Startseite > Gesund Leben > Schwangerschaft

Gesund Leben: Schwangerschaft

Schwangerschaft

Entwicklung eines neuen Lebens

Von der Befruchtung der weiblichen Eizelle über die Entwicklung eines neuen Lebens bis hin zur Geburt - die Schwangerschaft stellt den weiblichen Körper, aber auch Partnerschaften, vor große Herausforderungen. Eine gute Vorbereitung und Planung, Kenntnisse über den genauen Ablauf und medizinische Betreuung helfen dabei, diesen neuen Lebensabschnitt bestmöglich zu beginnen.


Schwangerschaft und Gesellschaft

mehr

Übersicht

Im Laufe der Jahre hat der Umgang mit dem Thema Schwangerschaft einen Wandel erfahren. Familienstrukturen ändern sich bei gleichzeitig steigender Lebensqualität. Dies hat unterschiedliche Auswirkungen:

  • Die Anzahl der in Deutschland geborenen Kinder hat im Zeitverlauf eher abgenommen.
  • Die Kindersterblichkeit ist geringer, das durchschnittliche Lebensalter höher.
  • Immer mehr Kinder werden durch nur einen Elternteil großgezogen.

Um Rechtssicherheit für Schwangere und Familien zu schaffen, ist der Umgang mit Schwangerschaft und Beruf gesetzlich geregelt. Gleichzeitig versucht der Staat, durch finanzielle Anreize die Kosten einer Schwangerschaft zu mindern und so die Geburtenrate wieder anzuheben.

Statistische Daten

Im Jahr 2008 lebten in Deutschland 20,5 Millionen Mütter im Geburtenjahrgang von 1933 bis 1992. Die Geburtenziffer betrug 2008 durchschnittlich 1,38 Kinder pro Frau. Besonders im Vergleich zu den 60er und 70er Jahren hat diese Zahl stark abgenommen. In der Nachkriegszeit betrug die Geburtenziffer durchschnittlich bis zu 2,5 Kinder pro Frau.

Dafür ist die Sterblichkeit unter Säuglingen in den letzten 40 Jahren stark zurückgegangen. Starben vor 40 Jahren noch 4 % der Neugeborenen während oder kurz nach der Geburt, ist dieses Risiko auf 0,4 % gesunken.

Im Jahr 2009 lebten insgesamt 13,3 Millionen minderjährige Kinder in 8,2 Millionen Familien. In 72 % der Fälle wurde in diesen Familien eine Ehe geführt. 19 % der Kinder wurden nur durch einen Elternteil großgezogen und 9 % der Familien lebten in Lebensgemeinschaften. Der Anteil der Alleinerzieher ist damit gestiegen. Im Jahr 1996 konnte hier noch ein Anteil von gut 14 % gemessen werden.

Zu den familiären Lebensformen in Deutschland lässt sich sagen, dass im Jahr 2009 13,3 Millionen minderjährige Kinder in 8,2 Millionen Familien lebten. In 72 % der Fälle wurde in diesen Familien eine Ehe geführt. 19 % der Kinder wurden nur durch einen Elternteil großgezogen und 9 % der Familien lebten in Lebensgemeinschaften. Der Anteil der Alleinerzieher ist damit gestiegen. Im Jahr 1996 konnte hier noch ein Anteil von gut 14 % gemessen werden.

Familie, Schwangerschaft und Beruf

Die statistischen Daten zeigen einen Wandel der Familienstruktur, für den hauptsächlich die folgenden Gründe angeführt werden:

  • In landwirtschaftlich und vorindustriell geprägten Zeiten war die Geburt von Kindern eine wichtige Grundlage der Existenzsicherung. So wurde sichergestellt, dass alte Familienmitglieder durch die Arbeit der jungen versorgt werden.
  • In dem auf Individualisierung und die Erhaltung von persönlichen Freiheiten ausgerichteten heutigen Zeitalter können Kinder vielfach als Behinderung der Lebens- und Karriereplanung, aber auch als Einkommensrisiko angesehen werden.
  • Durch die zunehmende Gleichstellung der Frau hat sich ihre Rolle in der Gesellschaft stark verändert. Hieraus resultiert immer häufiger eine Kinderlosigkeit, die besonders bei jüngeren Generationen zu beobachten ist. Gerade für berufstätige Schwangere stellt sich die Frage, wie sich Kinderwunsch und Karriere kombinieren lassen.

Rechtliche Fragen für berufstätige Schwangere

Durch die Schwangerschaft wird für Frauen eine besondere Situation im Arbeitsleben hergestellt, mit der auch rechtliche Fragen einhergehen. Im konkreten Fall sollte ein Anwalt konsultiert werden. Die folgenden Fragen dienen keinesfalls der Rechtsberatung, sondern geben lediglich eine Übersicht über die Rechtssituation.

Ist die Frage nach einer aktuellen Schwangerschaft im Bewerbungsgespräch erlaubt?

Diese Frage wird als Diskriminierung ausgelegt und ist daher grundsätzlich nicht erlaubt. Wird sie trotzdem gestellt, darf die Bewerberin die Unwahrheit sagen, ohne dass ihr später daraus rechtliche Konsequenzen drohen.

Ist dem Arbeitgeber eine Schwangerschaft anzuzeigen?

Es gibt lediglich eine Soll-Vorschrift im Mutterschutzgesetz (MuSchG), das viele weitere Bestimmungen zum Thema Schwangerschaft enthält. Erfährt der Arbeitgeber von der Schwangerschaft, muss er dies der zuständigen Aufsichtsbehörde, zum Beispiel der Gewerbeaufsicht, mitteilen. Diese sorgt für die Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen.

Kann die Schwangerschaft zu einem Beschäftigungsverbot führen?

Hierbei muss eine Unterscheidung zwischen allgemeinen und individuellen Beschäftigungsverboten getroffen werden.

Das allgemeine Beschäftigungsverbot gilt für Arbeiten, die generell zu einer Gefährdung der Gesundheit führen können – zum Beispiel im Bereich der Forschung. Dieses Verbot gilt sowohl für Schwangere als auch für Stillende.

Das individuelle Beschäftigungsverbot ist mit der persönlichen Lage der Schwangeren verbunden und wird über ein ärztliches Attest ermittelt. So kann die Tätigkeit in einer Röntgen-Abteilung die Gesundheit von Mutter und ungeborenem Kind beeinträchtigen. Auch psychischer Stress, zum Beispiel bei der Arbeit im Strafvollzug, kann dazugehören. Ein ärztliches Beschäftigungsverbot untersagt die Ausführung solcher gefährdenden Arbeiten.

Konkret führen zum Beispiel die folgenden Situationen und Tätigkeiten zu Verboten, wie sie im Mutterschutzgesetz (MuSchG) aufgeführt sind:

  • schwere körperliche Arbeit
  • Arbeit im Akkord
  • Arbeit am Fließband mit festgelegtem Arbeitstempo
  • regelmäßiges Heben und Befördern von schwereren Lasten über 5 kg oder gelegentliches Heben und Befördern von Lasten über 10 kg
  • häufiges Strecken und Beugen des Körpers
  • Überschreitung einer Arbeitszeit von 8 ½ Stunden am Tag oder 90 Stunden in zwei Wochen
  • Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen und zwischen 20.00 und 6.00 Uhr

Ist eine Kündigung aus Gründen der Schwangerschaft möglich?

Junge Mütter und Schwangere haben generell bis vier Monate nach der Geburt des Kindes einen Kündigungsschutz. Dies gilt auch nach einer Fehlgeburt. Um den Schutz zu erhalten, muss der Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert sein. Dies kann allerdings bis zu zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung geschehen. Wird diese Frist ohne Verschulden der schwangeren Person überschritten, ist der Kündigungsschutz auch danach noch wirksam. Ausnahmen sind möglich, wenn der betroffene Arbeitsplatz wegfällt oder die Schwangere eine Straftat am Arbeitsgeber verübt hat. Eine Kündigung muss allerdings auch dann erst durch die zuständige Landesbehörde genehmigt werden.

Kann der Arbeitgeber die Zeit im Mutterschutz vom Urlaub der betroffenen Person abziehen?

Die Zeit im Mutterschutz gilt als Beschäftigungszeit und kann nicht vom Urlaub abgezogen werden. Vielmehr können Urlaubstage, die durch den Mutterschutz nicht genommen werden konnten, später nachgeholt werden. Frauen können auf eigenen Wunsch auch während der Zeit im Mutterschutz, vor der Geburt, arbeiten. Die Mutterschutzfrist umfasst nicht weniger als 14 Wochen. Sie beginnt in der Regel sechs Wochen vor der Geburt und endet acht Wochen danach.

Welche Leistungen erhält die schwangere Person?

Der Arbeitgeber zahlt bei ganzem oder teilweisem Ausfall der Arbeitskraft, zum Beispiel durch ein Beschäftigungsverbot außerhalb der Mutterschutzfrist, den durchschnittlichen Lohn der letzten 13 Wochen oder drei Monate vor Beginn der Schwangerschaft. Besondere Leistungen und Zulagen (Nachtzuschlag, vermögenswirksame Leistungen, etc.) werden bei der Errechnung berücksichtigt.

In den Zeiten der Mutterschutzfrist, die kurz vor und nach der Geburt gilt, werden die Leistungen von dem zuständigen Sozialversicherungsträger und dem Arbeitgeber erbracht. Auch hier ergibt die Kombination der Leistungen wieder den Durchschnittslohn der letzten drei Monate vor der Schwangerschaft.

Elternzeit und Elterngeld

Im Laufe einer Schwangerschaft stellt sich eine Reihe von Fragen, die beantwortet werden müssen. Wer kümmert sich wann um das Neugeborene und den Haushalt und woher kommt das Geld? Der Gesetzgeber hat dafür einige Regelungen geschaffen, um Erziehungswillige zu unterstützen und zu schützen und damit Anreize zur Familiengründung zu schaffen:

Hinter dem Begriff der Elternzeit, die früher auch Erziehungsurlaub genannt wurde, verbirgt sich die Möglichkeit für einen Elternteil, bis zum Ende des dritten Lebensjahres komplett oder zum Teil für das Kind daheim zu sorgen. Auf diese unbezahlte Freistellung haben Eltern einen Rechtsanspruch.

Teilen sich beide Elternteile die Zeit, darf jeder zwischen 15 und 30 Stunden pro Woche weiterarbeiten. Wichtig ist, die Elternzeit samt Länge und Umfang mindestens sieben Wochen vor gewünschtem Eintritt anzumelden.

Kompromisslösungen können sich in Absprache mit dem Arbeitgeber ergeben. Gegebenenfalls ist es möglich, flexible Teilzeit-Modelle zu nutzen, die vom Arbeitgeber angeboten werden.

Außerdem ist es möglich, Elterngeld zu beantragen, was zwei Drittel eines wegfallenden Einkommens ersetzen kann – bis zu einem Maximum von 1.800 Euro. Um einen Anspruch auf Elterngeld zu erhalten, muss das Kind selbst betreut werden. Eine Arbeit in Teilzeit ist weiterhin möglich. Das Elterngeld wird maximal 14 Monate ab der Geburt gezahlt – 12 Monate für eines der Elternteile und weitere zwei Monate, wenn sich beide Eltern die Elternzeit teilen.

Für die Zeit des Wiedereinstiegs in das Berufsleben sollten sich Eltern frühzeitig um Betreuungsangebote wie Krippenplätze kümmern, da hier oft eine lange Vorlaufzeit besteht.


Schwangerschaftsverlauf

mehr

Übersicht

Der Verlauf einer Schwangerschaft ist in den meisten Fällen ähnlich. Sie beginnt mit der Befruchtung einer Eizelle. Manche Frauen spüren bereits vor dem Ausbleiben der ersten Periode eine Veränderung in Körper und Geist.

  • Mit dem ersten Trimenon (Schwangerschaftsdrittel), also im 1.-3. Monat, beginnt die hormonelle Umstellung der Frau. Übelkeit und Erbrechen sind übliche Phänomene. Vielfach wird gerade diese Zeit von Frauen als besonders anstrengend empfunden.
  • Im zweiten Trimenon kommt es zu einem starken Größenwachstum des ungeborenen Kindes. Der Schwangerschaftsbauch ist nun immer deutlicher zu sehen. In dieser Phase sinkt das Risiko stetig weiter, eine Fehlgeburt zu erleiden.
  • Das dritte Trimenon ist von einer starken Gewichtszunahme des Fötus geprägt. Die Organe sind nun weitestgehend funktionsfähig. Damit ist eine gute Überlebenschance für Frühgeburten bereits gegeben.

Schwangerschaftserkennung

Neben dem Ausbleiben der Monatsblutung gibt es weitere Anzeichen, die auf eine Schwangerschaft hindeuten können. Die hormonelle Umstellung des Körpers macht sich bereits vorher bemerkbar. Zu den Anzeichen gehören:

  • schnelle Ermüdung
  • Krämpfe im Bauchbereich
  • häufiger Harndrang
  • Spannungsgefühle in den Brüsten

Ist die Schwangerschaft weiter fortgeschritten, kommen auch die folgenden Symptome vor:

  • Morgenübelkeit sowie Unwohlsein über den Tag
  • Erbrechen
  • Schwindelgefühle
  • Änderung des Appetitverhaltens
  • Sodbrennen
  • häufiger Wechsel der Stimmungslage

Sicherheit, ob eine Schwangerschaft vorliegt, kann ein Schwangerschaftstest aus der Apotheke oder Drogerie bringen. Gängig ist der Urintest. Zwei Wochen nach der Befruchtung kann dieses Verfahren in der Regel ein Hormon nachweisen, das nur durch Zellen der Plazenta (Mutterkuchen) gebildet wird. Der Name des Hormons lautet Human Chorionic-Gonadotropin (HCG) und kommt sowohl in Blut als auch im Urin von Schwangeren vor. Der Testvorgang ist einfach. Ein Teststreifen wird entweder direkt während des Toilettengangs in den Urinstrahl oder in ein mit Urin gefülltes Gefäß gehalten. Wenige Minuten später zeigt der Test, wie im Beipackzettel beschrieben, ein positives oder negatives Ergebnis. Morgenurin ist besonders gut geeignet, um sichere Ergebnisse zu erzielen. Trotzdem sollte der Test, um einen Fehler zu vermeiden, einige Tage im Anschluss wiederholt werden. Schnelltests werben damit, bereits fünf Tage nach Zeugung ein Ergebnis ermitteln zu können. Die Fehlerquoten sind hier allerdings höher.

Sicherer ist ein Bluttest beim Frauenarzt. Dieser Test besitzt ungefähr 1 ½ Wochen nach der Befruchtung eine extrem hohe Genauigkeit. Versicherte haben in der Regel einen kostenlosen Anspruch auf eine solche Untersuchung.

Neben diesen Tests ist auch eine gynäkologische Analyse beim Frauenarzt möglich. Er erkennt typische Veränderungen von Scheide, Schambereich und Gebärmutter.

Durch Ultraschall lässt sich die Schwangerschaft lokalisieren und so eine Eileiterschwangerschaft, bei der sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter befindet, ausschließen. Als normaler Schwangerschaftstest wird der Ultraschall-Einsatz allerdings nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Monat 1-3

Beim Eisprung der Frau, der etwa 14 Tage vor der nächsten Periode stattfindet, wandert in der Regel eine Eizelle vom weiblichen Eierstock bis in den Eileiter. Hier kann die Eizelle von einem Spermium befruchtet werden.

Nach der erfolgreichen Befruchtung der Eizelle wird diese über die sogenannten Flimmerhärchen der Eileiterwand innerhalb von ungefähr vier Tagen in die Gebärmutter befördert. Hier nistet sich die Zellkugel, mittlerweile so groß wie ein Stecknadelkopf, in die Schleimhaut der Gebärmutter ein. Die Verbindung mit dem Kreislauf der Mutter sichert die Ernährung.

Ab der 11. Woche der Schwangerschaft versorgt die neu gebildete Plazenta das Embryo, welches über die Nabelschnur mit ihr verbunden ist. Dieser Verbindungsschlauch bringt es auf einen Durchmesser von 15 mm und eine Länge von ca. 60 cm gegen Ende der Schwangerschaft.

Bereits ab der siebten Woche kann der Herzschlag des Embryos per Ultraschall beobachtet werden. Hirnbereich und Kopf werden nun ausgebildet. Die Arme und Beine treten hervor und die Gliederung des Rückens wird ersichtlich. Die Anlage der meisten Organe ist vorhanden und das Geschlecht, welches schon bei der Zeugung fixiert wurde, wird ebenfalls weiter ausgebildet.

Gegen Ende der achten Woche ist die Fruchtblase voll entwickelt, deren Fruchtwasser den Embryo nun umgibt und schützt. Nach zwei Monaten hat er eine Größe von ca. 2 cm erreicht.

Im dritten Schwangerschaftsmonat beginnen sich die Arme und Beine des Embryos zu bewegen. Überhaupt werden einige der Körperfunktionen gestartet. Magensaft wird produziert und Urin ausgeschieden, Nerven und Muskeln sind miteinander verbunden. Schnell nimmt die Entwicklung von Nase, Ohren, Lippen, Zunge und Augen zu. In der 10. Woche wird der individuelle Fingerabdruck ausgeprägt.

Gegen Ende des dritten Monats ist der Embryo nun ungefähr 5 cm groß. Das Gewicht beträgt etwa 20 g. Ab jetzt wird von einem Fötus gesprochen.

Monat 4-6

Das zentrale Nervensystem des Fötus entwickelt sich weiter und kontrolliert mit der Zeit den Gleichgewichtssinn, Reflexe und Bewegungen. Nun in der Größe eines Hühnereis, beginnt das ungeborene Kind mit Drehbewegungen im Fruchtwasser – die allerdings meist von der Mutter noch nicht bemerkt werden können.

Noch kurze Schlafphasen unterbrechen die ansonsten stetige Aktivität. Liegt der Fötus gerade richtig, so kann der Arzt bereits jetzt, im vierten Monat, durch eine Ultraschalluntersuchung das Geschlecht feststellen.

Die Gewichtszunahme der werdenden Mutter hat unterdessen an Konstanz gewonnen - zwischen einem halben und einem Kilogramm pro Woche durchschnittlich.

Im fünften Monat der Schwangerschaft hat sich das Gehör des Fötus mittlerweile so weit entwickelt, dass er erste Laute wahrnehmen kann. Das ungeborene Kind beginnt zu dieser Zeit häufig mit dem Daumenlutschen und die Mutter kann nun bereits die ersten Bewegungen spüren. Kein Wunder, denn der Fötus ist mittlerweile über 20 cm groß und bringt ein Gewicht von etwa 400 g auf die Waage.

In der Regel haben sich mittlerweile die anfängliche Übelkeit und Erbrechen gelegt.

Die erste Hälfte der Schwangerschaft ist bereits geschafft – und es geht turbulent weiter, denn der Fötus beansprucht weiteren Platz für Bewegungen, die jetzt immer deutlicher spürbar werden.

Ungefähr 700 g beträgt das Gewicht am Ende des sechsten Monats – bei einer Größe von 30 cm.

Monat 7-9

Der Fötus öffnet im siebten Monat häufig zum ersten Mal die Augen. Mit 35 cm Länge, einem Gewicht von ungefähr einem Kilogramm sowie dem voll ausgebildeten Gesicht hätte er bereits außerhalb des Mutterleibs eine Überlebenschance – medizinische Hilfe vorausgesetzt.

Nach nur einem weiteren Monat hat sich das Gewicht des Kindes bei einer Größe von ca. 40 cm wieder verdoppelt. Der zunehmende Druck kann bei Schwangeren in dieser Phase häufiger zu Kurzatmigkeit führen.

Bis zur Geburt ändert sich am Aussehen des Ungeborenen kaum noch etwas. Außer der Lunge, die erst etwas später voll entwickelt ist, sind nun alle Organe einsatzbereit. Um die Lunge zu trainieren, beginnt das Ungeborene mit Übungen, die in Schluckauf münden und von der Mutter gespürt werden können.

Der Fötus bereitet sich durch weitere Gewichtszunahme auf die Geburt vor. Um ca. 200 g je Woche wird das Kind nun schwerer. Durch Trinken und Ausscheiden des Fruchtwassers werden die Körperfunktionen trainiert.

In diesem letzten Teil der Schwangerschaft nehmen die meisten der Kinder eine bestimmte Position ein und liegen nun mit dem Kopf nach unten tiefer im Becker der Mutter. Hat sich das Kind noch nicht in die richtige Position begeben, was in etwa 5 % der Fälle vorkommt, können bestimmte Übungen helfen, die mit Arzt oder Hebamme trainiert werden.

Ist die richtige Drehung unmöglich, zum Beispiel weil die Nabelschnur nicht lang genug ist, kann ein Kaiserschnitt oder die Geburt in Steißlage durchgeführt werden.

Mit einer Größe von 45 cm und über 2.500 g steht das Kind kurz vor der Geburt, die sich auch durch sogenannte Senkwehen erstmals, einige Wochen zuvor, ankündigt. Dabei rutscht der Kopf des Kindes weiter in Richtung des mütterlichen Beckens. Währen der Druck auf die Organe der Mutter nun abnimmt, wird der Druck auf die Blase stärker.

10. Monat

Da im Allgemeinen immer von einer neunmonatigen Schwangerschaft gesprochen wird, klingt ein zehnter Monat erst einmal etwas ungewohnt. In der Medizin beginnt die Berechnung aber nicht mit der Zeugung, sondern mit dem Zeitpunkt der letzten Menstruation. Denn der genaue Zeitpunkt der Zeugung ist nicht klar zu datieren, die letzte Menstruation hingegen schon. Auf die medizinische Berechnung bezieht sich auch die hier vorgenommene Einteilung.

Zum Ende der Schwangerschaft ist das Kind nun durchschnittlich 3.400 g schwer und erreicht eine Größe von ca. 50 cm. Antikörper der Mutter rüsten es nun mit einem Schutz aus, der es vor Infektionen bewahren soll. Dieser Schutz baut im Laufe der Zeit allerdings wieder ab, weswegen auch verschiedene Impfungen nötig werden.


Verhalten während der Schwangerschaft

mehr

Übersicht

Das richtige Verhalten der werdenden Mutter trägt viel dazu bei, dass eine Schwangerschaft angenehm und komplikationsarm verläuft. Die folgenden Aspekte sind dabei von großer Bedeutung:

  • Vorsorgeuntersuchungen geben Gewissheit, dass das ungeborene Kind gesund ist und sich gut entwickelt. Sollte es Probleme oder Defizite geben, kann sofort gegengesteuert werden.
  • Die Ernährung ist ein wichtiger Aspekt während der Schwangerschaft, um das Kind mit Nährstoffen zu versorgen. Durch den Verzicht auf Alkohol, Nikotin und starke Koffeinzufuhr können schädliche Einflüsse von dem Neugeborenen ferngehalten werden.
  • Aspekte wie Sport, Reisen und Sex stärken das körperliche und seelische Wohlbefinden, das sich auch auf das Kind im Mutterleib auswirkt.

Vorsorgeuntersuchungen

Werdende Mütter haben ein Recht auf monatliche Untersuchungen, die der Vorsorge dienen. Ab der 32. Schwangerschaftswoche geht dieser Routinecheck in einen zweiwöchentlichen Rhythmus über.

In der ersten Vorsorgeuntersuchung wird ein Mutterpass ausgestellt. Er enthält alle wichtigen Details über die Entwicklung des Kindes. Die Ergebnisse aller Untersuchungen werden hier eingetragen. So können sich Ärzte und Hebammen ein schnelles Bild der Situation machen. Der Mutterpass sollte immer mitgeführt werden.

Die Krankenversicherung, egal ob gesetzlich oder privat, kommt für Routine-Untersuchungen auf. Solange ein Arztbesuch nur im Rahmen dieser gesetzlichen Vorsorge stattfindet, müssen gesetzlich Versicherte keine Praxisgebühr bezahlen. Arbeitgeber sind verpflichtet, Schwangere hierfür freizustellen. Auch Hebammen können die meisten dieser Untersuchungen durchführen.

Bei einem solchen Routinebesuch wird im Allgemeinen der Blutdruck gemessen und das Gewicht kontrolliert. Der Urin wird zur Erkennung von Zuckererkrankungen und Nierenproblemen ausgewertet und das Blut analysiert, um einen möglichen Eisenmangel schnell zu erkennen. Die Abtastung des Bauchraums gehört ebenfalls zu den Standards. Die Höhe der Gebärmutter und die Lage des Kindes können so erfühlt werden.

Wenn die Schwangerschaft bereits weiter vorangeschritten ist, kann auch ein Cardiotokographie-Gerät hinzugezogen werden. Damit werden die Herztöne des ungeborenen Kindes aufgezeichnet.

Weiterhin sind drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen, welche laut Mutterschaftsrichtlinien von der Krankenkasse bezahlt werden. Diese Untersuchungen können nur von Ärzten durchgeführt werden. So ist es möglich, beispielsweise Größe, Lage, Zahl und Geschlecht der Kinder festzustellen.

Pränataldiagnostik

Unter Pränataldiagnostik werden Verfahren verstanden, die speziell die Schädigung von Erbanlagen untersuchen. So können vor der Geburt manche Fehlentwicklungen oder Erkrankungen abgesehen werden. Ein Komplett-Schutz ist die Pränataldiagnostik allerdings nicht – denn nicht alle Krankheiten können im Mutterleib geheilt werden.

Gängig sind folgende beiden Tests:

  • Nackentransparenztest: Neben der ersten Ultraschalluntersuchung kann durch diesen Test das Risiko eingeschätzt werden, ob beispielsweise eine Chromosomenstörung vorliegt. Es handelt sich um eine Abschätzung des Risikos, das mit Hilfe von statistischen Daten von einer Computer-Software ermittelt wird. Der Test gibt also lediglich einen Hinweis, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte.
  • Ersttrimestertest: Bei diesem Test werden die Daten des Nackentransparenztests und außerdem die Ergebnisse von Bluttests gebündelt und ebenfalls von einer Computer-Software ausgewertet. Das Programm liefert einen statistischen Risikowert – zum Beispiel für die Schädigung des Erbguts (Down-Syndrom).

Um auffällige Testergebnisse weiter zu erforschen, sind invasive, in den Körper eindringende, Verfahren möglich. Besteht eine medizinische Notwendigkeit, wird das von den Krankenkassen bezahlt. Die Anwendung solcher Methoden bringt allerdings einige Schwierigkeiten mit sich. Zum einen stellen sich ethische Fragen. Wie reagieren die Eltern, wenn sie von einer möglichen Behinderung ihres Kindes erfahren? Ist der Schwangerschaftsabbruch der richtige Weg? Oft ist kaum einzuschätzen, wie stark der Grad der Behinderung wirklich ist. Zum anderen erhöhen die invasiven Methoden die Gefahr einer Fehlgeburt.1

Drei der wichtigsten Verfahren der invasiven Pränataldiagnostik:

  • Fruchtwasseruntersuchung. Eine Hohlnadel wird durch den Bauch in die Fruchtblase eingeführt, um hier zu Testzwecken Fruchtwasser zu entnehmen. Das Ergebnis ist nach ca. zwei Wochen zu erwarten. Durch diese Methode sollen Auffälligkeiten weiter untersucht werden, die sich bei vorherigen Tests, wie Ultraschall-Kontrollen, ergeben haben. Durch die Methode der Fruchtwasseruntersuchung entsteht ein Risiko von 0,5 bis 2 %, dass es zu einer Fehlgeburt kommt.

  • Chorionzottenbiopsie. Um Sicherheit über mögliche Stoffwechselerkrankungen oder vererbliche Krankheiten zu erhalten, wird eine Hohlnadel durch den Bauch in den Mutterkuchen eingeführt und eine Gewebeprobe entnommen. Der untersuchte Chromosomensatz gibt innerhalb von ca. acht Tagen Aufschluss. Auch hier liegt das Risiko einer Fehlgeburt zwischen 0,5 und 2 %.

  • Nabelschnurpunktion. Hierbei wird das Blut des Fötus mit einer Nadel aus der Nabelschnur entnommen. Hinweisen auf Infektionen und Erbkrankheiten kann so innerhalb von ca. drei Tagen nachgegangen werden. Außerdem wird diese Untersuchung angewendet, wenn die Fruchtwasseruntersuchung zu keinem klaren Ergebnis gekommen ist. Die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt wird noch stärker erhöht. Sie liegt bei 1 bis 3 %.

Ernährung

Gerade zu Beginn der Schwangerschaft wird eine Versorgung mit ausreichend Folsäure, einem B-Vitamin, und Jod empfohlen. Diese Stoffe sind wichtig für Prozesse, die mit dem Wachstum und der Zellteilung des Embryos zusammenhängen. Gemüse, Vollkorn und Früchte enthalten Folsäure. Jod wird über spezielles Speisesalz oder gegebenenfalls über Tabletten aufgenommen.

Ein Eisendefizit, gerade bei Vegetarierinnen, tritt bei werdenden Müttern häufig auf. Daher wird die Versorgung auch im Mutterpass festgehalten. Die Regel ist, dass sich tierisches Eisen besser verwerten lässt als pflanzliches. Um die Aufnahme von pflanzlichem Eisen zu verbessern, sollten der Nahrung Frucht- und Milchsäure hinzugefügt werden. Aus einem Salat, der beispielsweise mit dem Saft einer Zitrone beträufelt wird, kann der Körper besser das notwendige Eisen extrahieren.

Zu nennen sind weiterhin die lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäuren, die der Körper nicht selber herstellen kann. Sie sind besonders in Fischen wie Lachs, Makrele oder Hering enthalten, aber auch in Raps- oder Sojaöl.

Weitere Ernährungs-Tipps:

  • Frische Nahrung wie Obst und Gemüse ist generell eine gute Idee. Fünf Portionen am Tag gelten als ideal.

  • Eine gesunde Ernährung ist abwechslungsreich und vielseitig. Auf dem Speiseplan sollten daher Vollkornprodukte (Müsli, Brot, Kartoffeln mit Schale oder Hülsenfrüchte) nicht fehlen, um für die ausreichende Versorgung mit Ballaststoffen zu sorgen. Auch einer Verstopfung, die häufig in der Schwangerschaft auftritt, kann so entgegen gewirkt werden. Starke Blähungen sind hingegen ein Zeichen, die Zufuhr zu verringern.

  • Das Essen von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln, wie Süßigkeiten, Kuchen oder Weißmehlprodukten, sollte mit Bedacht und sparsam erfolgen. Sie werden auch als „leere“ Kohlenhydrat-Träger bezeichnet, die wenig gesunde Begleitstoffe wie Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe mitführen.

  • Spurenelemente und Kalzium lassen sich in 2-3 täglichen Portionen durch Produkte mit Milchanteil (Joghurt, Quark, Käse) aufnehmen. Auch fettarme Milch ist gut geeignet. Auf rohe Milch und rohe Eier sollte in Hinblick auf Infektionsgefahren mit beispielsweise Salmonellen verzichtet werden.

  • Fett und Öl steht auch auf dem Speiseplan. Allerdings sollte der Verzehr in Maßen erfolgen. Pflanzliche Fette sind tierischen vorzuziehen. Zwischen 80 und 100 g Fett, über alle Nahrungsmittel verteilt, ergeben sich so für den täglichen Bedarf – je nach Aktivitätsniveau und Körpergröße.

  • Bioprodukte sind in der Regel schadstoffärmer als andere Lebensmittel.

  • Der Verzehr von rohem Fleisch birgt das Risiko einer Parasiteninfektion wie Toxoplasmose.

  • Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag sind gut verträglich.

  • Der Wasserbedarf des Körpers ist in der Schwangerschaft erhöht. Zwei bis drei Liter täglich gelten als Mindestbedarf. Gut ist Leitungs- oder natriumarmes Mineralwasser. Auch Fruchtschorlen sowie Tee (wie Kräuter- oder Früchtetee) sind geeignet, soweit nicht zu viel Zucker hinzugegeben wird. Schwarzer Tee und Kaffeeprodukte sollten weniger konsumiert werden.

  • Auf das Trinken von Alkohol sollte aus gesundheitlicher Sicht verzichtet werden, denn Alkohol erreicht durch die Plazenta die Blutbahn des Embryos. Mutter und ungeborenes Kind „teilen“ sich so einen Alkoholspiegel. Alkohol schädigt den Embryo allerdings deutlich mehr als die Mutter. Starker Konsum kann zu Fehlbildungen und einer Verzögerung des Wachstums führen. Aber auch schon vor der Zeugung kann Alkohol einigen Schaden anrichten – zum Beispiel durch die Schädigung der Samenzellen des späteren Vaters.

Besondere Beachtung sollte während der Schwangerschaft Zähnen und Zahnfleisch zuteilwerden. In den ersten Monaten nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass es zu Entzündungen des Zahnfleischs kommt. Der höhere Östrogenspiegel führt zu einer stärkeren Durchblutung des Zahnfleischs. Hierdurch wiederum kann es zu Lockerungen im Zahnbett kommen. Eine gute Hygiene im Mundbereich beugt diesen Erscheinungen vor.

Sport

Treten keine Komplikationen in der Schwangerschaft auf, ist Sport in jedem Fall zu empfehlen. Der sportliche Ausgleich sorgt für einen besseren Kreislauf und führt zur Entlastung der Bänder und Muskeln. Durch die sportliche Aktivität wird der Fötus im Bauch mit mehr Sauerstoff versorgt.

Dabei sollte allerdings nicht übertrieben werden. Die Intensität sollte nur so hoch sein, dass während des Sports noch eine normale Unterhaltung geführt werden kann und der Puls bei maximal 145 liegt. Geeignete Sportarten sind Schwimmen, Radfahren, Walken, moderates Krafttraining, Gymnastik oder ganz einfaches Spazierengehen. Wichtig ist dabei eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Reisen

Gut geeignet für Reisen und Ausflüge sind die Zeiten um den fünften Schwangerschaftsmonat. Hier sind viele der üblichen Beschwerden zu Beginn der Schwangerschaft bereits abgeklungen und der Bauch ist noch nicht so voluminös, dass er zu stark stören würde.

Zu empfehlen ist weiterhin, die Reise in ein Gebiet zu verlagern, das ähnliche klimatische Bedingungen aufweist wie die Heimat. So muss sich der Körper nach einer strapaziösen Phase nicht ein weiteres Mal umgewöhnen. Medizinische Einrichtungen sollten außerdem vorhanden sein, damit im Notfall Behandlungen möglich sind oder Routineuntersuchungen durchgeführt werden können.

Bei längeren Flügen helfen Kompressionsstrümpfe, die Durchblutung in den Beinen zu fördern. Auch einfache Übungen, wie das mehrfache Heben der Zehen oder Gewichtsverlagerungen auf die Ferse und ein Abrollen auf die Zehen, können guttun. In Flughöhe ist allerdings mit einer größeren Belastung durch Strahlen zu rechnen.

Der Mutterpass sollte bei einer Reise bereitgehalten werden, denn er kann auf Wunsch des Personals eingesehen werden. Um die 35. Woche der Schwangerschaft kann eine Beförderung abgelehnt werden, um das Risiko einer frühzeitigen Geburt im Flugzeug zu vermeiden.

Bei längeren Autofahrten sollten Pausen im Abstand von zwei Stunden für genügend Bewegung sorgen. Bahnreisen sind die bessere Alternative zum Autofahren.

Sex

Aus medizinischer Sicht gibt es keinen Grund, warum während der Schwangerschaft auf körperliche Liebe verzichtet werden sollte. Durch die in der Schwangerschaft ausgeschütteten Hormone und die Veränderungen im Bereich der Klitoris und Vagina erleben viele Frauen den Sex jetzt sogar als besonders reizvoll. Der Genitalbereich hat eine bessere Durchblutung und Erregbarkeit. Außerdem tritt im Bereich der Scheide eine vermehrte Sekretabsonderung auf und die Vagina wird eher feucht.

Aber auch eine temporäre Lustlosigkeit kann auftreten und sollte von beiden Partnern akzeptiert werden.

Die Meinung, dass das ungeborene Kind durch bestimmte Stellungen oder besonders lustvollen Sex beeinträchtigt werden könnte, gilt als überholt. Das Kind ist durch mehrere Muskelschichten, Gewebe, Fruchtwasser und die Gebärmutter während der gesamten Schwangerschaft bestens geschützt.

Auf Sex verzichtet werden sollte allerdings bei:

  • verfrühten Wehen
  • Blutungen
  • einer verfrühten Öffnung des Muttermundes

Risikofaktor Rauchen

13 % aller werdenden Mütter in Deutschland sind zu Beginn ihrer Schwangerschaft Raucherinnen. Der Ausstieg während der Schwangerschaft gelingt 25 % – allerdings nicht für immer. Rund 70 % sind spätestens ein Jahr nach der Geburt wieder zu ihrer alten Gewohnheit zurückgekehrt. Die Stärke der Abhängigkeit variiert recht deutlich. Jeweils ein ungefähres Drittel raucht zwischen 1-5, 6-10 und 11-20 Zigaretten am Tag.

Rauchen ist nicht nur schädlich für die Mutter, sondern vor allem für das ungeborene Kind. Daher ist es nur zu empfehlen, so schnell wie möglich damit aufzuhören. Wenn ein konkreter Kinderwunsch besteht, kann die Entwöhnung im besten Fall auch schon vor dem Eintritt der Schwangerschaft vorgenommen werden. Ein sofortiger Rauchstopp ist ideal. Auch ein langsamer Ausstieg ist eine Möglichkeit – und in jedem Fall besser als kein Ausstieg.

Das Argument, dass die Entzugserscheinungen bei sofortigem Rauchstopp negative Auswirkungen auf das Kind haben, gilt als nicht stichhaltig. Die schädlichen Auswirkungen des Rauchens sind in jedem Fall stärker. Denn eine schlechtere Sauerstoffversorgung ist nur eines der Probleme, die während der Schwangerschaft auftreten können. Weitere Beispiele sind:

  • Verdoppelung des Risikos einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter

  • Erhöhung des Risikos von Fehl- oder Frühgeburten

  • Verdoppelung des Risikos einer Totgeburt

  • verfrühtes Platzen der Fruchtblase mit dem Risiko von Infektionen und Fehlgeburten

  • Verdeckung des Gebärmutterausgangs durch den Mutterkuchen und vorzeitige Ablösung der Plazenta mit der Folge von Blutungen, die lebensbedrohlich für Mutter und Kind sein können

Im Tabakrauch enthaltene Substanzen stehen außerdem im Verdacht, die Atmung des Kindes zu beeinträchtigen sowie das Risiko auf einen frühen Kindstod, ein geringes Saugvermögen, Koliken, unruhiges Verhalten und Erbrechen zu erhöhen. Weiterhin sind ein geringeres Geburtsgewicht, ein kleinerer Umfang des Kopfes der Neugeborenen, ein geringeres Wachstum und Fehlbildungen bei Kindern von Raucherinnen zu verzeichnen.

Auch nach der Geburt kann Müttern nur empfohlen werden, während der Stillzeit nicht zu rauchen oder die Zahl der Zigaretten so weit wie möglich zu reduzieren. Schon das Einlegen von temporären Rauchpausen reduziert Schadstoffe in der Milch.

Die folgenden wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden in der Vergangenheit gewonnen:

  • Bei einem Verbrauch von mehr als 10-15 Zigaretten am Tag wird die Milchproduktion deutlich gehemmt. Jemehr Zigaretten geraucht werden, desto ausgeprägter sind die Auswirkungen.
  • Die Dauer der Stillzeit und die Bereitschaft zum Stillen werden durch das Rauchen reduziert.

Wie das Blut einer Raucherin enthält auch die Muttermilch zahlreiche Substanzen, die durch die Zigarette induziert werden. Nikotin tritt in der Muttermilch sogar stärker auf. Darüber hinaus gelangt so eine größere Menge an krebserregenden Stoffen in den Körper des Säuglings – wie Schwermetalle oder Dioxine.


Probleme in der Schwangerschaft

mehr

Übersicht

Wenn es in der Schwangerschaft zu Problemen kommt, ist es wichtig, besonnen zu reagieren. Eine professionelle Beratung hilft, mögliche Risiken bestmöglich einzuschätzen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Gegen eine Vielzahl von Krankheiten gibt es erfolgreiche Behandlungsmethoden, welche die Mutter und auch das ungeborene Kind von Anfang an schützen. Viele Tests werden schon durch Standard-Behandlungen in Vorsorgeuntersuchungen von den Krankenkassen abgedeckt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) weitere Maßnahmen durchführen zu lassen.

Auch wenn häufig von Risikoschwangerschaften die Rede ist, kommen 97 % aller Neugeborenen problemlos und gesund auf die Welt. Der medizinische Fortschritt hat dafür gesorgt, dass die Zahl der Fehlgeburten stetig abnimmt.

Vorsorgeuntersuchungen zur Minimierung von Risiken

Während der Vorsorgeuntersuchungen werden Tests auf verschiedene gängige Krankheiten durchgeführt. Einige dieser Untersuchungen sind als Standard zu bezeichnen und werden auf Kosten der Krankenkasse durchgeführt. Andere Tests sind sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die von den Patienten selbst gezahlt werden müssen.

Zu den Erkrankungen, auf die Schwangere standardmäßig untersucht werden, gehören:

  • Chlamydien. Diese Krankheit kann durch Sex übertragen werden und ist nicht einfach zu erkennen. Chlamydien können zu einer Frühgeburt führen. Daher werden Antibiotika zur Bekämpfung eingesetzt.

  • Hepatitis B. Diese ebenfalls durch den sexuellen Kontakt übertragbare Krankheit kann zu Früh- und Totgeburten führen. Die Krankheit kann auf das Kind übertragen werden.

  • Syphilis. Auch diese Infektionskrankheit kann durch sexuellen Kontakt übertragen werden und auf das ungeborene Kind übergreifen. Die Krankheit führt zu einer steigenden Rate bei Totgeburten oder zu Schädigungen des Kindes.

  • HIV. Auf die Immunschwächekrankheit wird als Teil der Vorsorge getestet, wenn die Mutter dies wünscht. Dank medizinischer Behandlungen sind aktuell unter 5 % der Kinder von HIV positiven Müttern ebenfalls infiziert.

Zu den IGeL-Tests gehören:

  • Toxoplasmose: Über Erreger im Katzenkot oder durch den Verzehr von rohem Fleisch kann diese parasitäre Infektionskrankheit übertragen werden. Gerade bei Schwangeren kann sich eine Infektion stärker auswirken und zu Beschwerden ähnlich wie bei einer Grippeinfektion führen. Die Behandlung durch einen Arzt ist daher wichtig.
  • Listeriose: Dieser bakterielle Infekt wird durch Lebensmittel übertragen. Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen können als Folge bei ungeborenen Kindern ausgelöst werden. Besonders rohes Fleisch und rohe Milchprodukte gilt es zu meiden.

Zerstreutheit und psychische Belastungen

Ein leidiges Phänomen ist eine gewisse Zerstreutheit während der Schwangerschaft, die durch die Hormonumstellung zu erklären ist und sich mit der Zeit wieder gibt.

Durch die psychischen Belastungen, die durch die neue Situation und die notwendige Planung der Zukunft entstehen, kann der sogenannte Baby-Blues auftreten. Dieses Stimmungstief in den ersten Wochen nach der Geburt ist ebenfalls vor allem durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft zu erklären und vergeht sehr schnell wieder.

Manchen Müttern fällt es schwer, Freude über den Nachwuchs zu empfinden. Es wäre falsch, sich hierfür zu schämen. Viel besser ist es, diese Probleme direkt anzugehen. Gespräche mit qualifiziertem Fachpersonal wie Hebammen, Ärzten und Psychologen und auch mit dem Partner helfen dabei, solche schwierigen Phasen zu überwinden.

Austritt von Fruchtwasser

Bei vorzeitigem Austritt von Fruchtwasser kann es dazu gekommen sein, dass das Kind mit dem Kopf bereits in Richtung Becken gerutscht ist. In diesem Fall tritt eine geringe Menge Fruchtwasser aus. Der behandelnde Arzt beziehungsweise die zuständige Hebamme sollte sicherheitshalber aufgesucht werden.

Wenn die Fruchtblase in einem früheren Stadium platzt und das Kind noch weiter oben im Körper liegt, tritt ein größerer Wasserschwall aus. In einem solchen Fall ist der Transport mit einem Krankenwagen in die nächstgelegene Klinik notwendig. Eine liegende Haltung und zwei Kissen unter dem Gesäß verhindern in der Zwischenzeit, dass das Kind noch weiter ins Becken rutscht und womöglich die Nabelschnur abdrückt.

Gewichtszunahme

Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat kommt es zur Gewichtszunahme, denn der Kalorienbedarf liegt dann bei ungefähr 250 Kilokalorien zusätzlich. Das entspricht einer Brotscheibe mit Käsebelag oder einem Müslibecher.

Die Zunahme von 1 bis 1,5 kg im Monat ist während der Schwangerschaft durchaus Standard. Damit nehmen Frauen durchschnittlich zwischen 12 und 18 kg in der Schwangerschaft zu.

Sollte die schwangere Frau schon zuvor übergewichtig sein, ist jetzt die falsche Zeit, um über eine Diät nachzudenken. Essen nach Diätplan gefährdet die Versorgung des ungeborenen Kindes mit Nährstoffen.

Ob sich die Gewichtszunahme im normalen Rahmen abspielt, kann mit Hilfe des BMI überprüft werden.

Schwangerschaftsabbruch

Aus rechtlicher Sicht sind die folgenden Voraussetzungen für einen Schwangerschaftsabbruch bindend:

  • Es muss eine Beratung erfolgt und von einer anerkannten Stelle bescheinigt worden sein.
  • Der Abbruch der Schwangerschaft darf nicht früher als vier Tage nach der Beratung stattfinden.
  • Der Abbruch muss bis zum Ablauf der 12. Woche nach der Zeugung erfolgen.

Eine verpflichtende Beratung ist nicht nötig, wenn eine kriminologische Indikation (Schwangerschaft durch Vergewaltigung) oder eine medizinische Indikation (zum Beispiel bei gesundheitlichen Gefahren für die Mutter) vorliegt. Bei der medizinischen Indikation darf ein Abbruch auch nach der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Risikoschwangerschaft

Die bekannten Risikofaktoren für eine Schwangerschaft nehmen mit dem Fortschritt der medizinischen Forschung kontinuierlich zu. Werden alle Faktoren berücksichtigt, können daher fast 4 von 5 Schwangeren als Risikoschwangere eingestuft werden. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass 97 % aller Kinder ohne jegliche Beeinträchtigung zur Welt kommen.

Ein Faktor, der beim Begriff der Risikoschwangerschaft häufig genannt wird, ist das Alter. Tatsächlich ist es so, dass mit steigendem Alter auch die Wahrscheinlichkeit zunimmt, eine Fehlgeburt zu erleiden. Während Frauen bis 34 eine durchschnittliche Fehlgeburtenquote von weniger als 15 % aufweisen, steigt dieser Wert bei Frauen zwischen 38 und 40 beispielsweise auf 25 %. Auch die generelle Fruchtbarkeit bei Frauen nimmt mit dem Alter ab. Während in der Gruppe zwischen 30 und 34 ca. 15 % der Frauen eine Infertilität aufweisen, so liegt die Rate bei 35- bis 39-Jährigen schon bei 30 %.


Planung und Ablauf der Geburt

mehr

Übersicht

Die Geburt ist ein außergewöhnliches und aufregendes Ereignis. Darum ist es für werdende Mütter äußerst sinnvoll, bestmöglich darauf vorbereitet zu sein. So kann dem Stress von Anfang an entgegengewirkt werden. Ein Koffer, gepackt mit den Dingen, die für einen Aufenthalt im Krankenhaus wichtig sind, sollte in den letzten Wochen der Schwangerschaft immer bereit stehen.

Von Bedeutung ist weiterhin:

  • die Festlegung auf eine Begleitperson zum Geburtsort
  • die Wahl eines Geburtsorts
  • die Kenntnis über den Ablauf einer Geburt
  • die Kenntnis über die einzelnen Geburtsarten

Eine Geburt erfordert auch Organisatorisches wie Namensgebung und Behördengänge.

Die Fixierung auf den errechneten Geburtstermin bedeutet unnötigen Stress. Nicht mehr als 4 % der Kinder kommen genau zu diesem Datum zur Welt. 4 von 5 Kindern liegen mit ihrer Geburt bis zu zwei Wochen um diesen Termin herum.

Vorbereitung

Zur Vorbereitung der Geburt gehört, dass alle wichtigen Dinge und Dokumente bereits an einem Ort, zum Beispiel in einem Koffer, verstaut wurden. So sind sie immer griffbereit und die werdende Mutter hat das gute Gefühl, jederzeit auf die Geburt eigestellt zu sein. Zur Entspannung können persönliche Dinge mitgeführt werden – wie die Lieblings-CD oder ein gutes Buch. Wichtig ist vor allem:

  • Mutterpass
  • Versichertenkarte der Krankenkasse
  • Ausweisdokumente
  • Nachthemden und weitere Kleidungsstücke
  • Handtücher
  • Pflegeartikel
  • Babyklamotten

Nach der Geburt sollte auch eine Erstausstattung für das Baby vorhanden sein:

  • Bekleidung (Strampelanzug, Socken, Lätzchen)
  • Wickelsachen (Windeln, Waschlappen, Wickelplatz)
  • Hilfen zur Fortbewegung (Autositz/Babyschale, Kinderwagen)
  • Waschen und Pflege (Babywanne, Salben, Baby-Nagelschere)
  • Schlafsachen (Babyschlafsack, Bett, Matratze)
  • Hilfen zur Ernährung (Fläschchen, Sauger, Flaschenwärmer)

Das erste Jahr schläft das Neugeborene in der Regel im elterlichen Schlafzimmer in seinem eigenen Bett. Allen Anschaffungen sollte der Grundgedanke einer schadstoffarmen und kindersicheren Ausstattung unterliegen. Prüfzeichen und DIN-Normen geben Sicherheit, dass bestimmte Qualitätsstandards auch eingehalten wurden.

Namensgebung

Ein wichtiges Thema in Familien ist die Namensvergabe für den Nachwuchs, die von den Eltern vorgenommen und vom Standesamt eingetragen wird. Einige Regeln sind hierbei zu beachten. Der Vorname muss beispielsweise als solcher zu erkennen sein. Auch das Geschlecht sollte aus dem Namen hervorgehen. Verboten sind Orts- oder Markennamen sowie Namen, die das Kind lächerlich machen oder ihm schaden könnten. Sieht sich das Standesamt nicht in der Lage, den von den Eltern gewählten Vornamen einzutragen, so kann der Rechtsweg über ein Amtsgericht beschritten werden.

Die Entscheidung für einen Vornamen muss laut Personenstandsgesetz spätestens innerhalb eines Monats nach der Geburt getroffen und dem zuständigen Standesamt mitgeteilt werden. Zumeist erfolgt die Vergabe des Vornamens aber bei der Geburtsanzeige, die innerhalb einer Woche beim zuständigen Standesamt vorgenommen werden muss. Ist die Geburt in einem Krankenhaus oder durch eine andere Einrichtung mit Geburtshilfe erfolgt, so wird die Geburtsanzeige von der jeweiligen Institution durchgeführt. Es erfolgt die Ausstellung einer Geburtsurkunde durch das Standesamt.

Der Nachname oder auch Geburtsname eines Kindes ist der Ehename der verheirateten Eltern. Sind die Partner nicht verheiratet oder teilen keinen Ehenamen, legen sie über eine gemeinsame Erklärung beim Standesamt den Geburtsnamen des Kindes fest. Sind sich die Elternteile nicht einig, muss ein Familiengericht entscheiden.

Begleitpersonen

Vor der Geburt ist die Entscheidung zu treffen, wer bei der Entbindung mit dabei sein soll. Eine ehrliche und offene Diskussion mit dem Partner ist wichtig, damit beide Seiten ihre Wünsche und Ängste frei äußern können. Denn neben den direkten Belastungen der Geburt kann das Ereignis auch einen großen Stress für die Begleitperson bedeuten. Vielen Partnern fällt es beispielsweise schwer, die geliebte Person unter Schmerzen zu sehen oder sich in einer Situation zu befinden, in der sie nicht aktiv helfen können. Auch die beste Freundin, die Mutter oder ein Geschwisterteil können gute Begleiter abgeben. Die Begleitung durch eine „geburtserfahrene“ Person nimmt eventuell die größten Sorgen. Eine dritte Person, die den Partner bei Bedarf „ablöst“, kann viel dazu beitragen, den Erwartungsdruck zu verringern.

Was passiert bei einem Kaiserschnitt oder einer Periduralanästhesie? Soll die Nabelschnur vom Partner durchtrennt werden? Es empfiehlt sich, solche Situationen bereits im Vorfeld durchzusprechen.

Ablauf

Ein deutliches Anzeichen für den Beginn des Geburtsvorgangs sind die eintretenden Wehen, die ungefähr alle zehn Minuten wiederkehren. Sie dauern jeweils bis zu einer Minute. Nun ist es Zeit, den Weg in ein Kranken- oder Geburtshaus anzutreten, beziehungsweise die Hebamme zu Hilfe zu rufen.

In der Eröffnungsphase der Geburt dehnt sich der Muttermund aus. Dies geschieht durch den Druck, den der Kopf des Babys ausübt. Hier ist Geduld gefragt. Denn bis zur vollständigen Öffnung kann es einige Stunden dauern. Die Intensität der Wehen spielt eine große Rolle bei der Geschwindigkeit.

Wenn der Muttermund geöffnet ist, verstärken sich die Wehen noch einmal während der sogenannten Übergangsphase. Der Kopf des Kindes rutscht dabei weiter in Position.

Während der Endphase der Geburt kommt das Baby nun zum Vorschein und wird nach außen gedrückt. Die Nabelschnur wird getrennt, zum Beispiel vom Partner. Die Abnabelung ist vollkommen schmerzfrei für Mutter und Kind.

Als Nachgeburt erscheint etwas später der Mutterkuchen. Die Nachwehen gehören mit zum Abschluss des Geburts-Prozesses. Sie sorgen für das Zusammenziehen der weit gedehnten Gebärmutter.

Geburtsarten

Verschiedene Positionen bieten sich für eine Geburt an. Ein aufrechtes Hocken wird von vielen Frauen als angenehmer gegenüber der Geburt im Liegen wahrgenommen. Das Gewicht des Babys wird in der Hocke bereits in die richtige Richtung gedrückt. Häufig geht eine solche Geburt mit weniger Schmerzen einher. Auch Wassergeburten sind gängiger geworden. Wasserdruck und eine behagliche Temperatur um 35 Grad sorgen für Entspannung.

Grundsätzlich lassen sich, neben der vollkommen unproblematischen Geburt, drei weitere Arten unterscheiden:

  • Saugglocke und Geburtszange. Kommt das Kind auch nach längeren Wehen nicht zum Vorschein, kann es mit einer Saugglocke oder einer Geburtszange aus dem Geburtskanal geholt werden. Diese Vorgehensweise kommt bei 4,2 beziehungsweise 1,1 % der Geburten in Deutschland zur Anwendung.

  • Kaiserschnitt. Der Einsatz von Kaiserschnitten hat sich in den letzten 15 Jahren stark erhöht – von 17 auf heute 28 %. Medizinische Ursachen für einen Kaiserschnitt sind die Querlage oder Steißlage des Kindes, oder der Mutterkuchen verdeckt den Muttermund und lässt die normale Geburt nicht zu. Auch bei Mehrlingen wird der Kaiserschnitt oft durchgeführt. Das häufige Auftreten dieser Methode liegt auch daran, dass viele Frauen diesen Vorgang wünschen, da sie Angst vor den Schmerzen einer normalen Geburt haben. Da es sich hier allerdings um eine Operation handelt, die somit auch Risiken birgt und den Körper der Mutter schwächt, sollte ein Kaiserschnitt nur durchgeführt werden, wenn nötig.

  • Dammschnitt. Der Bereich zwischen After und Scheide wird durch die Geburt sehr strapaziert. Dabei können kleine Risse entstehen, die aber zumeist ohne Komplikationen heilen. Der Einsatz eines Dammschnitts, um einem unkontrollierten Reißen vorzubeugen oder den Geburtsvorgang zu beschleunigen, ist umstritten. In jedem Fall wird er dann vorgenommen, wenn das Gebiet am Scheitelpunkt einer Wehe stark gedehnt ist. Dann sind auch die Schmerzen weniger intensiv. Im Anschluss an die Nachgeburt wird die Region betäubt und der Schnitt zusammengenäht.

Geburtsort

  • Ein wichtiges Argument für Schwangere, ihr Kind im Krankenhaus zur Welt zu bringen, ist die umfassende medizinische Versorgung. Sie möchten auf die Sicherheit von eigenen Kinder- und Intensivstationen nicht verzichten. Neben dem mehrtägigen Aufenthalt im Krankenhaus ist eine ambulante Geburt möglich. Dabei kann das Krankenhaus in der Regel schon nach wenigen Stunden verlassen werden. Auch freiberufliche Hebammen können in Krankenhäusern ihre Leistungen anbieten.

  • Im Geburtshaus werden Schwangere von ausgebildeten Hebammen betreut. Alle wichtigen Gerätschaften für die Geburt sind auch hier vorhanden. Es geht darum, für Schwangere eine Wohlfühl-Atmosphäre zu schaffen. Häufig entsteht zwischen Hebamme und schwangerer Frau im Laufe der Schwangerschaft ein enges Vertrauensverhältnis.

  • Mit einer Hebamme in Rufbereitschaft kann auch eine Geburt in den eigenen vier Wänden durchgeführt werden, die ebenfalls als äußerst sicher gilt. Bei der Geburt führt die Hebamme alle Geräte mit sich, die für eine Versorgung des Neugeborenen wichtig sind. Auch hier baut sich im Laufe der Betreuung häufig ein enges Verhältnis zwischen werdender Mutter und Hebamme auf.

Rein statistisch entscheidet sich mit 95 % der weitaus größte Teil der Mütter für die Geburt in einer Klinik. Geburtshäuser werden von etwa 3 % genutzt. Weitere 2 % bekommen ihr Kind in den eigenen vier Wänden.

Schmerzen während der Geburt

Eine Geburt tut weh - aber das ist nur ein Teilaspekt des Geburtsvorgangs. Viele Mütter erfahren während der Geburt ein sehr intensives Körpergefühl zwischen Neugier und Stärke und die Identifikation mit dem Neugeborenen wächst.

Um Schmerzen während der Geburt zu begegnen, sollten klärende Gespräche mit Arzt oder Hebamme geführt werden. Denn es gibt viele Methoden, dem Schmerz vorzubeugen. Massagen, Akupunktur, pflanzliche Medikamente oder Zäpfchen können helfen. Auch die Vorbereitung in Geburtskursen hilft, Methoden der Schmerzreduktion kennenzulernen.

Dazu gehört auch die Periduralanästhesie, kurz PDA. Bauch- und Beckenbereich bekommen eine leichte Betäubung durch eine Spritze in die äußere Schicht des Rückenmarks. Danach kann die weitere Dosierung über einen Katheter geregelt werden. Wird der Unterleib zu stark betäubt, kann es allerdings zu einem Aussetzen der Wehen kommen. Ein Tropf mit wehenfördernden Mitteln schafft Abhilfe - oder das Kind wird per Kaiserschnitt, einer Baby-Zange oder einer Saugglocke geholt. Ein weiteres Risiko der Spritze ist der Abfall des Blutdrucks. Wichtig ist in jedem Fall die korrekte Dosierung und ärztliche Überwachung.

Gibt es Probleme während der Geburt, muss es manchmal schnell gehen. Dann kommt auch eine Vollnarkose für die Mutter infrage.

Untersuchungen

Direkt im Abschluss an die Geburt finden einige Untersuchungen statt, die sicherstellen sollen, dass das Baby gesund ist. Dazu gehören:

  • Apgar-Test. Atmung, Puls, Reaktionsfähigkeit, Spannung der Muskeln und Sauerstoffversorgung des Neugeborenen werden gemessen.
  • Während der Vitamin-K-Prophylaxe wird dem Kind eben dieses Vitamin zugeführt, welches es noch nicht selber produzieren kann. Es ist wichtig für die Blutgerinnung.
  • Die Verabreichung eines Antibiotikums gegen schädliche Keime ist möglich.

Um einer Gelbsucht vorzubeugen, kann der Säugling in Fensternähe gelegt werden. Der Lichteinfall fördert den Abbau von Bilirubin, das durch die Bildung zahlreicher roter Blutkörperchen entsteht. Die Eigenschaften des Säuglings, diesen Stoff selber abzubauen, steigen allerdings täglich.

Stillen

Das Stillen nach der Geburt hat eine besonders wichtige Funktion für das Neugeborene. Die Muttermilch enthält Nährstoffe, die für das Baby wichtig sind. Infektionen, Allergien und einer späteren Fettleibigkeit wird so vorgebeugt. Ersatzprodukte erreichen bisher nicht die gleiche Wirksamkeit. Wichtig ist außerdem die Nähe zwischen Baby und Mutter, die durch das Stillen hergestellt wird.

Auch für das körperliche Wohlbefinden der Mutter hat das Stillen eine wichtige Bedeutung. Die Bildung von Milch und das Füttern des Babys verbrauchen zusätzliche Energie. Daher kann eine stillende Mutter ihr Ausgangsgewicht in der Regel schneller erreichen.

Tipps zum Thema Stillen geben Hebammen, Ärzte, Pflegepersonal und darauf spezialisierte Stillberaterinnen. Um das Baby so oft wie möglich mit Muttermilch versorgen zu können, ist es sogar möglich, diese abzupumpen und bis zu sechs Monate einzufrieren.

Krankenkasse und Behörden

Organisatorische Details sollten nach der Geburt nicht vergessen werden. Dazu gehören:

  • Die Einreichung einer Geburtsurkunde bei der Krankenkasse. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist das Kind in der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert. Private Krankenversicherungen müssen Kinder ohne gesundheitliche Prüfung aufnehmen – in dem tariflichen Umfang, wie auch einer der Elternteile dort versichert ist. Wichtig ist, dass das Kind innerhalb der ersten zwei Monate nach der Geburt angemeldet wird, sonst findet eine zusätzliche Gesundheitsprüfung statt. Private Zusatzversicherungen für gesetzlich Versicherte für beispielsweise Besuche beim Heilpraktiker oder spezielle Leistungen im Krankenhaus befolgen ebenfalls diese Regelung.
  • Kindergeld wird bei der Agentur für Arbeit, genauer gesagt bei der Familienkasse, beantragt.

Die Eintragung des Kindes auf der Lohnsteuerkarte erfolgt beim Einwohnermeldeamt.


Fallbeispiel

mehr

Übersicht

Von werdenden Müttern, aber auch von den jeweiligen Partnern, werden während der Schwangerschaft viele Entscheidungen abverlangt. Die folgenden Fragen, die im Verlauf immer wieder auftreten können, werden hier in einem Fallbeispiel veranschaulicht:

  • Wie gehe ich mit mir und meinem Körper während der Schwangerschaft um?

  • Wie wichtig ist mir die berufliche Karriere und wie lange möchte ich nach der Geburt aus meinem Job aussteigen?

  • In welcher Umgebung möchte ich mein Kind bekommen?

Fallbeispiel

Miriam ist 32 Jahre alt und kaufmännische Angestellte bei einem Finanzdienstleister. Mit ihrem Mann ist sie bereits seit acht Jahren zusammen. Vor vier Jahren haben sie geheiratet und vor einigen Wochen beschlossen, ihren bis dato unkonkreten Kinderwunsch in die Tat umzusetzen. Seit kurzem hat Miriam daher die Pille abgesetzt.

Sie ist trotz der Entscheidung immer noch hin und hergerissen. Einerseits wünscht sie sich zusammen mit ihrem Mann ein Kind. Aber auch die Chance auf eine Beförderung möchte sie andererseits nicht verpassen.

Woche 1-4

Da Miriam drei Wochen nach ihrer letzten Regel ein unbestimmtes Gefühl hat, macht sie kurz darauf einen Schwangerschaftstest aus der Apotheke - und tatsächlich, die Vermutung hat sich bestätigt, sie ist schwanger. Ein paar Tage später geht sie zu ihrem Frauenarzt, um den Test bestätigen zu lassen. Nun besteht kein Zweifel mehr.

Erst jetzt erzählt sie ihrem Mann von der Schwangerschaft, der sich riesig freut. Miriams Freude ist noch verhalten. Sie hat ambivalente Gefühle. Haben sie sich auch alles gut überlegt?

Miriam nimmt an ihrer ersten Vorsorgeuntersuchung teil und setzt sich mit dem Thema Schwangerschaft gezielt auseinander. Hier erhält sie ihren Mutterpass, der fortan alle wichtigen Informationen über die Schwangerschaft versammeln wird.

Woche 5-8

Während Miriam mit Freunden und auf Geburtstagen häufiger die eine oder andere Zigarette geraucht hat, nimmt sie von diesem Laster bereits seit zwei Monaten Abstand. Auch Alkohol ist für sie fortan Tabu. Den Kaffeekonsum schraubt sie stark herunter, kann aber nicht ganz davon lassen.

Schon vorher hatte sie sich einige Bücher zum Thema Schwangerschaft gekauft und darin gelesen. Nun beginnt sie, sich intensiv auf die kommenden Monate vorzubereiten. Einige Zweifel bleiben zurück, aber die Gespräche mit ihrem Partner und ihrem Arzt helfen ihr weiter. Besondere Beachtung schenkt sie dem Thema Ernährung, um das ungeborene Kind bestmöglich zu versorgen.

Woche 9-12

Immer häufiger fühlt Miriam nun ein flaues Gefühl in der Magengegend, bei dem es manchmal auch zum morgendlichen Erbrechen kommt. Sie weiß, dass das keine Gegenanzeigen sind, sondern normale Zeichen der Schwangerschaft. Jetzt verspürt sie plötzlich große Lust auf Dinge, die sie vorher kaum angerührt hätte. Besonders Lakritz hat es ihr bei einigen Heißhunger-Attacken angetan.

Woche 13-16

Die ersten Ultraschallbilder bringen ihr die Gewissheit – ja, sie freut sich darauf, Mutter zu werden. Nachdem sich der Fötus günstig gedreht hat, ist nun auch klar, dass es ein Mädchen wird. Zusammen mit ihrem Mann freut sich Miriam über das Ergebnis. Die Diskussion um den Namen wird konkreter. Marie landet schließlich auf dem ersten Platz.

Da Miriam merkt, dass sie langsam aber sicher an Gewicht zunimmt, macht sie auch während der Schwangerschaft weiter mit ihrem Jogging-Training - zweimal die Woche. Ihr Arzt hat ihr versichert, dass sie damit nichts falsch macht, ganz im Gegenteil.

Woche 17-20

Um sich in der Partnerschaft etwas zu gönnen, die sich jetzt immer stärker um den Nachwuchs dreht, unternehmen Miriam und ihr Mann einen wunderbaren Urlaub an der sonnigen Nordsee – genau das Richtige, um zwischenzeitlich etwas abzuschalten. Gegen Ende des Urlaubs spürt Miriam zum ersten Mal die Bewegungen des Kindes.

Etwas schwierig findet Miriam, dass nun alle Welt versucht, sie mit Ratschlägen zu versorgen. Sie nimmt dies aber letztendlich als gutes Zeichen der Unterstützung, die sie von ihren Freunden und Verwandten bekommt.

Woche 21-24

Kaum aus dem Urlaub wieder zurück, beginnen weitere organisatorische Arbeiten, bei denen Miriam von ihrem Mann stark unterstützt wird. Sie einigt sich mit ihm darauf, nach dem Mutterschutz eine Elternzeit zu nehmen. Miriam entscheidet sich, länger als ihr Partner in ihrem Job auszusetzen. Aber auch ihr Mann möchte sich in diesem Rahmen einige Monate freinehmen, um Zeit mit seinem Kind zu verbringen.

Woche 25-28

Miriam hat sich mittlerweile für die Geburt in einem Geburtshaus entschieden. Eine Freundin hat dort auch ihr erstes Kind bekommen und das Haus empfohlen. Die Hebamme hat sie bereits kennengelernt. Ein guter Kontakt war ihr von Anfang an wichtig.

Bei der Hebamme nimmt sie auch an weiteren Informationsveranstaltungen und Vorbereitungskursen teil. Ab jetzt führt Miriam regelmäßig zuhause einige Übungen aus, welche ihren Körper auf die Geburt vorbereiten sollen.

Woche 29-32

Alle bisherigen Untersuchungen haben dem Kind eine gute Gesundheit attestiert. Miriam wird immer ruhiger; am Anfang war ihr gar nicht bewusst gewesen, wie sehr sie sich eigentlich gesorgt hatte.

Die Planung für ein Kinderzimmer nimmt Gestalt an. Ein Arbeitszimmer mit Schreibtisch soll zu einem Kinderzimmer mit Kinderbett und Wickelkommode werden.

Miriam merkt, dass die Geburt näher rückt. Sie ist häufig außer Atem und merkt das Gewicht des Kindes immer deutlicher. Beckenübungen, neue Wohlfühlkleidung und ein Kissen, auf dem sie nachts besser schlafen kann, helfen ihr in dieser Phase.

Woche 33-36

Miriam hätte nicht gedacht, wie rund ihr Bauch noch werden würde. Er fühlt sich prall an und die mindestens 2.500 g, die ihre Tochter schon wiegt, spürt sie deutlich. Auch der Druck auf ihre Blase wird stärker.

Sie ist neugierig, wie ihre Tochter aussehen wird. Bekommt sie wohl ihre dunklen Locken oder das glatte, helle Haar ihres Vaters?

Woche 37 bis 40

Etwas zu früh, in der 38. Woche, ist es so weit. Kurz vor dem Schlafengehen setzen die regelmäßigen Wehen ein – alle 14 Minuten kehren sie wieder. Ein Anruf bei der Hebamme genügt und das Geburtshaus ist bereit. Mit dem Auto geht es los und der vorbereitete Koffer mit allen wichtigen Utensilien kommt mit.

Im Geburtshaus dauert es allerdings noch einige Stunden, bis der Muttermund sich komplett öffnet und den Kopf des Kindes freigibt. Nach der Durchtrennung der Nabelschnur und einer kurzen Säuberung kann Miriam ihre Tochter Marie dann zum ersten Mal in die Arme nehmen.


Weitere hilfreiche Informationen

mehr

Übersicht

Eine Schwangerschaft besteht nicht nur aus medizinisch-körperlichen Untersuchungen und Anwendungen. Schwangere Frauen wollen sich in ihrer Haut wohlfühlen. Dazu gehören Aspekte wie:

  • eine funktionierende Partnerschaft, bei der sich beide Seiten respektieren und auf die Wünsche des jeweils anderen eingehen

  • die richtige Hilfe und Betreuung, gerade auch von psychologischer Seite

  • Kleinigkeiten, die das Leben und die Handhabung der neuen, sich ändernden Körperform erleichtern, wie der richtige BH oder Utensilien für einen bequemen Schlaf trotz Baby-Bauch

Partnerschaft

Eine Beziehung wird durch eine Schwangerschaft vor viele neue Herausforderungen gestellt. Aber eine gute Organisation und ein Netzwerk, bestehend aus Freunden und Verwandten, schaffen auch Freiräume. Und natürlich müssen die Partner ihre Bedürfnisse untereinander kennen und diese erfüllen. Die gemeinsame Bewältigung von Krisen gehört zum Familienleben und zur Partnerschaft dazu.

Manche Partnerschaften sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Nach einer Trennung sollte die Situation zwischen dem ehemaligen Paar bestmöglich und vernünftig geklärt werden – besonders, wenn ein gemeinsames Kind erwartet wird. Es gibt zahlreiche Hilfsangebote für Alleinerziehende – und das ist kein Zufall. Denn in Deutschland leben ca. zwei Millionen Kinder mit nur einem Elternteil zusammen.

Beratung

Wechselnde Gefühle während der Schwangerschaft, besonders zu Beginn, sind nichts Außergewöhnliches. Ist das Gefühl zu stark, mit der neuen Situation nicht zurecht zu kommen, gibt es Beratungsstellen, die schnell helfen können. Persönliche Fragen und Probleme in Bereichen wie Partnerschaft, Mutterschutz und Arbeitsleben können hier besprochen und Lösungsstrategien erarbeitet werden.

Auch Schwangerschaftskonfliktberatungen werden durchgeführt. Eine solche Beratung ist zum Beispiel vorgeschrieben, wenn sich die Frau oder das Paar zu einem Schwangerschaftsabbruch entscheidet. Die Beratungsstellen unterliegen in jedem Fall der Schweigepflicht.

Weitere Ansprechpartner sind Ärzte und Hebammen, die qualifizierte Hilfe und Ratschläge anbieten können. Beratungsadressen können durch Gesundheits- und Sozialämter, Wohlfahrts- und Familienorganisationen sowie durch die Kirchen in Erfahrung gebracht werden.

Kleidung und Beauty

Schwangere Frauen in der Werbung lassen es kaum glauben, aber die Zeiten der Schwangerschaft sind auch Zeiten großer Anstrengung. Daher ist es wichtig, realistische Erwartungen zu hegen.

Die richtige Umgebung und Kleidung tragen zum Wohlbefinden von Mutter und Kind bei – zum Beispiel durch entsprechende Umstandsmode, die dem schwangeren Körper genug Platz und Flexibilität bietet.

Da die Brüste infolge der Michproduktion in der Regel bis zur 20. Woche der Schwangerschaft praller werden, ist die Zunahme um mehrere Körbchengrößen möglich. Die Brust wird meist auch empfindlicher für Berührungen und es kommt zu Spannungsgefühlen. Ein gut sitzender BH sollte das Bindegewebe stützen und für mehr Bequemlichkeit sorgen. Nach einer fachkundigen Beratung kann zum Beispiel ein spezieller Still-BH aus weichem und dehnbarem Material wie Mikrofaser erworben werden.

Da der Bauch vor allem in der zweiten Schwangerschaftshälfte stark an Volumen zunimmt, wird es mit der Zeit immer schwieriger, eine bequeme Position zum Schlafen einzunehmen. Flexible Unterlagen, die sich dem Körper der Schwangeren anpassen, können Erleichterung verschaffen. Liegt die werdende Mutter auf dem Rücken, so ist eine Stoffrolle unter den Knien eine Entlastung.

Schwanger-Info der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

http://www.schwanger-info.de

Familien-Wegweiser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

http://www.familien-wegweiser.de

Initiative Regenbogen – Glücklose Schwangerschaft e.V.

http://www.initiative-regenbogen.de

Gesellschaft für Geburtsvorbereitung, Familienbildung und Frauengesundheit

Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.

http://www.vamv.de

Bund deutscher Hebammen

http://www.bdh.de