Startseite > Gesund Leben > Functional Food

Functional Food

Functional Food

Funktionelle Lebensmittel

Überblick Geschichte Markt Wichtigste Inhaltsstoffe Werbeaussagen Kritik Weitere Infos

Die wichtigsten Inhaltsstoffe

Die meisten funktionellen Lebensmittel sind in den Produktbereichen der Milch und Milchprodukte, Getreideprodukte, alkoholfreien Getränke, Backwaren und Brotaufstriche zu finden. Beliebt sind Lebensmittel, die mit Probiotika, Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind.

Die meisten funktionellen Lebensmittel sind in den Produktbereichen der Milch und Milchprodukte, Getreideprodukte, alkoholfreien Getränke, Backwaren und Brotaufstriche zu finden.

Sehr populär sind Lebensmittel, die mit Probiotika angereichert sind. Diese Mikroorganismen überleben die Magen-Darm-Passage und erzielen vor allem im Dickdarm positive Wirkungen.

Cholesterinsenkende Margarine erfreut sich beim Verbraucher großer Beliebtheit. Die Senkung des Cholesterinspiegels ist auf die zugesetzten Pflanzensterole zurückzuführen. Das sind pflanzliche Inhaltsstoffe, die normalerweise in Obst, Gemüse, Getreide oder Nüssen vorkommen. Sie können die Aufnahme des Nahrungscholesterols im Darm hemmen. Da selbst bei einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Ernährung die Zufuhr an diesen Pflanzensterolen zu gering ist, liegt es nahe, Lebensmittel mit den entsprechend wirksamen Mengen dieser Pflanzensterole anzureichern.

Bereits in den 70er Jahren entstand ein großes öffentliches Interesse an Omega-3-Fettsäuren. Es wurde beobachtet, dass Eskimos trotz ihrer relativ fett- und cholesterinreichen Ernährung ein sehr geringes Risiko für Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) aufwiesen. Es wurde außerdem festgestellt, dass durch den Verzehr von Seefisch, der reich an Omega-3-Fettsäuren ist, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt. In Deutschland werden hauptsächlich angereicherte Brotsorten und Eier angeboten. Quellen der zugesetzten Omega-3-Fettäsuren sind meistens mikroverkapselte Fischöle.

Probiotika

Für Probiotika gibt es bisher keine rechtlich einheitliche Definition. Es handelt sich um spezielle lebende Mikroorganismen, welche die Magen-Darm-Passage überleben und daraufhin im Dickdarm ihre positiven Wirkungen erzielen.

An die Verwendung von Probiotika als Lebensmittelzusatz werden einige Anforderungen gestellt. So müssen sie gesundheitlich unbedenklich, sicher und magen- und gallensäureresistent sein. Häufig werden Bakterien der Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium eingesetzt. Einige bekannte Vertreter sind Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus johnsonii, Lactobacillus casei, Lactobacillus rhamnosus und Bifidobacterium lactis.

Der gesundheitliche Nutzen, der aus probiotischen Lebensmitteln erwachsen soll, liegt zum Beispiel in der Risikoverringerung für Durchfallerkrankungen. Dies wird damit erklärt, dass diese „guten“ Bakterienkulturen die pathogenen (krankmachenden) Bakterien im Darm verdrängen und antimikrobielle Substanzen produzieren. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Probiotika in der Regel ungefähr 2 Tage bis 2 Wochen in der Darmschleimhaut ihre gesundheitspositiven Wirkungen entfalten können. Es kommt also nicht zu einer dauerhaften Ansiedlung im Darmtrakt. Deswegen ist ein regelmäßiger Verzehr dieser Produkte angezeigt, damit der „Nachschub“ der Probiotika sichergestellt ist.

Ein anderer positiver Effekt der probiotischen Bakterienkulturen ist, dass sie die Darmwand vor dem Eindringen von krankmachenden Bakterien und Viren schützen können, indem sie konkurrenzhaft Bindestellen der Darmschleimhaut besetzen.

Weiterhin wird ihnen ein positiver Effekt auf das erworbene und angeborene Immunsystem, Nahrungsmittelallergien oder Patienten mit entzündlichen Hauterkrankungen zugeschrieben. Zudem geht man von krebsverhindernden und -hemmenden Wirkungen von Probiotika aus, was zurzeit aber noch erforscht wird.

Pflanzensterole

Der cholesterinsenkende Effekt von verschiedenen funktionellen Lebensmitteln wird durch zugesetzte Pflanzensterole erzielt. Das sind pflanzliche Inhaltsstoffe, die normalerweise in Obst, Gemüse, Getreide oder Nüssen vorkommen. Wenn sie in ausreichender Menge zugeführt werden, hemmen sie die Aufnahme des Nahrungscholesterols im Darm und führen so zu einer geringeren Konzentration des Cholesterols im Blut.

Da selbst bei einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Ernährung die Zufuhr an diesen Pflanzensterolen zu gering ist, liegt es nahe, Lebensmittel mit den entsprechend wirksamen Mengen dieser Pflanzensterole anzureichern.

Produkte wie cholesterinsenkende Margarine eignen sich für Personen, welche einen leicht erhöhten Blutcholesterolspiegel haben. Dabei liegt der cholesterinsenkende Effekt bei ungefähr 10-15 % (gemeint ist das LDL-Cholesterin; auch „schlechtes Cholesterin“ im Volksmund genannt).

Allerdings gibt es auch Fälle, in denen der Cholesterinspiegel unabhängig von der Aufnahme von Nahrungscholesterin erhöht ist. Daher wird bei diesen Menschen kein positiver Effekt durch Lebensmittel erzielt, die mit Pflanzensterolen angereichert sind.

Vereinzelt wurden Sicherheitsbedenken gegen die Anreicherung von Pflanzensterolen in Lebensmitteln geäußert. Der gesundheitlichen Unbedenklichkeit wird aber durch die sehr rigiden Anforderungen der europäischen Novel-Food-Verordnung Rechnung getragen. So dürfen neuartige Lebensmittel keine Gefahr oder Irreführung des Verbrauchers mit sich bringen oder einen Nährstoffmangel auslösen. Des Weiteren ist eine Sicherheitsprüfung Grundvoraussetzung für die Zulassung von neuartigen Lebensmitteln.

Das Gremium für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt eine Stellungnahme zu der gesundheitlichen Unbedenklichkeit des zu prüfenden Lebensmittels ab. Auf der Grundlage dieser wissenschaftlichen Stellungnahme entscheidet die Europäische Kommission, ob ein Lebensmittel oder eine Lebensmittelzutat zugelassen wird. Im Zulassungsverfahren für Lebensmittel, denen Pflanzensterole zugesetzt werden, konnten keine nachteiligen Gesundheitswirkungen festgestellt werden.

Fachbegriffe im Überblick
Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind wie die Omega-6-Fettsäuren eine spezielle Gruppe der ungesättigten Fettsäuren und spielen für die menschliche Gesundheit und Entwicklung eine große Rolle. Beide ungesättigten Fettsäuren werden vom Körper benötigt. Sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da der Organismus sie nicht selber herstellen kann, und werden daher als essentiell bezeichnet. Zu den Omega-3-Fettsäuren gehören Alpha-Linolensäure, Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). 

Während Omega-3-Fettsäuren nur in Fischölen enthalten sind, werden Omega-6-Fettsäuren zum Beispiel über pflanzliche Öle, Getreide und Fleisch in ausreichenden Mengen aufgenommen. So ist das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren ungefähr 10-20 zu 1. Empfehlenswert ist aber ein Verhältnis von 5 zu 1.

Omega-3-Fettsäuren werden für die Entwicklung des Gehirns und die Ausbildung des Sehvermögens benötigt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Omega-3-Fettsäuren eine Verbesserung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis oder Schuppenflechte (Psoriasis) und Diabetes Mellitus bewirken können.

Bereits in den 70er Jahren entstand ein großes öffentliches Interesse an Omega-3-Fettsäuren. Es wurde beobachtet, dass Eskimos trotz ihrer relativ fett- und cholesterinreichen Ernährung ein sehr geringes Risiko für Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) aufwiesen. Außerdem wurde festgestellt, dass durch den Verzehr von Seefisch, der reich an Omega-3-Fettsäuren ist, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt.

Vor allem in der Sekundärprävention wurden die herzprotektiven Effekte der Omega-3-Fettsäuren nachgewiesen. Patienten mit einem bereits erlittenen Herzinfarkt haben bei einem adäquaten Konsum von Omega-3-Fettsäuren eine geringere Sterblichkeitsrate durch koronare Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In der Phase des frühkindlichen Wachstums, während der Gehirnentwicklung und der Wachstumsphase der Netzhaut (Retina), besteht ein großer Bedarf an essentiellen Omega-3-Fettsäuren. Während der Schwangerschaft werden sie über den Mutterkuchen (Plazenta) zu dem Ungeborenen transportiert und nach der Geburt über die Muttermilch an das Neugeborene gegeben. Ein Mangel in der früheren Schwangerschaftsphase kann zu verschiedenen Störungen des Nervensystems und der Sehfunktion führen und sich später auf die Lernfähigkeit und Motorik negativ auswirken.

Insgesamt sollte für eine ausreichende Omega-3-Zufuhr zwei- bis dreimal pro Woche Fisch gegessen werden. Falls man keinen Fisch essen möchte, sollte man entweder mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Lebensmittel oder Fischölkapseln (200 mg EPA+DHA) zu sich nehmen.

Einen zusätzlichen Bedarf haben Schwangere und Stillende. Diese sollten 0,3 g DHA, 0,22 g EPA und 2,2 g Alpha-Linolensäure pro Tag aufnehmen, um den Mehrbedarf zu decken, der durch das Wachstum des Un- und Neugeboren entsteht.

Es gibt eine ganze Reihe von funktionellen Lebensmitteln mit Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel Erfrischungsgetränke, Suppen, Streichfette, Eier und Fleischwaren. In Deutschland werden hauptsächlich angereicherte Brotsorten und Eier angeboten. Quellen der zugesetzten Omega-3-Fettäsuren sind meistens mikroverkapselte Fischöle. Teilweise wird auch Säuglingsfertignahrung mit Omega-3-Fettsäuren angereichert.

Vitamine

Folsäure ist eines der wichtigsten Vitamine. Es kann wegen der hohen Empfindlichkeit dieses Vitamins bei Verarbeitungsprozessen auch bei einer ausgewogenen Ernährung ein Mangel vorliegen.

Folsäure leistet einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung der Entwicklung von Gefäßverkalkungen. Derzeit wird die krebs- und demenzschützende Wirkung der Folsäure erforscht. Eine nicht ausreichende Versorgung mit Folsäure kann bei Ungeborenen zu Fehlentwicklungen des Nervensystems (Neuralrohrdefekte) führen.

Unter diesen Gesichtspunkten ist eine Anreicherung von Lebensmitteln mit Folat (Salz der Folsäure) sehr sinnvoll. So wird sie Frühstückscerealien, Fruchtsäften, Erfrischungsgetränken und Molkereiprodukten zugesetzt, um die Versorgungslage der Bevölkerung zu verbessern.

Vitamin E wird unter anderem aufgrund seiner antioxidativen Fähigkeiten in funktionellen Lebensmitteln eingesetzt. Antioxidativ bedeutet, dass es freie Radikale, welche zum Beispiel durch Alkohol- und Zigarettenkonsum entstehen, beseitigen kann. Diese spielen vermutlich bei der Krebsentstehung eine wichtige Rolle.

Weiterhin wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien festgestellt, dass eine geringe Vitamin E Konzentration im Blut mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Es ist auch wahrscheinlich, dass Vitamin E einen positiven Einfluss auf Zellen des Immunsystems hat und somit zu einer gesteigerten Widerstandsfähigkeit des Organismus insgesamt führt. Auch auf die Entstehung des Grauen Star (Katarakt) soll Vitamin E eine schützende Wirkung haben.

Mit Vitamin E anreicherbare Lebensmittel sind vor allem Cerealien, Milchprodukte, Süßwaren oder Säfte.

Mineralstoffe

Personen wie zum Beispiel Vegetarier oder Personen mit Laktoseintoleranz , welche calciumreiche Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte nicht vertragen oder aus anderen Gründen meiden, können calciumangereicherte Fruchtsaftgetränke oder Frühstückcerealien als gute Alternative nutzen.

Magnesiummangelsymptome sind Muskelverspannungen und -krämpfe, und Herz-Rhythmus-Störungen. Auch führt Magnesiummangel zu einem erhöhten Risiko für Osteoporose. Mangelzustände sind vor allem auf eine gestörte Nierenfunktion oder starken Alkoholkonsum zurückführen, wobei vermehrt Magnesium mit dem Harn ausgeschieden wird. Magnesium-angereicherte Fruchtsäfte, Tafelwässer, Milchprodukte sowie verschiedene Nahrungsergänzungsmittel schaffen Abhilfe.

Eisen ist ein sehr wichtiger Mineralstoff, der bei Mangel zu Blässe, Atemnot, Herzschwäche und erhöhter Infektionsgefahr führt. Natürlich kommt Eisen in schwarzem Tee, Kakaopulver, Fleisch, Wurstwaren und Innereien wie Leber vor. Besonders Frauen während der Menstruation laufen durch den Blutverlust Gefahr, einen Eisenmangel zu erleiden. Die Anreicherung von Lebensmitteln mit Eisen wird zum Beispiel bei Mehl und Säuglingsanfangs- und Folgenahrung realisiert.

Selen hat viele positive Wirkungen auf das Immunsystem und steigert zum Beispiel die Antikörperproduktion und den Schutz vor Viren. Liegt ein Selenmangel vor, kann es zu einer gesamten Schwächung des Immunsystems kommen.

Zink kommt hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fleischprodukten, Milch und Milchprodukten vor. Ungefähr 1/3 der Bevölkerung erreicht die empfohlenen Zufuhrempfehlungen nicht. Vor allem Senioren über 65 Jahre sind gefährdet.