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Bluthochdruck

auch bekannt als: Arterielle Hypertonie

Komplikationen

Icon Bluthochdruck kann zu Komplikationen führen. Vor allem wenn er nicht ausreichend behandelt wird. Typische Komplikationen bei Bluthochdruck sind Schlaganfall, Herzinfarkt, Herz- und Nierenversagen.

Bluthochdruck schädigt das Herz und die Blutgefäße. Bei einem unerkannten und nicht behandelten Bluthochdruck können sich viele Folge-Erkrankungen entwickeln.

Gefäße altern durch einen zu hohen Blutdruck schneller und verlieren ihre Elastizität, was wiederum zu einer Erhöhung des Blutdrucks führt. Darüber hinaus entstehen durch die stetig hohe Druckbelastung Schäden an der Gefäßwand, die folgende krankhafte Veränderungen nach sich ziehen:

  • Gefäßaussackungen (Aneurysma), die reißen können.

  • Gefäßverstopfungen (Arteriosklerose), welche die Durchblutung vieler Organe, wie Niere, Gehirn, Herz oder Auge, beeinträchtigen.

Wird ein arteriosklerotisches Gefäß nicht ausreichend oder sogar überhaupt nicht mehr durchblutet, so kann es zu schweren Organschäden kommen. Besonders betroffen sind dabei:

  • Niere (Nierenversagen)

  • Gehirn (Schlaganfall)

  • Herz (Herzinfarkt) und

  • Auge (Sehverlust)

Auch der Herzmuskel leidet unter der stetigen Belastung eines zu hohen Blutdrucks. Es kommt in der Folge zu:

  • Herzversagen, Herz-Rhythmus-Störungen

  • Schäden an den Herzklappen
Niedrigere Lebenserwartung

Das Risiko für Folge-Erkrankungen steigt mit der Höhe und der Zeit, die der Bluthochdruck besteht. Die Lebenserwartung von Bluthochdruck-Patienten ist ca. 5 Jahre niedriger als die von Menschen mit normalem Blutdruck. Die Hauptursachen für eine geringere Lebenserwartung durch Bluthochdruck sind Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenversagen.

Schädigung von Herz und GefäßenVerkalkung an den Herzkranzgefäßen
Schädigung von Herz und Gefäßen

Durch einen zu hohen Blutdruck kommt es auf folgende Arten zu Schädigungen an Herz und Blutgefäßen:

  • Es bilden sich mikroskopisch kleine Verletzungen an der Innenwand der Gefäße. Dadurch können sich Fette und andere schädliche Substanzen leichter in die Gefäßwand einlagern. Diese bilden zusammen fleckenförmige Ablagerungen (arteriosklerotische Plaque), die mit der Zeit zunehmen und verkalken (Arteriosklerose). Der Gefäßdurchmesser wird kleiner und die Gefäßwandfunktion, wie die Durchlässigkeit für Nährstoffe, zunehmend gestört. Die Folge sind Durchblutungsstörungen der dahinter liegenden Organe und Muskeln (zum Beispiel der Beine) sowie die Bildung von Blutgerinnseln (Emboli), die zu lebensbedrohlichen Ereignissen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt führen können.

  • Durch die hohe Druckbelastung können sich Gefäßwände ausstülpen. Es entstehen Gefäßaussackungen (Aneurysmen), die einreißen können. Die Folge sind lebensbedrohliche Blutungen im Gehirn, im Brust- oder Bauchraum.

  • Die Blutgefäße altern durch einen ständig erhöhten Blutdruck schneller. Sie werden steif und verlieren ihre Elastizität, wodurch der Blutdruck noch weiter ansteigt und das Herz stärker pumpen muss, um einen ausreichenden Blutstrom zu erzeugen.

  • Das Herz muss bei Bluthochdruck mehr Pumpkraft erzeugen, um das Blut trotz des erhöhten Widerstands in den Gefäßen noch durch den Körper befördern zu können. Diese Mehrbelastung schädigt das Herz hauptsächlich auf folgende Weise: Der Herzmuskel wird unter dem erhöhten Druck zunächst größer und dicker (Linksherz-Hypertrophie), um die benötigte Pumpleistung aufbringen zu können. Dies schädigt jedoch den Herzmuskel, und das Herz wird über die Zeit zu schwach, um den Körper und seine Organe ausreichend zu versorgen. Herzinsuffizienz, Herz-Rhythmus-Störungen und plötzlicher Herztod können die Folge sein.

Die Schädigungen von Herz und Gefäßen haben typische Folge-Erkrankungen, die häufig nicht umkehrbar sind. Verstopfte und geschädigte Gefäße (Arteriosklerose) verursachen durch eine Minderdurchblutung charakteristische Komplikationen und Erkrankungen an Organen wie Gehirn, Niere, Auge und Herz.

Die Fachbegriffe im Überblick

Hypertensive Retinopathie

Schädigung der Augen

Ein dauerhafter Bluthochdruck verändert und schädigt zunehmend die kleinen Gefäße der Netzhaut und des Sehnervs (hypertensive Retinopathie, Fundus hypertonicus). Durch eine verminderte Blutzufuhr oder durch kleine Blutungen kommt es zur Sehschwäche und im Extremfall zur Blindheit.

Die Fachbegriffe im Überblick

Schlaganfall

Hypertensive Krise

Schlaganfall und Hirninfarkt

Ein Schlaganfall ist für annähernd 15 % der Todesfälle bei Hypertonikern (Bluthochdruck-Patienten) verantwortlich. Ein Schlaganfall kann folgende Ursachen haben:

  • durch mangelnde Blutversorgung der Gehirns infolge arteriosklerotischer Verengung oder Verstopfung eines Hirn- oder hirnzuführenden Gefäßes mit einem Blutgerinnsel (Embolus) (mit 80 % die häufigste Form des Schlaganfalls)

  • infolge eines Untergangs von Teilen des Gehirns durch Minderdurchblutung (ischämischer Hirninfarkt)

  • aufgrund einer Hirnblutung (Hämorrhargischer Schlaganfall

  • durch Reißen einer Gefäßaussackung (Aneurysma) oder durch eine sogenannte hypertone Massenblutung

Darüber hinaus kann es im Rahmen eines hypertensiven Notfalls zu einer sogenannten Hochdruck-Enzephalopathie mit Erbrechen, Sehstörungen, Atembeschwerden, starken Kopfschmerzen, Krampfanfällen und Verwirrtheit kommen.

Die Fachbegriffe im Überblick

Herzinsuffizienz

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Schädigung des Herzens

Am Herzen betreffen die typischen Folgeerkrankungen des Bluthochdrucks vor allen Dingen den Herzmuskel und die den Herzmuskel versorgenden Blutgefäße (Herzkranzgefäße oder Koronargefäße). Es kommt zu folgenden Komplikationen: i

  • Koronare Herzkrankheit (KHK). Hierbei kommt es durch Plaquebildung und Verstopfung (Arteriosklerose) der Gefäße, die das Herz versorgen (Koronargefäße), zur Minderdurchblutung des Herzmuskels. Das kann zu einem schmerzhaften Brustengegefühl und im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt, einer Herzschwäche, Herz-Rhythmus-Störungen oder sogar zum plötzlichen Herztod führen. Bei allen Patienten mit KHK und Bluthochdruck soll der Blutdruck regelmäßig kontrolliert und behandelt werden.

  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Um einen Bluthochdruck auszugleichen, wächst der Herzmuskel. Das Herz kann damit zunächst die erhöhten Druckverhältnisse ausgleichen (kompensieren). Ab einer gewissen Größe des Herzens ist jedoch dessen eigene Versorgung mit Blut nicht mehr ausreichend. Es kommt zu Rhythmus-, Füllungs- und Pumpstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod.

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Hypertensive Nephropathie

Schädigung der Niere

Auch die Nierengefäße können von Arteriosklerose befallen sein (Hypertensive Nephropathie). Durch die Verengung und Verstopfung kommt es zu einer Minderdurchblutung, was dazu führt, dass die Niere nicht mehr normal arbeiten kann. Das heißt, die Fähigkeit der Niere, Wasser, Salz und schädliche Substanzen angemessen auszuscheiden, ist eingeschränkt. Die Folge ist ein weiterer Anstieg des Blutdrucks und ein Teufelskreis beginnt. Versagen die Nieren, weil sie zu stark geschädigt sind, muss ihre Funktion durch ein künstliches Blutreinigungsverfahren (Dialyse) ersetzt werden.

Die Fachbegriffe im Überblick

Aneurysma

Aortendissektion

Komplikationen an der Hauptschlagader

An der Hauptschlagader (Aorta) als größtem Gefäß des Menschen kann ein Bluthochdruck zu folgenden Komplikationen führen:

  • Das Bauchaortenaneurysma ist eine Verbreiterung und Ausstülpung der Hauptschlagader (Aorta). Reißt ein solches Aneurysma, kommt es zu schwersten Blutungen mit hoher Sterblichkeit.

  • Aortendissektion. Blutung in die Gefäßwand durch einen Einriss der inneren Gefäßwand. Werden dadurch wichtige Gefäßabgänge verlegt, können schwerwiegende Komplikationen entstehen. Je nach Ort des Geschehens überleben nur 50 % der Patienten ohne Behandlung die ersten 48 Stunden.
Bösartiger Bluthochdruck

Ein bösartiger Bluthochdruck (maligne Hypertonie) ist eine besonders schwere Verlaufsform des Bluthochdrucks. Von einer malignen Hypertonie spricht man bei Vorliegen eines diastolischen Blutdruckwertes (unterer Wert) von über 120 mmHg. Zusätzlich treten Gefäßschädigungen an Augen und Nieren auf. Unbehandelt kann die Schädigung der Nieren schnell zu deren Versagen und zum Tod führen.

Die Fachbegriffe im Überblick

Hypertensive Krise

Blutdruckentgleisung

Wenn bei einem Patienten der Blutdruck plötzlich massiv ansteigt, spricht man von einer hypertensiven Krise. Kritisch sind ein systolischer Wert (oberer Wert) über 230 mmHg und/oder ein diastolischer Wert (unterer Wert) von über 130 mmHg.

Treten im Rahmen einer solchen Blutdruckentgleisung zusätzlich Symptome auf, welche auf eine Organschädigung hinweisen, handelt es sich um einen lebensbedrohlichen hypertensiven Notfall. Symptome, die im Rahmen eines solchen hypertensiven Notfalls auftreten können, sind:

  • Brustschmerzen und Atemnot

  • Kopfschmerzen und Sehstörungen

  • Erbrechen

  • Krampfanfälle und Verwirrtheit

Die lebensbedrohlichen Organschäden betreffen die folgenden Organe:

  • Gehirn: Anschwellen des Gehirns (Hirnödem) und Hirnblutungen

  • Herz: Herzversagen mit Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem), Herzinfarkt

  • Niere: Nierenversagen

  • Gefäße: Aufspaltung der Wandschichten der Hauptschlagader (Aortendissektion), Einriss einer Gefäßaussackung (Aneurysma)

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.





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Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IhF) e.V.