Bandscheibenvorfall

Auch bekannt als: Discus prolaps oder Bandscheibenprotrusion

Komplikationen

Icon Komplikationen treten beim Bandscheibenvorfall häufig durch zu langes Abwarten, bevor mit einer Therapie begonnen wird, auf. Durch Verschlimmerung des Nervenschadens kommt es zu einem Fortschreiten der Symptome.

Ein Bandscheibenvorfall ist in der Regel kein akuter Notfall, der sofort operiert werden muss. Meist kann mit einer konservativen Therapie gestartet werden. Auch eine Operation kann in der Regel vorher geplant werden.

Trotzdem kann es im Verlauf eines Bandscheibenvorfalls zur Verstärkung der Schmerzen kommen. Daneben können zusätzlich Taubheit, Missempfindungen oder Schwächen in den betroffenen Extremitäten auftreten oder sich ausbreiten.

Die Schmerzen, die mit einem Bandscheibenvorfall einhergehen, lösen gleichzeitig Muskelverspannungen aus. Somit treten eine Fehlbelastung der Gelenke und ein erneuter Schmerzreiz auf. Wird dieser Teufelskreis nicht durchbrochen, verstärkt sich das Krankheitsbild zunehmend. Gleichzeitig können die Schmerzen chronifizieren, das heißt der Körper erlernt den Schmerz und nachdem die Ursache (der Bandscheibenvorfall) behoben wurde, bleibt der Schmerz weiterhin bestehen.

Ein Bandscheibenvorfall wird bei fehlender Behandlung ständig größer, da weiterhin Belastung auf die Bandscheibe ausgeübt wird und somit mehr Bandscheibeninhalt in den Wirbelkanal drückt. Hierdurch nehmen häufig Schmerzen zu.

Wenn der Vorfall zu groß ist, wird die Blutversorgung der Nervenwurzel abgeklemmt, es kommt zum Wurzeltod. Da keine Schmerzen weitergeleitet werden, bemerkt man nun weniger Beschwerden. Allerdings werden nun auch keine Informationen an die entsprechenden Muskeln gesendet, die somit taub sind.
Schäden durch Nervenschädigungen

Schäden an Nerven entstehen durch höheren Druck, da zum einen die Nervenleitung negativ beeinflusst wird, zum anderen wird auch die Blutversorgung eines Nervs unterbunden werden. Dadurch kommt es zur Ausbreitung und Verschlimmerung der Symptome.

Die eingeschränkte Blutversorgung führt erst zu einer Verbesserung der Symptomatik: Der Nerv kann keine Schmerzen mehr weiterleiten und es kommt zur Schmerzfreiheit. Gleichzeitig werden auch Muskelfasern geschädigt und die entsprechenden Muskeln werden gelähmt. Dies wird auch als Wurzeltod bezeichnet, da bei zu langer Unterbrechung der Blutversorgung der Nerv irreversibel geschädigt wird. Eine Operation muss bei Auftreten von Lähmungserscheinungen innerhalb der nächsten 24 Stunden durchgeführt werden, um eingeklemmte Nerven zu entlasten.

Zudem kann es zu Problemen der Blasen- und Mastdarmentleerung kommen. Hierbei wird eine Überlaufblase beobachtet, das heißt obwohl die Blase gefüllt ist, kann sie nicht gezielt entleert werden.

Eine weitere Komplikation ist die Reithosenanästhesie. Es kommt zur Taubheit in den Bereichen, die von einem Sattel berührt werden: die inneren Unterschenkel, hinteren Oberschenkelflächen und um das Rektum.

Bei diesem Krankheitsbild drückt ein Bandscheibenvorfall auf alle Nerven im Wirbelkanal. Es wird von einem niedrigen Querschnitt gesprochen. Meist ist auch die Potenz betroffen. Ein Querschnitt kann auch höher auftreten, da durch den Druck des Bandscheibenvorfalls die Blutversorgung des Rückenmarks eingeschränkt ist. Dies tritt jedoch selten auf.

Auch bei diesen Komplikationen muss eine Operation innerhalb der nächsten 24 Stunden nachdem die Symptome zum ersten Mal aufgetreten sind, durchgeführt werden. Sonst bleiben diese Schäden auch nach einer Operation erhalten.

Die Fachbegriffe im Überblick

Operation

Komplikationen nach Operationen

Eine Operation bedeutet immer ein gewisses Risiko für den Patienten. Jedoch sind die meisten Eingriffe bei Bandscheibenvorfällen nicht sehr groß und nur selten mit direkten Komplikationen während der Operation verbunden.

Häufiger kommt es allerdings nach einer Operation zu Beschwerden im Operationsgebiet. Bei vielen Operationen muss die Rückenmuskulatur von der Wirbelsäule getrennt werden, um an das Rückenmark zu gelangen. Diese Trennung führt zu einer Muskelschwäche in diesem Bereich oder aber zu Vernarbungen, die auch häufig Beschwerden verursachen. Mit neueren endoskopisch ausgeführten Operationstechniken werden Schäden reduziert, da hierbei weniger Muskulatur während der Operation geschädigt wird.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.


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