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Patientenverfügung

Patientenverfügung

Jetzt für den Fall der Entscheidungsunfähigkeit vorsorgen

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Aufbau

Die Patientenverfügung sollte systematisch aufgebaut sein, damit sie im Fall der Fälle auch so interpretiert wird, wie sie tatsächlich gemeint war. Sie sollte genaue Situationsbeschreibungen enthalten und die Maßnahmen nennen, die darauf folgend auszuführen oder zu unterlassen sind.

Eine klar strukturierte Patientenverfügung soll dabei helfen, den Willen des Patienten verständlich zu Papier zu bringen. Idealerweise sollte jeder Leser des Dokuments zu den gleichen Schlüssen kommen und den Patientenwillen erkennen können.

Eingangsformel

Die Eingangsformel macht deutlich, wer die Patientenverfügung ausgestellt hat. Eine Eingangsformel kann beispielsweise so lauten:

„Ich, (Vorname, Nachname),

geboren am: (Geburtsdatum),

Wohnsitz in: (Adresse),

lege hiermit für den Fall, dass ich meinen freien Willen nicht mehr äußern oder selbständig bilden kann, folgendes fest“

Geltungsbereich

Für welche Situationen ist die Patientenverfügung gedacht? Diese Frage muss in dem Abschnitt „Geltungsbereich“ geklärt werden. Wichtig ist eine besonders detaillierte Beschäftigung mit dem Thema, damit sich später so wenige Interpretationsmöglichkeiten ergeben, wie möglich. Der Geltungsbereich kann zum Beispiel für Situationen festgelegt werden, in denen

  • sich der Patient unwiederbringlich in der letzten Phase einer totbringenden Krankheit befindet
  • das eigene Bewusstsein des Patienten durch eine Hirnschädigung unwiederbringlich zerstört ist

Maßnahmen

Dieser Abschnitt befasst sich mit der Frage, welche medizinischen und pflegetechnischen Maßnahmen und Behandlungen bei den oben beschriebenen Geltungsbereichen einzuleiten oder zu unterlassen sind.

Dabei kann zum Beispiel auf die folgenden Gebiete eingegangen werden:

  • lebenserhaltende Maßnahmen
  • Wiederbelebungsmaßnahmen
  • Behandlung von Schmerzen und weiteren Symptomen
  • künstliche Ernährung, Beatmung und Zufuhr von Flüssigkeit
  • Dialyse
  • Blutübertragung
  • Organspende
Lebensende und Begleitung

Hier können Wünsche darüber geäußert werden, wo das Lebensende verbracht werden soll – zum Beispiel in der heimischen Umgebung, in einem Krankenhaus oder in einem Hospiz.

Eine Begleitung kann von Familienangehörigen, Seelsorgern und Hospiz-Angestellten durchgeführt werden.

Verbindlichkeit

In diesem Abschnitt wird noch einmal deutlich erklärt, dass die Patientenverfügung bei den beschriebenen Situationen im Geltungsbereich von Ärzten und Pflegepersonal zu beachten ist. Auch der Hinweis auf Vertrauenspersonen, welche im Zweifelsfall hinzugezogen werden können, ist hier möglich.

Beratung durch Ärzte

Dieser Punkt macht deutlich, dass der Ersteller der Patientenverfügung über die Konsequenzen des Dokuments informiert ist – und dies durch eine vorherige Beratung bei einem Arzt nachweisen kann. Eine Bestätigung durch die Unterschrift des Arztes kann hier ebenfalls erfolgen.

Wertevorstellungen

Dieser Punkt dient zur Ergänzung der Patientenverfügung. Sollte eine Auslegung des Willens nötig werden, weil zum Beispiel die eingetretene Situation nicht genau von der Patientenverfügung abgedeckt wird, so geben die Wertevorstellungen einen guten Hinweis auf den zu ermittelnden Willen.

Formulierungen können zum Beispiel mit den folgenden Worten eingeleitet werden:

  • Zeit meines Leben war für mich von besonderer Bedeutung, dass…
  • Durch den Umgang mit einem schwer kranken Familienmitglied habe ich die Erfahrung gemacht, dass…
  • Meine Einstellung zum Thema Tod ist…
Aktualisierung und Unterschrift

Von Zeit zu Zeit macht es Sinn, die Patientenverfügung noch einmal zur Hand zu nehmen. Handelt es sich tatsächlich noch um den aktuellen Willen des Patienten oder haben sich in der Zwischenzeit Einstellungen verändert? Mit der Aktualisierung kann der Patientenwille aufs Neue bestätigt oder abgeändert werden.

Die Patientenverfügung schließt mit einer eigenhändigen Unterschrift.