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Functional Food

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Funktionelle Lebensmittel

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Werbeaussagen

Bringen funktionelle Lebensmittel tatsächlich einen gesundheitlichen Zusatznutzen? Zukünftig müssen alle verwendeten Gesundheitsaussagen auf wissenschaftlich geprüften Aussagen beruhen, um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken.

In vielen Fällen wissen Verbraucher nicht, ob die in großer Vielfalt angebotenen funktionellen Lebensmittel tatsächlich einen gesundheitlichen Zusatznutzen erbringen und somit die deutlich höheren Preise auch wert sind. Die Hersteller bewerben ihre Produkte oft mit vollmundigen Werbeversprechen. Diese Aussagen stellen lebensmittelrechtlich gesehen gesundheitsbezogene Angaben dar. Beispiele dafür sind „Dieser probiotische Joghurtdrink kann aufgrund der in ihm enthaltenen Bakterienkulturen zu einer gesunden Darmflora beitragen“ oder „Diese mit Omega-3-Fettsäuren angereicherten Hühnereier können bei regelmäßigen Verzehr das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken“. Lange Zeit bewegte sich diese Art von Aussagen in einer rechtlichen Grauzone und war europaweit nicht einheitlich geregelt. Dies hat dazu geführt, dass einige Hersteller die Möglichkeit nutzten, um Aussagen zu treffen, welche nicht immer wissenschaftlich gesichert waren.

Seit dem 01.07.2007 werden Gesundheitsversprechen auf Lebensmittelverpackungen und in der Lebensmittelwerbung durch die sogenannte Health-Claims-Verordnung (Health Claims bedeutet sinngemäß gesundheitsbezogene Angaben) geregelt. Diese sieht vor, dass alle von einem Lebensmittelhersteller verwendeten Gesundheitsaussagen auch wissenschaftlich von der unabhängigen Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft wurden.

Rechtliche Bewertung

Generell gilt in Deutschland, dass für Lebensmittel und in diesem Zusammenhang für deren Bewerbung keine krankheitsbezogenen Aussagen getroffen werden dürfen. Angaben wie zum Beispiel „Dieses Milchprodukt kann aufgrund des hohen Calciumgehaltes Osteoporose bei Kindern und Erwachsenen verhindern“ oder „Diese cholesterinsenkende Margarine verhindert einen Herzinfarkt“ sind unzulässig. Aussagen, die sich auf die Vorbeugung, Linderung oder Heilung von Krankheiten beziehen, dürfen nur für Arzneimittel gemacht werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass funktionelle Lebensmittel keine rechtlich einheitlich geregelte Produktgruppe darstellen. Eine Abgrenzung zu Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder konventionellen Lebensmitteln kann im Einzelfall schwierig sein.

Werden Teedrogen wie Pfefferminze oder Kamille, welche in Abhängigkeit von deren hautsächlicher Verwendung sowohl als Lebensmittel als auch als Arzneimittel eingestuft werden können, Lebensmitteln wie Joghurts oder Quark zugesetzt, dann gelten diese in der Regel nicht als Arzneimittel sondern als funktionelle Lebensmittel.

Fachbegriffe im Überblick
Gesundheitsbezogene Aussagen

In der Vergangenheit existierten ausschließlich einzelne nationale Gesetzesvorschriften in den EU-Mitgliedsstaaten bezüglich gesundheitsbezogener Werbeaussagen über Lebensmittel. Diese Situation führte zu Handelsbeschränkungen für funktionelle Lebensmittel innerhalb des europäischen Binnenmarktes.

Der Europäische Gesetzgeber hat mit dem Erlass einer entsprechenden EU-Verordnung reagiert. Die sogenannte Health-Claims-Verordnung regelt die Verwendung von nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben auf und über Lebensmittel.

Ein sehr wichtiger Bestandteil dieser Verordnung ist, dass Gesundheitsversprechen auf Lebensmittelverpackungen und in der dazugehörigen Werbung in Zukunft wissenschaftlich geprüft werden müssen. Dazu bewerten Wissenschaftler der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma eine Vielzahl von gesundheitsbezogenen Angaben. Als Ergebnis dieser Arbeit wird eine Liste mit allen wissenschaftlich abgesicherten gesundheitsbezogenen Angaben (Gemeinschaftsliste) erstellt. Nach abschließender Bewertung durch die EU-Kommission wird diese daraufhin veröffentlicht und in der gesamten EU gültig und verbindlich sein. Aufgrund der zahlreich eingereichten Vorschläge für gesundheitsbezogene Angaben wird die Fertigstellung der Gemeinschaftsliste frühestens Ende 2011 erwartet. Bis dahin gelten die bisherigen Regelungen.

Lebensmittelhersteller können zukünftig ausschließlich die in der Gemeinschaftsliste aufgeführten gesundheitsbezogenen Angaben für ihre Werbezwecke verwenden. Für die Hersteller von funktionellen Lebensmitteln bedeutet dies, dass sie höchstwahrscheinlich höhere Investitionen in ihre Produktinnovationen tätigen müssen, aber gleichzeitig ihre Produkte mit wissenschaftlich gesicherten Gesundheitsangaben bewerben können. Verbraucher und Käufer von funktionellen Lebensmitteln können so sicher sein, dass Gesundheitsversprechen bezüglich der Lebensmittel auch der Wahrheit entsprechen.