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Antworten auf häufig gestellte Fragen, die fünf wichtigsten Tipps zum täglichen Umgang mit Depression und hilfreiche Links zu weiterführenden Informationen.

Ursachen der Depression sind nicht allein in vererbten oder unveränderlichen Zuständen zu suchen. Depressionen lassen sich heute sehr gut behandeln. Für eine Heilung oder spürbare Besserung ist es besonders wichtig, dass die Betroffenen erkennen, dass sie erkrankt sind und in einer Behandlung aktiv etwas zu ihrer Genesung beitragen können.

Allgemeine Hinweise

Es gibt verschiedene therapeutische Hilfen zum besseren Umgang mit spezifischen Problemen und Belastungen bei Depression. Bereits das Gespräch mit Hausarzt und Angehörigen kann helfen, mit Ängsten besser umzugehen.

Depression als Erkrankung erkennen

Eine Depression ist keine persönliche Schwäche, sondern eine behandelbare Erkrankung. Ein erster bedeutender Schritt besteht darin, professionelle Hilfe aufzusuchen. Je länger sich eine Depression in das Leben von Betroffenen einschleicht, umso schwieriger wird es, zu einem normalen Alltag zurück zu finden. Es ist wichtig, immer wieder mit kleinen Rückschlägen umgehen zu lernen.

Familie, Freunde und Selbsthilfe-Gruppen

Häufig hilft es weiter, mit Problemen nicht allein da zu stehen. Betroffene sollten sich nicht zurückziehen, sondern aktiv auf ihre Familie und Freunde zugehen, um das Gespräch zu suchen. Auch Selbsthilfe-Gruppen können aufgrund der persönlichen Erfahrungen oft helfen, spezielle Probleme zu lösen.

Tagesstruktur

Klare Tagesstrukturen (feste Aufstehzeiten und regelmäßige Mahlzeiten) können äußerst hilfreich sein. In schriftlicher Form kann ein solcher Plan beispielsweise helfen, um Schlafprobleme zu lindern.

Erlebnisse

Durch körperliche Aktivität an der frischen Luft wie Spazierengehen oder Radfahren können Betroffene ihr Wohlbefinden steigern. Dabei ist es wichtig, dass sie sich realistische Ziele setzen, um Enttäuschungen zu vermeiden, und dass ihnen genug Zeit für Ruhe- und Entspannungsphasen bleibt.

Alkohol, Drogen und Medikamente

Depressive Patienten sollten Alkohol meiden. Alkohol oder Drogen können die Probleme eines Betroffenen nicht lösen. Neben der Abhängigkeitsgefahr können Alkohol und Drogen die Bewältigung der Probleme verzögern oder sogar verhindern.

Ebenso sollten Betroffene keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Hausarzt Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmittel einnehmen.

Die fünf wichtigsten Tipps
  1. Depression ist eine weitverbreitete Erkrankung, die meistens gut behandelt werden kann.

  2. Der wichtigste Schritt, den Betroffene machen können, ist der Gang zum Arzt.

  3. Es gibt keinen Grund, sich für Depressionen zu schämen oder zu verstecken.

  4. Gedanken an Selbstmord müssen immer sehr ernst genommen werden und erfordern sofortige ärztliche Hilfe.

  5. Depressionen sind oft von anderen psychischen Erkrankungen begleitet und äußern sich nicht selten auch über körperliche Symptome, wie Schlafstörungen oder Schmerzen.
Häufig gestellte Fragen

Was ist Depression?

Depression ist eine psychische Erkrankung, unter der viele Menschen in Deutschland leiden. Die Erkrankung kann unter anderem zu Freudlosigkeit, starken Selbstzweifeln und im schlimmsten Fall zu Selbstmordgedanken oder –versuchen führen. Daher sind Depressionen sehr ernst zu nehmen und sollten nicht verharmlost oder verdrängt werden.

Wie finde ich einen Psychotherapeuten?

Es kann schwierig sein, den „richtigen“ Psychotherapeuten zu finden. Zum einen ist es häufig schwer, einen freien Termin zu bekommen. Zum anderen müssen Sie und der Psychotherapeut auch zueinander passen, wenn die Therapie Erfolg haben soll. Wichtig ist, dass Sie sich von anfänglichen Fehlschlägen nicht entmutigen lassen.

Sie können andere um Rat und Hilfe bei der Suche bitten, zum Beispiel Ihren Hausarzt, Ihre Krankenkasse, Menschen in Ihrem persönlichen Umfeld. Auch eine Poliklinik für psychische Erkrankungen oder die psychiatrische Ambulanz eines Krankenhauses kann eine erste Anlaufstelle für Sie sein, von der aus man Ihnen weiterhilft. Daneben gibt es psychologische Beratungsstellen, die Sie aufsuchen können.

Wenn Ihnen die „anonyme“ Suche über das Internet lieber ist, dann können Ihnen die Suchdienste der Berufsgruppen und Fachverbände weiterhelfen (zum Beispiel der bundesweite Psychotherapeuten-Suchdienst).

Mir wurde gesagt, ich soll mich zusammenreißen. Heißt das, ich bin selbst Schuld, dass ich Depressionen habe?

Nein, niemand ist schuld an seiner Depression. Depression ist eine Erkrankung. Nach den Ergebnissen einer Studie der Weltgesundheitsorganisation werden depressive Erkrankungen in etwa der Hälfte der Fälle gar nicht festgestellt, weil die Betroffenen nicht zum Arzt gehen oder der Arzt sie nicht erkennt. Betroffene fürchten sich vor dem Makel „psychische Erkrankung“ oder schämen sich, mit ihrer schlechten Stimmung nicht allein fertig zu werden.

Dabei ist eine psychische Erkrankung ebenso wie eine körperliche keine Frage von Schuld: Niemand würde sich schämen, wegen Rückenschmerzen einen Arzt aufzusuchen. Die Behandlung seelischer Erkrankungen gehört genauso zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen wie die Behandlung körperlicher Erkrankungen. Bei privaten Krankenkassen ist dies jeweils vom individuellen Versicherungsvertrag abhängig.

Gibt es verschiedene Formen von Depression?

Die Depression ist ein Krankheitsbild mit vielen Gesichtern. Einzelne depressive Phasen nennt man depressive Episoden. Diese können einmalig oder wiederholt auftreten. Bei mehr als der Hälfte der Ersterkrankungen kommt es im Laufe der Zeit zu einer erneuten Erkrankung (Rezidiv). Zwischen zwei depressiven Episoden können Jahre vergehen, sie können aber auch innerhalb eines kurzen Zeitraums gehäuft auftreten.

Von einer Depression abzugrenzen ist die Dysthymie, eine anhaltende getrübte Stimmung, die das Befinden zwar beeinträchtigt, aber nicht so stark wie eine depressive Episode.

Von einer chronischen Depression spricht man, wenn die depressiven Anzeichen mehr als zwei Jahre anhalten. Eine vollständige Wiederherstellung der psychischen Gesundheit nennt man Remission (Genesung). Nach einer depressiven Episode kann diese Remission auch unvollständig sein. Den Betroffenen geht es dann zwar deutlich besser als während der depressiven Episode, aber nicht ganz so gut wie zuvor.

Was ist Dysthymie?

Von einer Depression abzugrenzen ist die Dysthymie, eine anhaltende getrübte Stimmung, die das Befinden zwar beeinträchtigt, aber nicht so stark wie eine depressive Episode.

Was ist eine postpartale Depression?

Eine postpartale Depression ist eine Depression, die bei Frauen auftreten kann, die ein Kind entbunden haben. Diese Erkrankung kann noch bis zu zwei Jahre nach der Geburt des Kindes auftreten. Postpartale Depression ist dringend behandlungsbedürftig.

Was ist eine Winterdepression?

Bei der so genannten Winterdepression treten depressive Symptome nur im Herbst und Winter, also während der dunklen Jahreszeit, auf und gehen während des Frühjahrs und des Sommers wieder zurück. Für diese depressive Erkrankungsart hat sich die Behandlung mit künstlichem Licht als wirksam erwiesen.

Eine Depression belastet nicht nur den Betroffenen, sondern auch Partnerschaft, Familie und Freunde. Als Angehörige sind Sie in einer schwierigen Situation: Sie wollen helfen und unterstützen und brauchen gleichzeitig vielleicht selbst Hilfe und Unterstützung.

Einen Menschen leiden zu sehen, der einem nahe steht, ist schwer. Es kann Ihnen helfen, wenn Sie sich bewusst machen, dass Sie als Angehöriger zwar helfen aber nicht heilen können. Und das erwartet auch niemand von Ihnen. Die Ursachen für eine Depression sind vielfältig. Manche können auch im familiären Umfeld zu finden sein. Familie und Partnerschaft sind eine ständige Baustelle.

Auch wenn familiäre Konflikte eine Depression mit verursachen können: Niemand trägt Schuld an der Erkrankung. Weder Sie noch der Erkrankte.

Jemand, der mir nahe steht, hat Depression. Ich soll zu einem Paar-/Familiengespräch mitkommen. Was bedeutet das?

Falls es dazu kommt, dass der Arzt oder Psychotherapeut Ihres Partners Sie zu einem Paar- oder Familiengespräch einlädt, dient das niemals dazu, Schuld zu verteilen, sondern Prozesse und Belastungen aller Beteiligten besser zu verstehen und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Kein Mensch wird absichtlich oder aus Versagen krank. Depression ist kein Ausdruck von Unvermögen oder Nichtwollen. Auch wenn es von außen ganz einfach scheint, dagegen anzugehen: Für den Betroffenen selbst kann es eine große Anstrengung bedeuten, sich zu den einfachsten Dingen aufzuraffen.

Jemand, der mir nahe steht, hat Depression. Was kann ich tun?

Hilfreich für den Betroffenen ist es zum Beispiel, wenn Sie zunächst einmal Verständnis für seine Situation und seine Gefühle aufbringen. Wenn Sie ihn in seiner Erkrankung ernst nehmen, ohne zu dramatisieren. Und ihm gleichzeitig vermitteln, dass Hilfe möglich ist und es ihm in Zukunft wieder besser gehen wird.

Deshalb ist es so wichtig, dass Sie ihn in seiner Entscheidung unterstützen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Viele Betroffene haben große Angst, dann als „verrückt“ zu gelten und von ihrem Umfeld abgelehnt oder verlacht zu werden. Machen Sie klar, dass solche Befürchtungen nicht gerechtfertigt sind. Vielleicht kennen Sie auch Beispiele anderer Menschen, die wegen einer psychischen Erkrankung behandelt werden oder wurden und die davon profitieren. Vielleicht können Sie sich als Begleiter durch eine schwere Zeit sehen.

Es kann gut sein, wenn Sie den Betroffenen in den Dingen unterstützen, die ihm helfen: wieder mit kleinen Aktivitäten zu beginnen, einen Spaziergang zu machen, sich ein wenig zu bewegen, miteinander zu reden. Oder etwas zu tun, was ihm Freude bringt, zum Beispiel Musik hören, ein Bild ansehen. Dabei werden Sie vielleicht zurückgewiesen werden. Doch das zielt nicht auf Sie als Person, sondern ist der Erkrankung geschuldet.

Nicht immer ist der andere in der Lage, Ihre Vorschläge anzunehmen. Wenn Sie das respektieren, ohne Ihre Versuche aufzugeben, helfen Sie ihm sehr. Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, einem depressiven Menschen seine Erkrankung zu erklären, sie herunterzuspielen oder gut gemeinte Ratschläge zu geben. Das alles signalisiert ihm, dass Sie ihn nicht akzeptieren, auch wenn Sie es ganz anders meinen.

Jemand, der mir nahe steht, hat Depression. Ich fühle mich selbst sehr belastet davon. Was kann ich tun, um nicht auch selbst den Mut zu verlieren?

Der Umgang mit einem depressiven Menschen kann dazu führen, dass Sie selbst auf vieles verzichten. Auf Dinge, die Ihnen lieb sind, wie Hobbies, Sport, Kontakte, Kultur. Es mag Ihnen egoistisch erscheinen, dass Sie sich vergnügen, während der andere leidet. Doch damit ist dem Betroffenen nicht geholfen.

Wenn Sie nicht auf sich selbst Acht geben, werden Sie bald keine Kraft mehr haben, für den anderen da zu sein. Der Umgang mit einer chronischen schweren Erkrankung ist für Angehörige eine Herausforderung. Sie können sich selbst Hilfe holen. Sie haben die Möglichkeit, sich psychotherapeutische Unterstützung zu suchen, um diese belastende Situation zu verarbeiten. Es gibt inzwischen auch zahlreiche Selbsthilfegruppen für Angehörige. Wer viel hilft, darf sich zugestehen, auch selber Hilfe in Anspruch zu nehmen, um nicht auszubrennen. Alles, was Sie entlastet, hilft auch dem Angehörigen, um den Sie sich sorgen. Das ist nicht egoistisch, sondern pragmatisch.

Jemand, der mir nahe steht, hat Depression. Es gab bereits Situationen in denen ich große Angst hatte, dass er sich etwas antut. Was kann ich im Notfall tun?

Hören Sie zu und nehmen Sie alle Äußerungen oder Beobachtungen sehr ernst. Versuchen Sie, das Gespräch in Gang zu halten, und rufen Sie Notarzt und/oder Polizei. Lassen Sie den Verzweifelten nicht allein, bis Hilfe eintrifft, und beseitigen Sie gefährliche Gegenstände aus dem Umfeld.

Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung kann eine Einweisung ins Krankenhaus auch gegen den Willen des Betroffen nötig sein! Für diesen Notfall ist die Polizei zuständig. Die Zwangseinweisung ist ein schwieriger, allerletzter Ausweg, um Schlimmeres zu verhindern: nämlich Fremd- oder Selbstgefährdung. Das bedeutet, dass das Leben oder die körperliche Unversehrtheit des Betroffenen beziehungsweise einer anderen Person gefährdet ist. Dann handelt es sich um einen Notfall. Am wenigsten eingreifend ist es für alle Beteiligten, wenn Angehörige oder Freunde den Betroffenen selbst in das zuständige psychiatrische Krankenhaus bringen. Wenn der Patient sich jedoch weigert, hat es keinen Sinn, einen Krankenwagen zu rufen. Rettungssanitäter dürfen nicht gegen den Willen des Betroffenen handeln und ihn zwangsweise transportieren. Hierfür ist die Polizei zuständig.

Weiterführende Links und Quellen