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Zahngesundheit

Zahngesundheit

Beeinflusst den gesamten Körper

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Besonderheiten der Zähne

Die Zahngesundheit hat Auswirkungen auf unseren Organismus. Es gibt wandernde Zähne, chronische Kopfschmerzen durch Kieferprobleme oder sogar Wirbelsäulenfehlstellung aufgrund von fehlenden Zähnen. Die Weisheitszähne sind ein evolutionäres Überbleibsel und haben eigentlich keine Funktion mehr.

Die Muskeln des Kauapparates können einen Kaudruck von bis zu 80 Kilogramm zustande bringen. Das ist das Gewicht eines normalen erwachsenen Mannes. Dieser Druck lastet auf vielen kleinen Flächen, den Kauflächen der Zähne. Um so viel Druck kompensieren zu können braucht es nicht nur die härteste Substanz unseres Körpers, den Schmelz, sondern auch ein ausgeklügeltes Puffersystem aus Fasern, die wie ein Stoßdämpfer funktionieren. Es gibt viel Wissenswertes bezüglich unserer Zähne.

Wussten Sie, dass

  • unsere Zähne wandern?

  • die härteste Substanz unseres Körpers splittert wie Glas?

  • Fehlstellungen im Kiefergelenk und fehlende Zähne Wirbelsäulenverkrümmung verursachen kann?

  • unser Gebiss sich einmal komplett austauscht?

Wandernde Zähne

Dieses Phänomen unserer Zähne, das Wandern zur Körpermitte bzw. zur Mitte des Gebisses nennt man mesialer Drift. Der Begriff mesial gibt dabei die anatomische Richtung „zur Köpermitte hin“ an. Der Drift ist das eigentliche Wandern.

Besonderen Einfluss hat diese mesiale Drift mit dem Durchbruch, aber auch schon während der Entwicklung der Weisheitszähne. Diese können durch ihr unregelmäßiges Wachstum und die Wachstumsrichtung diesen Effekt noch verstärken und somit auch die Stellung im Frontzahnbereich gefährlich beeinflussen.

Die mesiale Drift lässt sich besonders gut bei fehlenden Zähnen in der Mitte der Zahnreihe beobachten. Fehlt ein Zahn an dieser Stelle und bleibt dieser Defekt in der Zahnreihe unbehandelt, so wandern die hinter der Zahnlücke befindlichen Zähne weiter nach vorne und verkleinern die Lücke.
Zahnschmelz splittert wie Glas

Auch wenn der Schmelz die härteste Substanz in unserem Körper ist, so hat diese Substanz trotz ihrer Härte gewisse Nachteile. Durch die hohe Festigkeit wird der Substanz Flexibilität genommen. Im richtigen Winkel der Bissdruckrichtung ist der Schmelz äußerst stabil. Wirken jedoch die sogenannten Scherkräfte, zum Beispiel Druck mit einer seitlichen Verschiebung, kann der Schmelz splittern wie Glas.

Dies tritt zum Beispiel auf, wenn man versucht mit den Frontzähnen Kronkorken zu öffnen oder die Frontzähne sonstiger ungeeigneter Belastung aussetzt. Stürze mit dem Gesicht voran resultieren in der Regel mit der Fraktur von Frontzähnen und der Splitterung des Schmelzes. Zahnsubstanz ist zwar enorm hart aber dennoch nicht unzerstörbar.
Zähne und der Einfluss auf die Körperhaltung

Wie bereits anfangs erwähnt, ist der Einfluss der einzelnen Organe und Funktionseinheiten auf andere Teile des Körpers immer wieder zu beobachten. Auch wenn es im ersten Moment seltsam und weit hergeholt erscheint, können eine Fehlstellung des Kiefers oder falsch stehende Zähne Haltungsschäden und Probleme mit der Wirbelsäule verursachen.

Ein zurückliegender Unterkiefer führt zu einer eher nach vorn geneigten Haltung mit Rundrücken, herabhängenden und eingezogenen Schultern. Betrachtet man die zugehörigen Menschen auch emotionell, so passt diese Haltung zu ihrem Naturell. Meist handelt es sich um introvertierte Menschen.

Ein vorstehender Unterkiefer bewirkt eine hoch aufgerichtete, eher etwas zurück orientierte Wirbelsäule mit kerzengeradem Rücken und vorstehendem Kinn. Die zugehörigen Menschen sind meist sehr selbstbewusst und durchsetzungsstark.

Bei umgekehrter Verzahnung (normalerweise stehen die Oberkieferzähne leicht über den Unterkieferzähnen) sprechen wir vom so genannten Kreuzbiss. Sehr oft finden wir hier starke Wirbelsäulenskoliosen (= Rückgratverkrümmung)

Die Folgekette eines durch eine zu hohe Füllung, Krone oder Prothese zu "großen" Backenzahnes:

  • Das zentrale Nervensystem wird über Nervenendigungen im Zahnhalteapparat dieses Zahnes und des Gegenzahnes über einen eventuellen Frühkontakt informiert. Als Reaktion darauf kommt es zu einer Anspannung der Kiefermuskulatur. Ein verstärkter muskulärer Druck auf diesen Zahn soll dabei Kontakt zur störenden Kaufläche ausgleichen, weil der "schuldige" Zahn durch den erhöhten Druck mehr in sein Knochenfach gepresst wird.

  • Das Kiefergelenk wird einseitig stärker in seine Gelenkfläche im Schädel gepresst und das zugehörige Knochensegment des Schädels reagiert ebenfalls mit einer Änderung seiner Lage und gibt diese Änderung durch die Verbindung mit anderen Schädelknochensegmenten auf den Schädel weiter.

  • Nach den oben beschriebenen Zusammenhängen melden die in den Verbindungsnähten vorhandenen sensorischen Nervenendigungen dieses weiter, und es kommt zu einer Änderung der Produktion oder Aufnahme von Hirnflüssigkeit.

  • Über die vorderen Muskelketten und das vordere funktionelle Dreieck kommt es zu einer Veränderung der Haltung im vorderen Bereich.

    • Durch diese veränderte Haltung kann es nun zu Lageveränderungen im Beckenbereich kommen, was dazu führt, dass sich bei einem eventuell dadurch entstehenden Beckenschiefstand die Beinlängen verändern und sich ein relativer Plattfuß entwickelt - durch Anspannung der Kniescheibe und Spannungserhöhung einer der Wadenmuskeln.

    Zahnwechsel

    Auch der Zahnwechsel ist eine Besonderheit in unserem Gebiss. Im frühen Säuglingsalter brechen bereits die ersten Zähne in unserem unbezahnten Kiefer durch. Dieser Prozess ist sehr schmerzhaft und bereitet Eltern wie auch Babys und Kleinkindern unruhige Nächte. Das Milchgebiss hat insgesamt 20 Zähne. Im Vergleich dazu haben wir im Erwachsenenalter im Normalfall 32 Zähne. Man spricht beim Durchbruch des Milchgebisses von der ersten Dentation, also der ersten Zahnung.

    Die Zähne des Milchgebisses sind wesentlich weicher von der Zahnsubstanz her. Dadurch ist es kein Wunder, dass Kinder und Kleinkinder besonders anfällig für Karies sind. Hier tritt im Besonderen die Nuckelflaschen-Karies hervor.

    Im Alter von sechs Jahren bricht bei den Kindern der sogenannte Sechsjahrmolar durch. Dies ist der erste bleibende Zahn in unserem Gebiss und er ist auch das Startsignal für die zweite Dentation. Ab diesem Zeitpunkt werden die Milchzähne nach und nach durch die bleibenden Zähne ersetzt. Die Kinder verlieren die Milchzähne durch das Herauswachsen der bleibenden Zähne. Wenn die zweite Zahnung beendet ist, hat der Mensch seine vollständigen 32 Zähne.