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Zahngesundheit

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Was für unsere Zähne gut ist

Es gibt verschiedene Dinge, die förderlich für die Zahngesundheit sind. Dies fängt bei körpereigenen Einrichtungen wie dem Speichel an und geht über Bestandteile der Nahrung wie Fluor und Calcium bis hin zu Stoffen in den Mundhygieneprodukten. Und natürlich Pflegeprodukte wie Zahnseide.

Die Einflüsse auf die Zahngesundheit sind vielfältig. Die schlechten Einflüsse sind weitestgehend durch medizinische Aufklärungskampagnen und die Aufklärungsarbeit der Zahnärzte bekannt. Doch gibt es auch die Einflüsse, die gut für unsere Zähne sind. Auch diese werden immer im Zusammenhang mit der Erhaltung der Zahngesundheit aufgezählt.

Man kann unterschiedliche Quellen dieser Einflüsse feststellen.

  • Körpereigene Einflüsse

  • Einflüsse aus der Nahrung

  • Einflüsse von medizinischen und kosmetischen Produkten

Jeder der genannten Einflüsse hat entweder schützenden Einfluss auf die Zähne, wirkt zur Prävention oder ist eine grundlegende Voraussetzung für eine gute Zahngesundheit.

Körpereigener Einfluss

Zu den wichtigsten Einrichtungen in unserem Körper, die für den Zahnschutz zuständig sind, zählt der Speichel. Speichel ist ein Sekret, das von den Speicheldrüsen im Mund produziert wird. Im Speichel sind die unterschiedlichsten Stoffe zu finden.

  • Proteine (Eiweiße)

  • Verdauungsenzyme (Stoffe, die die Nahrung aufspalten)

  • Antikörper

  • Schmerzlindernde Eiweiße (Opiorphin)

  • Gelöste Mineralstoffe und Spurenelemente (Calcium, Kalium, Natrium, Chlorid, Fluorid, Rhodanid)

Man unterscheidet 3 wesentliche Funktionen des Speichels, die wichtig für die Zahngesundheit sind.

Die erste Funktion besteht darin, dass gelöste Mineralstoffe und Spurenelemente demineralisierte Zähne wieder remineralisieren. Dies bedeutet, dass die herausgelösten Bestandteile im Zahnschmelz durch die gelösten Bestandteile im Speichel wieder ersetzt werden. Die Demineralisierung erfolgt durch aggressive Säuren, entweder die Säure als Endprodukt des Bakterienstoffwechsels oder generell Säuren in Nahrungsbestandteilen. Sind die herausgelösten Bestandteile des Schmelzes (mineralischer Aufbau > zu 95% aus anorganischen Substanzen zusammengesetzt) wieder ersetzt, ist der Schmelz wieder stabil und hart und somit weniger anfällig für weitere Säureangriffe.

Die zweite Funktion des Speichels besteht darin, dass der Speichel dafür sorgt, dass das Milieu im Mund bestimmte pH-Werte nicht überschreitet oder unterschreitet. Der pH-Wert zeigt an, wie sauer oder wie basisch eine Lösung ist. Ist das Milieu im Mund zu sauer, bedeutet dies wieder eine Gefahr für den Zahnschmelz durch Säuren. Der Speichel ist in der Lage den pH-Wert des Mundes zu regulieren. Dieser Prozess des Ausgleiches findet immer wieder im Laufe des Tages statt. Man spricht bei diesem Prozess auch von Puffern. Das bedeutet, dass der Speichel gewisse pH-Wertänderung in Richtung sauer abfangen kann und den eigentlichen pH-Wert im Mund stabil hält.

Die dritte Funktion des Speichels liegt in der Eigenschaft der Desinfektion bzw. antibakteriellen Wirkung. Bestandteile des Speichels sorgen dafür, dass Bakterien sich nicht über ein übliches Maß hinaus ausbreiten und vermehren. So gibt es im Speichel

  • Antikörper (Bestandteil im Immunsystem)

  • Lysozym (Enzym)

  • Lactoferrin (Bestandteil im Immunsystem)

  • Lactoperoxidase (Wirkbeschleuniger)

die dafür sorgen, dass die Bakterienkonzentration nicht überhandnimmt. Jedoch sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Desinfektionswirkung des Speichels immer individuell angepasst ist und stark von Essgewohnheiten und Hygieneverhalten abhängt. Der eigene Speichel kann in Wunden andere Personen sogar giftig wirken und zu Entzündungen und Blutvergiftungen führen (Sepsis)

Einfluss der Nahrung

Es mag paradox klingen, aber viele der Dinge die schädlich für die Zähne sind(Säuren in Obst, Milch und Gemüse), haben auch eine zahnschützende Wirkung. Grundlegend kann man sagen, dass Vitamin C ein hervorragender Nahrungsbestandteil ist, der sowohl die Zahngesundheit unterstützt, wie auch die Gesundheit des ganzen Körper.

Vitamin C beugt Entzündungen vor und hat eine antibakterielle Wirkung. Das Vitamin kommt sehr hoch konzentriert in Sellerie, Äpfeln, Karotten und Zitrusfrüchten vor. Die hier genannten Obst- und Gemüsesorten regen darüber hinaus den Speichelfluss an. Was wiederum eine schützende Einrichtung darstellt.

Viele Gemüsesorten die Chlorophyll (grüner Farbstoff) enthalten haben eine schützende Wirkung vor Verfärbung der Zähne. So legt sich vorrübergehend ein schützender Film über die Zähne, der verhindert, dass sich dunkle Farbstoffe anlagern.

Milchprodukte enthalten bekanntlich viele Milchsäuren. Diese sind ebenfalls eine gute Voraussetzung für die Zahngesundheit. Im Besonderen unterstützen die Bestandteile Kalzium  und Vitamin D zahnumgebende Einrichtungen wie den Kieferknochen. Kalzium stabilisiert den Knochen macht ihn flexible und dennoch hart.

Ein interessanter Aspekt der schützenden Wirkung wird dem grünen Tee zugesprochen. Bestimmte Bestandteile des Tee haben eine antibakterielle Wirkung. Insbesondere der Wirkstoff Catechin, ein Gerbstoff, hat Einfluss auf die kariesverursachenden Bakterien und deren Stoffwechsel. Catechin beeinflusst die Bakterien soweit, dass diese verhungern.

In den richtigen Dosen entfalten die hier genannten Nahrungsbestandteile ihre schützende Wirkung. Werden sie jedoch im Übermaß eingenommen, wirken sie schädlich für die Zähne.

Einfluss von medizinischen und kosmetischen Produkten

Fluorid hat eine enorm wichtige Wirkung bei der Verhinderung der (Weiter-)Entwicklung von Karies. Im Abschnitt über den Speichel wurde bereits beschrieben, dass ein ständiger Prozess der Demineralisierung und Remineralisierung im Mund stattfindet. Kommt es aufgrund von beeinflussenden Faktoren dazu, dass mehr demineralisiert wird als remineralisiert, entsteht ein Ungleichgewicht zu Lasten des Zahnes. Hierbei entstehen kreidefarbene Bereiche auf den Zähnen die White Spots. Diese Stellen sind die ersten Anzeichen für die Anfangskaries.

Hier greift nun das Fluorid ein. Es bildet eine Schutzschicht über diesen demineralisierten Flächen.  Die Schutzschicht des Fluorids nennt man auch Fluorapatit.

Fluorid kann auf die unterschiedlichsten Wege aufgenommen werden. In einigen Ländern wird die Gabe von Fluortabletten im Kindesalter, Vorschulalter und Schulalter empfohlen. Die häufigste und wichtigste Quelle des Fluors ist Zahnpasta. Viele der angebotenen Zahnpasten auf dem Mark enthalten Fluor in Form von Natriumfluorid. Durch den Einsatz des Fluors in der Zahnpasta konnte nachweislich ein Großteil der Kariesinfektionen verhindert werden.

Neben der Zahnpasta und therapeutisch konzentrierten Gaben von Fluor findet sich der Wirkstoff auch in Salz. Im Handel findet man häufig fluoridiertes Salz. Diese Art der Fluorgabe ist eine staatlich verordnete Maßnahme zur Förderung der Zahngesundheit und der damit verbundenen Fluoridierung. In vielen anderen Ländern ist sogar das Trinkwasser fluoridiert, um eine gewisse Grundlage der Fluorzufuhr zu schaffen. Die Fluorgabe über Salz oder Trinkwasser soll zu einer Grundversorgung mit Fluor und somit zu einer grundlegenden Kariesprophylaxe führen.

Im Zusammenhang mit dem Fluor gilt jedoch auch wieder, dass die Dosierung wichtig ist. Zwar entsteht bei übermäßiger Aufnahme keine Gefahr für die Zähne direkt, aber für den restlichen Organismus. Es kann zu Vergiftungserscheinungen kommen. Man spricht bei einer Überdosierung von Fluorose.