zu tun.

Dürfen Diabetiker Alkohl trinken?

Auch hier gilt der Grundsatz: Alles in Maßen, nicht in Massen. Bei einer guten Einstellung sollte der Genuss von Alkohol kein Problem darstellen. Die tägliche Alkoholmenge sollte bei Männern mit Diabetes 30 g nicht überschreiten. Bei Frauen sollten es nicht mehr als 15 g sein.

Da Alkohol meist mit Kohlenhydraten kombiniert ist, kommt es zunächst zu einem Anstieg des Blutzuckers. Der Alkohol selbst hat allerdings eine blutzuckersenkende Wirkung, die verzögert und unregelmäßig eintritt. Daher besteht bei Diabetikern während und nach Alkoholgenuss stets die Gefahr einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Um dieser vorzubeugen, sollte ein Diabetiker auch unter Alkoholeinfluss jederzeit in der Lage sein, seinen Blutzucker zu bestimmen. Gegebenenfalls muss er geeignete Gegenmaßnahmen unternehmen können, beispielsweise etwas essen.

Ist Diabetes tödlich?

Ein absoluter Insulinmangel wie bei Diabetes Typ 1 kann, wenn er unbehandelt bleibt, zum Tode führen. Dies liegt jedoch nicht direkt am hohen Blutzucker, sondern an der Übersäuerung des Körpers durch Ketone.

Bei Insulinmangel kann aus Kohlenhydraten keine Energie gewonnen werden, weshalb der Körper auf Fettreserven zugreift. Dabei entstehen giftige Stoffwechselprodukte, die Ketone, die zu einer sogenannten Ketoazidose führen. Eine Übersäuerung schädigt die Körperzellen und führt schließlich zum Tod.

Bei einer schlechten Stoffwechseleinstellung kann es nach mehreren Jahren oder Jahrzehnten zu Folge-Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems kommen. Der Herzinfarkt ist eine besonders häufige Todesursache, welcher durch Veränderungen in den Gefäßwänden begünstigt wird, die sich aus dauerhaft hohem Blutzucker ergeben.

Dürfen Diabetiker Cola Light trinken?

Ja, im Gegensatz zur normalen Cola ist in Light-Produkten der Zucker durch Zuckeraustausch-Stoffe ersetzt worden. Diese Stoffe enthalten keine Kohlenhydrate, daher beeinflussen sie den Blutzucker nicht und können zumindest aus dieser Sicht ohne Probleme getrunken werden.

Es ist aber auch ohne weiteres möglich, normale Cola zu trinken, wenn ausreichend Insulin dafür gespritzt wird oder der Blutzuckeranstieg gewünscht ist (zum Beispiel in einer Hypoglykämie).

Produziert der Körper bei Typ-2-Diabetes zuviel Insulin?

Bei Typ-1-Diabetes wird zu wenig und schließlich gar kein Insulin mehr produziert, wodurch der Blutzucker ansteigt.

Bei Typ-2-Diabetes kann das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin nicht richtig wirken, da die Rezeptoren (die Stellen, an denen das Insulin "andockt") verändert sind. Folglich versucht der Körper, diese Fehlfunktion auszugleichen, indem er immer mehr Insulin produziert. Es kommt also in der Regel zunächst zu einer Überproduktion von Insulin (Hyperinsulinismus). Der Blutzucker bleibt aber trotzdem hoch, da das Insulin aufgrund der veränderten Rezeptoren keine Blutzuckersenkung bewirkt. Schließlich ist die Bauchspeicheldrüse überfordert und die Insulinproduktion versiegt.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.





Infozept Nr. I-DIA-001 PDF

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Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IhF) e.V.