Startseite > Gesund Leben > Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapie

Zielgerichteter Veränderungsprozess

Überblick Geschichte Grundlagen Methoden Kritik Vorgehen Fallbeispiele Weitere Infos

Weitere hilfreiche Informationen

Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner bei Problemen, die eventuell eine Verhaltenstherapie erforderlich machen. Er kann offene Fragen beantworten. Durch Probesitzungen kann der Patient verschiedene Therapeuten kennen lernen und einen auswählen.

Wenn Sie sich dazu entschließen, eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, kann die erste Anlaufstelle der Hausarzt sein. Der Vorteil hierbei ist, dass dieser gegebenenfalls bereits einen oder mehrere Therapeuten für das spezielle Problem des Patienten empfehlen kann. Wurde beim Hausarzt die Praxisgebühr entrichtet, kann dieser eine Überweisung an einen Therapeuten ausstellen.

Jeder Patient kann sich auch direkt an einen Therapeuten wenden. In einem solchen Fall ist die Praxisgebühr an diesen zu entrichten. Adressen von Therapeuten erhält man bei Beratungsstellen, psychologischen Fachverbänden, den Krankenkassen, in Branchenbüchern oder über Internetdatenbanken.

Jeder Patient hat das Anrecht auf fünf Probesitzungen bei einem oder mehreren Therapeuten. Nach diesen Sitzungen, wenn man sich für einen Therapeuten entschieden hat und bevor die eigentliche Therapie beginnt, muss ein Arzt aufgesucht werden. Dieser klärt ab, ob eventuell eine physische Erkrankung vorliegt, die (zusätzlich) behandelt werden muss. Der Arzt erstellt anhand seines Befundes den Konsiliarbericht.

Was übernimmt die Krankenkasse?

Bei psychischen Störungen, die einen sogenannten Krankheitswert haben, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die gesamten Behandlungskosten. Zu Störungen mit Krankheitswert gehören:

  • Organische Störungen mit psychische Symptomen

  • Suchterkrankungen

  • Psychotische Störungen

  • Depressionen

  • Angststörungen, Zwangsstörungen

  • Störungen aufgrund von Lebensereignissen

  • Essstörungen

  • Schlafstörungen

  • Sexuelle Störungen

  • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

  • Entwicklungsstörungen

  • Verhaltens- und emotionale Störungen von Kindern und Jugendlichen

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen dabei nur Therapien nach den derzeit anerkannten Richtlinienverfahren. Die Verhaltenstherapie ist eines davon. Die Regelungen bei privaten Versicherungen sind nicht einheitlich. Zudem ist es wichtig, dass der behandelnde Psychotherapeut über eine Kassenzulassung verfügt.

Die Krankenkasse gewährt dem Patienten fünf Probesitzungen bei einem oder mehreren Therapeuten. Es ist sinnvoll, Probesitzungen bei verschiedenen Therapeuten wahrzunehmen, da viele eine Warteliste haben und man seine Chancen erhöhen kann, schnell einen Therapieplatz zu bekommen, wenn man sich auf mehrere Wartelisten setzen lässt.

Im Verlauf der Probesitzungen stellt der Psychotherapeut, für den sich der Patient letztendlich entscheidet, die Diagnose und beantragt ein bestimmtes Kontingent an Sitzungen bei der Krankenkasse. Es kann nötig sein, dass der Therapeut einen Bericht für einen Gutachter erstellen muss. Dieser wird von der Krankenkasse so weitergeleitet, dass die Sachbearbeiter nichts von der Krankengeschichte erfahren.

Je nach Störung und Schwere des Problems werden im Anschluss an die Vorgespräche bei der Verhaltenstherapie für eine Kurzzeittherapie 25 Stunden, für eine Langzeittherapie 45 bzw. 50 Stunden und maximal 80 Stunden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Psychologe - Psychiater - Psychotherapeut: Was ist der Unterschied?

Die verschiedenen Ausbildungen und Berufsbezeichnungen können Verwirrung stiften. Ein Psychologe ist zunächst jemand, der ein Psychologiestudium absolviert hat. Hierbei beschäftigt man sich mit den Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Erlebens und Verhaltens. Ein Psychologe kann in der Beratung, in Forschung, Wirtschaft oder Werbung arbeiten. Die meisten Psychologen verschlägt es in den Bereich der klinischen Psychologie, die sich mit der Erforschung, Therapie, Prävention und Diagnostik psychischer Probleme, aber auch mit den Merkmalen der gesunden Psyche beschäftigt.

Ein Psychologe kann nach Abschluss des Studiums den Titel des psychologischen Psychotherapeuten mit staatlicher Anerkennung erwerben. Dies erfordert eine drei- bis fünfjährige Zusatzausbildung. Diese Ausbildung ist auch die Voraussetzung für jeden Verhaltenstherapeuten. Für eine Abrechnung mit den Krankenkassen ist über die Zusatzausbildung hinaus eine Zulassung nötig, die an bestimmte Kriterien gekoppelt ist.

Ein Psychiater ist im Gegensatz dazu immer ein Arzt. Er hat ein Medizinstudium absolviert und seinen Facharzt im Bereich Psychiatrie abgelegt, sich also mit der medizinischen Seite der Erforschung, Diagnostik, Klassifikation und Therapie bei psychischen Erkrankungen beschäftigt. Im Gegensatz zum Psychologen darf der Psychiater Medikamente verschreiben. Hat ein Arzt die Ausbildung „Psychiatrie und Psychotherapie“ oder „psychotherapeutische Medizin“ absolviert, darf er eine fundierte Psychotherapie durchführen.

Die Berufsbezeichnung der Psychotherapeuten ist seit dem 1.1.1999 in Deutschland gesetzlich geschützt. Nur ärztliche und psychologische Psychotherapeuten mit Approbation – also staatlicher Zulassung – dürfen den Titel für sich in Anspruch nehmen.

Wie finde ich einen guten Therapeuten?

Die Wahl des Therapeuten ist frei, also dem Patienten überlassen. Wichtig ist – wie bei allen Beziehungen, die Menschen eingehen – bereits der erste Eindruck. Der Patient kann sich hierbei bestimmte Leitfragen bezüglich des potentiellen Therapeuten stellen:

  • Beim ersten Telefonat: Ist der Klang der Stimme sympathisch?

  • Im Gespräch: Nimmt er sich Zeit für seine Patienten? Beantwortet er Fragen geduldig und ausführlich?

  • Welche Ausbildung hat er? Wo liegt der Schwerpunkt bei seiner Arbeit?

  • Hat er Erfahrung auf dem Gebiet, auf dem der Patient sich behandeln lassen möchte?

  • Was erwartet der Therapeut von seinem Patienten? Gibt er genug Raum für ein Kennenlernen?

  • Wie lange wird die Therapie voraussichtlich dauern?

  • Nach der ersten Sitzung können Sie prüfen: Fühlen Sie sich vom Therapeuten angenommen? Nimmt er Ihre Sorgen, Erwartungen und Ziele ernst? Wie reagiert der Therapeut, wenn Sie sich unwohl fühlen?

Ob ein Therapeut seriös ist, können Sie in den ersten Sitzungen an folgenden Leitfragen prüfen:

  • Führt er nur solche Titel und Berufsbezeichnungen, zu denen er offiziell berechtigt ist?

  • Beantwortet er Fragen zu seiner Ausbildung und seinen speziellen Kompetenzen offen?

  • Bespricht er mit Ihnen die gestellten Diagnosen, Behandlungsmethoden und gegebenenfalls auch Alternativen?

  • Interessiert er sich für frühere Probleme und Behandlungen?

  • Fühlen Sie sich über den Ablauf, die Möglichkeiten und Grenzen der Therapie gut informiert?

Auch im Verlauf der Therapie können Sie eine Zwischenbilanz ziehen und sich bei ausbleibender Besserung die Frage stellen, ob dies mit dem gewählten Therapeuten in Zusammenhang steht oder über eine andere Therapieform nachgedacht werden sollte.

Weiterführende Links

Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie:

http://www.dgvt.de

Informationsseiten des Deutschen Fachverbandes für Verhaltenstherapie e.V.

http://www.verhaltenstherapie.de

Deutsche Ärztliche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V.

http://www.daevt.de