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Functional Food

Functional Food

Funktionelle Lebensmittel

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Kritik

Aufgrund der Neuheit der Produktgruppe ist die Bewertung von Langzeit- und Nebenwirkungen von Functional Food in der Regel noch unzureichend. Verbraucher sollten jeweils im Einzelfall entscheiden, ob der zusätzliche Konsum von einem funktionellen Lebensmittel für sie persönlich sinnvoll ist.

Verbraucher sollten kritisch sein bei Lebensmitteln, welche durch den Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen den Anschein erwecken, besonders gesund zu sein. In einigen Fällen wird versucht, mit dem Zusatz von funktionellen Wirkstoffen den hohen Zucker- oder Fettgehalt „zu überdecken“ und dadurch dem Lebensmittel ein Gesundheitsimage zu verpassen.

Funktionelle Lebensmittel können lediglich einen Beitrag zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung leisten, selbige aber weder ersetzen noch schwerwiegende Ernährungsfehler ausgleichen. Sie können die Gesundheit optimieren und deren Erhaltung unterstützen. Verbraucher sollten jeweils im Einzelfall entscheiden, ob der zusätzliche Konsum von einem funktionellen Lebensmittel für sie persönlich sinnvoll ist.

Kritikpunkte bezüglich funktioneller Lebensmittel

Mit der Erfolgswelle von funktionellen Lebensmitteln gehen einige Kritikpunkte einher. Nachfolgend werden einige dieser Kritikpunkte und Unklarheiten bezüglich der Verwendung von funktionellen Lebensmitteln aufgeführt:

  • unzureichende Informationen über die Höhe der Dosierung, um den gewünschten Gesundheitsnutzen zu erzielen

  • unzureichende Informationen über den Gesundheitsnutzen auch unter Alltags- und nicht nur unter Laborbedingungen

  • unzureichende Informationen über die Beeinträchtigung der Wirksamkeit durch Interaktionen mit der Lebensmittelmatrix

  • unzureichende Bewertung von Langzeit- und Nebenwirkungen

  • unzureichende Kenntnisse über die Interaktionen mit Arzneimitteln

  • unzureichende Kenntnisse über die Wechselwirkungen mit anderen Lebensmitteln

Grundsätzlich sollte beim Verbraucher Klarheit darüber bestehen, dass funktionelle Lebensmittel lediglich einen Beitrag zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung leisten, diese aber nicht ersetzen können. Verbraucher sollten sich über die Wirksamkeit des jeweiligen funktionellen Lebensmittels informieren und jeweils im Einzelfall entscheiden, ob der zusätzliche Konsum für sie persönlich sinnvoll ist. Wer sich ausgewogen und bedarfsgerecht hinsichtlich seiner Energie-, Vitamin- und Mineralstoffversorgung ernährt, ist in der Regel nicht auf funktionelle Lebensmittel angewiesen.

Kritik an Lebensmitteln, denen Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden

Kritisch sollten Verbraucher bei Lebensmitteln sein, welche durch den Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen den Anschein erwecken, besonders gesund zu sein. Dies gilt besonders für Süßwaren und zucker- und fettreiche Backwaren. Die über den Bedarf hinausgehende Zufuhr an Zucker, Fett und Energie führt langfristig zu Übergewicht und Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Diabetes Mellitus oder Bluthochdruck.

Der zusätzliche Gesundheitsnutzen, der aus dem Konsum von vitaminangereicherten Lebensmitteln erwachsen soll, ist eher fragwürdig. Bis auf wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel Folsäure, besteht kein Mangel an Vitaminen in der Durchschnittsbevölkerung. Ob also eine zusätzliche Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen durch funktionelle Lebensmittel wirklich notwendig ist, kann jeweils nur im Einzelfall entschieden werden. Es ist empfehlenswert, sich diesbezüglich an seinen Hausarzt zu wenden.

Die Gefahr einer Überdosierung kann durch die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegten Empfehlungen für sichere Höchstmengen für den Zusatz zu Lebensmitteln vermieden werden. Der Verbraucher sollte sich an die vom Hersteller und Gesetzgeber vorgegebenen Verzehrsempfehlungen halten, die auf der Verpackung angegeben sind.

Gesundheitliche Nachteile bei bestimmten zugesetzten Wirkstoffen

Der tägliche Verzehr von mit Pflanzensterolen angereicherten Lebensmitteln kann zu einer verminderten Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und Carotinoiden aus der Nahrung führen. Weiterhin steigt die Konzentration der Pflanzensterole im Blut. Bisher können gesundheitliche Beeinträchtigungen, welche möglicherweise daraus entstehen, nicht abgeschätzt werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt deshalb, den Verzehr von Pflanzensterolen auf 3 Gramm zu beschränken.

Wissenschaftliche Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass es bei einer erhöhten Aufnahme von Beta-Carotin (Vorstufe des Vitamin A) zu einem erhöhten Risiko von Lungenkrebs bei starken Rauchern und Asbestarbeitern kommen kann. Dies zeigt, dass die einseitige, sehr hohe Aufnahme von isolierten Verbindungen durchaus gesundheitliche Risiken in sich birgt. Es sei aber darauf hingewiesen, dass die in den Studien eingesetzten Dosierungen weit über der Aufnahmemenge lagen, welche mit einer abwechslungsreichen Ernährung aufgenommen werden. Insgesamt bestehen noch Wissenslücken, ob die erzielten Ergebnisse auch für Nichtraucher gelten und welche Aufnahmemengen von Beta-Carotin als sicher gelten. 

Die Anreicherung von Lebensmitteln mit Omega-3-Fettsäuren aus gesundheitlichen Zwecken erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Neben den vielen positiven Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren kann eine zu hohe Aufnahmemenge zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen durch einen erhöhten Cholesterinspiegel, erhöhte Blutungsneigung oder eine Störung des Immunsystems. Daher empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, (BfR) Höchstmengen für Omega-3-Fettsäuren in funktionellen Lebensmitteln festzusetzen.