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Bluthochdruck

Bluthochdruck

auch bekannt als: Arterielle Hypertonie

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Leben mit ...

Antworten auf häufig gestellte Fragen, die fünf wichtigsten Tipps zum täglichen Umgang mit Bluthochdruck und hilfreiche Links zu weiterführenden Informationen.

Durch die Diagnose Bluthochdruck ist es notwendig, trotz fehlender Beschwerden seinen Lebensstil und die Ernährung zu ändern und eventuell sogar Medikamente einzunehmen. Ungeachtet fehlender Symptome sollte die Erkrankung Bluthochdruck sehr ernst genommen werden.

Das Wissen über die Höhe des eigenen Blutdrucks und des angestrebten Blutdruckwertes ist wichtig, um mit den geeigneten Maßnahmen erfolgreich dieses Ziel erreichen und halten zu können.

Multifaktoriell bedingter Bluthochdruck lässt sich mit den richtig eingehaltenen Therapiemaßnahmen in der Regel sehr gut unter Kontrolle bringen. Vor allen Dingen die allgemeinen Maßnahmen wirken sich nicht nur positiv auf den Blutdruck, sondern auch auf das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit aus.

Zu einem Leben mit Bluthochdruck gehören auch regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt. Diese sollten Betroffene ernst nehmen, da nur so neu auftretende Erkrankungen, die eventuell eine Anpassung der Blutdrucktherapie erforderlich machen, frühzeitig erkannt werden können.

Allgemeine Hinweise

Bluthochdruck ist eine Erkrankung, die mit allgemeinen Maßnahmen, zum Beispiel durch Ernährung oder durch Bewegung, und durch Medikamente gut in den Griff zu bekommen ist. Geheilt wird ein Bluthochdruck dadurch jedoch nicht. Vielmehr müssen die getroffenen Maßnahmen meist das ganze Leben lang beibehalten werden.

Versuchen Sie daher, den Bluthochdruck und seine Auswirkungen auf den Körper sowie seine möglichen Komplikationen zu verstehen. Es fällt Ihnen dann womöglich leichter, sich an Ihren Therapieplan und an die Verhaltensregeln zu halten.

Haben Sie Ihren Blutdruck regelmäßig im Blick, zum Beispiel durch Führen eines Blutdrucktagebuches, um somit frühzeitig eine Entgleisung des Druckes zu bemerken. Besprechen Sie Ihren individuellen Zielblutdruck, den Sie durch Ihren Therapieplan erreichen sollen, mit dem Hausarzt. Dabei ist aber darauf zu achten, dass sich Betroffene nicht krampfhaft auf ihre Blutdruckmessungen fixieren und so die Selbstkontrolle übertreiben.

Führen eines Blutdrucktagebuchs

Anhand eines Blutdrucktagebuches kann Ihr Hausarzt kontrollieren, wie sich die gewählte Therapie auf Ihren Blutdruck auswirkt. Außerdem kann Ihr Hausarzt frühzeitig eine Blutdrucksteigerung feststellen, die eventuell eine Änderung oder Erweiterung der Therapie notwendig macht.

Weiterhin dient das Führen eines Blutdrucktagebuches als Erfolgskontrolle. Sie können schnell feststellen, welche Maßnahmen und veränderten Verhaltensweisen sich positiv auf Ihren Blutdruck auswirken. Beachten Sie aber, dass bestimmte Änderungen des Lebensstils wie Bewegung und Ernährung eine gewisse Zeit brauchen, bis ihre Wirkung auf den Blutdruck erkennbar ist.

Führen eines Bluthochdruckpasses

Falls Sie Ihre Medikamente verlieren oder in einer Notfallsituation zum Beispiel ins Krankenhaus müssen, ist es immer wichtig, zu wissen, welche Medikamente Sie in welcher Dosierung einnehmen. Um in einer Notfallsituation diese Informationen parat zu haben, empfiehlt sich ein Bluthochdruckpass, besser noch eine Medikamentenplan, den Sie in Ihrer Geldbörse immer bei sich tragen. Nehmen Sie noch weitere Medikamente ein, sollten diese natürlich ebenfalls aufgeführt werden.

Kennenlernen der Medikamente

Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt genau über die zu nehmenden Medikamente aufklären. Hierzu zählen wichtige Fragen wie:

  • Wie heißen meine Medikamente und die Wirkstoffe?

  • In welcher Dosierung und zu welcher Zeit muss ich meine Medikamente einnehmen?

  • Welche Nebenwirkungen habe ich zu beachten?

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Medikamente Sie gegebenenfalls bei erhöhten Werten zusätzlich einnehmen sollten.

Regelmäßige Kontrollen

Auch bei einem gut eingestellten Blutdruck sind regelmäßige Blutdruckkontrollen durch Ihren Hausarzt sinnvoll. In welchem Abstand diese Kontrollen stattfinden sollten, ist von Ihrem persönlichen Risikoprofil abhängig und bespricht Ihr Hausarzt mit Ihnen.

Regelmäßige Untersuchungen dienen nicht nur der Kontrolle des Blutdrucks, sondern auch dem frühzeitigen Erkennen von Erkrankungen, welche im Lauf der Zeit hinzutreten können und eventuell eine Anpassung der Medikamente oder deren Dosis notwendig machen.

Hinweise beim Führen von Kraftfahrzeugen

Leiden Sie an einem hohen Blutdruck, sollten Sie beim Führen von Kraftfahrzeugen folgende Hinweise berücksichtigen:

  • nie zusätzlich zu blutdrucksenkenden Medikamenten Beruhigungsmittel oder stärkere Schmerzmittel einnehmen

  • meiden von Sauerstoffmangel: im Fahrzeug nicht rauchen

  • regelmäßig alle zwei Stunden eine Fahrpause einlegen

  • sofortige Fahrtunterbrechung bei Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit oder Minderung des Wohlbefindens

  • bei neu entdecktem oder schwerem Hochdruck, Wechsel des Arzneimittels oder Änderung der Dosis: unbedingt mit dem behandelnden Hausarzt über Kraftfahrtauglichkeit sprechen
Bluthochdruck und Reisen

Bevor Sie eine Reise antreten, sollten Sie sich über die medizinischen Bedingungen im Reiseland und die ärztliche Erreichbarkeit im Notfall informieren. Insbesondere bei Auslandsreisen sollten Sie Ihren Versicherungsschutz kontrollieren: Sind Erkrankungen, die im Rahmen Ihres Bluthochdrucks auftreten können, durch Ihre Versicherung abgedeckt? Dazu zählen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Denken Sie daran, eine ausreichende Menge Ihrer Medikamente mitzunehmen, und vergessen Sie Ihr Blutdruckmessgerät nicht! Bei Flugreisen bietet es sich an, einen Medikamentenvorrat im Handgepäck mitzuführen, falls das aufgegebene Gepäck erst verspätet eintreffen sollte.

Falls Sie in Länder mit großer Zeitverschiebung fliegen, sollten Sie unbedingt vorher mit Ihrem Arzt über den Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme sprechen!

Achten Sie in heißen Gegenden auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Hitze belastet das Herz-Kreislauf-System und der Körper verliert viel Flüssigkeit und Kochsalz über das Schwitzen. Der Blutdruck kann dadurch stark absinken und ein Kreislaufkollaps droht. Messen Sie bei großer Hitze daher regelmäßig Ihren Blutdruck!

Starke Kälte wirkt sich ebenfalls auf das Herz-Kreislauf-System aus. Durch Engstellung der Gefäße erhöht sich der Widerstand, und der Blutdruck kann ansteigen. Dies kann Auslöser einer Angina Pectoris sein!

Die fünf wichtigsten Tipps
  1. Auch wenn der Bluthochdruck oft keine Beschwerden macht: Es handelt sich um eine ernst zu nehmende Erkrankung, welche die Lebenserwartung deutlich verkürzen kann.

  2. Das beste Mittel gegen Bluthochdruck sind allgemeine Maßnahmen, wie mehr Bewegung (mindestens eine halbe Stunde pro Tag), gesündere Ernährung (zum Beispiel viel Obst und Gemüse, regelmäßig Fisch, kein oder wenig Alkohol) und Reduktion des Salzkonsums.

  3. Wenn der Blutdruck selbst gemessen wird, sollten die Werte immer notiert werden.

  4. Es gibt Bluthochdruck-Notfallsituationen, bei denen umgehend ein Arzt verständigt werden sollte. Betroffene sollten diese Situationen kennen und wissen, was in diesem Fall zu tun ist.

  5. Betroffene sollten regelmäßig den Hausarzt aufsuchen, um notwendige Vorsorge-Untersuchungen zu machen und damit möglichen Folge-Erkrankungen vorzubeugen
Häufig gestellte Fragen

Was ist der Blutdruck?

Der Blutdruck ist der Druck, der im Herz und Gefäßsystem herrscht. Er beschreibt die Kraft, die das Blut im Gefäßsystem des Körpers fließen (zirkulieren) lässt. Er ist somit unbedingt erforderlich, damit frisches Blut mit Sauerstoff und Nährstoffen über die Arterien in die Organe und Muskeln des Körpers gelangt.

Die Höhe des Blutdrucks ist maßgeblich von der Menge Blut, die das Herz pro Minute durch den Körper pumpt (Herzzeitvolumen), sowie vom Widerstand in den Blutgefäßen abhängig. Je stärker das Herz pumpt, oder je höher der Widerstand in den Gefäßen ist, desto höher ist auch der Blutdruck.

Wie wird der Blutdruck gemessen?

Zur Messung des Blutdrucks wird eine Manschette am Oberarm angelegt und aufgepumpt. Unter diesem Druck wird das große Gefäß des Oberarms (Arteria brachialis) zusammengedrückt, und der Blutfluss stoppt. Anschließend wird der Druck aus der Manschette abgelassen, bis das Gefäß beginnt, sich wieder zu öffnen.

Der Blutfluss durch ein nicht vollständig geöffnetes Gefäß ist turbulent, wodurch es zu Verwirbelungen kommt. Der Hausarzt kann diese Verwirbelungsgeräusche mit dem Stethoskop hören oder mit einem elektronischen Gerät messen.

Der Druck beim ersten Auftreten eines solchen Verwirbelungsgeräusches entspricht dem systolischen (oberen) Wert. Der Druck der Manschette wird nun weiter verringert, bis das Gefäß wieder komplett offen ist. Das Blut kann wieder frei fließen und es sind keine Verwirbelungen mehr hörbar. In diesem Moment entspricht der Druck dem diastolischen (unteren) Wert.

Welche Blutdruck-Werte sind normal?

Als normal gelten systolische (obere) Blutdruckwerte zwischen 100 und 120 mmHg und diastolische (untere) Blutdruckwerte zwischen 60 und 80 mmHg. Dabei ist zu beachten, dass je nach Alter und Nebenerkrankungen sowie unter bestimmten Bedingungen andere Normwerte gelten könnten.

Was ist Hypertonie?

Hypertonie ist der Fachbegriff für Bluthochdruck. Wenn bei mindestens zwei Gelegenheitsblutdruckmessungen an zwei unterschiedlichen Tagen ein erhöhter systolischer Blutdruck (über 140 mmHg) und/oder ein erhöhter diastolischer Blutdruck (über 90 mmHg) ohne irgendeine bekannte ursächliche Grunderkrankung gemessen wird, liegt eine essentielle oder auch primäre Hypertonie vor.

Was sind die Gründe für erhöhten Blutdruck?

In ungefähr 90 % der Fälle ist ein Bluthochdruck multifaktoriell bedingt. Das bedeutet, dass mehrere unterschiedliche Faktoren zur Erhöhung des Blutdrucks beitragen (sogenannte essentielle Hypertonie).

Viel seltener ist der sogenannte sekundäre Bluthochdruck. Dieser entsteht als Folge bestimmter Grunderkrankungen. Eine spezielle Form ist der Bluthochdruck während der Schwangerschaft.

Was sind die Folgen von erhöhtem Blutdruck?

Ein chronisch, also langfristig, erhöhter Blutdruck schädigt die Blutgefäße und das Herz. Dadurch steigt das Risiko für schwere Folge-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Das Risiko steigt mit der Höhe des Blutdrucks.

Was ist zu tun, wenn regelmäßig erhöhte/niedrige Werte festgestellt werden?

In diesem Fall sollte der Hausarzt aufgesucht werden.

Was ist der „Weißkittel-Bluthochdruck“?

Es kann vorkommen, dass der Blutdruck während eines Praxisbesuches höher ist als normal. Dieser sogenannte Weißkittel-Effekt kommt bei einer 24-Stunden-Blutdruckmessung nicht zum Tragen.

Ist der Blutdruck altersabhängig?

In der durchschnittlichen Bevölkerung ist der Blutdruck bei älteren Menschen höher als bei jüngeren. Dies hängt mit der Verringerung der Elastizität der Blutgefäße im höheren Alter zusammen. Dennoch sollte der Blutdruck auch bei älteren Menschen nicht häufig über 140/90 mmHg liegen.

Ist es möglich, dass der Blutdruck aufgrund einer Behandlung mit Medikamenten zu stark abfällt?

Der Blutdruck kann bei Behandlung zu stark abfallen. Dies kann zu einem Schwindelgefühl beim schnellen Aufstehen oder Beugen führen. Außerdem kann es zu Müdigkeit und Energiemangel kommen. Wenn diese typischen Symptome eines Blutdruckabfalls auftreten, sollte der Hausarzt wegen einer möglichen Behandlungsanpassung zu Rate gezogen werden. Wenn bei dem niedrigen Blutdruck jedoch keine Probleme auftreten, muss die Behandlung in der Regel nicht geändert werden.

Werden Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Medikamenten erwartet?

Alle Bluthochdruck-Medikamente können Nebenwirkungen haben. Patienten, die Medikamente einnehmen, sollten die wichtigsten und häufigsten Nebenwirkungen kennen, damit sie diese frühzeitig erkennen. Ein aufklärendes Gespräch mit dem Hausarzt zu Beginn einer medikamentösen Therapie ist hier sehr wertvoll.

Allgemein lässt sich sagen, dass langfristig der Nutzen durch eingenommene Medikamente größer sein sollte, als die Beeinträchtigungen durch unerwünschte Wirkungen.

Sollte bei Nebenwirkungen die Einnahme der Medikamente abgebrochen werden?

Es wäre nicht sinnvoll, auf die Blutdruckbehandlung aufgrund der Nebenwirkungen zu verzichten. Deshalb sollten Nebenwirkungen sofort dem Arzt mitgeteilt werden. In der Regel ist es möglich, die Verträglichkeit durch eine geringere Dosis zu verbessern, ein anderes Präparat einzusetzen oder auf eine Kombination aus zwei Medikamenten umzustellen.

Kann die Einnahme der Bluthochdruck-Medikamente am Wochenende oder im Urlaub unterbrochen werden?

Auch im Urlaub sollte die Einnahme unbedingt fortgeführt werden, da der Blutdruck sofort bei Absetzen der Behandlung ansteigt. Bei Flugreisen ist es ratsam, die Medikamente im Handgepäck mitzunehmen. Dadurch entstehen keine Probleme, falls das abgegebene Gepäck fehlgeleitet werden sollte. Bei Überseereisen sollte der Arzt gefragt werden, wann die Medikamente aufgrund der Zeitunterschiede eingenommen werden sollen.

Ist die Einnahme von Medikamenten auch dann notwendig, wenn es einem gut geht?

Nervosität und Anspannungen, die den Blutdruck zeitweise erhöhen, sind normal und sollten nicht mit Bluthochdruck verwechselt werden. Wenn der Arzt Bluthochdruck feststellt, heißt das, dass der Blutdruck auch im Ruhezustand zu hoch ist. Deshalb sollten die Einnahme von Medikamenten nicht unterbrochen werden, wenn es einem gut geht. Der Blutdruck steigt sonst wieder auf den ursprünglichen Wert.

Patienten sollten nie ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt die Medikamenteneinnahme verändern. Diese Regel ist für die Patientensicherheit sehr wichtig und sollte immer eingehalten werden.

Müssen blutdrucksenkende Medikamente über einen langen Zeitraum eingenommen werden?

Schäden an Arterienwänden und eine übermäßige Belastung von Herz, Gehirn und Nieren können nur vermieden werden, wenn der Blutdruck richtig kontrolliert wird. Dafür ist in der Regel eine Behandlung mit Medikamenten über einen langen Zeitraum (mehrere Jahre) notwendig, wenn der Blutdruck sehr hoch ist und/oder durch allgemeine Maßnahmen nicht ausreichend gesenkt werden konnte. Änderungen in der Lebensweise und die Beseitigung von Risikofaktoren haben einen sehr positiven Effekt und erlauben manchmal nach einiger Zeit die Verringerung der Dosierung der Medikamente.

Was ist zu tun, wenn Potenzstörungen auftreten?

Potenzstörungen können durch Medikamente und andere Faktoren wie Alter, körperlicher und mentaler Zustand, Alkohol- und Nikotinkonsum oder Begleitkrankheiten wie Diabetes verursacht oder verstärkt werden. Betroffene sollten in keinem Fall zögern, Potenzschwäche mit ihrem Hausarzt zu besprechen. Wenn ein Medikament dafür verantwortlich ist, kann der Hausarzt möglicherweise die Dosis verringern oder auf ein anderes Präparat umstellen.

Weiterführende Links und Quellen