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Gesundheitsrisiken

Der Tabakkonsum ist einen Angriff auf die Gesundheit – für aktive Raucher und Passiv-Raucher. Das erhöhte Krebsrisiko ist hierbei nur eine der vielen Gefahren, denen sich Raucher aussetzen. Mehr als 4.800 Substanzen sorgen dafür, dass selbst das menschliche Erbgut verändert werden kann.

Der Konsum von Tabakprodukten birgt multiple Krankheitsrisiken. Aber was passiert eigentlich genau, wenn der Rauch einer Zigarette eingeatmet wird?

Das in dem Rauch von Zigaretten vorkommende Nikotin gelangt über die Lunge in den Blutkreislauf des Tabakkonsumenten. Eine Zigarette gibt so zwischen 1 und 2 mg des Nikotins an den Raucher ab. Fast augenblicklich nach dem Einatmen hat das Nikotin das Gehirn erreicht und beeinflusst hier bestimmte Vorgänge - wie den Herzschlag und die Bildung von Stresshormonen und Adrenalin. Durch die schnelle Wirkung des Nikotins ist auch eine rasche Abhängigkeit nicht auszuschließen.

Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine der negativen Auswirkungen des Rauchens. Denn neben der Nikotinabhängigkeit werden auch eine Reihe von Krankheiten und Beeinträchtigungen begünstigt, die mit dem Rauchen in Verbindung stehen. Dazu gehören, um nur einige zu nennen:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Schädigungen der Atemwege

  • Verschiedene Krebsarten

  • Beeinträchtigung des Stoffwechsels

Bei der Untersuchung von Risikofaktoren, die zu einem frühzeitigen Tod führen können, steht das Rauchen auf dem zweiten Platz, gleich nach einem hohen Blutdruck. Andere Risikofaktoren sind beispielsweise hohe Cholesterin-Werte, Adipositas, eine unausgewogenen Ernährung, körperliche Inaktivität oder Alkoholkonsum.

Abhängigkeit und Nikotin

Die Nikotinabhängigkeit kann in eine physische, den Körper betreffende, und eine psychische Komponente zerlegt werden.

Die physische Komponente wird durch die Wirkung des Nikotins in einem bestimmten Gehirnbereich determiniert. Hier sorgt das eingeatmete Nikotin für eine Anregung des Belohnungszentrums und schüttet das im Volksmund auch als Glückshormon bekannte Dopamin aus. Das Wort „Glückshormon“ darf in diesem Fall allerdings als Euphemismus bezeichnet werden. Denn hierdurch entsteht das zwingende Verlangen, das Rauchen zu wiederholen und somit einen erneuten Dopamin-Schub zu erzeugen. Da der Körper des Rauchers  sich allerdings an die Nikotinzufuhr gewöhnt hat, ist im Laufe der Zeit eine immer höhere Dosis nötig. Nur so lässt sich das Verlangen noch befriedigen.

Das Nikotin nimmt weiterhin Einfluss auf einen Bereich des Hirns, in dem Lernprozesse stattfinden. So wird das Rauchen, auch nach langen Zeiten der erfolgreichen Entwöhnung, mit bestimmten Tätigkeiten in Verbindung gebracht. In diesem Fall ist von einer psychischen Abhängigkeit die Rede. Der Raucher wird sozusagen durch die Einwirkung des Nikotins auf das Lernzentrum konditioniert. Werden bestimmte wiederkehrende Handlungen beim Rauchen durchgeführt, wie beispielsweise das Trinken des Morgen-Kaffees, so entsteht automatisch das Verlangen nach einer Zigarette, wenn diese Handlung wieder vorkommt.

Neben diesen Formen der Abhängigkeit gibt es noch weitere Gründe, welche das Abhängigkeitsverhältnis begünstigen. Gibt es besonders viele Raucher in Familie oder Bekannten- und Freundeskreis, dann ist die Entwöhnung von Tabakprodukten schwieriger. Auch der Gebrauch anderer Drogen und Rauschmittel lässt die Wahrscheinlichkeit sinken, vom Tabak zu lassen (siehe Kapitel Rauchen in Deutschland).

Neben der Abhängigkeit hat Nikotin beispielsweise noch folgende Auswirkungen auf den Körper:

  • Eine erhöhte Blutgerinnung fördert die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose.

  • Die Produktion von Urin wird gehemmt.

  • Das Schmerzempfinden erhöht sich.

  • Die Frequenz von Herzschlag und Atmung wird erhöht, ebenso der Blutdruck.

  • Der Stoffwechsel wird verändert, was zu einem schnelleren Fettabbau durch die Ausschüttung von Adrenalin führt.

  • Eine sehr starke Nikotin-Dosis kann zu Übelkeit und anschließendem Erbrechen führen.

  • Die Tätigkeit des Darmbereiches und die Produktion von Magensaft werden angeregt.

Körperliche Auswirkungen

Durch die zahlreichen Schadstoffe, die über den Tabakrauch emittiert werden, geht der Raucher ein großes Risiko ein, körperlich geschädigt zu werden. Gerade die Lunge sorgt dafür, dass die Aufnahme der Stoffe höchst effizient erfolgt, nahezu jede Körperregion erreicht und somit beinahe jedes Körperorgan in Mitleidenschaft gezogen wird.

Die nachstehenden Krankheiten und Folgen werden durch das Rauchen begünstigt, können sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen betreffen und sollen beispielhaft einen Einblick in die Fülle der Beeinträchtigungen geben:

  • Grauer Star

  • Parodontitis

  • Lungenentzündung

  • Asthma

  • Bronchitis

  • Herzinfarkt

  • Schlaganfall

  • Raucherbeine durch Gefäßverschluss

  • Krebs in Lunge, Mundhöhle, Magen, Bauchspeicheldrüse, Harnleiter, Blase, Niere, Speiseröhre, Kehlkopf und Leukämie

  • Diabetes

Bei Männern ergibt sich zudem ein höheres Risiko der Impotenz. Bei Frauen ein höheres Risiko für Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Osteoporose oder Unfruchtbarkeit.

Natürlich wird nicht jede dieser Krankheiten durch das Rauchen verursacht. Aber an einer Reihe von Beispielen lassen sich die erheblichen Risiken gut illustrieren, welche ein Raucher mit dem Tabakkonsum eingeht (siehe auch Unter-Kapitel Todesfälle durch Rauchen):

  • Es ist davon auszugehen, dass der Tabakkonsum für 9 von 10 Lungenkrebserkrankungen verantwortlich ist. Das Krebsrisiko steigt generell um den Faktor 2. Bei Krebs in der Mundhöhle ist das Risiko um den Faktor 27 erhöht, bei Kehlkopfkrebs verzwölffacht sich die Wahrscheinlichkeit.

  • Die Gefahr eines Rauchers, das Herz-Kreislauf-System zu beeinträchtigen oder an einem Herzinfarkt zu sterben, verdreifacht sich. Ebenso drei bis viermal so hoch ist das Risiko auf einen Schlaganfall. Bei einer speziellen Form des Schlaganfalls, der subarachnoiden Hirnblutung, ist das Risiko sogar siebenmal so hoch.

  • Vor dem Einsetzen der Menopause versechsfacht sich das Risiko für Frauen, an einem Herzinfarkt zu sterben.
Produktspezifische Gefahren

Zwar gibt es um diesen Punkt immer wieder Diskussionen, doch eine klare Aussage, welches Tabakprodukt schädlicher oder weniger schädlich auf den Organismus einwirkt, ist nicht pauschal zu beantworten.

So sind durch Studien beispielsweise keine Hinweise darauf aufzuspüren, dass der Tabakkonsum mit Pfeife oder Zigarre weniger gesundheitliche Risiken birgt, als das Rauchen einer Zigarette. Auch die im Volksmund als Raucherlunge bezeichnete chronisch-obstruktive Lungenerkrankung wird durch das Rauchen von Zigarren oder Pfeifen begünstigt. Obwohl Zigarrenrauch beispielsweise weniger stark eingeatmet und Pfeifen „gepafft“ werden, erreichen die extrem feinen Rauchpartikel die Lunge und können weiterhin Krebs im Bereich des Mundraumes hervorrufen.

Bei einer Shisha oder Wasserpfeife ist ebenso nicht von einem Konsum mit geringeren Risiken in Hinblick auf die gesundheitlichen Gefahren zu sprechen. Auch die Suchtgefahr ist hierbei nicht geringer, wie erste Studien zu diesem Thema nahelegen, die durch das Bundesinstitut für Risikobewertung evaluiert wurden.

Von einer besseren oder „gesünderen“ Alternative kann somit nicht gesprochen werden. Tabakprodukte sind in ihrer Gänze schädlich.

Auswirkungen des Passivrauchens

Das Passivrauchen: Hierunter versteht man das Einatmen von Tabakrauch, der sich frei in der Luft befindet. Obwohl nicht direkt aus der Zigarette inhaliert, enthält er doch die gleichen schädlichen Substanzen.

Reizung der Augen, Atembeschwerden oder Kopfschmerzen und Schwindelgefühle - schon ein kurzer Kontakt mit dem Tabakrauch durch das Passivrauchen reicht aus, um diese Effekte hervorzurufen. Durch längerfristiges Passivrauchen werden auch all die durch das aktive Rauchen bekannten Folgen und Krankheiten gefördert.

Gerade auf kleine Kinder, Babys und Ungeborene kann das Passivrauchen eine fatale Auswirkung haben. Kinder nehmen beispielsweise durch eine schnellere Atemfrequenz eine höhere Dosis der schädlichen Substanzen zu sich. Bis zu zwei von drei plötzlichen Kindstoden können dem Passivrauchen zugerechnet werden. Weiterhin leiden Kinder, deren Eltern oder Elternteile Raucher sind, häufiger an Erkrankungen der Atemwege oder Mittelohrentzündungen.

Die starke Belastung der Passivraucher lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Das Zusammenleben mit einem Raucher oder die Arbeit in einer Umgebung, in der viel geraucht wird, erhöht das Risiko von Herzkrankheiten wie Infarkte um bis zu 30 % - ebenso das Risiko von Lungenkrebs.

Die Belastung durch das Passivrauchen kann an vielfältigen Orten auftreten, zum Beispiel in Freizeitsituationen oder am eignen Arbeitsplatz. Vergleiche aus den Jahren 2003 und 2006 zeigen jedoch, dass die Belastung durch Passivrauchen in den Jahren etwas zurückgegangen ist, was vermutlich auch auf den stärkeren Nichtraucherschutz durch den Gesetzgeber zurückzuführen ist.

Besonders Personen unter 30 Jahren sind durch das Passivrauchen betroffen - Männer noch ein wenig häufiger als Frauen. Auch die Art der nachgegangenen Arbeit wirkt sich auf die Belastung aus. Im Bau- und Gastgewerbe entstehen besonders hohe Belastungen im Vergleich zu anderen Branchen. 

Todesfälle durch Rauchen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist der Tabakkonsum das schwerwiegendste Risiko für die Gesundheit – gerade für westliche Industrieländer wie Deutschland. Den Angaben zufolge gehen weltweit über vier Millionen Tote auf das Konto des vermeidbaren Tabakkonsums – und das Jahr für Jahr.

Nur auf Deutschland bezogen, ergeben sich insgesamt knapp 110.000 Todesfälle für das Jahr 2007, die auf das Rauchen zurückgeführt werden können – das sind 13 % aller 830.000 Todesfälle in Deutschland. Anderen Schätzungen zufolge können es sogar bis zu 140.000 Todesfälle durch Rauchen sein. Männer sind hier stärker betroffen, da sie sowohl anteilig mehr rauchen, als auch stärkere Raucher sind, also mehr Zigaretten verbrauchen.

Auf Geschlechter aufgeteilt lässt sich somit sagen, dass jeder fünfzehnte Todesfall (ca. 29.000) unter Frauen auf das Rauchen zurückzuführen ist. Bei Männern liegt der Wert dreimal so hoch. Jeder fünfte Todesfall unter Männern (ca. 77.500) ist im Jahr 2007 auf die Auswirkungen des Tabakkonsums zurückzuführen.

Die Todesfälle können auch auf einzelne Krankheiten herunter gebrochen werden – zum Beispiel auf ischämische Erkrankungen des Herzens. Dazu gehören Herzinfarkte, wie auch koronare Herzerkrankungen. 13 % dieser Todesfälle sind auf das Rauchen zurückzuführen – 19 % auf Seiten der Männer und 7 % auf Seiten der Frauen.

Todesfälle durch Passivrauchen

Jedes Jahr sterben etwa 3.300 Menschen in Deutschland durch die Folgen des passiven Einatmens von Tabakrauch. Auch diese Zahl lässt sich weiter auf einzelne Krankheiten herunter brechen: Koronare Herzerkrankungen sind bei 2.150 Personen die Todesursache, 700 Menschen sterben an einem Schlaganfall und 260 an Lungenkrebs.

Hinzu kommen jährlich 60 Todesfälle durch plötzliche Kindstode, die dadurch ausgelöst werden, dass entweder die Mutter in der Schwangerschaft und / oder beide Eltern während und nach der Geburt geraucht haben.

Rauchen während der Schwangerschaft

Zu Beginn einer Schwangerschaft rauchen in Deutschland circa 13 % aller werdenden Mütter. Jede vierte Raucherin schafft den Ausstieg noch in der Schwangerschaft. Der gute Vorsatz hält dann allerdings nicht lange an. 70 % der Mütter werden nach spätestens einem Jahr nach der Entbindung wieder zu Raucherinnen. Die Menge der konsumierten Zigaretten in der Schwangerschaft teilt sich recht gleichmäßig auf. Jeweils ein ungefähres Drittel raucht zwischen 1-5, 6-10 oder 11-20 Zigaretten am Tag.

Der Tabakkonsum hat dabei nicht allein eine schädliche Wirkung auf die Mutter, sondern auch auf das Kind im Mutterleib. Die Stoffe, die über den Tabakrauch in die Lunge und das Blut der Mutter gelangen, bekommt auch der Nachwuchs zu spüren. Eine schlechtere Sauerstoffversorgung des ungeborenen Kindes ist nur eines der Probleme, die während der Schwangerschaft auftreten können. Weitere Beispiele sind:

  • Verdoppelung des Risikos einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter

  • Fehl- oder Frühgeburten werden begünstigt

  • das Risiko einer Totgeburt verdoppelt sich

  • früheres Platzen der Fruchtblase vor dem eigentlichen Geburtstermin mit dem Risiko von Infektionen und Fehlgeburten

Verdeckung des Gebärmutterausgangs durch den Mutterkuchen und die vorzeitige Ablösung der Plazenta mit der Folge von Blutungen, die lebensbedrohlich für Mutter und Kind sein können

Aber auch nach der Entbindung gibt es erhöhte Risiken. Die Atmung des Kindes kann beeinträchtigt werden und das Risiko auf einen frühen Kindstod ist erhöht. Weiterhin sind ein geringeres Geburtsgewicht, ein kleinerer Umfang des Kopfes der Neugeborenen, ein geringeres Wachstum und Fehlbildungen bei Kindern von Raucherinnen zu verzeichnen.